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HARVARD UNIVERSITY

LIBRARY

OF THE

MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY

FROM THE

WILLARD PEELE HUNNEWELL (CLASS OF I904) MEMORIAL FUND

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2%, 1915-

Fulnang 1, 1926.

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Neue Beiträge zur systematischen Insektenkunde

Herausgegeben als Beilage zur „Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie“ von H. Stichel, Berlin, und redigiert unter Mitwirkung von G. Paganetti-Hummler, Vöslau, Nieder-Oesterreich.

Das Blatt erscheint nach Bedarf in zwangloser Folge und kann nur in Varbindung mit der „Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie* bezogen werden,

Band I. Berlin, 1. Januar 19I6. Nr. E

Die von Paganetti-Hummiler im Jahre 1914 auf einer Forschungsreise in Kreta gesammelten Pselaphiden und Sceydmaeniden.

Von W. und ©. Blattny.

Das von Herrn Paganetti-Hummler gesammelte und uns liebens- würdig zur Bearbeitung überlassene Pselaphiden- und Scydmaeniden- material aus Kreta bestand aus 117 Ex. Pselaphiden und 23 Ex. Scyd- maeniden. Erstere waren durch 14, letztere durch 6 Formen vertreten. Davon haben wir 2 Pselaphiden- und 3 Scydmaeniden-Arten als neu erkannt. Die Mehrheit der Arten gehörte der Mediterranfauna (meistens auch die Kreta-Endemiten), die Minderzahl den Ubiquisten an, einzelne aber erinnern an die kaukasische Käferfauna. Unerklärlich ist das Vorkommen des Trimium Zoufali Krauß, von dem sich im Materiale 1 Ex. befand. Es ist klar, wie bedeutend Herr Paganetti-Hummler unsere Kenntnisse der kretensischen Fauna bereichert hat. Das Vor- zeichnis der gesammelten Pselaphiden und Scydmaeniden samt den Neubeschreibungen geben wir im

Faronus Lafer ti Aube. Euplecies nanus Reich. Trimium Zoufali Krauß. | v. Revelierei Reitt. Biploplectes ambiguus Reichb. | E. signatus Reich.

E. karsteni Reichb.

Amauronyxz paganettü nova spec. Rostgelb, glänzend, mikros- kopisch fein punktuliert, kurz graugelb, am Kopf, Halsschild, Flügel- decken und Abdomen länger behaart Kopf 4eckig, so breit wie der Halsschild, Schläfen parallel, die Schläfenecke stumpf abgerundet, Seiten ziemlich konvergent, wie der Scheitel stark gewölbt. Augen sehr klein, etwas hinter der halben Seitenlänge gelegen, oftmals pigmentlos. Im Augenniveau zwei große, seichte Gruben, von einander 2 mal so weit wie von den Augen entfernt; aus diesen Gruben reichen nach vorne 2 ‚ziemlich tiefe, vorne sich hufeisenförmig verbindende Furchen. Zwischen den Scheitelgrübehen inmitten des Scheitels befindet sich ein längliches, longitudinales tiefes Grübchen. Der Kopfhinterrand in der Mitte mit einem feinen Kielchen. Fühler ziemlich dünn, so lang wie Kopf und Halsschild zusammengenommen. Die Kopfvorderecken knotig erhoben, mit einem tiefen Grübchen versehen.

1. Fühlerglied zylindrisch, länger als breit, groß, 2. kugelförmig, so breit wie 1., 3. gegen das Ende zu etwas verbreitert, viel kleiner als 2., 4. kugelig, etwas kürzer als 3., 5. ein wenig größer, kugelförmig, 6. wie 4., 7. etwas querer, so groß wie 6., 8. ein wenig querer und kleiner als 7., 9., mit dem die Keule anfängt, fast 2 mal breiter als 8., stark quer, 10. doppelt so breit wie lang, viel breiter als 9., 11. breiter als 10., kaum so lang wie breit, eiförmig, gegen das Ende zu vereugt, am Ende stumpf abgerundet, etwas länger als die zwei vorhergehenden zusammengenommen. Halsschild herzförmig, so lang wie breit, in 2 Dritteln der Länge von der Basis an am breitesten, von da an mehr nach vorne als nach hinten verengt, die Seiten gerundet. In '/; der

