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SYSTEM DES VEDÄNTA.
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Verlag von F. A. Brockhaus in Leipzig. -|
Im November 1906 ist ^nen: <
Professor Dr. Deussen, der auf dem Gebiete der Geschichte der Philo- sophie, inst>esondere der die Grundlage aller Philosophie bildenden indischen Philosophie, bahnbrechende Forscher, bietet der literarischen Welt zum ersten Male die wichtigsten philosophischen Texte des großen National- werkes der Inder in einwandfreier Übersetzung dar.
Zwischen der vedischen Philosophie, wie sie in den Upanishad*s des Veda ihre Ausprägung gefunden hat, und den orthodoxen und hetero- doxen Systemen der spätem Sanskritzeit liegt eine Periode der Entwicklung. Ungeachtet des Interesses, welches ihr von den verschiedensten Seiten zugewendet wird, bedarf sie noch sehr der Aufhellung, da die wesentlich- sten Dokumente für den Umschwung des altvedischen Idealismus zum Realismus der Sänkhyalehre und des Buddhismus nur in den dem Mahäbhäratam einverleibten umfangreichen philosophischen Texten vor- liegen, welche der wissenschaftlichen Durchforschung die größten Schwierig- keiten entgegenstellen. Nicht nur, weil diese Texte sich stellenweise in einem stark verwahrlosten Zustande befinden, sondern noch mehr, weil die Philosophie dieser Übergangszeit vielfach einen unbestimmten, teils ins Idealistische, teils ins Realistische schillernden Charakter trägt. So kann es oft nur mit Mühe und Vorsicht gelingen, die eigentliche Meinung der ursprünglichen Verfasser zu ermitteln.
Unter diesen Umständen hat Professor Deussen zur Fortführung seiner Allgemeinen Geschichte der Philosophie es für nötig erachtet, der dem Abschluß der indischen Philosophie gewidmeten Abteilung dieses Werkes eine Übersetzung der vier philosophischen Haupttexte des Mahfl- bhäratam vorauszuschicken.
Das Werk gewährt nicht nur ein anschauliches Bild der philosophischen Gärungen und Kämpfe jener Übergangsperiode, der das Mahäbhäratam ent- stammt, sondern es bietet auch durch die zahlreichen eingtstreuten Er- zählungen ein reiches Material, um den Einfluß der religiös-philosophischen Anschauungen auf das gesamte indische Kulturieben kennen zu lernen und seinem Werte oder Unwerte nach richtig zu beurteilen.
Vier pWIosophiscfte Texte des i
(Dohabharoiam, j
Sanatsujäta-Parvan — Bhagavadgttä — Mokshadharma — !
Anugitä. j
In Gemeinschaft mit Dr. Otto Strauß aus dem Sanskrit übersetzt von >
Dr. Paul Deussen, {
Professor an der Universität Kiel. } 8. XVIIl u. 1010 Seiten. Geh. 22 M. Geb. 24 M. 50 Pf.
Das Wrrk i»t fiir .illi* (lH:)cni^i*n. du* hkIi u)Hrh.iupt niil Phiinsuplnr lirNihJliiKt n, viin iiiiht ^rrinKt-rt-r f'.riU-uliiiiK' «i'^ für Sjiiskritlur hi hi r unil li:r ilii)i iii^t ri . iln- ^uh iIcit: Ntiuliini'. .tllniilis« hi n Kiilt::r- -.: Cil
l l'if ilu-Hrii Kri-f» hri.ius '.^ : . .il>t r t« tli r • n l«iMf!i- l':.r..i ii- nur
t-i}^rii.trlik;- r: MM i iiii- I ::ili i!.i:.-rnJir Ariri^un^ iirulrn.
Ml lii mli I) W« rki , .In «h* iil.i'.I* tiir ;i ili-rs Iriiüii! pl-.ili AnpJüN. h- ■ S!::i!:i v
Allj^emeine Einleitung und Philosophie des Veda
bis auf die Upanishad's.
\'on )'rii(rss«>r Dr F*aul Dcussen. /uiitr A'.il.ii,'! **. XVII .: Uli Stitiü «Hh 7 M
(All^i !Tii !r:< (iiscliii'ht' i\vT ('hilirtiiphif 'mt bi m ti ii ri r hi r!:Lk>u!i!it' ;r / di-r kl li^;h-ri' :: /vbci H.lndt- in si « h^ Ahli'iiiin^i ri I hil I At>: >^ r
hilult l'inli-iliir.fc.' Trstir ll.i..|<M--iI I »n I') il. supliK- dir !t:i!' r
Ifklr Pi riiH!i iIi • lud-.' ?:• ri I'li:Ii "ip!::' [):■ /i i! ili f MMVt;- r» d- s |i* ^t^, ,• Zufiii l'iM il' .1 r ir-.di-oil.i n rf:il- »».ipl.M [)!.■ !<r ':Iin: «i:.i/r:i |.|s ., .• ii . rp.iinsh.id s
I>ii li..!ii httl« ::t;:M^ \-'fi I)il>s» :■.% ;irT'.f.i«>st ridt-r ( n s- li:i h*'- »li'l":-. Mipliü u::rdi- s^?'iri n.uli \ • :■ tji nll « i::;»»^: d- r • rslifi Mit- l.!?:^ .1! - :. .imrk.inrM 1».-* \Vi r'^ Ii::k!' d:i A.jt::n rk^. -riki ! i!« r .i .*«». fi*. ..j; ■ Will .1;:: N!. '. ^" il.ii* ;.■' \ ii!l« n-! .::^ dt" fc:.i:ii'i n W- rk '• ■ in» J A ' ■» /UM.lil^r \. '; i!i r 1. Ai !■ i! .rij»; •'■ '. ^ u :rdr d:t i!'v!i >] • !'. i!:.^ .:\ . ■ .iunIm!»: .vh'Mi ki.isjtf- ir!ii.|:!ir. Wir; »;■■*.■:■ :;i :: ?. -i
ie Philosophie der Upanishad's.
\<tn Pr«>iisM.r [)r Paul Druucn.
»» MI . V,S S. !. n •;, ': '* W
I \ ii ■ :v.i .■■■ < ii'^t !i:. ';!• d« r P" i!- n« p'.ü 'Tl.! li- -> .fid-r- • I ■ •... ^* .' !-. ..rj)^ d- r ki;i^:.:iin I IM .' AI-''/ ■
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d« r i p.»v : ^ : ' : . ■• ■'!.:. «i-. ■. ■■. p-'- i: k .-■ .
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Sechzig Upanishad's des Veda
aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitungen und Anmerkungen versehen.
Von Professor Dr. Paul Deussen. Zweite Auflage. 8. XXVIII u. 928 Seiten. Geh. 20 M. Geb. 22 M.
Durch diese musterhafte Übersetzung der Upanishad's, die in der indischen Religionsphilosophie denselben Rang behaupten, der dem Neuen Testament in der Bibel zukommt, werden diese alten Urkunden zum ersten- mal dem Kreise aller Freunde religiöser und philosophischer Erkenntnis erschlossen. Die in zweiter, vom Verfasser durchgesehener und ergänzter Auflage vorli^ende Ausgabe der Upanishad's schließt sich eng an Dcussens „Allgemeine Geschichte der Philosophie" an und wird daher allen Lesern dieses Werkes besonders willkommen sein.
Das System des Vedänta
nach den Brahma -Sütra's des Bädaräyana und dem Kommentare des Cankara über dieselben als ein Kompendium der Dogmatik des Brahmanismus vom Standpunkte des ^ankara aus dargestellt.
Von Professor Dr. Paul Deussen.
Zweite Auflage. 8. XVIII u. 540 Seiten. Geh. 12 M. Geb. 14 M.
In den seit Abfassung der ersten Auflage dieses Werkes verflossenen Jahren haben sich trotz fortgesetzter Arbeiten auf dem Gebiete des Vedänta die Anschauungen des Verfassers über Qankara, diesen hellsten Stern am Himmel der indischen Philosophie, so wenig geändert, daß die zweite Auf- lage, von Litcraturnachträgen abgesehen, in allen wesentlichen Punkten mit der ersten Auflage übereinstimmt. Von besonderm Werte ist, daß jeder aufgestellte Satz des Systems durch genaue Verweisung auf die Stelle des Originalwerkes seine Rechtfertigung findet.
J-— Die Sütra's des Vedänla —
oder die Qärtraka-Mimänsä des BAdaräyana nebst dem vollstän- digen Commentare des (J!ankara. Aus dem Sanskrit übersetzt.
Von Professor Dr. Paul Deussen.
8. XXIV u. 766 Seiten. Geh. 18 M. Geb. 20 M.
Den Freunden theologischer und philosophischer Studien ist hier ein Werk in unverkürzter, dem Urtext getreuer Form zugängig gemacht wor- den, welches die bedeutendste und in Indien selbst angesehenste Zusammen- fassung derjenigen Gedanken enthält, die viele Jahrhunderte hindurch einer großen gebildeten Nation der Angelpunkt ihres Denkens und Strebens ge- wesen sind. Aus dem Rahmen exegetischer Erörterungen und Kontroversen tritt dem Leser eine religiös-philosophische Weltanschauung entgegen, wie sie in dieser Tiefe, Folgerichtigkeit und Durchbildung^^^liresgleichen nicht leicht finden kann.
Die Elemente der Metaphysik.
AU l.i-itfjtlcn zum (jfbrjuditr lH*i VcirIcsunKi'n . k«iwic /um Stlbststudiutr
2usjfnmi*n|((ntrlll.
\'(in l'riifi-&»4»r Dr. Paul Deuuen.
Drilli-, durch rim* Vor tn-t räch tun^; utn-i das Wi-M-n drs Idt-ahsniu^ \crini-hrtc Auflage. 8. XI.IV u. 271 Si'itm Oi-h '> M. (iib. li M
\'on iHrrufi'iit-r St-itr »ind l^ofvMiir iHusscns „Klrmrnli- dt-r Mvl.iphxsik bt/i*ichni*( worden jI» i-iri Wrrk, das Mi^cnbringnid Uu die Mmsclihtit wirke. Das liuch hat sich brwahrt als eine kurze, kl.ue und irriie /u- sammenlassun^; des!K*n, w.is der nu-nsi'hhihi- <ieist in eini*m mrhr j\^ dreit JUM nd)Jhri){en Suchi-n und Ringt-n nach der Wahrheit an bitihi mtf n und allf^emrin vulti^en Rt-^ullaten /uta^e ^«'f^rdert hat Ks ist auili .iN Leitfaden /um Selh>studium K^-eignet und enthalt nichts, was nicht jrili m (ii-hiltlctrn \erstJndlich u.lre.
F.ine t-rK^n/unf; /u dt-r HH>graphie t'riednch Niet/schi-s S4i\ikir za s« n< r: ..(U-Hanimrllen tiriefrn" iM
Erinnerungen an Friedrich Nietzsche.
Von Pfofesstir Dr. Paul Deussen.
Mit nneni Portrat und drei Briefi-n in FaksimiU- K IX u 111 S«-ittn. lieh. J M. .S<H*f. lieh. ;i M V» 11
Professor Dtiissci uar durch 4ii Jahre mit Niet/sctir i ■ :ri-tini!i t ::'-«! hat ulH'r dessen Mbissensi'hafthche l'lJne und ArlnMlm Uiit ilirn t int-n M» haften MriefviechMrl unti'rhjitrn \ it-h s Neue und lnti-ri-^N.n:t> Itrin^t li •- tiuch ut>er Nietzsciu-s Stuilitnjahrv. aus di-^scn .Mthtar/« it. aus ihr /• it «l- r liasrler l*iwli-»sur, aus st-inm Wandt-fjahren und vciiirm spaiirn iins.i:r-i:: t.elH'ii bis Zu seinrni loilo Am Schlüsse des Wt-rkes j^t In dir \tf:.-*s.r in einem besondcrn Abschnitt auf Nietzschi'b l'hilnsnphir um, und Ji- s. ^ Kapffel ist. als AuQi'runf; eines tM-r^orra^^enden (itlehrtm ute sl^^ pirv: k'se Klittk eiiirs Frtundes. für dir f-'reunde und (it^ntr Nit!/s<)iis \. ■ bes4»ndfrm Interi^sv
Die vorstehend aufKelfihrten Werke sind durch jede Buchhandlung zu beziehen.
■ Zu Bestellungen empfiehlt sich die Buchhandlung, ■ durch welche dieser Prospekt überreicht wurde. |
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SYSTEM DES VEDANTA
NACH DEN
BBAHMA-SÜTEA'S DES BÄDABÄYANA
KOMMENTARE DES QASKAKA ÜBER DIESELBEN
ALB BIN
KOIPEÜIDI DER DOCUm DES BBMIAIDSIDS
VOM STANDPUNKTE DES gANKARA AUS
DABOEaTELLT VON
Du. PAUL DEUSSEN
ZWEITE AUFLAGE.
LEIPZIG:
F. A. BROGKHAUS
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Mit Vorb«^*ll »U#r IU«4it«
VORWORT ZUR ERSTEN AUFUGE.
J)ie vorliegende Darstellung des Vedäntasystemes unterscheidet sich von frühem Unternehmungen ähn- licher Art* zunächst dadurch, dafs sie einen festen und einheitlichen Standpunkt einzunehmen sucht, in- dem sie sich auf eine Analysis des Hauptwerkes der A^edäntaschule, der Brahmasutras nebst ^'a^kara's Kom- mentar dazu, einschränkt, innerhalb dieser Schranken aber bemüht ist, das System bis in seine letzt- erreichbaren Verzweigungen hinein zu verfolgen, imd
^ Colebrooke, On the Philosophy of the Hindus, Part IV, in den Miscellaneous Essays*. II, p. 350— 401 (mit Anmerkungen von Cowell).
Windischmann, Sancara (Bonnae 1833), p. 49— 189.
Bruining, Bijdrage tot de kennis van den Yed&nta (Leiden 1871), p. 23-98.
Regnand, Le Systeme VM&nta, in der Revue philosophique 1877, p. 588-599; 1878, p. 158-178. 534-550; 1879, p. 413-434.
Die Literatur der Upanishad's und neuere Ved&ntaschriften siehe S. 82 fg.
VI Vorwort lur ersten Auflage.
dabei den HtMlürfnisseii einer wissenschaftlichen Diinh- arheitun^ df*s Materiah's und einer auch für weit«*re Kreise l«*sharen DarsteUung. soweit «lies möglich H<*hien , in gleich«»r Weise gerecht zu wenlen. Zu di«*seni Zwecke nuifste nianchc*s, witniuf d«*r Indi*r (tewicht h'gt, verkür/t werden: ho insbesondere die exegetischen und praktisch-theologischen Diskussionen; and<*res wiederum, was er hri seinen Ijesem als tn*- kannt und selbst verständli(*h voraussetzt, wahn^id «••< für inis neu und mitunter gerade das Wichtigste ist. liefs sich nur dun*h Kombination geh*gt*ntlicber und zerstreuter Äufsenuigen gewinnen. Vergleiche mir okzidentalischen IMiilosophemen und Heurt4*ilungen von eigenem Standpunkte aus glaubte ich mir hin un«l wied<*r nic*ht versagen zu sollen, da diesellN^n überall unmirsv4*rstiindlich als solche gek<*imzeichnt>t sind und somit dc»r objektiven llaltimg (h'r Darstellung keinen Abbruch tun. Ausgeschlossen blieben vom gegen- wiirtigen Plan«* die zahlreichen und inten^santen ]n>- lemischen Digressionrn der BraltmnsiitraH. welche eiuf gr«ionderte Behandlung «Tfordeni und verdienen: nur da. wo si(* auf das Svstem selbst ein neues Licht warfen, \*urd«*n sie lu'rbeigezogen , wie dies z. B. lH»i cKt Kontrovers*' mit den .sViwA*A///i*s über die IntelligiMiz der Wt'Irursache. mit KuMihln über die Entstehung «h*^ |{aum«*s. mit <h>n Buddhisten idealistisi*her Kich- tung ubfr die |{(*alitat der Aufsenwelt der Kall war. An<l('r-*i*its <*rwuchs eine erhebliche Krweiterung der
Vorwort zur ersten Auflage. YII
Arbeit aus der Notwendigkeit, die vedischen Texte, auf Grund deren das System und insbesondere der erste Teil desselben sich aufbaut, teils in Übersetzung, teils auszugsweise mitzuteilen, da wir eine Bekannt- schaft mit denselben bei unsem Lesern nicht in dem Mafse, wie ^ahkara bei den seinigen, voraussetzen durften. Die Zahlenangaben beziehen sich sämtlich auf die Ausgaben in der Bibliotheca Indica, wobei Brih. Brihadäranyaka-Upanishad, Chänd. Chändogya- Up., KäÜi. Käthaka-Up., Mund. Mundaka-Up., Ait. Aitareya-Üp., Kaush, Kaushitaki-Üp., Taitt. Taittiriya- Up., ^'vel. Qvetagvatara-Up. bedeutet. (Man wolle be- achten, dafs in allen indischen Worten c, ch wie tschj tschh und j, fli wie dsch, dschh zu sprechen ist.) Einige andere Zugaben bezwecken teils die Erleichterung des Studiums des Originalwerkes: so die Inhalts- übersicht desselben am Schlüsse des ersten Kapitels und der Index der Zitate in ^ankara^s Kommentar im Anhange; teils sollen sie denen, welchen die in- dische Welt noch fremd ist, behilflich sein, sich leich- ter in derselben zu orientieren: zu diesem Behufe ist eine kurze Übersicht des Vedäntasystemes, sowie ein Index der wichtigsten Termini desselben beigefügt worden.
Was den religiösen und philosophischen Wert der hier dargelegten Weltanschauimg betrifft, so wollen wir darüber dem Urteile des Lesers nicht vorgreifen; welches Ansehen dieselbe in Indien geniefst, das
VIII Vorwort lor ertteo Aoflic«.
niogtm die Worte cleH MadhuKÜcIana- SaraHvati ilnd. Stucl. I, S. 2o,lH> aiKleuteti: idam rra Mirivi-/A*rfr/i- mim mtirdknniffim : {ostra-imtaram Mrvam nsyn eva ^r^tA/i- bhütam: Ui idam rva mumukshithhir adaram^am. cri-fafi' kara'hhaffavat'jMkla-ydiia'prahirena, „Dieses lj4*lirlMu*h [die BnthmasiiiraH des Hiidaraffana] ist unt^T allen daH hauptsaehliehste; alle andern Lehrbücher dienen nur zu meiner Kr^nzun^; danun sollen es hoeh- ,Jialten die naeh Krlösung verlangen, und zwar in ,,der Auffassung, wie sie von des erlauchten i^ankara •,ven»hrunp4wünligen Kufsen dargelegt wonlen ist/'
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Berlin, im Januar 18h;{.
P. I).
VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE.
In den seit Abfassung der ersten Auflage ver- flossenen fünfundwanzig Jahren haben sich durch fortgesetzte Arbeiten auf dem Gebiete des Vedänta — Sütra's des Vedänta, 1887; Sechzig Upanishad's, 1897; Geschichte der Philosophie, 1894 und 1899 — meine Anschauungen über Qankara, diesen hellsten Stern am Himmel der indischen Philosophie, so wenig ge- ändert, dafs die vorliegende zweite Auflage, von ge- legentlichen Verbesserimgen und Literatumachträgen abgesehen, in allem Wesentlichen und so auch in den Seitenzahlen mit der ersten Auflage übereinstimmt. Nach wie vor scheint es mir von besonderem Werte zu sein, dafs jeder aufgestellte Satz des Systems durch genaue Verweisung auf die Stelle des Originalwerkes seine Rechtfertigung findet. Um diese Zitate auch für diejenigen nutzbar zu machen, welche nicht die Ausgabe in der Bibliotheca Indica, auf deren Seiten
X Vorwort inr iweiten Anflage.
und Z<*il<*ii HU* Hirli lK*zi<*h<«n. soii<leni du* m*\wn* Aiih- gäbe in der Ananda4;rania Serien zur Hand lialNMi, wurde am Si*hlusse des Werkes eint* Konkordanz an- gehan^. welrhe <»h mö^lirli macht, jedes Zitat ohn«* ZeitverluHt und Mühe aueh in der Anamh*i4;rama- Ausgabe aufzufinden.
Kiel, im Derember llH»r>.
r. I).
INHALTSVEKZEICHNIS.
EINLEITUNG.
Seite
I. Literarisches 3-47
1. Name des Ved&Dta, S. 3. — 2. Einiges über den Veda, S. 5. — 3. Die philosophischen Systeme, S. 19. — 4. Form der Brahma-sütra's ; ^afikara's Kommentar, S. 26. — 5. Die Zitate in ^afikara^s Kommentar, S. 30. — 6. Einiges über ^aSkara, S. 36. — 7. Inhaltsverzeichnis der Brahmasütra's nach adhyäya, päda und adhikaranam, S. 40.
II. Zweck des Vedlnta: Zerstörung eines angebornen Irrtums. 48—62
1. Der Grundgedanke des Ved&nta und seine Vorgeschichte ; Blick auf yerwandte Theoreme des Okzidents, S. 48. —
2. Analysis der Einleitung des ^ankara, S. 55.
iii. Wer ist zun Studium des Vedänta berufen? 63-80
1. Die C(mdxtio sine qua non, S. 63. — 2. Ausschliefsung der ^üdra's, S. 63. — 3. Zulassung der Götter; ihre Rolle im Ved&ntasysteme, S. 68. — 4. Episode: Sprachphilo- sophisches aus dem Ved&nta, S. 76.