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Länge von der Basis an befinden sich 3 tiefe, kleine Grübchen, v durch eine tiefe Transversalfurche mit einander verbunden sind. vorne mündet in das mittlere Basalgrübehen eine fast die ganze Ha - schildlänge durchziehende, tiefe Longitudinalfurche. Basis des Hals- ; schildes 5 mal fein eingedrückt, Flügeldecken um 1 '/, länger als der Halsschild, fast 2 mal so breit als dieser. 1'/; mal so breit wie lang, in zwei Dritteln der Länge von der Basis an anı breitesten, mehr gegen die Basis als gegen das Ende zu verengt, Die Basalgrübchen sroß, der Dorsalstreifen tief und breit, die Hälfte der Flügeldecken- länge erreichend, die Schulterbeule kaum merklich, abgeflacht. Flügel fehlen. Abdomen wenig länger als die Flügeldecken, kaum mehr breit wie lang, gewölbt, am Ende des ersten sichtbaren Rückensegments am breitesten. Kielchen an der Basis dieses Tergites sehr kurz und fein, kaum mehr als ein !'; der Dorsalbreite einschließend, stark kon- vergent, der von ihnen eingeschlossene Raum an der Basis vertieft. Beine normal, etwas heller gefärbt, beim dg‘ Trochanteren aller Beine in ein kurzes, flaches und spitziges Zähnchen ausgezogen, beim Trochanteren einfach. Lang 1,5 mm. Zum 4. brevipennis Sauley gehörend, von ihm durch die Größe, Flügeldeckenlänge, Abdomen, g'-Auszeichnungen usw. verschieden,

Batrisodes paganettii nova spec. Rostkastanienfarbig, goldgelb be- haart. Fühler und Beine rötlich. Kopf ziemlich quer, 6eckig, samt den Augen fast so breit wie der Halsschild, der wulstig erhobene Stirnvorderrand und die kaum eingeschwungenen Kopfseiten innerlich bis zu den hohen Seitenkielchen tief, rugos punktiert, der Scheitel fast glatt, stark glänzend, nicht hoch gewölbt, Schläfen beim d‘ breit abge- rundet, beim © etwas eckiger, dicht mit sehr langen, hellgelben Haaren bewachsen. Der wulstige Stirnvorderrand beim g‘ kaum merklich bogenförmig, nach vorne gerundet, beim © gerade, in der Mitte wenig beträchtlich, flach niedergedrückt (etwa wie bei venusius‘. Im ersten Drittel der Länge von der Basis an zwei tiefe, große Grübchen, von einander mehr als von den Augen entfernt; aus diesen Grübchen läuft jederseits eine ziemlich tiefe, die Scheitel begrenzende Furche, welche sich mit der anderen vorne vor der Stirnwulst in Form eines Huf- eisens verbindet. Inmitten des Kopfes, von der Halsabschnürung an zieht sich nach vorne, fast bis zur Stirnwulst, ein sehr feines, hinter dem Augenniveau durch ein longitudinales, längliches, seichtes Grübchen unterbrochenes Kielchen. Die Vorderecken des Kopfes wenig erhoben, abgeflacht. Augen wenig vortretend, fein fazettiert, in der halben Kopf- seitenlänge sich befindend. Der Kopf oben sehr fein und kurz be- haart (außer den Schläfenhaaren), unten wie sonst die Unterseite über- haupt, dunkler gefärbt, und dicht, kurz und dunkel pubeszent. Fühler dick, besonders beim Jg‘, etwas länger als Kopf und Halsschild zu- sammengenommen, einzelne Glieder dicht aneinandergereiht, erstes und zweites Glied sehr fein rugulos. 1. Fühlerglied etwas länger als breit, an der Basis so breit wie der Augendurchmesser beim g%, dem Ende zu kaum merklich verbreitert, fast zylindrisch; 2. Glied viel schmaler und kürzer als 1., wenig länger als breit, oval, 3. Glied etwas schmaler als 2., kaum länger als breit, 4. Glied ein wenig schmaler als 3., etwas länger als breit, 5. Glied mehr als 1'/s mal länger als breit, ein wenig breiter als 4., parallelseitig, 6. etwas kürzer, kaum schmaler