IV. Anforderungen an den zum Studium des Vedänta Berufenen 81—92
1. Das Studium des Veda, S. 81. — 2. Die vier Erforder- nisse, S. 83. — 3. Stellung des Systemes zu dem der Werk- gerechtigkeit, S. 86. — 4. Die Erlösung durch „die Gnade^' des Wissens, S. 90.
V. Quelle des Vedänta 93—103
1. Allgemeines über die indischen Pramdna's oder Er- kenntnis-Normen, S. 93. — 2. Unzulänglichkeit der welt- lichen Erkenntnis-Normen, S. 95. — 3. Die Offenbarung des Veda, S. 99.
XII InbalUTerzeichnis.
VI. EitttritolM iMl tMteritelM VttfUteldH^ . 1«4— 1:^4
1. lk*rechtiguog der vxoteritrbt*o Meuphjtik. S. 1<M. — '.'. KxotohBrbe und noteritcb« Form dn Vediota. S. I4i6. — .'{. Aohao|(: Eitoteritrhe Philoiophie det raAkara, übersetzt aus 4.3.14 la. Ob der KrU»tti* zu Hrabmao bis- gebe? b. tUoteri«*cbe K<>tmo1ogit*. c. tUoteriscbe Piijcbo- logie. d. l-^oteriicbe Moral, e. l'lM>tenscbe tlftcbatologie. f. K%ot«»ri»rbe Tbeologie». S. 117.
KKSTKU TKIL:
THEoUNilK OIIKR DIE LEHRK VOM HRAHMAN.
VII. VtritMrliiifM lai AMNaisf . 127-131
1. Kintge« über die Namen Ciotte«. S. 127. — 'J. Anordnonf dfr TbeoloKie. S. 129.
VIII. Btwelst fir its Dastli Gtttts 1.12- 13m
1. Vorbemerkong . S. 132. ^ 2. nefinition des Brabman. S. 182. - .3. KcMmuIogiscber lk*wc*it. S. i:t3. - 4. PbTsiko- tbeologitcber Beweis. S. 134. — fi. l*fTchoIogisrbt*r Beweb, S. 13f». — ♦». Co^itv. fffftf »Mm. S. 1.37.
IX. Dts BralMMB m tleii 139— KVi
1. Brabman als das Nirbtseiende. S. 139. — 2. Brabman als da» Urlicbt, S. im ~ 3. Brabman als leuter. uner- kennbarer rrgmnd des Seienden. S. 141. — 4. Brabman aU reines Erkennen. S. 146. fi. Brabman aU Wonne. *<. 14H. <:. Brabman als daü f on allem Übel Freie. S. Ifil. - 7. Brabman als kausal itAtlo» und leidlo». S. i;»3.
X. Dtt BralMMs alt kaamitelMS Priuip 15«'i-l*>2
1. l>as Brabman als Weltscböpfer. S. 1:><k — 2. Brabman al« %Vcltregiert-r. S. I.V.*. — 3. Brabman als Welttemirbter.
s i»;2.
XI. Das BrmliMaa alt kaamitclMt lai nfliticli als ptyeMtclMS
Priaiip 1»'»3-1H4
1. Brabman aU das S4*br Kleine und »ebr ttrofse. S. h'C\. — J Brabman als Freudt* ikamt und aU Weite (kh^imt, ^. 17»t. — 3. Brabman als das Liebt jenseits drs Himmels und Aa* im llrrzrn, S. iNi. • 4. Brabman und die Serie /usammm im ller/en vobnend. S. Ih.*).
XII. Das BralMMs alt Sttit . . . 1H& - 212
1 Brabman als da% Selbst nitmumt, S. 1h5. — 2. Brabman als Trina (Odem, lieben», S. im. — 3. Brabman als die
InhaltSYerzeichnis. XIII
Seite
Seele im tiefen Schlafe, S. 197. — 4. Brahman als die Seele im Stande der Erlösung, S. 202.
XIII. Das Brahman als höchstes Ziel 213—220
1. Brahman als Gegenstand der Meditation, S. 213. —
2. Brahman als der Ort der Erlösten, S. 215. — 3. Brah- man als die erreichte All-Einheit, S. 216.
XIV. Die esoterische Theologie 221—232
1. Vorbemerkung, S. 221. — 2. Das unterschiedhafte und das unterschiedlose Brahman, S. 223. — 3. Charakteristik des esoterischen Brahman, S. 227. — 4. Über die Erkennbar- keit des esoterischen Brahman, S. 230. — 5. Über etliche uneigentlich von Brahman gebrauchte Ausdrücke, S. 231.
ZWEITER TEIL:
KOSMOLOGIE ODER DIE LEHRE VON DER WELT.
XV. Vorbemerkungen und Anordnung 235—238
XVI. Brahman als Schöpfer der Welt 239—247
1. Über das Moti? der Schöpfung, S. 239. — 2. Brahman ist die bewirkende und zugleich die materielle Ursache der Welt, S. 240. — 3. Brahman schafft ohne Hilfsmittel, S. 242. — 4. Brahman und die Naturkräfte, S. 244.
XVII. Das exoterlsche Schöpfungsblld 248—269
1. Allgemeines, S. 248. — 2. Die Entstehung des Raumes (dkä^a)j S. 250. — 3. Die Entstehung von Luft, Feuer, Wasser, Erde, S. 254. — 4. Zwischenbemerkung Ober den Untergang der Welt, S. 255. — 5. Die organische Natur, S. 257. — 6. Physiologische Bemerkungen, S. 259. — 7. Streit mit den Buddhisten über die Realität der Aufsen- welt, S. 260.
XVIII. Kosmologlsche Probleme 270—274
1. Das Kausalit&tsproblem, S. 270. — 2. Das Problem des
Einen und des Vielen, S. 272. — 3. Das moralische Pro- blem, S. 273.
XIX. Der Kausalltätsbegriff 275-280
1. Die Ursache besteht in der Wirkung fort, S. 276. —
2. Die Wirkung besteht schon vor ihrem Entstehen, näm- lich als Ursache, S. 277. — 3. Worin sich die Wirkung vor und nach ihrem Ursprünge unterscheidet? S. 277. —
4. Die Wirkung liegt in der Ursache präformiert, S. 277. —
5. Die Tätigkeit des Entstehens mufs ein Subjekt haben.
XIV IttluUttftmickBlf.
S. 278. " t>. Die Titigkeit des Bewirken iit nicht uber- flUMig. S. 27h. — 7. Allgemeinheit der IdenliUt von l'r- tache ond Wirkung, S. 279. > M. IHe TAtigk^it dei Be- Wirkers mufi ein Uhjekt haben. S. 279. — 9. Retnlut S. 279. — 10. KrlAntemde Hebpiele, S. 280.
XX. Dit Mtatititoltlirt .2^1 -^293
1. Vorbemerkung. S. 281. - 2. „Teil tram asi" idae bist do) narh i*h4nd. 6. S. 282. - 3. I>ie Identiuulehre det Ved&nUiT»temeit : a. Aufhebong der Vielheit in Hrmhman. S. 2MM. - b. VerbAltnit der Einheit lur Vielheit, S. 289. — r. Wie int Erkenntnis der Einheit vom Standpunkte der Vielheit ann mAglirh? *<. 291. — d. Wert der EinheiUlehre, S. 292. — e. Kritik det Anthropomorphitmui. S. 292.
XXI. LiMSf itr ktMMlsfiMlWfl PrtbiMit 294-901
1. hat KauMilitAtj^preblem. S. 295. — 2. I>m Problem det Kint'n und det Vielen. S. 298. — :). hat moraliücbe Pro- blem . S. 300.
PKllTKU TEIL:
PSYrHüUNHK ohKR DIE LEHRE VON HER SEELE.
XXH. Ms Btwtlst itr ÜMterilieMielt itr Steif :I07-3|5
1. Vorbemerkungen iüt I*»Tchologie. S. :)o7. — 2. (irunde der Material itten gegen die rntterblichkeit der Seele. s. 310. — 3. Heweite der l'ntterblichkett der Seele, V 311. — 4. Tber die l'ntterblichkeit im allgemeinen. S 313.
XXIII. Urtpniaf ini WttMi ier Steit 31t'»— 319
1. rpipniug der Seele. S. 316. — 2. Waten der Seele, S. 31H.
XXIV. VerMItnIt ier Seele n Seit . 32i»-:W
1. NirhtidentitAt und IdentiUt« S. 32i». - 2. lUution allet "^rbroene*. S. .322. - 3. cie«etaetdienU und Freiheit rom ifetet/e. ^. ;I23. — 4. Abgrenxung der Seelen gegen ein- jinder. S. 32."». 5. Hrabman und die Cpldhi't. S .Ti»).
XXV. VerMlltele ier Seele im Leike 329- 33H
1. Ihe Meinung der Jaina't. daft die >eele »o grofi »ei.
wie der l^ib. S. XIO. - 2. Meinung, dafn die Seele von minimaler (tr«>fM* tamul tei. >. \V\\. — 3. Ihe Seele itt un- endlich grofa ir%hhu„ >. 'XV\. ~ 4. Verbindung der Seele mit dem Intellekte ( hmädk% ', S. :i36.
InhaltsverzeiöhniB. XY
Beite
XXVI. Vtrhlltnis der Seele zu ihren Taten 339-349
1. Vorbemerkang, S. 339. — 2. Gründe dafür, dafs die Seele wesentlich handelnd (d.i. wollend) sei, S. 340. —
3. Die Seele ist von Natur aus nicht handelnd (wollend), S. 342. — 4. Freiheit und Unfreiheit des Willens, S. 346.
XVII. Die Organe der Seele 350-368
1. Zur Orientierung, S. 350. — 2. Ursprung und Wesen der Lebensorgane (prdna) , S. 353. — 3. Das System des bewufsten Lebens: die Organe der Relation, S. 356. —
4. Das System des unbewufsten Lebens: Organe der Nu- trition, S. 359. — 5. Verhältnis der Systeme des bewufsten und unbewufsten Lebens zueinander, S. 363. — 6. Die Mitwirkung der Götter, S. 364. — 7. Rückblick, S. 366.
LXVIII. Besondere Zustände der Seele 369—382
1. Der Traumschlaf, S. 370. — 2. Der Tiefschlaf, S. 373. — 3. Die Ohnmacht, S. 380. — 4. Metaphysische Bedeutung des Todes, S. 381.
VIERTER TEIL:
SAMSARA oder die lehre von der SEELENWANDERUNG.
XXIX. Die Esebatologle des Vedfinta 385—389
1. Hauptstufen der indischen Eschatologie , S. 385. —
2. Exoterische und esoterische Eschatologie, S. 386. —
3. Keine Seelenwanderung auf esoterischem Standpunkte, S. 387.
XXX. Die Fönf- Feuer -Lehre des Veda 390-395
1. Einleitung, S. 390. — 2. Die fünf Opferfeuer, S. 391. -
3. Der Götterweg (devayäna), S. 392. — 4. Der V&terweg (pitriydna) , S. 392. — 5. Der dritte Ort, S. 394. — 6. Epi- log, S. 394. — 7. Über die beiden Rezensionen der Fünf- Feuer-Lehre, S. 394.
XXXI. Der Auszug der Seele aus dem Leibe 396—410
1. Vedische Grundlage, S. 396. — 2. Die Zusammenrollung der Organe, S. 396. — 3. Der feine Leib, S. 399. —
4. Ethische Bestimmtheit der wandernden Seele: a. Vor- bemerkung, S. 404. — b. Der Karma-ägraya^ S. 405. - c. Vidyd'karma'pürvaprajfiä, S. 405. — d. Das Äpürvam, 8. 407. — e. Die Qraddhä , S. 408. — 5. Der Weg ins Jenseits, S. 409.
XVI 1 oh AltiverMichttit.
XXXII. Schieksale d«r 8mI« \m JmmIU 411—416
1. Widertprurhe ilvr tedttcheD Ti'ite. S. 411. — 2. IHt HuHeU!itrafen . S. 4U>. - 3. l»er dritte Ort. S. 414. -
4. Wie Seligkeit auf dem Monde. S. 4iri.
XXXIII. Gmd der RiMlialir zm ErdetdaMin 417- I.M
1. VorbrmerkuDg. S. 417. '2. Uei d«*r Venreltuoff bleibt eiu |{e<>t (anurttt/a), S. 417. >- 3. Wie dieier Kett lu denken sei? S. 411*. — 4. Rituelles und moralisches Werk,
5. 421.
XXXIV. HtralMtolfM dar Sael« zar Varkirptraag 4i5-4:»
1. I»ie Stationen des Weges, S. 425. — 2. haucr des llermb- Meigeo», s. 42.V — 3. IMc Seele wWit auf den sutionea nur aU <iast. S. 42*i. 4. Kuckblirk. S. 427.
Fl NFTKK TEIL
M(»KSH.\ oliKK IHK LKIIRK VoN |iEK KKLiiSlNii.
XXXV. Dar Waf zar Erliaaaf 43:i-461
1. Begriff der Krlusuiig. *<. i'X\. ~ 2. Erlösung uumi»glich durch Werke. S. 4:i4. — :t. Erlösung unm«>glirh durch monilitche l{«*s>erung. ^. tX». — 4. Wissen obue Werke erltist. s. 4.'J7. - .V Wie wird die erloteude Erkenntnis bewirkt? S. 410. -- *,. Die Wt-rke aU .Mittel der Erkennt- nis. S. 41.1. 7. l>ie fromme Meditation als Mittel der Erkenntnis, S. 44t;.
XXXVI. ZaaUad dea Welaea ia diaseai Lebea . 4:i2-4*«>
1. i harakteriitik des Weiten (esoterisch Wi«.i»enden). S. 152. — 2. hie Vernichtung der Siiud«". s. 4.V». :i. Vernichtung aui-h der guten Werke. >. r»7. — 4. Warum der l.eib trotx d«T Erlvftunt; no« h lortbeMehtV S. I.V.«.
XXXVli. Der aterieade Welae 461 - 4<5
1. ^riiie *^relf Klebt nicht au». >. t*il. 2. Hie Auflosung des piyrhisrhcn .\|»|urateA. >. A*\'J. — :i. Ob der Erlöste einen Ufiian Leib annehmen könn«-' S 4»>4.
XXXVIII. Zaatoad dea Welten aadi de« Tada IKt;-««»
1 l>er Eingang in da« h<>ch^te Licht. ^ It'itV - 2. Merk- male de^ Vollrndetcn . ^ 1*>7 -- :t. Ihe f'nio My«ficii.
Inhaltsverzeichnis. XYII
Seit«
XXXIX. Hingang dea Frommen zu Brahman 470—478
1. Charakteristik des Frommen (exoterisch Wissenden), S. 470. — 2. Der Anszng der Seele des Frommen, S. 473. — 3. Die Stationen des Götterweges, S. 475. — 4. Das Brah- man als Ziel des Weges, S. 477.
XL. Himmlische Herrlichkeit und schlieraliche Erlösung des
Frommen 479—483
1. Die Herrlichkeit (atQvaryam), S. 479. — 2. Existenz- form der zur Herrlichkeit Eingegangenen, S. 480. — 3. Schranken der Herrschaft, S. 481. — 4. Schliefsliche Erlösung des Frommen, S. 482.
Konkordanz 484
ANHANG.
I. Kurze Gboroioht der Vedintalehre 487—514
1. Einleitung, S. 487. — 2. Theologie, S. 489. — 3. Kosmo- logie, S. 494. — 4. Psychologie, S. 502. — 5. Seelen- wanderung, S. 507. — 6. Erlösung, S. 510.
II. Index aimtllclior Zitate In Q^nkara'a Kommentar zu den
Brahmaafitra'a 515-526
III. Verzdchnla der Eigennamen in Qaükara's Kommentar . . . 527—528
IV. Termini dos Ved&nta und Ahnliches 529-536
V. Konkordanz dor Zitate ans Qaiikara'a Kommentar zu den
BrahmasOtra'a 537-540
Behandelte Upanishad-Stellen.
Ilit* Zahlen recht« verweieen auf die Seiten dee Werke«.
Brih. 1,1 =T 8 „ 1.3Ji^ -.'^
r, 1,.'>,3 — 3A'<
.. 'JA -Ktftt.
„ 2,4.;'» — M
„ 3jf.l3 ^ 4'».-,
„ 3,4-Ä - i:»3
« 3.7- 1»;.»
„ 4.m:i •»:. „ 4^1- K.fu
ChAnd. 1.6r^i:>lfff. „ l»g-9=rl5« n Ml.S-lS'«
3,12.1.i lH<»fK.
3,14 -Vi. IMfif. ^ 4.1-5» — «4-«:. n 4,4 = 67
ChÄnd. 4,5-V» — «7
4,1(1-1 A 67. 176 fif. „ 3,.3-lo — 3W» fg. ^ 5,11 -W 167 fg. „ r,,l,4- 54
ß,l-7 - :fM2 fK. 24H
«,*«-16 — 2Wfg.
7 - IM« fg.
8,1-« 171 fg.
^6.^•, — 44 »9 ^ M.7-r.*-- .VJ. l»7fg. 466 „ 8,14 i:>7 KAth. 'J.:e^ wj
,i 1V.»4-1»3 16a
„ -M- l'»3
„ 4,1«>-11=-.V4
„ 4,13-13^ 166
„ .'..1-3 M
„ 5,7 4« »2
„ 6.1 -^ i:>*.«
n
KAth. 6.17 167 Mund. 1,1,5:1=141
„ 2,1,1 = 14S. 314 I „ 2,2,5 i-r »15
„ 2J<,ft -T 21«
„ 2.2,lu =T 14«>
„ 3.1,1 -^184
„ .V,»* - »16 rruvna5 = 213fg.
., 6.5 — 463 Taitt. 2,1-7 - 53. 13>fg.
„ 2.1 — 24'* Ait. 1,1 = M« Kaush. 3 — 1»! fg.
., 4 =-^ 1J»5 fg. Kenall. 441 f ?A 1.6 — 54 ^ret. 1,11-92 „ 3.H - 3:t7 4,3 321.
14<
»1
EINLEITUNG.
DBUsani, VedAnU.
I. Literarisclies.
1. Der Name Vedänta.
Vedänia heilst wörtlich „Ende des Veda" und bezeich- net zunächst die meist als Schlufskapitel der einzelnen Bräh- mana's des Veda auftretenden theologisch-philosophischen Ab- handlungen, welche später gewöhnlich Upanishad, d. h. „(ge- heime) Sitzung", „Geheimlehre" genannt werden.^ — Sodann
^ Ved&nta kann ursprünglich entweder 1. ,,Ende des Yeda^S oder 2. ,,Dogmen des Veda" (ygl. 8iddhänta^ räddhänta), oder 3. ,,Endziel des Veda" bedeuten. Für letztere Ansicht spricht sich M. Müller (Upani- shads I, p. LXXXVI N.) aus; doch setzt dieselbe eine Wertschätzung des Dogmatischen auf Kosten des Rituellen Yoraus, wie sie für die Zeit der Entstehung des Wortes (das wir schon tA. p. 817,2 » Muni}. 3,2,B = Kaiv. 3 und ^vet. 6,22 in YöUiger Erstarrung antreffen) schwerlich anzu- nehmen ist Daher die obige Auffassung (für die wir uns allerdings nicht auf TA. p. 820,1 berufen dürfen) als die einfachste und natürlichste sich empfiehlt. Der auffallende Umstand, dafs weder vedänta noch upanishcui in ihrer etymologischen Bedeutung zu belegen sind, erklärt sich, wenn wir annehmen, dafs beide ursprünglich populäre Termini der Schülersprache waren und aus dieser erst in einer gewissen Umdeutuog in die Sprache des hohem Stils übergingen. Nachdem der Brahmac&rin die f&r seinen künftigen Beruf erforderlichen Gebetsformeln (mantra) sowie die Art ihrer Verwendung beim Kultus (bandhu, hrähmanam) erlernt hatte, so mochte ihm der Guru am Schlüsse des Kursus (Ind. Stud. X, 128, vgl. Chänd. 4,10—15; — nur zu Ende der Lehrzeit war auch ein Kapitel wie Brih. 6,4 möglich) gewisse leicht zu mifsdeutende und daher geheime Mitteilungen über die metaphysische, die Götter tragende und erhaltende Kraft des Gebetes (brahman) und über die daraus hervorgehende Übermacht des eige- nen Selbstes des Wissenden (dtnian) über alle Mächte der Natur machen, aus denen im Verlaufe die Brahmavidyä, Atmavidyä erwuchs, und
1*
4 Kiblc*iUi:ig.
wird der Nume VcHliintu in der Cmdeutun^ aln ,«Kiidzit*l d*-4 V«*du'' dem auf dm rpanishud*s )N»nihenden theologisch- philoso|>his(*hen System«* )H*i^flef;t, welches mun fil^lich b1* die ho^mutik des Hrahmanismus hezeichnen kann, und d«*sHen Darstellung uns hier lM*sc*häfti^en soll. Wir frründ**n di<*s«*lb«*, um nieht historisch VerschiiKleneH zu vennenK*-n, uussc'hlierslich auf das Hauptwerk d«T VcMUintasehule , die f^yiriraka'9hiM(uisti'SÜfraii des Hädarüyana nebst dem Kom- mi'ntare des raiikara üImt diesellx^n. I>a eine Scheidung heider Autoren zurzeit ninh nicht als tunlich ersi-hfint. m> iNMruchtcn wir fiir di<* syst«*matis<*h<* Darstellung ihr Wffk als ein«* s<»lidarisch<* Kinheit und ziti«*n'n dasfudbe in der Fol^ entw«N|«*r mit drei Zahlen nach ndhya^a, ptula und SHtrawn^ oder mit zwei Zahlen nach Seite und Zeile der Auspibe von Ko«*r und lUima Näräyana Vidyaratna in der Bibliolhec« Indica, < alcutta l^t'ül.^
Zur (*harakt«Tisi«*run^ der Stellung dieses Werkes und sei- ner lK*iden Autoren in der Sanskrit-Literatur ma^ es zm*eck- «lifnlich sein, zunächst an einiges |{<*kannte zu erinnern.'
wflrht» dir Seh 11 1fr aU t)en Vediinta, d. b. alt ,.(I«*D Ab<<tilDfi der Lehre* iin«l der >Dirkt krUt*ii | .XUliÄbtiftraUm 1.74.'») bart«*ni I<4*hrKeit freudif be- ffnifuen und t»ex«*icbtien moebten. hiete MittfilunKm ao den .\atevi«m landen in «»inef tertraulicben SiUunff. d. b. lim GcfrenMtie xu panshmä, sttiftuidi in einer „upamt^haä'^ »tatt, ein .Xu^drurk. der dann ebenso die liedrutuni; „(iebeimtiun. (iebeimnanie, tiebeimlebre" annahm, vie nnter ..KolleKium" aui dem lieirriffe der ..Versammlung** kii dem eine« ..Iiehr' |»bJt•ktt-1l'^ «rlrhri nmn ..Ifirn" oiler ..boren" k»nn. ubrr|tef(aniren Ut.