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als 5., 7. gleich so breit und lang wie 6., parallelseitiger, 8. gegen das Ende zu ein wenig verbreitert, so lang wie breit, ein wenig schmaler als 7., 9. größer und länger als $8., so lang wie breit, fast parallelseitig, 10. länger und preiter als das 9., kaum so lang wie breit, parallelseitig, beim dg‘ die innere Basalecke stumpfeckig, beim 9 dieselbe abge- rundet, 11. fast eiförmig, mehr als 2 mai länger als breit und als Glied 10, viel breiter als das 10., an der Außenseite in der zweiten Hälfte der Länge stark eingeschwungen, das Ende zugespitzt, beim d' die innere Basalecke rechteckig, die äußere abgerundet, beim 2 beide Basalecken abgerundet. Der Hals in der Mitte länglich vertieft. Hals- schild gewölbt, fast Seckig [wenig kürzer als die Flügeldecken und das Abdomen gelb behaart], Länge größer als Schild- und Kopfbreite, herzförmig, vor der Mitte am breitesten; an dieser Stelle die Seiten stumpfeckig, von da an nach vorne mehr als nach hinten verengt, vorne fast gerundet, hinten ausgeschnitten. Skulptur beim dg* tief, beim © viel seichter. Dicht an der Basis befinden sich jederseits des hohen Mitteikielchens 2 kleine, aber tiefe Grübchen; das Mittelkielchen reicht vom Vorderrand bis zu der in !/, der Länge sich befindlichen, ellipsoiden, matten, longitudinalen, vertieften, kleinen Fläche, von da an dem ganzen Halsschild nach vorne zieht sich eine seichte Mittelfurche. Etwa in dem Niveau des mittleren Basalgrübehens befindet sich jederseits bei dem Halsschildseitenrande eine Vertiefung, aus welcher nach vorne eine nach außen gebogene, vorne verschwindende seichte Furche sich zieht. Die Seitenvertiefungen sind mit dem Mittelgrübcehen durch eine gebogene, etwas verbreiterte, transversale Furche verbunden. Hinter der Verbreiterung dieser transversalen Furche befindet sich jederseits ein niedriges, scharfes Zähnchen, ein ebensolches, aber kleineres hinter den Seitenrandvertiefungen. Flügeldecken wenig länger als der Hals- schild, fast 2 mal so breit wie dieser, schwach quer in zwei Dritteln der Länge von der Basis an am breitesten, von da an zur Basis viel mehr als gegen das Ende zu verengt, stark gewölbt, Seiten ziemlich nach außen gebogen; jede Flügeldecke an der Basis mit 3 tiefen, rundlichen Grübchen; aus den Humeralen läuft ein seichter, vor dem ersten Drittel der Länge endigender Dorsalstreifen; Humeralbeule lang, abgestumpft, niedrig. Die Flügeldecken sehr lang gelb behaart, ver- einzelt punktuliert. Abdomen ein wenig schmaler als die Flügel- decken, etwa so lang wie diese, konvex, gegen das Ende zu verengt, erstes sichtbares Abdominaltergit mehr als 2 mal so breit als lang, fast 2 mal so lang als das folgende, die inneren Kielchen kurz, ’/; der Tergitlänge erreichend, parallellaufend, '/, der Dorsalbreite einschließend;; der eingeschlossene Raum kaum eingedrückt, die Seitenkielchen aus tiefen, gelb pubeszenten Grübchen auslaufend, hoch, stark divergent. Die Tergitbasis zwischen ihnen und der Seitenrandung fein eingedrückt. Das letzte Tergit breit abgerundet. Abdomen etwas dichter als die Flügeldecken behaart. Beine robust, die Hinterschienen am Ende mit einem langen, dünnen Dorne versehen. d‘: Robuster, matt- glänzend, dicker, dichter und dunkler behaart und dunkler gefärbt als das ©, Kopfskulptur tiefer als beim 29, der Vorderrand un- unterbrochen punktiert, die Augen 2 mal so groß wie beim 9, !/, der Seitenläinge einnehmend, schwarz pigmentiert. Epistom tief gelegen, wenig vorragend, vorne erhoben, an den Seiten und in der Mitte mit einem abgerundeten Lappen versehen, in der 3eckigen, gelb dicht to-

.. 4 “rn mentierten Fläche befinden sich 2 sehr kleine, rundliche, kahle Stellen. Halsschild ein wenig breiter als beim 9, Flügeldecken kaum länger als beim ®, die Schulterbeule mehr erhaben; Flügel entwickelt. Die Schenkel aller Beine verdickt, nach außen gekrümmt, am Ende abge- schnürt, Schienen in der zweiten Hälfte oval verdickt, an der Innenseite in der apicalen Partie ausgerandet und mit gelben Härchen besetzt. Mitteltrochanteren mit einer nach unten gerichteten, abgeflachten, kleinen Zahn, Mittelschenkel im ersten Fünftel der Länge von der Schenkel- wurzel an mit einem etwas gekrümmten dünnen Dorne versehen. Die Mittelschienen hinter dem 2. Drittel der Länge von der Wurzel an mit sehr kleinen, 3eckigen, scharfen Zähnchen auf der Innenseite, vor dem Ende ausgerandet und daselbst büschelförmig gelb behaart, die innere Apical- ecke in ein walzenförmiges, bedeutendes Zähnchen ausgezogen. Der Hinterschienendorn kaum dicker als beim 2. Metasternum gewölbt, in der Mitte mit einer tiefen Furche, am Ende dieser Furche befindet sich ein sehr kleines Grübchen, dessen Hinterrand körnchenförmig er- hoben ist. 3. Abdominalsternit inmitten der Basis sehr fein vertieft. Ab- domen etwas dunkler gefärbt als die Flügeldecken. 2: Die Kopf- furchen seichter, noch vor dem Stirnvorderrand sich verbindend, über- ragen sie diesen, so daß die Naht durch eine glatte, schmale Fläche unter- brochen wird, und verschwinden dann am halbkreisförmigen, ziemlich her- vorragenden, schief abfallenden, vorne erhobenen glatten Clypeus. Augen nur aus wenigen, oftmals pigmentlosen Fazetten bestehend. Beine dünner, einfach; Schienen gerade. Abdomen von derselben Färbung wie die Flügel-

decken. Lang 2 mm. Dem B. circassicus verwandt. Brachygluta tibialis Aube&, Tychus ibericus Motsch B. Schüppeli Aube. v. crelicus Reitt. Bythinus puncticollis Denny. Euthia Schaumi Kiesw. Bythinus bulbifer Reichb. E. formicetorum Reitt. Bolbobythus sp. (?) 2. Stenichnus aegialius Reitt.

Stenichnus hummleri nova spec.: Kastanienbraun, glänzend, an- liegend lang graugelb, an den Halsschildseiten gekräuselt und ab- stehend, dicht, Kopf und Halsschild viel spärlicher als die Flügeldecken behaart, fast glatt, die Stirn kahl, Flügeldecken besonders bei der Naht dicht und grob, ziemlich seicht, die Basalpartie sehr fein punktiert, Beine- und Fühler heller gefärbt. Kopf etwa 2 mal so breit wie lang, Augen ziemlich vortretend, klein, in °/, der Länge von der Basis an stehend, ihr Durchmesser nur die halbe Länge der schiefen Schläfen einnehmend, die Seiten stark konvergierend, die Stirn flach gewölbt, mit einigen Pünktchen. Fühler dünn, etwas länger als Kopf und Halsschild zu- sammengenommen, schwach gegen das Ende zu verdickt, die Keule schlecht abgegrenzt, 3gliederig; 1. und 2. Fühlerglied walzenförmig, dünn, 2 mal so lang wie breit, fast gleichbreit, Basis des ersten Gliedes breiter als der Durchmesser der sehr fein fazettierten, schwarz pig- mentierten Augen, 3. und 4. Glied etwas länger, wenig gegen das Ende zu sich verbreiternd, die Seiten gerade, schmaler als 1. und 2., 1'/ mal länger wie breit, 5. kaum merklich größer, 6. kaum schmaler als 5., ein wenig kürzer, rundlicher, 7., 8. etwas größer als 6., kugelig, 9., 10. schwach quer, wenig größer als 8., 11. eiförmig, am Ende zugespitzt, so breit wie 10., kaum länger als breit, zweimal so lang wie 10. Hals- schild viel breiter und 2 mal so lang wie der Kopf, beim Jg‘ kaum so breit wie lang, beim @ etwas breiter als lang, stark gewölbt, besonders