* Kiur I bersri/iniff deünelbi'n exiHti«*rte 1>n3 noch nicht, indem vc4«r dii* .\|>b>iri*im<» of tbi* Vrddkuta von Hallantyne «Mirxapore 1K'»I> noch die I benet/uniT von ItanerjvA li'alcutta I^iOk noch auch die to der ShaJ'dar^rtma-iimtntttkd tiiombav. seit l"*?*! über den Anfang hinaoft- iri'lanrt waren. Auch fine biilUndiacbe l'bertraininit von A. Brainiof in den ..Itijdrairen tut de Taal-, Land- en Volkenkunde ^an N.-Indii-" ireht nur biü cum Sbluiie dm en>trn .\dh)iya. Vfrl. jetxt Seiti* Hl. n.
' VkI. tum Koltfeiidvn i olrbronke, ein tb** Vi-da« or »acred writiogt Ol' tbe Hindun. At. Urt . VIII. :{<il»- 4Tf>; On tbr iibilo^opby of the llindiu. Tran*«rt. of tbe K At S>c . I. VJ-iX irj-lis. |:w 4»»I. II. 1- :W, I, M;»-6i9 <in den Mite !•:••*. II. s f ^ . -j.Tj t« •: A. Weber. Indische Uteratnr- iretchirbt«**. l*«Tti. > ** tK . 'JVJ ig , wo man in den Anmerkuniren und ia dea Narbtrait' die I.itiTatnr bi^ aut IsTs /uunimenireMellt findet. M. Muller. A ilitturv Ol annrut ."«Anakrit I.iterature '. 1m'>o.
I. Literarisches. Ö
2. Einiges über den Veda.
a) Zur Orientierung.
Der grofse, noch nicht völhg zu übersehende Schriften- komplex, welcher den Namen Veda, d. h. „das (theologische) Wissen" fuhrt, und dessen Umfang den der Bibel wohl mehr als sechsmal übertreffen mag, gliedert sich zunächst in vier Abteilungen, den Eigveda, Sämaveda, Yajurveda und Atharva- veda; bei jedem dieser vier Veden haben wir drei nach Inhalt, Darstellungsform und Zeitalter verschiedene Schrift- gattungen zu unterscheiden: 1) die Samhitäy 2) das Brähmanam, 3) das Sutram; endlich sind die meisten dieser zwölf Abtei- lungen, je nach den Schulen, denen sie zum Studium dienten, in verschiedenen, mehr oder weniger abweichenden Redaktionen vorhanden, welche man gewöhnlich als die föÄrÄd's, d. h. als „die Zweige" des Vedabaimies bezeichnet.
Zum Verständnisse dieser komplizierten Verhältnisse wird es förderlich sein, zu unterscheiden zwischen der Gestalt, in welcher der Veda gegenwärtig vorliegt, und dem historischen Entwicklungsgange, durch welchen er zu dieser Gestalt er- wachsen ist.
b) Der literarische Bestand des Veda.
Zunächst nun sind die vier Veden in der Form, wie sie uns entgegentreten, nichts anderes als die Manuale der brahmanischen Priester ffitvijj, welche diesen das zum Opferkultus erforderliche Material an Hymnen und Sprüchen an die Hand geben, sowie den rechten Gebrauch desselben lehren sollen. Zu einer vollständigen Opferhandlung nämlich gehören vier, ihrem Studiengange und Amte nach verscliiedene Hauptpriester: 1) der Hotar, welcher die Verse fricj der Hymnen rezitiert, um dadurch die Götter zum Genüsse des Soma oder sonstigen Opfers einzuladen, 2) der Udgatar, der die Bereitung und Darbringung des Soma mit seinem Gesänge fsämav) begleitet, 3) der Adhvaryu, welcher die heilige Handlung vollzieht, während er die entsprechenden Verse und Opfersprüche /^q;w5y' hermurmelt, 4) der Br ah man, dem die Beaufsichtigung und Leitung des Ganzen obliegt. Das
fi EioleituD|{.
kunonis<he Hurh für den Ilotar ist <lor Ki^Vfda iwit^uolil <li«* Hi^vtMla-sumhita srli<m vcm Haun aus eiru* w«*it<>r i;r*-i- fi»n<i«», nicht hiofs ritm'llo. Hond«»rn liliTarisrlii» licsleutun^ hat), das flir d«*n Id^atar d<T Samav«»da, das fiir den AdhvarAu der Yajurveda. während hin^ep^n der Atharvaveda mit dem Hrahmiin, der alle drei Vedm kennen mufs, ei^fnthrh nichts zu tun hat * und sieh nur zum Seheine in lioziehuni; zu demselhen setzt, um seiner Krliehun^ zur I>i^nität ein«*«» vierten Ve^la, die ilmi lan^e Zeit verweigert wurde, VorM:huh zu lei>ten.* Praktisclie Verwendun« findet dern^»!!)«» einer!«^iu lH*im häushc'hen Kultus jtfehurt, IIo<'hzeit, Totenl>et$Uittung. Krankheiten. Krntesegen, ViehlH»spn*chun^en usw.), ander- siMts lK*i gewissen Staatsaktionen (Könif^sweihe, SehlachtM.*^en, Vfrwünsrhunj: «ler Feintle usw.); in letzlerer Hinsicht ist er der V(»<hi <l**r Kshatnya-Kante. wie die drei andern Vollen die iler Hralinianen sind ^\ und ma^ in einem ähnlichen Verhält- nisse zum Vurnhita { llauspriester des Fürsten | gestanden hahen. wie jene zu <len Iptrifa^ (v^l. YäjAavalkya 1,.'U2).
Jeder der genannten Priester bedarf In^i seinen Verrich- tungen zweierlei. «Mnt» Sammlung von <iehetsformeln /"mantraj und eine Anueisunir zur richtitcen liturps<*hen und rituellen Verwendung derselben (hruhmanam . Heide finden wir. mit Ausnahmt* des schwarzen Yajurv<sla, mehr (»der wenif^er sirens
* ApailAinliA-t, rautA-BQtrAin 1'4.1B T.»: ngrtdena hotä kmni4t, •'imartiitma M«/«|'i/ii, uajHfrtdena atihrnrjfuh, »arranr hrahma, — Ma4h«- lAdAiift Ititl. >tu«l. I. h'i.st. (ijffii httutraprtif/ogantfrfdfmi^ ri<IAriiryor#.
yra^itg*iu tu atra era antarbhü'tiH : nihnrrnt^dtm in *f*tJHn-49mn§*a^^mkt^*k, ^*'mtt-j'iiu*hUla-af>htcitr*i-ädi-ittrmajtrattin'tditkairen*t lif^anta-rilaktMamm' rru.
* <M>|> At h A-br^hm Anam I.2,*.M rtgrtdum rm Ao/iirujfi rriMuAr«. yijurtt'ltiitt ttdht ttryufft. i^im n tdnm udij*it4'tnim, ntharriin(itrvrtdam brmkf HKiN'iM A t h A r « ji • I» A r i I. i ft h 1 4 m 1 1 1 rid. Stiid. I . *J*.n;/2S i : raJuk^mm raJtßh'ttt hfthm^i. (»ttihmti itumäd ittharrartt. Vgl. VithnuptirAoaB 111. I <> *Jii>. Wil»oo>. — Kine iiuürekti* Aoerkeooaofc de» «krUn Vc<4a durrh «. aBkara 6Ddct itch |». 'j:\\*:J
* In di<*««*iii Stnnf itt e» vielleicht aiifxufaMen. veno Hfih. S.I3 '(.atap lir 11.^.14* nt* h« n ukth>im, tfi^juß uud nimttn aU Tiertet kshairmm rfBclirint
L LiterariBches. 7
voneinander gesondert und in zwei verschiedene Abteilungen verwiesen.
I. Die SaiphitA jedes Veda ist, wie der Name besagt, eine „Sanunlung** der ihm zugehörigen Mantra's, welche ent- weder Verse fficj oder Gesänge (sämanj oder Opfersprüche {"yajusj sind. So besteht die Rigveda-samhitä aus 1017 Hymnen in 10580 Versen, aus welchen der Hotar den fiir den jedesmaligen Zweck erforderUchen Preisruf /^(^o^/ram^ zusammen- zustellen hat; die Sämaveda-samhitä enthält eine, wenn nicht aus der Rigveda-samhitä, so doch aus dem dieser zu- grunde liegenden Materiale getroffene Auswahl von 1549 (oder mit den Wiederholungen 1810) Versen, welche bis auf 78 sämtlich auch im Rigveda sich vorfinden und zum Zwecke des Gesanges fsäman) weiterhin in mannigfacher Weise moduliert werden; die Samhitä des weifsen Yajur- veda enthält teils Opfersprüche fyajusj in Prosa, teils Verse, welche letztere ebenfalls gröfstenteils aus dem Materiale der Rigveda-samhita entnommen sind; hingegen besteht die Atharvaveda-samhitä wiederum aus 760 Hymnen, von denen nur etwa ein Sechstel ihr mit dem Rigveda gemeinsam ist, während die übrigen eine selbständige, in vieler Hinsicht • ganz eigentümliche Stellung in dem Ganzen der vedischen Mantra-Literatur einnehmen, wovon später. Jede dieser vier Samhitä's ist, je nach den Qäkhff^ oder Schulen, in denen sie studiert wurde, in verschiedenen Rezensionen vorhanden, welche jedoch in der Regel nicht erheblich voneinander abweichen. Anders ist es, wie sogleich zu zeigen, mit der zweiten Ab- teilung der vedischen Literatur.
n. Das BrAhmaqiam^ dessen nächste Bestimmung im aUgemeinen die ist, den praktischen Gebrauch des in der Samhitä vorüegenden Materiales zu lehren, geht in seiner meist sehr breiten Anlage weit über diesen unmittelbaren Zweck hinaus und zieht mancherlei in seinen Bereich, was man (mit Madhusüdana) unter den drei Kategorien vidhi, arthaväda und vedänta unterbringen kann. 1) Als vidhi (d. h. Vorschrift) befiehlt das Brahmanam die Zeremonie, erörtert ihre Veranlassung sowie die Mittel zu ihrer Ausfühnmg und schildert endlich den Gang der heiligen Handlung selbst.
8 Einleitiug.
IM Hieran sc^liliefscn sicli unter dem Namen artkavdda fd. h. KrklüniUK) die munni^fuohsten Krörteningen« welche den In- halt der Vorschrift exegetisch, polemisch, mytholo^psdb« dog- matisch usw. he^i^nden sollen. 3| Hierbei erhebt sich nun die Ii4*trachtung zu <iedanken philosophischer Art, welche. weil sie meist p^^en Ende d<T Hrtkhmana*8 vorkommen« rrddmim (d. h. Ve4la-Knde) heifsen. Sie sind der wesentliche Inhah der Nachtrag* zu den HhUmmna*s« welche Aranifakas heifuefi« und <leren ursprüngliche {wiewohl nicht streng durchgef&hrt^l Ik'stimmung ^<'weM*n zu sein s<*heint, fiir da8 Leben im Walde faranyamj^ welchem der Brahmane im Greisenalter obliegen aoIL einen Krsatz ßir <ien wenn nicht ganz wegfallenden, «o doch wes4»ntlich bes<»hriinkten Kultus zu bieten. Wie dem auch sei« Tatsache ist, dafs wir in ihnen vielfach eine wundersune Vergeistigung di^ (^pferkultus antreffen: an die Stelle der praktischen Ausführung der Zeremonie tritt die Meditation üIht di«»seUH» und mit ihr eine synilK>lisi»he rmdeutung, wek4ie dann weiter zu den erhalM^nsten Gedanken hinüberleiteC'
^ .\lii lt«iB|Mrl tliene der Kiof(AUf( de» ifür den Adhvanro ht%ix\ lirihad-iraii} ;kkaiii. wo da« llof^opfer hebandelt wird:
^Oin! Ihe Morf^eiirot«! wuhrlirb ist des Opferruuet llAUpf. ^
..>ouue ^eio Aiiite. der Wiud sein Odetn. M*io Rücbeo das AllTerbrMfIr ..Keurr. da« Jahr int der L«'i)> de^ Opferro!i>e»; der Himmel i»t mib Rockcm. ..der Luftraum >ein Haurh, die Krde »noer Fuft«' Nhemel it,aAk >. Ihr ..l'ole «ind «eioe I^'tideo. die /wiHcheDp«de leioe Ri|>|H*n. die Jahrenritrm ,.ieiti(> <tlt('der. Mi»U4te umt lUlbmonat« «eiu« (teleoke. Taf ito4 NacIm ..i«iui' Ku!»**, die <ii*>tiriir «eiDe deheioe, dan Gewölk tvin Flet»cli. Iha ..l-utttT. *\a% e<* \rrdaiit. Hind die >audwui»teo. die Flutte seine KtBftvct4c ..«eiiif l.i'her und Lunten di«- (ifbiri(e. Kr&uter und b&ume seiiit ÜAare. „die aut^teifpende >oiine ist sein Vorderteil, die nioden«tet|^nde »eia Hurter- ..te.l. «.iA e^ it^hnt. das t»t Hlit/, was es wiehert, i»t lUmner, was et vfta» ^»eit. Keinen: »fiue >timmf i«t Kt'de. I»er Taff fürwahr ent^taDd OAch des ,.Uu»«e aU die HpfiT»« hale. dt« %or ihm stehet: seine Wiegle ist la Atm ..Wrltnieer«' i;en M>>ri(en. dir Nacht entstand narh ihm als die ( )|ifersckAk, ..die hinter ihm »tt-hi-t. ihre Wiege i*t m dem Weltmeere %vn Abend; diese ..beiden >chalfn ent<»(.kndeii. da« Hoin lu umfr«*ben. Als Kenner lof es die ..<t6tter. aU KaiD|<t' r di«* (tandharven. aU Uoi's die I»amunen. als Pfefd ..die Men»ch«-u per 4i/*'an iit i^etn denonse. der tliean seine Wiege.**
IIt«T tritt an ilte >ti>lte di-v 7u oftfcruden Ko»set da«« Weltall, «ielleicbt >i h«'ii mit dem liintervreilauk<-n. da(ii iler A»kct auf die Welt veniditea soll \\^i Hnh. Vk'kX 4.1.*^. . wie der Haii«Taii*r auf die wirkliche t^fer-
I. Literarisches. 9
Die wichtigsten Stücke dieser Äranyaka's hob man später unter dem Namen Upanishad aus ihnen heraus und fafste sie aus den verschiedenen Veden zu einem Ganzen zusammen; ursprünglich aber hat, wie wir annehmen müssen, jede Veda- schule ihr besonderes rituelles und daneben ein mehr oder weniger reiches dogmatisches Textbuch gehabt, und wenn wirklich, wie die Muktikä-Upanishad (Ind. St. III, 324) behaup- tet, 21 + 1000 + 109 + 50 = 1180 Cäkhä's bestanden hätten, so müfste es auch, wie sie daraus folgert, 1180 Upanishad's gegeben haben. In Wirkhchkeit stellt sich jedoch die Sache viel einfacher, sofern die Anzahl der Qäkhä's, die wir wirklich kennen, sich für jeden Veda auf einige wenige beschränkt, deren Textbücher den gemeinsamen rituellen und dogmatischen Stoff in verschiedener Anordnung, Bearbeitung und Ausfüh- rung darbieten. So sind uns zum Rigveda nur zwei Qäkhä's näher bekannt, die der AitareyirCs und die der KaushUakin's^ deren jede ein Brähmanam und ein Aranyakam besitzt, wel- ches letztere die Upanishad der Schule einschliefst. — ?iimi Sämaveda kennen wir für die Brähmana-Abteilung bis jetzt genau und vollständig nur eine Qäkhä, die der Tändin's, auf welche folgende Schriften zurückgehen: a) das Pancavinga- brähmanam ; b) das Shadvinga-hrähmanam^ welches sich schon durch den Namen als einen Nachtrag dazu zu erkennen gibt;
c) auch das noch nicht näher bekannte Chändogya-brähmanam dürfen wir wohl der Schule der Tändin's zuweisen, sofern <^)ankara, p. 892,9, unter ihrem Namen eine Stelle zitiert, welche nach Räjendraläla Mitra (The Chändogya-Up., Intro- duction, p. 17 N.) den Anfang des Chändogya-brähmanam bildet:
d) endlich zitiert (^ankara wiederholt die Chändogya-upanishad als die der Tändin's; so Chänd. 3,16 (zitiert p. 889,10. 890,8)
gäbe. Ebenso lebrt die für den Udg&tar bestimmte Chändogya- Upa- nishad (1,1) als den wahren udgitha die Silbe y^om^^ welche ein Symbol des Brahman (paramätma-pratikam) ist, erkennen und verehren, und ähn- lichen Umdeutungen wird im Aitareya- aranyakam (2,1,2) das dem Hotar zugehörige uktham (Hymnus) unterworfen. — Vgl. Brahmasütra 3,3, 55-^, wo ausgeführt wird, dafs derartige symbolische Vorstellungen (praUfaya) nicht nur innerhalb der (,'äkhli, in der sie vorkommen, sondern allgemeine Gültigkeit haben.
10 Eioleitimg.
H,13,l (p. ><WA l><>7,7. l»tw,r,) r,,H,7 (p.irj-^.H), - Ein iweio-« selbnüindip'H Kituulhuch zum Sämaveda ist roö^lichonft'ei«i*» da8 Talavakdra'ißrähfnamim der Jaiminiya-v^kli& (vgl. die Mit- teilungen (/ahkaraV zur Kena-Tp., p. 2X^ und Hurneirs bfi Müller, rpanishad*s I, p. XC), nach liurnell in fiinf AdhyAyaV« deren vorletzter die bi^kannte kleine Kefia'l'pa9iÜHßnui enthalt (zitiert p. 7o,1.4.1n. UVX',\. H<>8,lO), wiUirend der letzte aus dem Arahryahrähmanam bestellt {zitiert p. 3<)KX|. Die vier übrigen HrikhnmnaV des Si^maveda ,^5u/N/iri(//i</»f<i, Vanra^ Ihvatddkfßaw, Satnhiiopanishadj können auf den Namen selbständiger Text- bücher von Schulen keinen Anspruch ma<*hen. — Beim Ya- jurve<la hal>en wir zwei Formen zu unterscheiden, den sc'hwarzen (d. h. ungeordneten) und den weifsen ( geordneten) Yi^urvinla. «Jener enthält den brahmana-artigen Stoff mit den Mantra*s verbunden bi»reits in der Samhitä; in solcher Form hab<*n uns den Yajurvinla die Schulen der Taittiriynka» I deren hndimanam und Aranyakam blofse Fortsetzungen der Sainlutä sind), der Kathas und der MaitrdyaniyaA überliefert. iHb» Taittiriya-äranyakam enthält am Schlüsse zwei l panisluid's, die TntUiriyii' (Buch VII. Vlll. IX j und die «VdrdM'fiiiyu- Vpafiishad ( Buch X ). Zur Schule der Katha*s gehört die Kdthakd' rpdfiishad^ die heute nur noch in einer Atharva- Bi^zension vorhanden ist, währf*nd sie zu (/ahkani's Z«mi noch mit den übrigi^n Texten der Katha*s ein Ganzes gebildet zu hab4*n scheint, worülM»r s[Niter; unter dem Namen Ma^tn- l'pamyhad ist uns «»in spätes Proilukt von S4»hr apokryphem Charakter erhalten": den Namen einer vierten Takha de* sc»hwarAen Yajurvi»<la, der ^yttärmtaraii, trägt eine meth^^h abg«»faffte l imni^had sekundären Irsprungs, welche jedoch vielfach von (.äiikara als ^J/vttä^vaiardmim m*intropoHtskaä^ Ip. WK'k vul. 41»».l. *X^K4) und dem Anscheine nach auch schon von Bädaräyana ll.ljl. K4,x. 2^^:2'l\ zitiert wird. — Im tietren>ati?e zu den (,äkhä*s des schwarzen Yajurveda haben die I <J7'j.HfiN/(/iirs, die llaupt>chule des wt»ifs4»n Yajurveda«
* (.Afikara iitirrt dmrlbe Diry(«*D«i«ü \Ma%tfty%'brdkmannm p. 3H&.K li«i>;.:i tMnl«*ut«-t dro .\bi4 huitt Ürih J.4 «- 4..'m; aiitb d«*r Termtous NimAimhm • Mftitr. *'mM' konimt im KoromrutAr lu den HrmbniAftUtra't oocb aiekl vor.
I. Literarisches. H
nach Art der übrigen Veden Mantra's und Brähmana's geson- dert; erstere sind in der Väjasaneyi-samhitä zusammengefafst, letztere bilden den Inhalt des Oatapatha-hrähmanam^ dessen letzter Teil (B. XIV) die gröfste und schönste aller Upanishad's, das Brihad'äranyakam enthält. Ein ihr nahe verwandtes Stück ist (wohl nur wegen seiner metrischen Form) der Väjasaneyi- samhita als Buch XL angehängt worden und heifst, nach dem Anfangsworte, die fgä-upanishad; im Kanon des Anquetil Duperron werden noch vier andere Stücke derselben Sam- hitä, Qatarudriyam (B. XVI), Purusltasüktam (XXXI), Tadeva (XXXII), und Qivasamkalpa (XXXIV, Anfang) als Upa- nishad's aufgeführt. — Neben den Väjasaneyin's zitiert (,^an- kara dreizehnmal eine andere Schule des weifsen Yajurveda, die «Toid/a's; neun dieser Zitate (p. 222,8. 223,1. 417,11. 988,8 = 991,4. 999,6. 1000,1.3. 1025,8) finden sich, mit erheblichen Varianten, in der heute den Atharva-Upanishad's eingereihten Jäbäla-Upanishad wieder, vier andere (924,7 = 1059,1. 931,4 = 933,4) hingegen nicht, so dafs, wie es scheint, dem Qan- kara ein vollständigeres Werk dieser Schule vorgelegen hat. Ob Bädaräyana dieselbe (1,2,32. 4,1,3) zitiert, bleibt unge- wifs.^ — Zum Atharvaveda gehört das Gopaiha-hrähmanam^ ein Werk von vorwiegend kompilatorischem Charakter und ohne nähere Beziehungen zur Atharva-samhitä. Bei (^'ankara finden wir kein Zitat aus demselben; vielmehr läfst sich viel- leicht aus dem Umstände, dafs er zu 3,3,24, p. 889 fg., nicht auch Gopatha-br. U, 5,4 berücksichtigt, wahrscheinlich machen, dafs er dieses Werk nicht kannte oder nicht anerkannte. Endlich haben sich an den Atharvaveda, der wohl nicht in dem Grade wie die andern Veden durch zünftige Über- wachung vor neuen Eindringlingen geschützt sein mochte, eine lange Reihe meist kurzer Upanishad's angeschlossen, von denen viele einen ganz apokryphen Charakter haben und nichts anderes als die Textbücher späterer indischer Sekten sind.
* gafikara yersteht 1,2,32 die J&b&lopanishad 2, p. 439 und 4,1,3 einen uns unbekannten Text dieser Schule; hingegen nach dem Vedänta- suira-gatva-bhäshyam (Pandit, June 1872, p. 19) bezieht sich 1,2,32 und nach der Vedänta-kaustubha-prabhä (Pandit, August 1874, p. 55) bezieht sich 4,1,3 nicht auf die J&b&la's.
1^ Eiultfituog.
Für den VtHliinta siml zwei rpanishad*^ des Attiarvan %uii hervorraj^endtT liedeutun^, die Minyiaka^ und die Prarna» Vpanifihitd, welche )>eide von Haduruyana und <,'afikani viel- fach zitiert werden, während wir aus der im VedantasÄra M3 stark )>enutzten Mäntiükya- rpapiLshad inerkwürdigi^rweim» kein sicheres Zitat finden.
III. Kine dritte und letzte Stufe der vedischen Ijtc^ratur bildt^n die gleichfalls nacli Ve<len und Takha's (deren Ver* )mltnissi\j(Mioch vielfa<'h vrrscholH»n erwheinenj versc*hie<lenen Nütra*s, welche d(*n Inhalt der Hruhmana's. auf denen sie b^ ruhen, abkürzend, systematisierend und vervollständi^nd zum ZwtH'ke des praktis(*hen < lebrauc^h^'s zusammenfassen, in kom* |>«Midi«»sester Form und in d<*m lapidaren, ohne Kommentare vielfach ^nz unverständlichen Stile, zu welchem sich auch die ^rammatis<*he und, wie wir demnächst S4*hen werden, die phi- losophi^che Literatur in Indien zugespitzt hat. I>i(» vediscben Sütra's befa>«*en drei Arten: 1) ilie (rrntta-siit ran. welche defi «»tfentlichen Kultus. 2) die fr r#Ay/i-.vM/rfi's, welche die häuslich«! 4febräuche i Ihm Geburt, IltK^hzeit, Totenbestattung) n*g<elo. und l\\ die /M<irwa-.v»i/nrs, in denen die laichten der Kasteo und ArramaV auseinand«*r^eset/t wiTden, und aus denen die s[üitern <res4*tzbü<*her des Manu usw. her\'or^^n^n sind. Wie die rrauta-sütra's auf der (>i//i |d. h. der göttlichen < KTen- liarun^l. so l>eruhen die lM*iden and**rn Klass«*n auf der Smriti id. h. der Tnulition) und dem Actira (d. h. dem l'susl: über di«* lUMli^utunt; di»'ser .Vusdrücke in der Terminologie de« Ve- danta wird weiter untt*n die ll«Hle sein.
et Zur lieneMt drt Veila.
I)iis älte?*tt* l>«*nkinal in dies4*m ausgebreiteten Ijtermtor* krei-.«* (und M>niit wohl das älteste literarische I>enkmal der Mensi hht*it üiHThaupti sind die Hymnen des Kigvcnla« sofern >ie. ihrfm Haupt lM*«;tande nach, in eine Zeit zurückgehen«, wo dii* IndiT norli nicht im ( taim«*stale, <*ondt*rn im Stromgebiete de«* Indus uidiiitfu. no<h keine Kasten, keinen privilegierten Kuhu^.k**in«*brahnmniM he Staat >- und LelM*n>urdnung kannten« M>nd<*rii. /u kliMiien ."Stammen c <'. unt«T meist erblichen Kö- nigen Xfp'inigt. ihren .\ck*T buu»*n«i, ihre Herden weidend und
I. Literarisches. 1 3
sich gegenseitig befehdend ein einfaches, naturfrisches Dasein genossen. Über alle diese Verhältnisse entrollen die Hymnen des Rigveda ein anschauliches Bild^^, insbesondere aber können wir in ihnen die Genesis der altindischen Naturreligion durch ihre verschiedenen Phasen hindurch verfolgen, teilweise noch von dem Momente an, wo ihre Götter aus den Naturphäno- menen unter der Hand des Sängers kristallisieren, bis dahin, wo der Glaube an sie für den denkenden Teil der Nation zu verblassen beginnt'^ und in den ersten Regungen philoso- phischer Spekulation seinen Ersatz findet, letzteres besonders in den spätem, zumeist im letzten Mandalam sich vorfindenden Hymnen, deren manche, wie z. B. das Purusha-Lied, Rigv. 10,90 (VS. 31. AS. 19,6. TÄ. 3,12), schon die Einwanderung im Gangestale nebst der ihr folgenden Entwicklung des Kasten- wesens und der brahmanischen Hierarchie voraussetzen.
Nachdem nämlich die Inder unter mancherlei Kämpfen und Schiebungen, deren poetische Reflexe uns noch im Mahä- bhäratam erhalten sind, in der paradiesischen Ebene des Gan- ges zwischen Himälaya und Vindhya feste Wohnsitze gewonnen hatten, nahm unter den veränderten äufsern Verhältnissen ihre Lebensordnung eine von der frühern wesentlich verschiedene Gestalt an: zunächst wurde zwischen den fV/dra's, der zurück- gedrängten Bevölkerung der Eingeborenen, und den eingewan- derten Ariern eine unübersteigbare Scheidewand aufgerichtet; weiter aber erhoben sich über die Fotfya's, d. h. die Gesamt-
^® Vgl. darüber die sich gegenseitig ergänzeodeo Schriften: Zimmer, Altindisches Leben, Berlin 1879; Ludwig, Die Mantra-Literatur und das alte Indien (im dritten Bande von Ludwig's Rigveda), Prag 1878; Kaegi, Der Rigveda, Leipzig 1881 ; Oldenberg, Die Religion des Veda, Berlin 1894.
^* Es gibt Lieder im Rigveda, welche die Religion mit unverhohlenem Spott behandeln. So unter andern (z. B. Rigv. 7,103) auch das Lied Rig- veda 9,112, das nicht ohne Humor den Gedanken durchführt, dafs, wie die Menschen, so auch der Gott Indra als Egoist seinem Vorteile nach- geht; welches in sehr effektvoller Weise durch den immer wiederkehren- den, wie es scheint, einem religiösen Liede parodierend entlehnten Refrain ,^indräya indo parisrava^'' erreicht wird. Grassmann freilich hat diesen Refrain, in dem die Pointe des Ganzen liegt, gestrichen. — Ähnlichen Motiven scheint auch die „Hunde-Liturgie^* (qauva udgitha) Chlind. 1,12 ihren Ursprung zu verdanken.
] 4 KinleitoDg.
muss4* dos urischen StammeB, iMnerdoit8 als die Inhaber d«rr nmtmelleii Maclit di«* Kshairiffas^ der Krie^radel mit dm Kr>ni^en un der »Spitzi», anderseits die wirklichen oder vrr- meintlichen Nurhkofnmen der alt%'edi8chen Sänfrerfamilien« welche sich Brahmanas (Ik^ter« Priester | nannten und den la ihren Familien erhiiehen li^^sitz der vedischen Hymnen und des an sie gebundenen Kultus mehr und mehr zu einem Mono> pol der Keli^ionsptle^re sowohl als auch der nationalen Kr- Ziehung zu ^'stalten wufsten. Zwar durften nach wie vor alle Mit^litnier der drei oln^m Kasten, sofern sie />ri;a» K^Zweimal^eborene'*, durch das Sakrament des Upanattnmam, der Aufnahme in die bralinianisc>he Kirche, gleichsam Wieder* l^eliorenef waren, Opfer veranstalten und teilweise auch ver- richten, al>er nur die Hrahmanen durften die i >pferspeise essen, den Somu trinken und den Opferlohn fdakshim'i/ ann«4imm. ohne wel(*h«'n das Opfer ni(*ht wirksam war, nur sie konnten somit lUtvij« (Opferpriester für einen andern ge^en F'ntirelti und Purohitay^ (fest angestellte Ilauspriester der Für^teni Werden. Von dies»*n IVivilepien ihrer Kaste wufsten die Brmh* manen einen mit <ler Zeit mehr und mehr ausgeclehnten ^te- hrauch zu machen. In dem Mafst*, wie, flurch Konsolidieninc iler äufsern Verhalt nisM», der Wohlstand der Fürsten und de* Volkes wuchs, steigerte sich auch das äufsere Ifepränee d^ Kultus: di«' Zahl der dabei beschäftigten IViester nahm zu. dii* Namen Urahman, Ilotar, Adhvaryu, l'dgatar, die wir im Kiuveda erst spnradisdi und ohne strt*nge Sonderung auf- tauchen •.«•ht»n, M blossen sich zu einem Systeme zusammen, und jt'dfui dieser HitvijV «-lantl bei ein«'m griiNern Opfer ein^ Anzahl vi»n tli'hilft'n /ur Seile.
.Ii* k«>nipli/i*Tter abtT d**r <H>tt«*sdien>t v^urde. um S4> mehr erf«»riierte «T eine -|M*/i»'lle Vi»rbiMnnir. und dies4*s praktisoh^p Ht'dürfni«' unnb* maNirfbi-nd für die <n»<taltung der v<Hlis4-|ien Literatur, - u«'nii man and«T^ «lie<«'s Wort gebrauchen will Von «'infm Zu«*tande. >%o an irg«*nd welche si*hriftliche Auf* z**ichnung allerdings noch ni< ht /u di*nken ist.'' Nach und
" .Noch «li«* I'pAin-} 4<r« o(')i«'incD iit«prufitflich nur mundlirb ttbtr liftVrt «or>l«-n xu f-in rttttTMMt« ti(j«lt>u mr in iLutfn Mrlleo, die
I. Literarisches. 15
nach bildete sich eine feste Tradition über die Verse und Sprüche, mit denen der Ädhvaryu seine Manipulationen zu begleiten hatte (Yajurvedajj sowie über die Gesänge, die der Jjdgatar bei der heiligen Handlung anstimmte fSämavedaJ; endlich durfte auch der Hotar sich nicht mehr mit der Kenntnis der in seiner eigenen Familie erblichen Lieder begnügen; die einzelnen Liederschätze schlössen sich zu Kreisen fmandalamj^ die Kreise zu einem Ganzen zusammen (BigvedaJ, welches ilann noch eine gewisse Zeit hindurch für neu hinzukommende Produktionen oflFen blieb. — Nicht alle alten Lieder fanden in diesem Kanon Eingang; manche mochten ausgeschlossen bleiben, weil man ihren Inhalt anstöfsig oder sonstwie nicht geeignet fand, andere, weil sie, aus dem Volke entsprungen, durch keine Autorität eines berühmten Sängergeschlechts em- pfohlen wurden. Zu ihnen gesellten sich immer noch neue Blüten, welche der alte Stamm vedischer Lyrik in der Bräh- inana-Periode trieb, und die von dem veränderten Bewufst- sein der Zeit deutliche Kunde geben. Aus diesen Materialien, die sich längere Zeit aufserhalb der Schulen durch den Volks- mund fortpflanzen mochten (worauf ihre vielfache, besonders metrische Verwahrlosung hindeutet), kam im weitem Verlaufe eine vierte Sammlung (AiharvavedaJ zustande, welche lange zu kämpfen hatte, ehe sie eine, immer noch bedingte, An- erkennung errang.
Inzwischen waren jene altem Sammlungen die Grundlage eines gewissen Schulunterrichtes geworden, der mit der Zeit immer fester geregelte Formen annahm. Ursprünglich war es der Vater, welcher seinen Sohn in dem von der Familie überlieferten heiligen Wissen unterwies, so gut er es vermochte (Brih. 6,2,4. Chänd. 5,3,5), bald aber mochte dieses der zu-
dorch eine hinzugedachte Handbewegung yerständlich werden (z. B. Brih. 1,4,6: atha iti (ibhyamanihat ; 2,2,4: imau eva [die Ohren] Oautama- Bharadvdjau, ayam eva Gautamo, ^V^V* Bharadväjah usw.), anderseits werden z. B. Ch&nd. 8,8,5 satyam als dreisilbig, Brih. 5,14,1 bhümir an- tarikshinp dyauh und 5,14,3 präno ^pano vydnah als achtsilbig behan- delt — Im flbrigen hat die Frage nach dem Alter der schriftlichen Auf- zeichnung für Indien nicht die Bedeutung, welche wir ihr, nach unsem Verhältnissen, beizumessen geneigt sind.
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1() Ktnl«'itiinir.
n«*hnH*n(l**n Schwifriirkfit (l»»s V«Tständnis!4os der allen Text»». (it'm imm«*r ven%-ickt»lt«*r sirli ^«•staihenden Ritual, dem mehr und nirhr sirli «Twritrrnden Siudi»»nkn»is«* ^e^eniÜK»r nicht mehr ^riiü^en: nmii niufste die fiir irK<*nd eine d«*r zu erlernenden Th«M»rien /rfV/vi iN^wUhrten Autorität«*n aufsuchen, fahrend** S<-luihT fcarnka, reisten weil uniliiT (Urih. .*»^t.l|, lH*rühmt«' \\ undi*rl<*hri*r zo^<*n von Hrt zu t^rt (Kaush. 4.1 1, und zu man- chem L«'hriT inochtt*n die Schüler strömen ..wie die \Vas*3«*r zur Tiefe" (Tuitt. 1.4,.*h. In der Folj;e erforderte es die Sitte, dafft jeder Arva eine Reih«» von huk-Ii A|»ast. dliarma-sutra KlJf.l*» mindestens zu<»lf| «luhn^n im ilaus«* eines I^*hrers weihe, die Kralimarurs. um sich auf ihren künftigen Beruf vorzuhereit<»n« die k*^hatriya*s und Vaieya's. um die fiir ihr spateres IVnken und I.«*hen mars(;t*!M*nden Kintlii>se zu empfanp*n. Wir niüsM*n annt*limen (virl. Manu 2.241. t.'aiik. ad Hrih. p. VAWMv^.u dafs das Kri«'ilen dieHe> ( riterrichts mit der Zeit ausschliefr^lu^hen Vorrt*cht «ier lirahmanen wurd«*: nur m» erklärt sich d^r Kinfluf« olini*^leirhen. uelrhen di«* Itrahmanen auf das indische Volks* leinen /u ^«•winnen und zu ••rhalten wufsten. Wie die äuf^^er** Trarlit. Sil ma«r auth d«*r \ ntt*rrii*ht für dii* S(*hüler au9 den verselütMiein'ii Ka^t«*!! t»in vers<-hi«'d«»ner ^HUt^s«*!» >ein |v);l. AiU ar. .'i/J.»*0» : r^i apravakfr» ). AU Kntp»lt für «Iens4dh*»n ver- richirh'n «iie S«hül«T die II41U*«- und KeldarlH*it des I>»hr»*rs; .nie iMNiifiiti-n dii* h«'ili«:«*n l'<'ii<*r M hand. 4.1<^U. hütelen da*^ Vieh de** LelipTs M liand. 4.4..'»i. .««ammelten für ihn im I>orfe die üMirlit*!) I jel>f*^LralH*h fin und Wraditen ihm am Schlu^^s^ dl«* Kur<*ii<* ttf>ilk«iik»' dar. In d*T Zeit. <h«* di«*s«* mannig* l'aclitMi < >Mh-trenii«*it«'ii ihn^'n fr«*i lieN«*n jr/firoA Lirma-tttirejihma^ t'lian«!. "^.l.*»». wiinlf <1«T \'«-da ^tiitliert. Im ganzen mo<*hte e- ui'M^er «-Ulf I.«'lir/«*it aU, uii« d«"r Name A*,nt9Hit /u ver- -t*'iii'ii i:»hi. rin«* ,.l l»uni:</«'ii" sf»ui. he^timmt zur ( hung im tt«*ii«»r«»am t:«*::*'n *U*u I.«'hr«T iui»Viin «'xorlulanle Ii«*ispiele ülM'rlh'leri \%«'riii*ni und in anire>iP'ii^t«T. «^fUistverleuirnender Tatiirkt-it. K*» l.i^ in d«*r T«'nden/ di*^ iSrahmaniMnus, da« tn^n/e l.ehi'U /u •'uu'ni yol<'h«'n .1«#«iii«i zu ^t»stalten. Nicht alle ^in«;en na<-h Ah<olvienin(; der Lehrzeit da/u über« ein*' Kamill«- /u i;ru!td*ii ; man« h** hli**lH»n im llau<** di*s Lehrer*^ \n> an ilir l.4*t»«'!i<>i'n«lt' ntti^h'hiß.n : ander* /i>^i*n in den Wald,
I. Literarisches. 17
um sich Entbehrungen und Kasteiungen hinzugeben; noch andere verschmähten auch diese Form einer geregelten Exi- stenz und warfen alles von sich ßamnyasivj^ um als Bettler fbhikshvj umherzuschweifen (parivräjdkaj. Weiterhin schlofs man die verschiedenen Arten des ^^A^rama^*' oder der „reli- giösen Kasteiung^' zu einem Ganzen zusammen, in welchem dasjenige, was Ev. Matth. 19,21 als abrupte Forderung auf- tritt, zu einem grofsartigen, das ganze Leben umspannenden Systeme ausgebreitet erscheint. Danach sollte das Leben jedes Brahmana, ja eigentlich das eines jeden Dvija^^, in vier Übungs- stadien oder Agrama^ verlaufen; er sollte 1) als Brahmacärin im Hause eines Lehrers leben, sodann 2) als Grihastha der Pflicht, eine Famihe zu gründen, Folge leisten, hierauf 3) im Greisenalter dieselbe verlassen, um als Vänaprastha (Einsiedler im Walde) mehr und melir zu steigernden Kasteiungen ob- zuliegen, und endlich 4) gegen Ende seines Lebens als Savi- fiyäsin (BhikshUy ParivräjakaJ aller Erdenbande ledig umher- zuwandern und von Almosen zu leben. — Wir wissen nicht, inwieweit die Wirklichkeit diesen idealen Anforderungen ent- sprochen hat.
Indessen so brahmanische Lehre und Lebensordnung mit immer festern Netzen das Dasein des indischen Volkes um- spann, sehen wir im Schofse des ßrahmanismus selbst eine Weltanschauung heranreifen, welche, äufserlich an denselben sich anschliefsend , innerlich ihm von Grund aus entgegen- gesetzt ist. — Schon im Rigveda geben sich starke Regungen eines gewissen philosophischen Triebes kund. Wir gewahren ein eigentümliches Suchen und Fragen nach der Einheit, welche zuletzt aller Vielheit zugrunde liegt, wir sehen, wie mancher- lei Versuche angestellt werden, das Rätsel der Schöpfung zu lösen, durch den bunten Wechsel der Erscheinungswelt, durch die immer reicher sich entwickelnde Mannigfaltigkeit des vedischen Pantheons hindurch das letzte gestaltlose Prinzip alles Gestalteten zu ergreifen, — bis dann zuletzt die Seele
*' Eine Beschränkung auf die ßrähmana^s scheint aus Manu VI nicht mit Sicherheit zu folgen. Vgl. v. 38.70.97 hrähmana, v. 29.32.93 ripra; hingegen t. 2 grihasthas tu usw.; v. 40.85.91.91 drtja.