5

beim 9, in 2 Dritteln der Länge von der Basis an am breitesten, von da an mehr nach vorne als nach hinten verengt, vorne die Seiten ge- rundet, hinten fast geradlinig, an der Basis 4 tiefe, rundliche Grübchen, je ein ebensolches in den Hinterecken; die zwei mittleren stehen ein- ander am nächsten, die Basalfurche fast erloschen. Flügeldecke stark gewölbt, besonders beim 2, beim 2 2 mal, beim 0‘ 2!/» mal so lang wie der Halsschild, etwa !/; mm länger als breit, elliptisch- eiförmig, vor der halben Länge von der Basis an am breitesten, von da an zur Basis die Seiten ziemlich gerade, gegen das Ende zu stark verengt und gerundet, beim 5 an der Basis schmaler, mehr gegen das Ende zu verengt und dort zugespitzt, jedes Flügeldeckenende von dem zweiten abgetrennt und spitzig abgestumpft, beim & an der Basis breiter, gegen das Ende zu weniger verengt, am Ende gemeinschaftlich stumpf abgerundet. Beim J' die Schulterbeule sehr niedrig und flach, das Schulterfältchen kaum sichtbar, beim 2 die Schulterbeule bemerkbar, stumpf, das Schulterfältchen sehr klein, tief, viel kleiner als die beim Q tiefe und große, beim J' große, aber seichte Nahtgrube. Pygidium gelb. Beine, besonders beim d', dünn und ziemlich lang. Augen ein wenig größer als beim 2, Behaarung länger und dichter als beim 2. C: Die Vorderschenkel etwas mehr als beim 2 verdickt, der Innen- rand schwach ausgebogen, der Außenrand vor dem letzten Drittel am breitesten, von da an etwas gegen das Ende zu mit dem Innenrand konvergierend, oberhalb des äußeren Endes eine spitzige, etwas mehr als 90° einnehmende, abgeflachte Ecke bildend. Vorderschienen an der Basis in einem, etwa 115 °-Winkel nach innen gekrümmt, in der api- calen Hälfte etwas abgeflacht. J': Vorderschenkel gerundet, Vorder- schienen fast geräde, die Verdickung der Schienen oval. Lang 1,5 mm. Mit S. angulimanus Btt. verwandt.

Stenichnus cereticus nova spec. Hell kastanienbraun, glänzend, Kopf und Halsschild fast glatt, mit anliegenden, an den Halsseiten abstehenden Härchen besetzt, Flügeldecken vereinzelt, sehr seicht und fein, kaum sichtbar punktuliert, mit langen, goldgelben Haaren bedeckt. Kopf fast 2 mal so breit wie lang, Augen, besonders beim g', ziemlich groß und vortretend, fein fazettiert, ihr Durchmesser so lang wie die stark schiefen und gleich langen Kopfseiten und Schläfen, die Stirn flach ge- wölbt mit einigen Pünktchen, kahl. Hinter den Augen einige dunkle Härchen. Fühler ziemlich dick, kaum länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, die 3gliederige Keule schlecht abgegrenzt. 1. Fühler- glied zylindrisch, bei weitem nicht so breit wie der Augendurchmesser, 2. Glied etwas schmaler als 1., die Seiten gebogen, 1!/s mal länger als breit, 3. so breit wie 2., kaum länger als breit, 4., 5. gleich breit, so breit wie 3., parallelseitig, so lang wie breit, 6. kaum kleiner, 7. kauın breiter und querer, 8. etwas schmaler als 7., etwas querer, 9. fast 2 mal so breit als 8, mit dem etwas größeren 10. stark quer, 11. so breit wie 10., so breit wie lang, die Innenseite zur Spitze fast gerade, die Außenseite von der Hälfte der Länge plötzlich gegen das Ende zu stark verengt. Halsschild, besonders beim 9, viel breiter als der Kopf, mehr als 2 mal so lang wie dieser, so lang wie breit, nicht stark gewölbt, in ®/; der Länge von der Basis an am breitesten, hier die Seiten abge- rundet, hinten etwas eingeschweift, ziemlich konvergierend, vorne ge- rundet-verengt. An der Basis 4 tiefe Grübchen, in den Hinterecken je ein ebensolches, mit den übrigen allen durch eine sichtbare, ziemlich