Dsüus«. Vcd&nt». 2
] H Kinlt'ituni;.
t\u* l!inli#'it da tin<h»t iirnl ••rfafst, wo si»» alU*in zu tiiul»*n i*t. luinilirli in <I«t S «••♦!♦• s^lh-^t. IIi«T, in d«*n >»«*lifiinni«*%<>IUM. Ti«»ffn «l«T fiirt.nf.fi hni*»t ^fwaljrtt» d«T dunli «li«» Andurht dt*» <f<*hi*t«>*« hrtihffififi ü^HT S4Mn«* •Mtr**n«* Individualität liinau*^- irfdxdirn«' |{«'?ic-luuuT «'in«» Marlit. u«»lrlir «t allt»n unfi«*rn Ma«-Ii- t«»n «l»»r Srliiipfuni: ülMTl«»Lr«'n fiihlt«*, «»in«» ir«'»tilich«« Knifi, *U*\ wi«* «T fniiifand. all<*m irdis('h«*n un«i ülNTirdisrlM*n S<*in al« inn«Tlirli n*>ri«*r«'n«l«**4 Prinzip tintartjnmit*' «*inwolint, auf «I»t all«* Welten und all«* t««»tt4*r iMTulim. aus Funht vor d«T <la*> F«»u«t hr«»nnt, «li«* Sonn«» l«*u«hi«'t, das tifwiit#T. «I«t Siurm- win«l un«l d«»r To«l ihr W «Tk v«'rrichti»n iKatli. t».:t|. und ohnt- w«»l<h»» k«»in Strohhalm von Atrni verhrannt. von Vayu f«»rt- ^••fiilirt wer«h»n kann iK<*na I(.r.*. 2**^1. I>i«»s4db«» p<M»tisi*h»* <tH- >ialfunirskrafi nun, w«d(*li«» Ajrni, Indra und Väyu mit iVr- •-önlirhkrit umkl«*id(»i hatte, «»iM-n dii^selln» war es. v^tdcht* dann w«*it«T J«'n«» ..in ni«'«l«»r«*r Kn«r»* narh allen S«»it«»n sich «*ntfalt«'nd^. ..aN Krfr«*u«T d«-r «rn»N«*n (<i«"»lter| mit Marht warhsendo, al*> ..<«i»tt /u den <t<»tt«Tn ^%«*ithin sieh aus!>r«*it«*nd<» und di**s«^ ..Wellall umfa^seml«*'* «Kiirv. l\lM.11| Kraft d«T Andacdit /u- iiiirh**t ntM'h in h*i(-ht «lurih*^it*htit;er P<*rsonilikation (als //n- /i/i>/#a/i. y/ra/i m/i»i/f </'/!/ #1. «iann ahtT ^ahr«*r, kühn(*r. philos<^ pliiseh«*r als <la*^ llr'ihmitn Mö'h«»lK d«»n Attmiu Oelhfitl \i\i^ all«» <t<»ii«»r «»rh«»!» und «li«»s«* mit «l«»r pinz<»n ühriir»»n W#dl in zahl!«»** varii«Tt«'n I'hanta*<ii«*spi«*l«*n aus ihm h«'rv«ir^eh«*n Iiefs. — W ir dürf«*n hotr«»n. Ihm d«*m lt«*irhtum d«*r im Hiifvinla, Atliar* \av«Hia un«l d«»n Krahmana*^ erhalt«*nen T<*xte, mit d<»r /eit yihriiiufi»««' verfoltjen zu ki»nn«*n. wi«» die im Ki^vt^la anü^t^. M'hla<;en«»n Funk«'n philo<«iphiM'h(*n Li<*htes weiter und meitur forti;limm<*n. I>is <ie en«lii<'h in <l«*n Cpanishad's zu jener hellt« Flamm«* aufsehlai;**n. di«* n«»« h h«*ut«* uns zu 4*rl«*urhten und lu ••r>* armen \«'rinair.
Zahlreic*h«* An/«*i4'h«*n \%ei**en «larauf hin, «lafs<lie eigentliche Ptl«*^«*rin «li«*ser (i«*«laiik<*n ur^ipriinirlirh nullit sowohl die am /.•*r«*nn»nii*ll «»r-äititrt«* l*ri«*>i«*rka-i«*. als vielm«*hr «iieder Knha* tri\a'> ^eM»«^en ist: imni«*r ui«'«l«*r un<l >M«*d«*r l)e^ejicnen vir in 4l«*n l pani^^hail'*« «l«*r Situatii»n, dafs der Hrahmane den Kshatriya um H«*l«hrun«; l>itt«*t, welch** dieser, nach allerl<t IU*tra<*htun:Xfn iilh*r <ii«* \ n«{ehi>riuk«*it eines solchen Verfall*
I. Literarisches. 19
rens, demselben erteilt (vgl. Brih. 2,1. Kaush. 4,1. Brih. 6,2. Chand. 5,3. Chänd. 5,11. Kaush. 1,1). — Wie dem auch sei, die Brahmanen haben diese neue Lehre vom Brähman und seiner Identität mit dem Ätman sich zu eigen gemacht und, so gut es gehen wollte, mit ihrem System der Werkgerech- tigkeit verknüpft, in einer Weise, die wir weiter unten näher kennen lernen werden. Beide Systeme, das rituelle wie das philosophische, pflanzten sich in den Vedaschulen fort, waren innerhalb und aufserhalb der Schule (bei öffentlichen Festen, an den Höfen der Könige usw.) der Gegenstand eifriger Er- örterungen und einer nicht selten heftigen Polemik, beide erlitten im Kampfe und gegenseitigen Austausche mancherlei Umwandlungen und Fortbildungen, bis endlich als der Nieder- schlag dieses reichen geistigen Lebens in den einzelnen Schulen die Brähmanas nebst den Upanishad's^ in welche sie aus- laufen, in der Form, in welcher wir sie noch gegenwärtig be- sitzen, sich bildeten und schliefslich (wohl erst, nachdem ihre praktische Bedeutung schon längst an die Sütra's übergegangen war) schriftlich aufgezeichnet wurden. Es steht zu hoffen, dafs es mit der Zeit gelingen wird, aus ihnen, wenn auch nicht bis in alle Einzelheiten hinein, den Entwicklungsgang zu rekon- struieren, der in ihnen seinen Endpunkt gefunden hat.
Wir sahen bereits, wie an die altem Upanishad's, welche die philosophischen Textbücher der einzelnen (^äkhä's sind, eine lange Reihe jüngerer Produkte dieses Namens sich an- scliliefst, in denen sich die weitere Fortbildung der religiösen Anschauungen und mit ihr Hand in Hand die Entwicklung eines eigentümlichen Strebens, durch eine gewisse praktische Anschickung {Yoga genannt) die Vereinigung mit dem Allgeist schon hier im Leben zu verwirklichen, bis in die Zeit des indischen Sektenlebens hinein verfolgen läfst, und welche, wie es scheint, rein äufserlich, an den Atharvaveda angeschlossen wurden.
3. Die philosophischen Systeme.
Parallel mit diesen Fortbildungen der Vedalehre entstanden schon früh in Indien aus den in den Brähmapa's und altern
2*
*Ji ) Kill i 1*1 (iiDff.
1 |Mni*ilia<i*s «•iithaltriifii K«*iiii(*n n(*)N*n«*inun(l«*r ein«« tnin/*- K«'ilh* |»liilnMi|»liiMh«T Sv'-ifin«». wrlth«' in nuinnit;rurli«T. tt-iU >irli aiil«*hii*'h<l**r. i**ils hi*kiini|»r«'n<i«*r |{«'/ii»hun;; /um Vt^la «ti«* /u**inan«l*T j*li'li»'n, inul in tli»n«*n wir alli» Schaft i«Tun:;iMi ••in»-r |»hil<><o|ilii<clii'n Aii'^rliamini; <i«*r \N «-It von <l«*m kras*i<*n un«) /vniM'lifii MatiTialisniu^ «Irr ( är\äka*s an Yiis liinuuf zum « rtlnHlo\i»n (ilan)M*n an «la*« \'tM|auort v»Tfol^fn k<'»nn**n. St«« h* uniiT ilin»*n uuNi«*n «la** An*i«*lifn <l«'r nrilnxloxi«», d. h. «It-r \ iT»MiiJ>ark«Mt iliPT L«*lin'n mit <l»*ni VrdatrlttuJM-n <k1<t *i»:i Srlh'in «ItTsrÜM-n zu «»rrin^^'n; «li«» ül»riir»'n, unl«T ihn«-» «1»t i»u«lilhi*>nui^. iralt«*!! für lifttTmlnx und k«'i/tTiscli. Im«* s«»i h« «irt lioflo\(Mi SvsiiMUf |«Mn Nanif, auf w»»l<-hfn in \ollfm Sinn«* nur di«* )M*id«*n Miniän^^ä's Anspruch nuu*h«*n k<*nn»-ni •*ni«l fnlm»nd«':
h ha*^ Sankliyam di*s Knpila. d«*m ltuddhii«mu<«. wit- liiaii anniniint. als <irundlai:*' di**n«'nd. «*in(* hi'x^hst t;(*i>t\id>* rii«*ori«* d»*r \N ♦'IttMiifaliuni: zum Zwf«-kf diT S»*lhst«'rk«Muitni«» uu*\ darau-« ttili:i*ndfn Krl«'»>uni;. >%«*l«'li»* j«Ml«K*h Ihm «*in(*m nie hl ülii*rv\ iiiidfrif n Ihiah^inu^ /\\i*>rh«Mi diT sic*h iMitfaltt^ndm I r- iiiat**ri«* prifLuft, fii.t'lhthatii und ••iiHT urs|irüni;hrh(*n l*lu- r.ilii.ii Midi\ idu«*lliT *M*i>l«T fntftt^hti/ «^hditMi !d»'il»t:
1*1 «ItT ^ oiTii lif- l'ataniali. ui»lrh«T, da< Sänkh\a->v*»trm (h«'i<*ti**< )l uniil**u(«*nd. den \\ fi: /u \i«'i««*n unternimmt, um zur \ fr»*imtrun«: mit titiii /u i:flaiiir«*n. iii'lfm «t in vitT 'IVifc*:. 1. \(in dt-r Koiitfinplation >'iin'i'U'i . 'J. von dt*n Miitidn zu ihr*-r I.rn-i4 iniiii: ^u tft^n.mi. . i>. \i»ii d«T dadundi «Tiunirtvn l|i rr^t halt u'M-r «li«* \aiur i *'»//"/» . \. von d«*m Zustund«* dt-r \h^«ilutlpii Lif il/iiii liaiiddi '* :
^ii d»*r \\.i\ad»-- *tiif aina, ••III Sv^liMii d«»r L^'LTlk, Wfdvh«*> h'il.M li all«" * »••Lr»"ii*f.iihl«' d*'- iiidi^rh«*!! I >«*nk«Mis in M*in«'n lU*- ii'h ii /h'lii und utiftT ^»Mti'-ti '«*'4 h/«*!in kat«'i;«iri(*n /«/«iff«*>N«i*M
* \*\' V.-ri. ilfii i.i' .r I.'.'r-- /i «Ir.j \'j% ! j'.itii-liA-i"'» l»lfilit n<'*h .* i. .t. :-».'• :» ;:n > 4 ri. h - I. • p a * iiikit.» , i ■. .i l.'-'l-'J» >lfitJ«*in*-t»trr.
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I. Literarisches. 21
Beweis, prameyam zu Beweisendes, sam^aya Zweifel usw.) be- handelt;
4) das Vaigeshikam des Kanada,* häufig (z. B. im Bhashäpariccheda, in der Tarkabhashä) mit dem Nyäya zu einem Ganzen verwoben, welches eine Entstehung der Welt aus Atomen (paramanuj lehrt und eine naturwissenschaftliche Klassifizierung des Seienden unter den sechs Kategorien der Substanz, QuaUtät, Aktion, Identität, Differenz und Inhärenz fdravyam, guna, karmatt, sämdnyam, vi^csha, samaväyaj unter- nimmt.
Das allmähliche Heranwachsen und Erstarken dieser und anderer Systeme mochte die strengen Anhänger des Veda auch ihrerseits zu einer wissenschaftlichen, systematischen Forschung OntmahsäJ über den Inhalt des Veda anregen, woraus
5) die -ffarma-m/iwdn^d, P?/ri;a-w/wdw5d, gewöhnlich schlecht- hin Mimänsä genannte Lehre des Jaimini, als ein System des Werkdienstes, welches die vom Veda gebotene Pflicht fdharmaj nebst der an sie geknüpften Vergeltung fphalawj untersucht, und
6) die (Järiraka-mbnänsä^ Uttara-nümänsä, meist nach ihrer Quelle Vedänta genannte Lehre des Bädaräyana hervor- ging, welche den Inhalt der Upanishad's zu einem theologisch- philosophischen Systeme verknüpft.
Beide Mimänsä's mögen gleichzeitig nebeneinander ent- standen sein, sofern Jaimini und Bädaräyana sich wechselseitig, oft zustimmend, oft bekämpfend zitieren, beide Systeme er- gänzen sich in der Art, dafs sie vereint die Gesamtheit der vedischen Theologie darstellen, wie denn insbesondere der Vedänta durchaus an dem Vergeltungssysteme der Karma- mimähsä festhält (vgl. 2,3,42. 3,1,25. 3,2,9 und p. 1076,13), und beide stehen in einem durchgängigen, prinzipiellen Gegensatze, der seinen Grund im Veda selbst hat. Dieser nämlich zerfällt ( ^-ie (^ankara ad Brih. p. 4 fg. ausführt) nach vedäntischer An- schauung in zwei Teile, die eine tiefgehende Analogie mit dem Alten und Neuen Testamente zeigen, einem Werkteile (^karma-'ländajy welcher die Mantra's und Brähmana's im all- gemeinen, und einem Erkenntnisteile fjndua-kändaj ^ wel- cher die Upanishad's und was zu ihnen gehört (z. B. das
22 Kioleituoi;.
Ai:ninilia>\uin. <.'atuj>. Hr. \, w«»riilHT zu v^•^^^•K•h••n :»,:i.U .VJ, I» *.M;» iCc'K iMlaNt. Krstrn-r fM-tii-lih tiir W i-rki», <l. h. Opfrr uihI soii-iim» Z«T«'moiii<*n, in(l«*iii rr, wi«» «la-^ Alit» 'IVstain«Tji, Lohn \«*rht*iNt un<i Straf«* androht, nur tiafs rr /unifist, durch ViTh'^iin^f «l«TM*nH»n ins J«*ns<»its, drn» k(»nlhkt mit «Irr Kr- fahrun^ auswt»i<»ht; «Im» l nt«»rsuchunir «lies«T V«»rhiiltni>-i4*. dt-r ndi«rir»s«»n Wrrk«* und d«*s dundi si«* JM»jjnind«*trn V<Tdifn*tt^, Wfdrhfs alH i'in ..n«*ui*s Moment** ajnhvnnt in d«'n kompifi dfr ••in«» j«*n?*«»iti«;«' V«»rmdtun^r frh«*iM la^ntlen Tat**n iU'> Mt-n- srhcn tritt, niarht «ii^n w«*M*nthc'h«*n Inhah «itT Karma-niimüh«^.! d(*s flainiini aus: >i«* ^«dit dorn \ (*danta nicht sowohl d«*r Zeit, als der (^nlnun^ nach \orh<*r und wird von Tankara in M*in<*ni konim<*ntar«* zu den VtHlänta-sütra's häufig als ..d«'r ••r-^tc Tfil**, ,jla> ••r^te I,«dirhuch" ziii^ri <z. U. |». M^^.f». K*;j. lUlM«. •••44.4. lOI,3. 1<>11J1'|. Im ü!)rim»n ist, wir wir sfh«»n werden (Kap. I\, .'(), ihr«* Kt*nntni^ nicht «*rf«)rd«Thch /um Studium des V(*danta, welcher >ich all«*in auf d«*n Krkennt nisteil des ViMia, d. h. auf die l pani>ha(rs ^ründ«*t. Zu di«'M*n \ erhalt sich «las Werk d<*s r»4idaravana wi<* <lie chri*«tlich«* lKi|;nuitik zum N«*u«»n T«*-tam«*nte: e> unt«»r>ucht ihn* Lehr«*n von <M»ti, d«T \\ «'h . «l«T S«*«*!»* in ihr«Mi Stiin<l«Mi ih'r W an«l«Tuntf und «l«T Krl<»suni:, h«»s«*itis;t scheinhan» Widersprüche d«*r!*«'nM*n« knüpft .««ie systematisch zusamtn«*n und ist v<ir allem )M*mühi, di«*M*lhen i^ejijen Anjrriire d«T ttej;n«*r /u vi»rt«*i<li^en. \U Hoh'li»* ^«dt**n nicht nur die het(*rodc»x«'n Philosoph«*n. di** Hu«l4lhist«*n i<l«»r«ri I. «dir«* 1^,2,1*^ — ^12 nach ihr<*n verschitMlenen Korrn«'!! i:«'priil'l und als «-ine Aus^«dmrt d«'s Ilass4*s ^e^n das M«*n>ch«*n^«*><-hl«'cht p. .'»**l,2 pinzhch verworfen winll. «li«- .Iaina'> ilM'.:*»:» -»«'»K «li«- l'avupata's rJ:JXt 41| und dl«' l'aft« ara t r.r> iL*,lM- 1."»k >on«l«*rn auch «lie Anhänger d«T uhniri-n «»rtlHHlo\»»n Svsl«in«». wie si<'h d«Min lUidunivana 1M,II pnii/ipi«*ll trt» i;.-n j»«l«* Moirh« hk«*it au>>pricht. «lie \\ ahr- h»Mi auf «h'm \N ••::•• d«'r H»*tl«*\hin tmka zu eri:rün«l«»n. Das .\ah«r«* hi«*riih«»r Kap. V, 2. I'iir <li«' Z«Mt h«»stimmuni;
«I«**» i»«id;ir«i\ ana i^t «•-* wichtii;. «larauf zu a«'hten. wie er
<ii«' vi«r iii<hi\«'«li'-«h«Mi Sv«»l»in«» lMdiand«*lt: «|it N\äva wird
• • •
Voll r*äilarä\ana ^ar ni«-ht «Twahnt und nur voti t/ankara fs^ l«*^enthcli «-in |Muirmal ip. tiT.*'». .V.M.li. do<di mit Anerkennung,
I. Literarisches. 23
zitiert, vielleicht, weil er zur Polemik keinen weitern Anhalt bot (doch vgl. ad Brih. p. 801,8); dfer Yoga kömmt, so viel uns be- wufst (1,1,19 bedeutet das Wort etwas anderes), aufser 4,2,21 (wo sich indessen „ Yoginah^' zunächst auf Bhag. G.8,23 bezieht) nur noch 2,1,3 vor, wo er kurz mit der Bemerkung abgefertigt wird, dafs das gegen das Sänkhyam Gesagte auch von ihm gelte; die Vaigeshika-Lehre wird 2,2,11-17 widerlegt, mit der Bemerkung, dafs man auf sie gar keine Rücksicht zu neh- men habe, weil doch keiner sie annehme (2,2,17 : apartgrahäc ca atyantam anapekshä)^ ein Beweis, dafs zur Zeit oder im Lande des Bädaräyana die Lehre Kanäda's darnieder lag. Umgekehrt müssen wir aus der Art, wie er das Sänkhyam behandelt, schliefsen, dafs dieses (durch Autoritäten wie Manu und das Mahäbhäratam empfohlene) System zu seiner Zeit in hohem Ansehen stand. Bei jeder Gelegenheit kommt er auf dasselbe zurück, teils in längeren Ausfuhrungen (wie 1,1,5-11. 1,4,1—13. 2,1,1—12. 2,2,1-10), teils in vereinzelten Hinweisungen (1,1,18. 1,2,19. 1,2,22. 1,3,3. 1,3,11. 1,4,28. 2,1,29. 2,3,51. 4,2,21), wobei zuweilen andere damit zusammengefafst werden (2,1,3 und 4,2,21 der Yoga, 2,1,2? und 2,3,51 das Vaigeshikam, 2,1,4—11 die Reflexionssysteme im allgemeinen), und wieder- holt (1,4,28. 2,1,12) die Bemerkung gemacht wird, dafs mit dem Sänkhya-Systeme auch die übrigen alle besprochen seien. ^^ Bemerkenswert ist es, dafs Bädaruyana keines der andern Systeme (ausgenommen den Yoga 2,1,3 und die Yogin's
** Vgl. ^'ankara zu 1,4/^8» P- 403: „Von nikshater na a^abdanii ^(1,1,5) ao ist die Lehre vom Pradhänam [Urmaterie der Sftiikhya's] als „der Weltursache auch von deo Sütra^s [uicht blofs im Kommentar] immer ,^ wieder und wieder geprüft und widerlegt worden ; denn diese Behauptung ^findet eine Stütze in gewissen Ved&nta-[üpani8had-]Stellen, welche schein- „bar für sie sprechen, und diese könnten auf den ersten Blick den Un- „geübten täuschen. Auch kommt gedachte Lehre dadurch, dafs sie die Identität Ton Ursache und Wirkung annimmt, der Vedäntalehre nahe und ist daher Ton Devala und einigen andern Verfassern von Dharmasütra^s ,Jii ihren Schriften angenommen worden; darum ist an ih^e Widerlegung ,,80 viel mehr Mühe verwendet worden, als an die Widerlegung des Ato- mismus [des Kanada] und anderer Lehren." — Vgl. p. 440,6: „Die"Atom- lehre und andere sind [im Gegensatze zum Sänkhyam] von Gelehrteir| tfi^ „Manu und Vyäsa, auch nicht teilweise angenommen worden.^*