tiefe Transversalfurche verbunden. Flügeldecken lang- site ie

ganz 2 mal so breit wie der Halsschild, wenigstens 2 mal länger als. dieser, mehr als 1'/ı mal so lang wie breit, vor dem ersten Drittel der E Länge von der Basis an am breitesten, die Seiten wenig gebogen, beim

d kaum merklich elliptischer als beim Q, jede Flügeldeckenspitze

stumpf abgerundet und von der zweiten abgetrennt, beim © gemein-

schaftlich abgerundet. Schulterbeule gänzlich abgeflacht, das Schulter- grübchen als sehr kleine, flache Vertiefung sichtbar, auch die Naht- grube klein und seicht, ihre Umgebung flach eingedrückt. Beine robust, rötlich-gelb. 5: Vorderschenkel stark verdickt, der Innenrand fast gerade, der Aubenrand etwas gebogen. oberhalb des Schienen- selenkes in einem 100° einnehmenden, scharfen, abgeflachten Winkel vor-

tretend, daselbst fein granuliert. 2 : Vorderschenkel weniger verdickt, abgerundet. Lang 1,15 mm. In die l/ernaeus Reitt.-Rotte gehörend!

Stechnichnus basimpressus nova spec.: Rostgelb-rötlich, glänzend, gelb, am Kopf und Halsschildscheitel dichter und kürzer, an den Hals- schildseiten gekräuselt, länger, an den Flügeldecken lang, weniger gelb behaart. Kopf fast 2 mal so breit wie lang, flach gewölbt, fast glatt an der Stirn, stark schiefe Schläfen, fast so lang als der Augen- durchmesser, die Kopfseiten kurz, wenig konvergierend, Augen groß, ziemlich vortretend, fein fazettiert. Fühler etwas länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, ziemlich dünn; aus 3 Gliedern be- stehende Keule schlecht abgegrenzt. 1. Fühlerglied zylindrisch, breiter an der Basis als die Hälfte des Augendurchmessers, fast 3 mal so lang wie breit, 2. kürzer als |., gleich breit, die Seiten rundlicher, 3., 4., 5 kürzer als 2.,, etwa gleich breit, die Seiten nach außen gebogen, 6. kaum merklich kürzer und kleiner, 7., 8. etwas größer, gleich laug wie breit. 9., 10. etwas größer, schwach quer, 11. eiförmig, so lang wie breit, nicht breiter als 10., das Ende stumpf abgerundet. Halsschild mehr als 2 mal so lang und viel breiter als der Kopf, nicht ganz so lang wie breit, gewölbt, in 2 Dritteln von der Basis an am breitesten, von da mehr nach vorne als nach hinten verengt, vorne die Seiten gerundet, hinten ein wenig eingeschweift, an der breitesten Stelle breit abge- rundet. An der Basis befinden sich 4 von einander fast gleich ent- fernte, rundliche, tiefe Grübchen; in den Hinterecken, .etwas nach vorne verschoben, je ein ebensolches, mit den übrigen durchwegs mit einer sehr feinen, oftmals verschwindenden Transversalfurche verbunden. Flügeldecken 2 mal so lang und breit wie der Halsschild, nur '/ı länger als breit, bauchig elliptisch, hinter dem ersten Drittel der Länge von der Basis an am breitesten, von da nach hinten viel mehr als gegen die Basis zu verengt, stark gewölbt, das Ende gemeinschaftlich abge- rundet (das überragende Pygidium gelb), mit kürzeren, gelben, anliegenden und vereinzelt stehenden, sehr langen (wenigstens zweimal so langen als die kürzeren Härchen), dunkleren abstehenden Haaren bedeckt; die Wurzel- grübchen dieser Haare als kleine Pünktchen sichtbar. Die Schulterbeule niedrig und kurz, Schulterfältchen kaum sichtbar, kurz, etwas veränderlich in der Größe, die innere Basalgrube mondförmieg, klein, aber tief. Beine ver- hältnismaßig dünn und lang. Schienen aller Beine in der apicalen Hälfte der Länge oval verdickt. d': Die Vorderschenkel kaum merklich verdickter als beim Q@, die Außenseite ober der Spitze stumpf abgerundet, die Flügel- decken etwas bauchiger, spitziger und kürzer. 2: Die Vorderschenkel breit abgerundet an Jer Außenseite, Flügeldecken etwas ovaler als beim JS. Lang 1,2 mm. Mit dem St. leonhardi Reitt. verwandt.