24 Kiiilcituog.
4,1'. 21, Wfirh«» iU'tix Vfdu schon nUhor stehonj und k«^in»*n ihn»r l rh«»lMT mit Nunit»n nennt, ja auch t»H vermeidet, di^ üldiehen Hezeiehnun^en ftir ihre ^trundh^^^rifTe in den Mund zu nehmen, wie er denn statt pradhnnnm | rnnaterio der Saii- khvaVl vielm4»hr smininm (l,LM*.M. ufffnHdmnn {\,\A^. IJJ.^W. dpiumtutiktim ( 1,4,1 ) „*las l !>erlieferte*\ „das Krst»hlosM»n«»" sai^t, wohin^e^en prndhmtam \h*'\ ihm I(,.*^,ll das liruhman \*f'' deutet. Je mehr er uIht lM»tlissen ist, die Xamen der < i ejjn**r der Verbissenheit anlit^mfallen zu lass«*n, um so häutiger nennt er, m«»ist Ihm Knirterunjr kl»»iner I)iirerenz«»n zwischen ihnen, die LehnT der bt'iden Mimänsa-Sc-hulen. AI« solche treten Ih»i ihm auf: lUulnräyana |l,^l,2t». 1,3,3^1. ^i.2,41. .*l,4,l. 3,4.**. \\AA\y AXW 4,4,7. 4,4,12», Jaimwi \\:2:2y<, 1.2,31. |.:UI. l,4,ls. :\:2A^K 3,4,2. 3,4,|s. 3,4,4<>. 4.3,12. 4,4,5. 4,4,1 IK liadan ll,2,:U>. 3,1.11. 4,3,7. 4,4,inK AwMnmi 11-4.21. 3,4,4:k 4,4.t*M. Armarathtfa | 1,2,2t«. 1,4,2«» K Jütrakritspia n,4,22K Kdrjtkma- jipit |3,l/.»| lind Atnvn |3,4,44k — K« sind die«, bi« auf zwei Ausnahmt*n (1,1..'^». l,3.^k'')K ülnTliaupt die einzi^n no- mina propria, die in den Siitra*s des liadarayana vorkommen. .Vis Krk«Minini*<4u**llen 4ii«»nen unserm Autor die f'm/i und. in /w«*iter Lini«*, zur li^^stiitii^n^ und ohne bindende KraA. die >'win/#, uoIn»! er h<M-hst s»*ltsamerweis** die Namen, welch»» in den andern Systemen zur Hez«»ichnun^ der natürlichen Er- kenntiiis4|u«*llen dienen, zu den seinip*n umdeutet, so dmff» wi«*di*rh(»lt l>«*i ihm prntynksham (die Wahrnehmung) f&r rniti und *ii.Mii/#ii/"i#j idio Kolm'run^i für Smriti ^esa^ mird tU^. 3.2.24. 4.4,2» »K und zwar, wie «ankara p. 2h7,11 erklärt« weil l«*t/t«Tt* ein*T Krkeniitni**ha<i> prämänifamt IxMlürfe, ersten* hiii^i»iren ni^hi. Inler (Vm/i MUrenbarung, heilige SchnAi \i*r*-t«4)t lliidarayana nicht nur die altem l'panishadX Hrihad- äranyaka. C'lmndof;ya, Käthaka, Kaushitaki (2,3.41 1, Aitarna il,l..*»i. Tailtinya (l.l.l.'»» u.a., sondern auch >;em'isse l'p*- nishad'** d**s Atharvav«Mla. uic lN*M)nders die häufig zitierteii Mundaka und Pravna. ja soirar Pro<hikte so s|mten rnipruD£> \\u* <li«' «.vftavvatara- ll.l.ll. 1.4.>*. 2..'».22i und vielleicht gar dl«* «läliala-l {uinishad (1.2.32. 4,1.3k auf eine unbekanntr l |»ani**liad dfs .\thar\an b«*/ieht >ich 3,.'»,2.\ Angemerkt zu >%«*rd«*n verdi«'nt noch, dafs das Süiram 2,3,43 auf einen Ver»
I. Literarisches. 25
des Atharva-Veda anspielt, der sich in der gedruckten Rezen- sion desselben nicht vorfindet. Unter Smrüi (Tradition) ver- steht unser Autor, nach Qankara, von dessen Erklärungen wir bei allen Zitaten völlig abhängig sind, das Sänkhya- und Yoga- System (4,2,21), das Mahäbhäratam, besonders die Bhagavad- gitä genannte Episode desselben, das Gesetzbuch des Manu und vielleicht noch anderes (vgl. 4,3,11). Daneben erscheint
3.4.43 das Herkommen {äcara; vgl. 3,4,3. 3,3,3). Als voll- kommen bekannt werden die nach den Vedaschulen f^äkhffsj verschiedenen Rezensionen desselben (,'ruti -Werkes erwähnt: so berücksichtigt Bädaräyana insbesondere die Übereinstim- mung und Verschiedenheit in der Känva- und Madhyandina- Rezension*^ der Brihadäranyaka-Upanishad (1,2,20 tibhaye; 1,4,13 asati anne)^ wie denn das häufig vorkommende „Einige'' (ekej meist auf die Unterschiede der Vedaschulen sich bezieht (1,4,9. 3,2,2. 3,2,13. 4,1,17, und so anye 3,3,27), zuweilen aber auch verschiedene Schriftstellen (4,2,13. 2,3,43) und Mimänsä- Lehrer (3,4,15. 3,4,43) und einmal sogar (3,3,53) etwas ganz anderes, nämUch die Materialisten bedeutet. — Sein eigenes Werk zitiert unser Autor durch die Worte „fad uktam'*^ (dar- über ist gesprochen worden), durch welche er 1,3,21 auf 1,2,7, femer 2,1,31 auf 2,1,27 und 3,3,8 auf 3,3,7 zurück- weist, ebenso wie durch das gleichbedeutende „/ad vyäkhyätam^' 1,4,17 auf 1,1,31. — Weiter dient aber dieselbe Formel „/ad iiktam'' häufig, um auf die Karma-sütra's des Jaimini zu ver- weisen, so 3,3,33 (Jaim. 3,3,9), 3,4,42 (Jaim. 1,3,8-9), 3,3,2(5 (p. 903,9: dvädagdlakshanyäm) ^ 3,3,43 (p. 942,5: safikarshe),
3.3.44 iadapi (Jaim. 3,3,14), 3,3,50 (p. 951,3: prathame kände)^ woraus man vielleicht schliefsen darf, dafs die Werke des Jaimini und Bädaräyana, von denen ja auch jeder sowohl sich selbst als den andern mit Namen zitiert, von einem spä- tem Redaktor im Sinne eines einheitlichen Ganzen überarbeitet und mit den erwähnten und andern Zusätzen
*• Beide werden von fankara p. 1098,14 als besondere ^äkbä's unterschieden, während hingegen p. 882,6 als zur selben Q'&khä der V&jasaneyin's gehörig Brih. 5,G,1 nach der K&nva- Rezension und ^'atap. Br. 10,6,3,2 nach der M&dhyandina- Rezension (vielleicht identisch mit der K&nva-Rezension?) zitiert werden.
2G KinleituQg.
v«Ts#»h»»n wonh'ii s«m»»ii.*' Auf ••iii«»n solchen wünlr Jer iniiili rolrlirookr M. K^ |). Xi'J) iu*)h*u Badarayanu vurkoninifiid«- AiitornaiiK* Viftiy'i hltT HnliuTi vortn*iriii-h pasM>n, und dtT- ^«*llM» kt»nnt«' pinz wohl VyäMi, der Vator den Tuka, Ix*hn*r^ des <iauda|»äda. I^*hr«Ts d«*s <tovinda, Ij'hrers des raiikara, und damit *J«it» :y4ii» Jahn* iilter als sein Konim«*iitatur Tafikura s^-in |\\ indiM-hnuinn, Sane. p. sr»K wi«*wohl </aiikara untt*r Vya*^ un all«»n SielliMi, wo «lit'scr Namr \«irkommi ||>.:>1«U*. 44<),6, t;i«iMl, 7ti4.1n und Vidarifflsu p. L^,i*»,.\ v^l. Mahahh. XII, 7t»<i<>t, wohl nur drn KfMlaktor dt*s Mahahharatam vt*r.Hif*lit. wahrend er d«*n Autor th»r Sütra's p. llTiil.H hhtujnviiu litniarayaMfi-äcarifa nennt.
4. Form drr Hrahma-sutra^s; rankara*s Kommentar.
Naeh di«*s»*n Andrutunp*n. wolchi» !>••! riner erst in Zukunft m<');;li<lM>n Ii4*<timmun^ der Ahfa<*»un^s7eit unseres Werk* v<»n Nutzen sein können, wenden wir uns zur Betnichtun^ S4*in«-r Form, weleh«' eine sehr wunderlieh«» ist. bassidhe ist, wie auch die Eirund Werke der ührip»n philosophisehen Systeme Indier.%
'' In «licAtr WrfiiiiKUfif; t>c)i«*int da«* Wrrk d«*s .l^iirnini an«! BAd»- ri>;iii.i \on r|iAv;ir>(ha kommt-ntttTt «onli*n zu ^<»ia. auf d«*SM*o Arbeit die KoriimentAre des «/.i bAra«% amio und <. ankara l»eruheB n^^a Vi;l. p. '.CCt.*.': „Wir M*hriMt4*Q uunin« hr zu iMOcr l ntfrsuchuofr der Ta- .^trrMirlikfit d<*r .Nm*!«'. /um /wrck*> der Lehre %un ihrer BiDduD|( m^i ..Krlo^ung. I>«-nn he^t^nde dir Serie nicht über den I.eib hinaus, to v4m .4H*h«*te, «eiche den Lohn in einer audern Welt verheifieo. nicht zaUaMf. ..und iHch \i«*l ««'lUfCtT tiff-e hich h«'wei«>en. daft die Seele mit Pnhwai ..idfiiti-<-h IM. Aber i»t uwht d.ft> Hr^i-hen iler b«*ele über dea I<cib kia- ..au* UDtl ihr «tmiff^fti ilt*r %«•» d»T Srhriftlehre viThi'ifsrnen Fnarbt »cbea ..iti .\nf.iiii; il<*« L«*brliU('he4 im er!>t*-Q r&d.t | nAinlich tu Jaim. 1.l/>) b^ ..•pri*rh«'ii m<ird«n'' Altetdinc«. d(»<-h nur vi»n dem Kommentator hki- ..•/•viirir Dicht aber findet »ich da*«e1b!>t ein >utr4m ul>er das Fortbeatebm . dtT Serif Hut hiD^'«-g«n «ird ihr FttrtbeMi'beo. nach Torheriicem Lr- ..«Ahnrn drr Kiiiwurfe. %on dem Verfa-^iT ItT SütrA«» nitrukrti selbst lest- .i;«'*ti*I!t \ "I. h:t-r cht n Kit «■<> •!• r l.i)iiti rali.irasi Amin entnommen nnJ .im l*rari..t:i.tlak^h.ii! im 'b-m er*t«*n huchi- d«*^ .Ltimini. und zwar m 1.13 ..(• 1" '.'1 .i't^tin.indtTirr^i t/t h^hir auch der flirwirdiire l'pararvbn i« . i*r^t«-n L« hrbuch«'. «*> fr lU« I i*rtbfti-hfn dfr "^evle ausspricht« daranf ter- . «ft«t. tndrm f r *ai;t Im <..»rtiakain •! h. in ilen l{ruhma»fttm*#| wrrAm . «ir •-« erklärt n • I ud «•• »ir<l dfnn hifi. t:.ich Hftiachtuo;; der auf Vorscbnft .b«-ruhfUilfn ViTrhrunireti. d^^ F ortbe«tfti<'n ib'r ."^frlf in lletracbt grujgta» . um /u /fiffD, dal'» die*e Lehre zu dmi gauz(*n I^ehfkanon tllgtb6ng ML*
I. Literarisches. 27
abgefafst in einer Reihe von sütra's^ welches Wort „Faden" (von ,s/r = lat. suvre) bedeutet und hier wohl am einfachsten verstan- den wird als die beim Weben ausgespannte Kette der Fäden, welche den Grund des Gewebes bildet, zu diesem aber erst durch die Einführung des Einschlages wird*^ ebenso wie die Sütra's zu einem zusammenhängenden Ganzen erst durch die in münd- lichem oder schriftlichem Vortrage sie durchschlingenden Er- klärungen. Denn ohne diese sind die 555 meist aus zwei bis drei Worten bestehenden Sütra's, in denen unser Autor das ganze Vedantasystem darlegt, schlechterdings unverständlich, zumal dieselben nicht sowohl die Schlagworte des Systems enthal- ten, als vielmehr Stichworte, zum Anhalte für das Gedächt- nis, welche selten das Hauptsächliche, häufig etwas ganz Neben- sächliches hervorheben, vielfach auch eine ganz allgemeine, nichtssagende Form haben, die auf die verschiedensten Um- stände pafst und dem Ausleger alles überläfst. Daher kehrt auch oft dasselbe Sutram wieder; so z. B. smritc^. ca 1,2,6. 4,3,11; ^ru- ie^ ca 3,4,4. 3,4,46 ; dar^ayati ca 3,3,4. 3,3,22 ; sva-paksha-doshäc ca 2,1,10.2,1,29; uhhayathä ca doshät 2,2,16.2,2,23; dar^anäc ca 3,1,20. 3,2,21. 3,3,48. 3,3,66. 4,3,13, also fünfmal, und zwar, wenn wir dem Kommentator glauben sollen, wie wir es wohl müssen, in verschiedener Bedeutung, indem dar^amc ca in der Regel (3,2,21. 4,3,13 vgl. 1,3,30) bedeutet : „weil die Schrift es lehrt", hingegen 3,1,20. 2,2,15 und 4,2,1 : „weil die Erfahrung es zeigt" und 3,3,48; „weil man es (aus den Merkmalen) ersieht". Ebenso haben wir zweimal das Sutram gaunyasambhavdt (2,3,3. 2,4,2), und zwar, wie Qankara selbst hervorhebt (p. 706,9), in ganz entgegengesetztem Sinne. So heifst anumänam gewöhnUch „die Smriti"(z.B. 1,3,28. 3,2,24. 4,4,20), dann aber auch zur Abwechs- lung ist es Synonym won pradhnnam (Urmaterie der Sänkhya's) in 1,3,3; so bedeutet itara 1,1,16. 2,1,21 die individuelle, aber 2,3,21 die höchste Seele und wiederum 4,1,14 „das gute Werk" ; und prukaranät heifst 1,2,10 und 1,3,6 „weil davon die Rede ist",
** Vgl. p. 022,2: iathd sütrair urnd-ddibhig ca vicitrdn kamhaldn vitauvatt. Sfttram heifst geradezu „Text'* ad Brih. p. 2GG,5: sutra-bhutdh (dieuen als Text) sankshepatah prakdgakatvdd ime mavtrdh; kucayatif asüsücat usw. wird in der Regel von dem Verfasser der sittra''s gesagt. — Man vergleiche auch unser „Text** von texere, weben und das chinesische king „Aufzug eines Gewebes" (Schott, Chiu. Lit., S. 3j.
2H Einleiiuof.
hin^»»K«»n 4,4,17 „Hril «t damit !M»tniut i<l". Ilicnru kommt #in«* abson«l»Tli<h«» Nfi^un^r zu si»ltsami»n W iirtern und Wenduniffn, wuh4*i häuti}^ (*in and<T«*s Wort ^pwalilt wird, als «»^ dio lur Ik^tipnM'hun^ lH*nin^«*zo^en«* und mitunt«*r allein durch diu« bt»tn»tfi»nd€» Wort indi/i«Ttf* r|mnishadst«*llo bietet; 90 1,1^*4 ntniwt statt pmla (ThAnd. ^(J2.«»K 1,.*(,1 sro statt äiman, hhm statt pnthivi (Mund. 2:2,'^)\ X.^.'l upa-sarp statt wyw-i (Mund. .Vi,xh \:.\Ai^ aniintra statt n hi ni {Urih, 'X><J): LXVJ lamßpotim statt tjftti (Kath. t;.2|: 1.4.1M fiUutihi^ti hUxH nldmffffota iTaitt. 2,t>K aikshafa Khand. t»,l\.'W: 4.2,4 upwjnmn statt ahhtsantaffamtt (Hrih. 4,:K:W); 4,:i,*J nM« statt snmmtsarn |(hand. f>.H>j?i: 4,:i,n /Wi7 statt vid^Ht (Cluind. :),lo.i*» usw.»^
Ihrser TatlH»stand der Brahma- Mit ra's läfst sich w»«d«f aus dem Stn'lM»n nach Kürz«», noch aus einer Vorlieb#» für charakteristische Ausdrucksw«»is4» hinlän^rüch «»rklüren. WA- mehr müssen wir anmdimen, dafs d«T oder die Verfa^j^er ab- sichtlich das I>unkle suchten, um ihr die (teheimlehrn desi Vedu iH'handelndes Werk allen denen un/u^än^lich zu machen, welchen es ni<ht «lurch die Krkläruniren eines I^idirers er- •ichlo^isen wurde. .\us soh*h«»n, die.MT Absicht ^emäfs ur- sprüni^lieh wohl nur mün<l]i(*hen KrklärunpMi nHK*hten f^ich <lann mit der Zeit die «ceschriehenen Kommentare über un»«r Werk «•ntwickeln, welche rolehn»oke iMisc. Kss.*, p. XV2, 'X\A\ aufziihlt. und von den4*n uns für jetzt nur der d«*s rankan zuixünirlich ist. Wir müssen daher annoch darauf verzichten, Kädar;iyana*< !.«»hre un«l </ahkara*s Ausle^mc derwlbi^n auv
'• .\n *«ltt'iieii. /um IimI nicht w»'it«T Wlogbrnreii. Würtem oiMi Wra- liuncm mrrkffi ««tr iiot-h fo));rn(tf au: 1,1.5 iin«l l.'t.l3 ttsfutit alt Sab- •taotiT . 1.1.1*.% NH/'i'/d. 1.1. :U M;./i**i *>tA(t upiifittntt : l/i.4 kttnmt * kmrtn für /•»«i/»y<i;'rri/'ai«i . l.*i.7 *ir//A*iA*i, t,ktt* : 1.2.*it; druku : 1.13U (lütru- drit^htt , l.:t.4 ffr^innhhrtt ..iD«livi4iuelI(* Svfle" ; l.I>..*H ^mc ; *J,l.!*i ftritr*» «taU k-ittfnm iWtrkuiifi. ?.1.'J*> inf,a Kr»r)iUU(*ru0|C idrr Autoritit 4«r >chrift . *J.:».l rii/«ir für »rl«i.,<i. l».:1.s m«if«iM« riifi für rn^fH; »i^.lU te}^i !ir <i«;m« -.l.*.» lr»»/'i. tJruaii. für knianitM. iM.J«» ßiiHj9t,i-mirt%-khfkii fv tU« üblich** nnmti-i üf»it-ialf'itnam : 'AAA rnnhult : H.l.s anu^avn „WerkirfT* >P>huLtttj'h*iltit karmttmn 'hniiam karma, Tank. p. TtWt.A): 3.1,21 Mttft^^mJM für «rr./f;.i. .'i.l.ü nihhtirya; .V.M<* imm/|iM<i fur MMrcAilfi lohnmArhtif l\,:\.:\ «iiru . :i.:<.?'i rrdha. :;.:i.ri7 fJulimttn — «awifta. 4.2,4 a«IAy«i»Ac ..ii»«lni«!u«'lle .>efl<f . 4,2.7 »nfi \\V>r. 4.2.17 ;e%hii Folge; 4AI pr^lAiti VrrkUQtliffuog . 4.^i.7 knryam fur opurom hrahmt».
I. Literarisches. 29
einander zu halten, so dafs unsere Darstellung streng ge- nommen nur eine solche des Vedäntasystems vom Standpunkte des Cankara aus ist. Übrigens befindet sich derselbe nirgend- wo mit den Sütra's in Widerspruch (es wäre denn 1,1,19, worüber wir Kapitel IX , 5 handeln werden , und etwa noch p. 870,5, wo adhyänäya durch samyogäargana-arihatn erklärt wird, und p. 908,12, wo der Ausleger dem ubhayathd ein tibhayathä'Vihhägena substituiert), wohl aber liegt 3,1,13 p. 764,3 der merkwürdige Fall vor, dafs bei Besprechung von Kath. 2,6 (,'ankara die Worte ^^unah punar va^am dpa- (lyate wie" mit Bädaräyana unrichtigerweise auf Höllenstrafen bezieht, während er dieselben Worte in seinem Kommentare zu Käth. 2,6 p. 96,14 richtig von einem wiederholten Geboren- werden und Sterben versteht. Hin und wieder ist seine Er- klärung eines Sütram zweifelnd (z. B. 2,4,12. 3,2,33), an fol- genden Stellen gibt er (oder geben die verschiedenen Über- arbeiter) eine doppelte Erklärung: 1,1,12-19. 1,1,31. 1,3,27. 1,4,3. 2,2,39-40. 2,4,5-6. 3,1,7. 3,2,22. 3,2,33. 3,3,16-17. 3,3,26. 3,3,36. 3,3,64; zu 1,1,23 bekämpft er (p. 141,7 fg.) die Be- ziehung des Sütram auf Brih. 4,4,18 Chänd. 6,8,2 statt auf Chand. 1,10,9; zu 1,4,26 merkt er an, dafs es manche als zwei Sütra's behandeln; zu 1,2,26 und 2,1,15 bespricht er eine varia lectio des Sütram, zu 2,4,2. 3,3,38 und 3,3,57 eine andere Auffassung desselben; 3,2,11-21 betrachtet er als zu- sammengehörig und verwirft, unter sehr eingehenden Erör- terungen, die Meinung derer, welche daraus zwei Abschnitte fadhikaranaj^ nämlich 11—14 und 15—21 machen; noch merk- würdiger und auf tiefgehende prinzipielle Differenzen der Aus- leger hindeutend ist es, wenn (^ankara p. 1124,9 die Meinung anderer erwähnt und weiterhin ausführUch widerlegt, welche den Siddhänta (die endgültige Meinung) nicht in der An- schauung des Bädaräyana 4,3,7—11, sondern in der hinterher- folgenden des Jaimini 4,3,12—14 ausgesprochen finden wollen, was vorauszusetzen scheint, dafs für sie Bädaräyana nicht als letzter Autor des Werkes galt, und zu den oben ( S, 25) erwähnten Bezeichnungen der Karma-mimähsä als Teil des eigenen Werkes und des Autors als Vydsa stimmen würde. Der Konmientar des (^ankara hat, wie wir anzunehmen
30 Kiulpituoi!.
<irun<l hah4*ii, nK'hrfiu-ho Int«*r|H>Iation(>n <*rlitt<'n, nam«*ntli< h im »Tst«»n IVil«», vio fli«*s<*lhi*n iri*>*rihnli('li durch ein apnrn dk»t anm»fii;ri m^'T«!«*?!. KiiM» Vrrfolirunjx «lirsfs Themas wünl*» xu wiMt fi'ilir«*(i. (laluT wir hi«T nur kurz di<» Stt»ll«*n namhaA mach«*!), in (i«*n«*n wir Zusatz«* von fr«*n)(li*r Ilan<l zu t*rk«*nn«*n ^lauK»»n! \] j». ll'l'.t» V2\K*K ^<>rü!H*r wir Kap. IX, T» han«l«*ln w«T<l«'n; '2\ p. MI. 7 \\2^^ sch«»int |M)l»»niisclHT Zusatz fin»** ancliTn zu >«»in, v^l. p. l.'WJi': \\\ p. l.VMO l.M,,'», o\\m* 'A^k^-i^ ffl nn»» Int«T|M»lati«>n: 4» p. ITi,'!..'» ir4/J wiislorholt oin „/ijiafj'*, <l(*r <iaran Anst(»rs nahm, dafs Mnihman im ilimmt*!, Ktatt j«*n- s«Mts <h»s llimm«*ls si»i, rankara*H Wortt», indom er sie dab»*i v«TfM»*iMTt : .'m p. lt>:»,ll fol«rt mit don Worten: .^athata — n.v»//i riy#iwi <i/#//f) ^rthtify «»ino {^»nz and«»n» KrkläninK de^ Sü- tram. mö;rhc-h«»rwois#» von fr»»md«*r Hand; t>) p. 1>*4.I- l**.'!,!!. i»in „'i/*'mr* h«»stn*itet di«» vorh«T ^•»ma<*lite Anw«*ndun^ d»^ V«*r>*'«i Mund. .'»,1.1 und (*rklär( ihn mit lU*rufun^ auf dai^ I^üniri-rahasya-h^ahnulnam in and«Tm Sinne*; hierin*! zitiert fr Hrih. rri,ir> na<'h den Madh\andina*s, während Tankara dir*^ Stell«» p'>%öhnli('h nach «l«»n Kanva s (oder an ihrer Statt 2,4.14 Ma«lh\j zu ziti«*ren plh^rt. p. II 1.4. IWJ'J. :W\:X Iia« Motiv <li«»*»«»r .\u<führunK s<h«'int aus p. 2:i2,l2 entnommen zu nein: :i,:».:V| winl >ie «'In^n^o i;rn«»rier(. wi«» der Zusatz p. 122,1* I210 in .»,^1.11 I.'^: T| p. 22><.L* <» «dfenhar Zusatz eines Interfiob- tors, nai'h w«deh«*m «li«» Hrü<ke ..>*/m'* in Mund. 2,2,.% di«* Krk«>nntnis d«-s Hrahman und nicht «las Hrahman selbttt ist« auf u«'li'h«*s d(M'h «l«T Aus«lru<»k vorh«T. p. 227, |o, und ebenso wi«^ «1«T •ipiii«T. p. >*iV4.ll, h<*zop*n winl; ^\ p. 247,.'^ imohl Dur his i.M7."i lH*haupt«*t «»in ,.nparn'\ iU^r Jiraffhnna sei nicht drr jira, ^i«» vorh«T «•rklärt winl. sond«Tn hrithmnhtka. Auf «nrr Fu*>i«>ii Im*|(1«t An^i<'ht«*n sch«*int die Auflassung des jira^api aU lliranvauarhha im Komm**ntar zu IVa^na .V> zu beniben.
r». iMe Zitat«* in (.ankara's Kommentar.
V<»n lM»si>n«l«*n*m Int«*r«*>s«* ist es, die zahlreichen, f^wuhiH li<h «»hne niih«»r«* Ou»*ll«*naniralH* «lunh t»in blofses ^^rHpnit^^ ,.HW#iri/'fN** etc. anir«*fiihrt«*n. iihriirens alnT meist wortgetreuro Zitat«', mit <l«*n4>n t,'ankara's k<>mm(*ntar in allen seinen Tci-
I. Literarisches. 31
len durchzogen ist, auf ihren Ursprung zurückzuführen, teils, weil erst hierdurch ein volles Verständnis des Textes ermög- licht wird^^, teils weil eine genaue Feststellung der Schriften, die (^ankara benutzt und nicht benutzt, zu allerlei wertvollen Folgerungen über die Echtheit der übrigen, dem Qankara zu- jxeschriebenen Schriften, über etwaige Interpolationen des Kom- mentars, über Verwebung älterer Vorarbeiten in denselben usw. behilflich sein kann.
Wir haben, nicht ohne einige Mühe, einen Index sämt- licher in Qankara's Kommentar vorkommender Zitate nebst Angabe ihrer Quelle angefertigt, der dem Schlüsse unseres Buches angehängt ist und beim Studium der Brahmasütra's eine willkommene Erleichterung bieten wird. Indes ist der- selbe mit einer gewissen Vorsicht zu benutzen: einerseits nämlich zeigen die Zitate mitunter mehr oder weniger bedeu- tende Abweichungen von ihren Quellen, und es ist nicht in allen Fällen mit Sicherheit zu entscheiden, ob diese Ab- weichimgen aus blofser Ungenauigkeit, oder aus Verschieden- heit der Lesart, oder endlich daraus herrühren, dafs (^ankara nicht die von uns angeführte, sondern eine ihr parallele Stelle einer andern (^äkhä vor Augen hatte; anderseits mufsten wir eine (verhältnismäfsig geringe) Anzahl von Zitaten unbestimmt lassen, sei es, dafs sie aus verlorenen Schriften herrühren, sei es, dafs wir sie in den vorhandenen noch nicht aufgefunden oder übersehen haben. Wir werden dieselben um so genauer kennzeichnen, als die Schlüsse, die man aus dem übrigen Tatbestande ziehen mag, nur insoweit Gültigkeit behalten, wie sie durch die noch nicht rekognoszierten Zitate nicht um- gestofsen werden.
Nach einer Berechnung, die innerhalb gewisser Grenzen I je nachdem man Verwandtes trennt oder verbindet) subjektiv ist, zählen wir im ganzen Konmientar, alle Wiederholungen
*^ So bat, um nur ein Beispiel anzuführen, Banerjea (Übers. S. 34) die Worte, p. 87,11, ^jSthita-prajnasya kd bhäshd^'^ gänzlich mifsverstandeu, weil er nicht erkannt hat, dafs sie ein Zitat aus Bhag. 6. 2,54 sind, und Bruining (Ubers. S. 29) macht die Sache damit nicht besser, dafs er den ijetreffenden Passus ganz ausläfst (vgl. zur Sache noch p. 395,5. 1081,9).
32 Kinleituoic.
und Y>lorKe Ilinwoisun^en mit eintie^ritrcn, 2r>23 Zitate« von d**nen 2<Ni4) aus <li*n Ipani^had^s, \*^^ uuh 9on8ti^en vediücht-t: Schriften und I»K> aus der uurserve4li8rlien Literatur Htainiii««D.
AI t'panisbad-/itate.
I)ie rpanishadV, ^(Hirdnet nach der Häufigkeit der lU^ nut/un^, lief«Tn an Zitaten folgende Summen: Chändo^ym tzitiert nach h, nicht nach lo i»rapi'ithakn^^ p. ItHi.li >7"* Hrihadaranvaka (deren viert er. \dhväva.p..'l^U K4«alK skaaktkn prapnfhuka ^ un<l als deren Anfang, p. H*»;JJK </atap. Br. \\\\ 1.1,1, also nach den Madhyandina^s, zitiert wird) 56*r. von denen a«hl tp. 11»m,h. :5i>;,i». WHl^X ih7.7. i>HiM2. tls^lO. Mt«;;. litlisjll) sich nur in der Mädhyandina- Rezension M/atap. Br. XIV) vorfinden, während die andern meist nach den Kanva-^. dann aln^r auch wieder nach d«'n Madhyandina*8 zitiert merden. ohnt» dafs sich ein festes l^rin/ip erkennen liefs«»**: Taittiriy« (Taitt.ar. VII. VIII. IX) //;'; Mundaka ;:?v; Kathaka i«iJ. kaushltaki "**< i welche hald mit der ersten. ImId mit der
'' Aiifullriitl \^x *\.v ( nglfichni4r>iii!k(;it. nut ilcr die beiden frofi lluni^ljA*!'!!. l(nh<i<iärati>ttkii ud«I ( )iÄU(l«)(f\a, bfnnt/t «frden. NAcb dm aii^iTii fnit^ni; tju«l lifr itincrn rM-'lcutuni; «Ücmt In-idcn Werke, to« t Aurli ii.t'h tl«T l'fhaniliuiifr. di«* (..tfikara in »cini'O Komin«*otarro ükttcm AUfftHinheii Ui'ot idi-r zu Hrih. 7:a\A\ loMi. dt-r /u ('h&tid. <»28 SeHteo, des Tr\t cinlM^ftriffcn*. Mtlltc timn rhtT ein ii in t;<* kehrte« /AhlenTerbAltiiit d«r lt< iiut/uni; ri«Art«*n. l>ir*«f eiokeitiize I(«'%4)r/tit;urig der Oiiad. t p »tebt in Fiinkluni; tint der Iritt-iidfn K'>llf. di«* *>tf in d«*r fTAn/en AdU^ drf llrahtiKi^iitiA''» «fuflt -. ««> li«*f«'ru vnii dm !'*< rpjui'^liailotelleo. ao dese« im rr^ti-ii A«)h\i>A dl«* Tht'olfftie at»t;»'h.ftnd(*lt mini. t'tiAnd. 12, Bnk. 4. K&th. I. Mund \\\A rrji,iia /u^amtiitMi I. Taitt. nud Kauib. rmaMira 4 i%i;l d;tri»)M-r KAp. VII. l'-. li«'i paraildcn T«*\ten, vii* i. B. io der \*%L' rJi|?iiitiihik linh *'•.*.' ( IiJiiid .'»..'» I0<, »ird in der Hi^el die •meiU M» kutid.irr I.*- .trt dt*r < Kiml. I>«\<'r/iiu't . l»emerk«'n^«r«Tt itt endlich, daf*. «•> i-iit«' Stfllf mit drru l>l<*>ocn /iiat/c. ..i/i fftiift»ntnam'\ ,,UiiM*t 6raA- lii'ifi'HN ' /iti«'rt «ird. l>i« 4iit /»('i Aii^fiahnirn <p. lll.'i.s. lllfijli nnfterrt \\ i^M'ui immrr < I)iud«>|ri4 iii %iT^ti*hf*n i&t <|i ll^I.*'*. 240,11. 262,12. 3*m.T :l*•(^4. l«i«*>.:{ loH.ll , gleich als »in* •>!«* das Itrihnianam xit' ^Ict/*. ja p lo*;.l «ird ( liÄiid \1 tlurrh dt«.* Wort«* „i^hfuhtha-prajM'itkiikt'* okae jnirn «t'itrfi« /u*at/ xitirrt, aU vfr*tutid«* ei ^ich von «>eü»ftt, daft aar f>e gt^nivtiit »riu k«*tiU«*-
I. Literarisches. 33
zweiten Rezension bei Cowell übereinstimmen, oft aber von beiden abweichen, wie denn z. B. Eaush. 3,3 gegen beide Rezensionen p. 140,15 und genau ebenso wieder p. 299,7 zi- tiert wird, woraus als sehr wahrscheinlich sich ergibt, dafs dem (^'ankara eine dritte Rezension dieses von ihm verhältnis- mäfsig selten zitierten Werkes vorgelegen hat); Qvetägva- tara (zitiert p. 110,5 als ^^^vctägvataränäm mantropanishad^\ vgl. p. 416,1. 920,4) 53; Agnirahasya (^atap. Br. X) 40 (meist p. 214r-222. 943-952 befindlich); Pragna 39; Aitareya (Ait. är. 11,4-6) J2J2; Jäbäla 13, von denen neun (p. 222,8. 223,1. 417,11. 988,8 = 991,4. 999,6. 1000,1.3. 1025,8) sich in der Jäbälopanishad vorfinden, die vier andern hingegen (924,7 = 1059,1. 931,4 = 933,4) nicht; Näräyaniyä (Taitt. ur.X) 9 (890,2,13. 891,1.5.6.10. 892,1. 998,2. 998,4); Iqu (Väj. samh. XL) 8 (66,4. 74,1. 395,5. 414,1. 979,9. 985,12. 986,2. 1126,10); Paingi 6 (184,2.7. 185,4. 889,10 als Paingi-rahasya- brähmanam^ 232,12 [= 184,2] als Paingy-upamshad zitiert, unbestimmt 903,3); Kena 5 (70,1.4.10. 163,3. 808,10). AuTser- dem wird p. 892,7 (wohl nur, weil das Sütram dazu nötigte) mit ^^atharvanikänäm upanishad'ärambhe^' eine (mir unbekannte) Atharva-Upanishad (oder der unbekannte Anfang einer be- kannten) zitiert. Unbestimmt lassen wir zunächst die sieben- mal zitierte Stelle: „äkagavat sarvagatag ca niiyak^*^ (130,12 = 172,5 = 610,3 = 624,8 = 652,7 = 838,9 = 1124*12), welche nach dem Komm, zu Chänd., p. 409,8, dem Käthakam (worunter er sowohl die Upanishad [p. 409,6] als die Samhitä [p. 139,4] versteht) zugeschrieben wird, schwerlich mit Recht; sodann folgende upanishad-artige Stellen: 87,9. 112,8 (= 1047,12 = 1135,6). 113,3. 182,7. 610,6.7. 613,4. 679,8. 717,10 (= 719,8 = 939,7). 741,10. 832,8 und, als besonders merkwürdig her- vorzuheben, 808,11 und 982,11. Sehen wir von diesen noch nicht gefundenen Zitaten ab, so läfst sich als Resultat hin- stellen, dafs keine andern, als die oben aufgezählten Upani- shad^s vorkommen; also weder Mändükya f69,2. 77,5 stehen auch in Brih.) noch Maitri, noch auch die Atharvana-Upani- shad's, indem 810,1 zwar Brahmavindüp. 12 zu lesen ist, wahrscheinlich aber auch in Mahäbh. XII sich finden und von dort entnommen sein wird.
Dbumsv, VedAnU. 3
34 Kinleitung.
llitjvfdit'smnhitn: Burli \\ ÜKI. 211,1:^. Mt.\:2 \\\ «Vrfi.«* IX) :WK7 \\ VMXX 2<>H,i:;. 21 1,1 1. 21.V,. Äw,3. :VWA, 4-3;, l:f. 4l*r>,T. Tlti,T. 7t»4.7. — Aiianm'hrahmfttmm: l) l«tU/J Uli 74,**. MX2 V) 4^/2 VII» IH.MKlo. — Aitareifa-aranifakam: lll lUVJo. s7lMo. IilMJ'i. lOM. KMM». KWLM» III) i:i<M». 4:i<K7. 4:ii».-. 7X1/.«. >C>2.:>. — Knushitnki'hrähmmuim wohl H*«:i,4. (Interd«*!»- son>en NanifMi wird 'M^:2, silVl dio Kaush. Up. zitHTt: wahr- scheinlich hotrachtet«» </ankara \w'\Ae als «»in Work.l - Zur Samaveda-samhitn mitten dit* ss7,*.i zitierten Supplemente ^khtln d«»r Ranayaniya's zu nK-luu*n sein. — Pahcarifira-hrähmanum: \\)'M\K\K :\\\KW XXI)lMt«,:>. K^^^K'l.-'ShtvivfhraAßrahmnnnm I) x*.*lV.» (v^I. Räjendralala Mitra, C'hand. Ip., introd., p. 17 N.i.
— Arshtyti'hrähffianam^ p. ',\ (Hurnell): ^^M,H. — Au» einen Hn^hmanani der riiandu^a's stammt nach dem <flossator auch 2XH.I |v|il. Ki^v. *.»,i'iiM): vermutlich auch die mit „i/i hrttk- fw/ifi<iiir* zititTte St<»lle: 1 1 !.'»,«►. - - liijasattt^i-samhUn : l| •.•tiiij 'r XXI) *.H,i>,:>? XXXII) 112:;,7. — {^utnjmthn'hrahmnnnm lauf^v^ Buch X und XIV): I) In.Ujo VI) .Mo,;'). 42lV.^ 7tM,7. •«•!.-
VIII) n»i»s,:; XI):L*«>,7. 7f.M XII) i«so,i XIII) «mumo. i«iC»;;
— TmUtnya-santlntit: I ) f) 1 ,.'». ."»l\i>. 14*U-. -^»-J I. 747,4. IM».*
ll):nM2. 4I1VH. 7uu. <»\:». <»\«». mi,i». i*4lm. t«7.\4. mr.*,:. niDtvs iniijo III) :mim. '.•:k\4. i«7K4. i»7:),2 V) 7<ii«Jm;.I2
711,!"». 1\2X 'XAA2, H»77,2 VI) «»7;V^ VII) .'MaJ I. •«tW.,v -~ r^ntfinifa'hnihMH9inw: l)tMHM II) L>S«»,r» ||I) |44'>.t*. :iiM.7 41><,1. — Tnitttrhjn-itrnikijakam (mit Ausschlufs von Huch VII. Vm. IX. X): III) 1I1,>. :VM)yK 4M,14. r,Hi;/.#. — A'ii/Aaiii»- \\\\S^ und l*»l»'».ll ,,7\fifh'hiiim snmhitihji'tm*''^ H;V,M2 /♦»Oj^iif httirn^thir^ ti'jn'n nn-w*» ^n-ädhuhn käthaka-* kn'ffmntlm^jtaripatkh- ttithiifr* , ^*X\A ,.h'tifh*innhr' : letztere Stelle p*hr»rt zu denen, welch«» nach *^*.«.*».Io ,^uitmiu\lmd-ijrtiuih*Uu\m samipr^ steheo; nmunt man lii«T/u, «laf«* «li«* Kaih. I p. wie«l**rholt i;L*k\ti. sTi^A s»'»'.M*) als ,,httfhtik^iw* zitiert winl, so fiilgl fast mit itewif*- h«*it, dar> >i(* für <,ankara mit «lem Kathakam noch ein ftaiH z«\s au-maeht«\ - M*itt nhjuut^Kamh^ta : *.».V.M4. \^*^K\ (nachdiPB <ilossa!<»r). Atfmi vtirtdti'Sttmhita: k«»in sichere*« Zitat; fSr 171.1. •*»**«i,7 i^i vi«»Imehr auf </v«»t. zurtiekzuirehen: der Vit* «•'^*»,'J ,yifhiirviihikd l»r*khmnsukt»^') find«*t .^ich nicht in uDMfvr
I. Literarisches. 35
Rezension; für 851,11 vergleiche man A. V. 10,9. KauQ. 64 fg. — Dafs das Gopatha-brähtnanam ignoriert wird, sahen wir schon oben, S. 11. — Unbestimmt bleiben an brähmana-artigen Zitaten: 43,1 (= 370,1 = 483,1 = 849,13). 75,1. 81,8. 83,4. 112,1. 141,15 (vgl. schol. Käty. 7,1,4, p. 625,23). 640,8. 747,8. H46,2. 960,4. 994,6. 1001,4. 1017,10. Manche derselben wer- den sich wohl noch in den Taittiriya-Texten fmden lassen.*-^*
Von andern Vedaschulen werden noch erwähnt, teilweise mit Zitaten: Kauthumdka 846,1; ^'ätyäyanaka 846,1. 893,1. S99,7 = 907,8 = 1082,15. 902,10; Bhällavin 902,9. 903,6; Ar- cahhin 1K)3,4.