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Neues über Genus Narope West. Von H. Stichel, Berlin.

Literatur: 1. Staudinger: (& Schatz), Exot. Schmett. v. 1, (1887). 2. Stichel, Gen. Ins. v. 20 (1904). 3. Stichel, Das Tier- reich v. 25 (1909. 4. Fruhbstorfer, Seitz, Großschmett. Il 1, Fauna amer. (1912).

Wenn das mir zur Verfügung stehende Material noch immer recht dürftig zu nennen ist, so genügte doeh eine kleine Bereicherung meiner Sammlung, wie eine nochmalige Durchsicht der ebenfalls be- scheidenen Bestände derjenigen Staudingers zu folgenden Feststellungen.

N. syllabus Staudgr. (1, p. 218) (Ohanchamayo, Peru; Rio Juntas, Bolivien, gehört nicht zu N. anartes Hew, (s. Stichel 2, p. 15; 3, p, 46; Fruhstorfer: 4, p. 329), sondern ist eine größere, satter, unten kon- trastreicher gefärbte Unterart von N. ceyllastros Westw., von der ich einige typische Stücke von P. Zobrys, Berlin, aus Matto Grosso erhielt. Es gibt Uebergangsstücke, so ein Exemplar der Staudinger-Sammlung aus Chiquitos, Brasilien.

N. stygius, von der in genannter Sammlung neben dem Original- auch 2 dd aus Manaos und Fonteboa stecken, scheint eine extrem dunkel gefärbte Zeitform von cyllastros zu sein. Das Auftreten der typischen Form nördlich und südlich der Fundorte spricht gegen die Annahme einer selbständigen Unterart.

Ob N. marmorata Schaus, zu anartes Hew. oder zu syllabus Staudgr. gezogen werden muß, bleibt zweifelhaft.

N. sarastro Staudgr. (1, p. 218, t76; Stichel: 2, p. 15; 3, p.45. Fruhst. 4, p. 329) ist eine schwach differenzierte Unterart von anartes Hew. und von dieser kaum anders zu unterscheiden als durch das Schwinden der graubraunen Schattenzone des Vorderflügels und etwas intensivere Schwarz- färbung am Apex des Hinterflügels,. Sammlung Staudinger besitzt Ueber- gänge; ein Stück aus La Paz, Bolivien, ist vom Original kaum zu unterscheiden, wie auch ein solches meiner Sammlung aus Ecuador. N. disyllus Fruhst. (4, p. 329) ist nur als Zustandsform von anartes anzuerkennen. An der Unterseite der Art (anartes) herrscht belangreiche Variabilität. Es gibt sehr kontrastreich und bunt wie auch eintöniger gefärbte Stücke, ohne Abhängigkeit von der Herkunft. Die Lebhaftigkeit der Färbung der Oberseite geht mit derjenigen der Unterseite nicht immer Hand in Hand, so ist z. B. ein Exemplar der Staudinger-Sammlung aus Vilcanota (Peru) oben sehr intensiv rostrot und schwärzlich, unten sehr eintönig gefärbt.

N. eyllabarus Westw. erhielt ich in einem annähernd typischen Stück aus Matto Grosso (wie oben). Bei ihm ist aber der schwarze Fleck nahe dem Apex des Vorderflügels nicht weiß gekernt. Auch diese Art variiert in der Intensität der Färbung oben und unten. Bei einem Stück der Sammlung Staudgr. aus Colombia erscheint die doppelte Bindenzeichnung am Rande des Hinterflügels sehr deutlich, bei andern Stücken aus’ Bolivien usw. ist sie ganz verschwommen. Das 9 der Art hat übrigens nicht völlig abgerundete Hinterflügel, sondern am mittleren Medianast bildet der Flügelrand einen ganz flachen, stumpfen Winkel. Die Diagnose für die Cohors Nesopiformes (Stichel 3, p. 48; Fruhstorfer 4, p. 329) bedarf einer Ergänzung in diesem Sinne. Aus dieser Cohors kann ich eine neue Art einführen:

N. sutor. ©‘ Gestalt und Duftorgane wie ©. nesope Hew. Kopf, Palpen, Thorax mit den Beinen dunkelbraun (Abdomen fehlt), Antennen braun,

grenzung; rien dem vorderen und miteldgen Medina et Flügelrande als zur Zellecke, ein ungewisser, kleiner, schwärzliche, (wahrscheinlich veränderlich, weil bei dem vorliegenden Stück Fe der rechten Seite wahrnehmbar), Hinterflügel rauchbraun, vorn heller, leicht rostrot getönt. Hinterrandzone ockerbraun. | Duft ockerbraun auf blanker, dunkelbrauner Reibefläche Untersei: Br Vorderflügel hellbraun, mehr oder weniger stark braun gewölkt und betupft. Ueber die Zeile und deren Ende je eine dunkler schattierte Binde, am Vorderrand nahe dem Apex ein eiförmiger Schattenfleck, an dem sich weißliche Tupfe anschließen. Eine schmale, weißliche, M3 distal ungewiß begrenzte Binde zieht sich nahe dem dunkler braunen * Distalsaum entlang; im vorderen Distalteil 4 unsicher aufgesetzte dunkle Fleckchen, schräg vom Apex zur Mitte des Hinterrandes ein. hellerer Streif. Hinterflügel dunkler, der helle Streif setzt sich quer über die Zelle bis nahe zum Hinterrand fort; im dunklen Wurzelfeld, am Hinterrand und im distalen Saumfeld milchweiß gewölkt, diese Flächen bei schräger Beleuchtung seidenartig glänzend. Im übrigen die dunkle Fläche stellenweise‘ etwas aufgehellt und quergestrichelt. Nahe der Mitte des Vorderrandes ein kleiner schwarzer Fleck mit weißlichem Kern, an den sich in einem Bogen nach hinten eine Reihe sehr kleiner Ringfleckchen anschließt, nur der vorletzte etwas ver- größert. Vorderflügellänge 34 mm. Typus No. 475 i.c. m., Me Grosso, Brasilien. Aus gleicher @egend lieferte mir P. Zobrys von N. panniculus Stich. (2, p. 15) ein 3, das sich durch etwas größere Flügel und spitzere Form des Vorderflügels von meinem Original unterscheidet. Auch - Fruhstorfer (4, p. 330) erwähnt eines $& dorther; er beschreibt es, im Gegenteil, als kleiner als Paraguay-Sö, fahler graubraun, unterseits licht ° erdfarben, Hinterflügel mit „leberartiger* weiß ausgefüllter „Intramediano- zelle“. Die Art ist also auch ziemlich variabel. Am auffälligsten sind die schon von mir 2, p. 15 erwähnten Stücke der Staudinger schen Sammlung aus Bolivia, die einer besonderen Benennung wert sind. Ich führe die Form ein als N. panniculus piccatus. 8 Größer als die typische Unterart, Ober- seite satt graubraun, der ockergelbe Duftfleck in der Vorderrandzone des Hinterflügels grell abstechend. Auch die Unterseite dunkler, Hinter- flügel fettglänzend mit einem Stich ins Violette. Bei 2 Stücken bildet sich _ zwischen dem hinteren und mittleren Medianast unweit des Flügelrandes ein Jänglicher, unregelmäßiger, weißlicher Fleck mit zerrissener Begrenzung, ihm folgt gegen den Hinterrand zu ein weißlicher Punkt. Vorderflügel- länge 35 mm. Typen 384 i.c. Staudinger (Mus. Berol.) Bolivia, Rio Yuntas. Zu dieser Art gehört vermutlich ein © derselben Sammlung: Flügel- form voller gerundet, Apex des Vorderflügels stumpfer, Distalrand stark konvex, Hinterflügel breit eirund. Oberseite einfarbig graubraun, unten. wie das & der Nominatform, der Hinterflügel nahe der Mitte mit eine gebogenen Reihe weißlicher Punkte, Vorderflügellänge 31 Er Itaituba, Falls durch die Entdeckung des $ nicht auf eine Sonder- rasse geschlossen werden kann, ist dieses @ der Nominatform zuzuteilen.

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