Aus der Sütra-Literatur konmien vor: Agvaläyana 894,10. «^7,5; Kätyayana 931,11. 932,8. 1020,1; Apastamba 410,6. 7:>4,3. 1026,7? 1036,4. 1130,9. — Eben dahin mögen gehören: 322,5.(5.9.11. 692,4.4.5. 761,5. 1016,6. 1030,1.
c) Aufserfedische Zitate.
Bhagavadgitd an 56 Stellen; Mahäbhäratam (mit vielen Varianten): 1)310,4 111)276,7. 412,6 VI) 1107,14 Xü) 133,5. 213,12. 283,9. 288,6. 288,10. 298,5. 302,7. 304,12. 305,1. 322,14. 40^.1,6. 409,9. 413,1. 413,2. 413,4. 413,7. 638,1. 660,1. 677,9. 6tK),13. (592,5. 758,1. 809,6. 828,3.915,8. 1025,5. 1048,1. 1101,6
" ^ankara zitiert p. 412,8 nicht „Manur rat yat kinca avadat, tad bh'fshajam äsit*^ (Käthaka 11,5, Ind. Stud. III, 463), sondern ,,yad rat kinca Manur aoadat, tad bheshajatn'' (Taitt. S. 2,2,10,2); — p. 747,4 nicht ,,dpo vai ^raddhd^^ (Maitr&y. S., p. 59,3 Schröder), sondern „^raddhd vd^ dpah'"^ (Taitt S. 1,0,8,1); — p. 1077,2 nicht „tarati sarcam pdpmdnam^'' usw. (^atap. Br. 13,3,1,1), sondern ^ySarvam pdpmdnatu tarati^* usw. (Taitt S. 5,3,12,1); — p. 709,5 nicht „sajHa vai girshan prdndh''^ (Ait Br. 3,3,1) oder ,,8apta girasi prdndh^^ (Panc. Br. 22,4,3) oder ,,8apta vai girshanydh prdndh^^ (^at Br. 13,1,7,2), sondern ^^sapta vai girahanydh prdnd, dvdv atdiicau^'^ (Taitt S. 5,3,2,5). — Ein Blick auf die obigen Zusammenstellungen lehrt ferner, dafs ^ankara (die Upanishad^s und was zu ihnen gehört aus- genommen) alle andern ^akh&^s nur gelegentlich, hingegen die der Taittirlya's allein beharrlich zitiert (Die Mantra^s fangen nach p. 52,3 an mit ,,Ishe tvd*% d. h. mit Taitt Saiph. 1,1,1,1.) Vielleicht lassen sich in Zukunft aus dieser Tatsache und hinwiederum aus der oben (Aum. 21) erwähnten Be- vorzugung der Ch&nd. Up., welche das Grundgewebe des Werks durch- zieht, gewisse Folgerungen über die Zusammensetzung desselben aus ver- schiedenartigen Bestandteilen ableiten.
3*
36 KioUttaog.
Xnif.TKli. VKi'JjK- rnbvstiinmt,mahÄbhArata.artiK: lM4;i :VKMo. :u;l\7. 7lV),11. s<nM4. x^JxJk 1»UU. 1U7,1 ( = WJ-J.lL UntKiK 1<MKH.1L>. li>r>7,«;. 107ÖJ1. 1101/.».i:). — mmäf^ftmam:
niw/iV: 4!OJ. 4L>7;i r^ 4mlM;.* 41»:),lo. tm,li>, vielleicht 7l.nj4.
— 3//IWM; h r.w;,i:;. i>^iM. i(nuj4 in7:y),:). ir>2:u IVi:^/lM«».
•M7J2 XhTJl,L>. :VJ\^^. lOUU XIIMUMO. 4^7,3. — iPkarmn^ nistra-arüii: UrJ4A UKil;\ U):V)Xk MXWA.
Yashi ip. :U,i:> liiMi) 'M:2. — IVmhn: 1>:U,:J. :WWnl. IVAKhK rruiUint als oin<» ,,sfnritir atmpnvadnnhjiV" 4 !•>,♦>. — Pahhkdßkn zu PÄnini |S,:5,s2> !!l>lMI.
Sankfiya-kdrikd: IW>.\!2. .*^>1,4. 7|H,2. — Au« di»n Sdmkkwn- .st'ttrnn kein nieheres Zitat; v^l. jed(K»h 417,9. 447,11. 4>C>.7. - SAnkhya-Zitate sind vielleicht rnnh :V4r>,l(). Wt;,l. 42« MX — YtHjasütnia: 'M-iXt, lllXVJ: nicht in unserm Texte 4!tn4: v|rf. n<K*li l'>72..*». — yiitiyastUraii: ^uXk r>mj. — VairrshikaMntrn^:
Ii:>:;im:; ivi.vj:»,!. TkUA r>:u,7. r>:v;\i> vih:>24j. tcm^» und
ncM-hnmls W2A:2. — MhndiisdsiUran: l):i^)Jy* r>H,4. r>2,l, docIh mals ;>,4. s<M. t;i,7. hivj. 2>C),3. 4llj>. Unrjjil. 1ir>,|i» Ih n>»>,r). s4s,t; im s!»7J. *>44,4. 919,10. W5,!. lOll.l:' Vh27s,:5. 10J7J: vermutlich aus Buch XI Xnr.*<«.9. IMU 942,r>. 9:il,.T — Wrwandtrs: r»s.2. 79,9. 9;\V>. 9:>;;,9. 77,14.- iiaiidaiHhin', WI^'X A'MA. — l nWkannt H9.10. liBCKl. — liuddhistisrhfs: .Vm.*». ;ViS.7. r>«i,*J,4. — lihwjavata»: »lOl^Iv •'•<rj,t;.l4. tk^,l>.s. — Svtiiniadhtfi'iynvidnh: 7K5,!1. — h^äuteh* Spnuhr: vj:^.P» ^L*;V>: unbekannt 97x,:^. —
Hierzu kommen no<-h W Zitate und Verweisunf^en auf die Siitra s dt's Ku'laravatui selbst und m Stellen, \w denea t* zwt'ifflliafi i^t, ob sit» fin Zitat enthalten M»1,h. 157,111. 2:^4 :; >!,•;. MI^K \V\\\\K l(r-j:»,4. HnM.l.W, wcniurch «ich die obeo anp»^»*lH*n«* <M»Munisummf von L*.Vj:5 Zitaten ergibt
♦ ». Kini|;t*s iibfr t/ankara.
Zeitalter und L«•b<*n^ve^hiiltnisse des Badarayana stod un** pinzlu'h un>M*kannt. VHn <,ankara s<*heint e« fe«Uii* i«lfln»n. daN fr um Ttm iAw *^«» n. < hr. lebte, \\\ f^'nmfaqirK Wo «T auth vitdlt*i(*lit pdHiren, eine Ix^rühmte Schule gründete.
I. Literarisches. 37
als asketischer Pilger fparamahaiisa^ parivräjakaj weite Reisen bis nach Kaschmir hin unternahm, um für seine Lehre zu wirken, und in Känci gestorben ist.^' Aus seiner Lehrtätig-
" Colebrooke M. E.^ p. 332; Wilson Sanskrit Dict.^ p. XVI fg.; Windischmann Sanc. p. 39—48. — Nach dem Aryavidy&sudh&kara p. 22f> und den dort angeführten Zitaten wäre ^aiikara geboren im Dorfe Kdlapi im Lande Kerala als Sohn des (^ivagurugarman im Jahre des Kaliyuga (seit dem 18. Febr. 3102 a. C.) 3889, der aera Vikramä- dityae (seit 56 a. C.) 845, was auf 787—789 p. C. als Geburtsjahr führen würde. Die Stelle lautet: „5« iyam adhyätma-vidya, KaH-kdla'Vagät krigatvam apannd apt, grimac-Chankara-äcäryatr brahmasütra-upanishad' hhagaradgHd-pramukheshu brahmacidyä-pratipädaka-grantheshu bhäshya- ädin prasanna-gatnbhtrdn mahd-nibandhan viracya samupabrihhitd, Tad anu Vi^arüpdcdrya - Vdcaspatimi^a- prahhritibhir dcdrya-gishya-pra- i^-uhyn - ddibhir vdrttika - rirarana - bhdmati -pratnukhdn uddra - nibandha- nicaydn dbadhya supratiahthdpitd^ iti jneyam. (^ankara-dcdrya-pradur- bhdras tu Vikramdrka-samaydd atite (S45) pahca-cattdrihgad-adhika- Oifhtagatimite samvatsare Kerala -dege Kdlapi -grdme ^icagurugarmano bhdrydydm aamabhavat. Tathd ca sampraddyavida^ dhur:
NidJn-ndga'ibha'Vahny'abde, vibhace, mdsi tnddhave,
(^uklt tithau, dagamydm tu ^ankara-drya-udayah stnrita\ iti.
a yidhindgebhavahnyabde « : (3889) naca-agiti-uttara-ashtagati-adhika- trisaJiasrhnite varshe, iti arthah, Kaliyugasya, iti geshah. — Tathd Cafikara-manddra-aaurabhe Nilakantha-bhattd* api evam eva dhuh: aPrd- süta tishya-garaddm atiydtavatydm ekddaga-adhika-gata-üiui-catuhsahaa' rydtH9 iti-ddi. — mTishya-garaddinn^ Kali-yuga'Varshdndm, iti arthah.^^
„Nachdem diese Wissenschaft vom höchsten Geiste vermöge des Kali- ..Zeitalters eine Schmälerung erlitten hatte, so wurde sie neugekräftigt .«durch den erlauchten Qankara-äcärya, indem derselbe lichtvolle und tief- „sinnige Kommentare usw. von grofsem Umfange zu den Brahmasütra's, ,,den Upanishad^B, der Bhagavadgltä und andern Schriften, welche die „Brahmalehre überliefern, verfafste. Dieselbe wurde dann weiterhin von „Vi^varüpäcärya, Väcaspatimi^ra und andern Schülern und Schülers Schü- ,.lem des Meisters durch Abfassung einer Menge trefflicher Arbeiten, wie .^Scholien, Auslegungen, Erläuterungen usw., wohlbefestigt; das ist der „Sachverhalt. Es geschah aber die Geburt des ^ankara-äcärya von der „Gattin des ^ivaguru^arman im Lande Kerala, im Dorfe Kälapi, nachdem ..seit der Ära des Vikramärka [Vikramäditya] das 815^^^^ Jahr verflossen ..war. Denn also sagen die Kenuer der L^berlieferuug :
„Im Meer-Elefanten-Bcrgtier-Feuer-Jahre, „Im Schwellungsjahr, im Monat Mädhava, „Am zehnten Tag der lichten Monatshälfte. „Da kam zur Welt der edle (,'arikara.
„«•Im Meer-Elefanten-Bergtier-Feuer-Jahre » — d. h. im Jahre 3889, nämlich,
3>< KioltfituDg.
k«»it, an «lii» sich ein nruor Aufschwung der Vedunta-I>-iirf* m Indien knüpfte, >rinK eine ^rofse Anzahl vcm Schriflen h«T\«»r, die seinen Namen trap*n, deren Kchlheit a*)er noch m unter- suchten hh*ibt. Sein Hauptwerk ist der zusammen mit d«-r < flösse des <fovindananda (für .'M des Ananda^nril in d**r Üihl. Ind. IITm Seiten ziUilende Kommentar zu den Hrah- masütra^s, der ein im wesentlichen allseitiges und ausreichten- des Bild seines Systemes bietet, und aus welchem allein «ir unsere Darstellung denseUMen schöpfen, um auf diei94*m We;:»* einen sichern Mafsstah zu p*winnen, an dem sich weiterhin die Kchtheit der übrigen, dem Tankara zu>re8chriel>enen Werkt«. sowohl der kleinern Schriften, als auch seiner Kommentare zu den rpanishad*s, ermessen lassen wird. Aus der ( ntersuchun«: der letztern wenien sich dann wieder wichtig» Rücks4*lilQiis>4* üImt die Kntstehun^zeit sowie iil>er da« Ansehen der v#»f. schiedenen rpanishad*s selbst p»winnen lassen. Einen B**i- trag dazu glaulH*n wir durch den oWn geführten, allenling« noch be<lingten, Nmhweis geliefert zu haWn, dafs (/ankara im Hrahma>ütra-Kommt*ntare keine andern TpanishadV al« Aiinrnjti, Knuyhituki : (.liniHhujijn, Krptt: Taittiriifa, KüfhuLi, Cvrtart nt^irti, /mi. lirihadärnnyaka; Mundaka^ Prarna IuihI geleirentlich Paiiitji . Ain»tnihasi/a , Jaf^tla (deren Autorität p. '.•*.M,r>. vgl. *.*1^.».4. angefochten wird). Särniftniitfa und, ein- mal, «'ine Atharva-l'p.j lM»nutzt.'-* l InTliefert werden unt^-r
..wir mau «Ttf.iuztMi mufrt, (Ioa K;kli-/(?it;ilt<*r>. — Eli^iMO 9mgt 3fet>trr ..NtiAkantha in d<*m Wc»rk. ffenaunt <*Uvr Ihtii de% \\immthhwame% «,tt- ..k.ir.i -Kr «dpi fr<*)^>rfn. dieweil der MyrobaUoeu-Herlvtte der vcaattf ..emhtiudtTt und t*lf vit*rtAu<«eDdHtf vortiherwADdeltr.« I>ie Myroli«lutrt- ..llfrbMf l'cdcutt'u die .lahri* d«-« Kali'/<*italteri.'*
\\iMt4*r wird um>taudlich au«i>inAiidrrgeti'tzt. wie Mintkjra idrr. m&ri M«*rutune-t. um ll.o ai-rae VtkramJidityae gelebt haltet in »etiievi K<Mi- mt*utare /um K:i%>.ipr.ik4«;4 dm Kum4riU-lihaM.i aU allüenein aortkaaatc Autorität iitier« Ur/Xtrvr müsse daher lantre vor lir»i» «^ |». l . liftH ftfl«l>t lialit'n. tiitd «omit auch <,ankarji. der mit KumAnla-bhatta rmi allrrdiutf» hehr priddematiicht*) Zusammenkunft tu Pra;i|ra ftebabl kaW.
'* hie n<H h It».'»«; p. ('. forhandfuc Vtithltthi- l'pamn^hatl mof« er w«k* uicht grk.iiint habrn. da er MUii^t den .M\lhui \un lodra ait Widder p Sl'^J narh it.r und uirht uarh shadt. l.l /.itierm wurde Kur die »erkwordifv ^Xt'Wv ^i*> II iit in dt-r V&Hhkala l'it.. «le wir hiv Darb Aoquetil l>Q|»«ff«t keODeu. kein TUt/.
I. Literarisches. 39
dem Namen des (^ankara die in der Bibl. Ind. (Vol. 11. III. VII. VIII.) edierten Kommentare zu Brihadäranydka ^ Chan- dogya, Taiitiriya, Aitareya, Qvetä^vatara ^ tqä^ Kena, Katha^ Pra^a^ Mundaka, Mändükya ; auffallend ist es, dafs Kaushitaki nicht darunter ist.'* Aufserdem soll er noch Ätharvagihhä (Weber, Ind. St., 11, 53, L. G.^, S. 182), Nrisihhatapantya (Colebr.S p, 96) und Atharvagiras (Ind. St., 1,383, L. G.\ S. 188) kommentiert haben. Von andern Werken gehen unter seinem Namen : Aptavajrasuci (ed. Weber, Berlin 1860) und Tripuri, welche beide als Upanishad's aufgezählt werden (Weber, L. G.^ S. 179), Upadegasahasri (Colebr.*, p. 335, Hall, Bibliogr. Index, p. 99), Äimabodha (ed. Calc. 1858), Mohamudgara (Hall, p. 103), ßälabodham (ed. Windischmann in Sanc, Bonn 1833), Bäia- hodhini (ßerl. Handschr., Nr. 618,2) und eine Reihe anderer Schriften, die man bei Windischmann und Hall (vgl. Regnaud, Materiaux, p. 34. Weber Verz. der Berliner H. S., S. 180, L. G.^, S. 205 N. Lassen, Bhagavadgitä, p. XU) aufgezählt findet.
Charakteristisch^^ fär das Zeitalter des (^ankara wie für seine theologische Anschauung ist eine Stelle seines Kommen- tars zu den Brahmasütra's, p. 313,8 fg., die wir hier über- setzen :
„Denn auch solches, was für uns nicht wahrnehmbar ist,
•* Nach Weber (L. G.* S. 56) hätte er auch KaushHaki kommentiert; indes ist diese Angabe wohl ein Irrtum, sofern sie sich nur (Ind. St., I, 392) auf die Berliner Handschriften Nr. 83. 84 (Chambers 292 a. 294 b, nicht 262) stützt; der in ihnen enthaltene Kommentar trägt den Namen des ^ankara- dnanda, Schüler des Änandätman, und ist mit dem von Cowell heraus- gegebenen identisch.
** Als stilistische Kuriosa aus dem Kommentare des ^ankara lassen sich anführen: prathama-tara p. 137,4. 148,12 (auch ad Brih. 273,5); upa- padyatt'taräm 144,6; na-taram 931,8; akalpate 815,2 und avyäcakshHa 819,8 (a privativum beim Verbum) und so wohl auch zu lesen avirudhyeta 265,3 ; jantmatoÄ 833,14; janya^c 844,7; akihcitkaratvät 141,5; arddhajara- tiya 122,13. 176,11 (so zu lesen); mukhya^ eva pränasya dhartnah (für mukhyapränasya eva dharmah) 161,3; grutarahasyasya vijnänoifya (für gruta-rahasya-vijnänasya) 191,7. Häufig ist der Gebrauch der 3. P. sing, praes. als Substantivum : carattTi 762,4; mj'aftV» 707,10; dhydyatih 101 1,11 ', ikshati'ädi-gravanani 109,7; karoti-artha 381,4; dhydyati-artha 1071,10; auch im Genitiv: samhhavater 630,3; apnoter 1132,9; tarateh präpnoti- arthcih 834,14 und sogar prapancayishyater 99,5, was jedoch im Quddhi- patram zurückgenommen wird.
40 Kinleitaog.
„war (vir du* Alivonl«»rn wahrnehmbar; ho wird überliefert, dmla „Vya^ [<it*r Autor (it*8 Mahikbhuratain| und andere mit den ,/}(»tt(*rn und [Kishi s] in d(«r Wahrnehmung Verkehr gepflo- „gen halH»n. WtT alH»r Ix^hauptt^n woihe, dafs e«, 80 wie für „di(* jetzt LeWnden, auch für die Altvonlem nicht möglich „gewesen sei, mit ^liittern uhw. zu verkehn»n, der würd»* „die Mannigfaltigkeit der Welt leugnen; er könnte auch be» „haupten, dafs es, so wie jetzt, auch zu andern Zeiten keinen „Welt beherrschenden Fürsten fsärvahhaumah knhatrifßak vgt'gt'lx'n halM\ und somit würde er die auf die Königsweihe „l)ezüglichen (ielM»te nicht g«*lten lassen; er könnte femer an- „nehmen, dafs, so wie jetzt, auch zu andern Zeiten die Pflich- „ten der Kasten und Avrama's keine feststehende Re- „gel gehabt hätten, und somit würde er den Gesetzetikanon, „welciier die K^^geln dafür angibt, als zwecklos betrachten. „Man mufs daher festhalten, dafs die Altvordern, zufolge ber- „vorragendtT V'fTdienste, mit Göttern und [Kishi s] sichtbarlich „verk«»hrt hal>«*n. Auch sagt dieSmnti ( Yt^gnsütra 2^44\: «durch „Studium (wird erlangt] mit der gi»liebten (rottheit Vereini- „gung.. l'nd wenn diesellie weiter lehrt, dafs der Yoga aU „l.ohn die llerrschafl üImt die Natur verleiht, lK*stehend [in „der Freiheit von der Ki»rp«»rlichkeit und ihren (i«»?M*t2en, und „dadun^h] in der Fähigkeit, sich atomklein zu machen u^w. „[l\ sich leicht zu machen, W. sich grofs zu machen, 4. an alle« „zu reirhen, r>. jeden Wunsch zu verwirklichen, f». alle Wetien „mit st»inem W illen zu regien»n, 7. SchiVpferkraft zu betiitxen. „*^. in all«*s «'in/ui;ehen, (iam/np. ad Säiikh^ak, :i3, Vtdarfdsa „ri(/ Yotjiis. .>.//| — so ist auch das ni<ht durch einen blofseo „Macht «Spruch von der Hand zu weis4»n/'
7. Inhaltsvt>r/«*irhnis d(*r Hrahmasütra's mit (/a&kara*^ KommtMitar nach adhvava, päda und adhikaranam.
Zum S( hlu^^s«» lass«*n M^ir hier ein Inhaltsverzeichnis der Hrahmastitra's ftilirm, welches ni<*ht nur für uns4»n» Darstel- luni; d»*< Syi«*ms, sondern auch lH*im Studium des Original* ufrk«»«* Von Nutzen sein wird. I>as Werk (in welchem über- haupt *\ir Vi«r/ahl ein«* grofst* Kolle spielt, vgl. Kap. VIK i)
I. Literarisches. 41
zerfällt, wie es vorliegt, in vier Adhyäya's (Lektionen) zu je vier Päda's (Füfsen oder Vierteln), eine Einteilung, welche an die vier vierteiligen Füfse des Brahman (Chänd. 4,5-8) und den sechzehnteiligen Geist (PraQna 6, vgl. Chand. 6,7, (,Vet. 1,4, Brih. 1,5,15) erinnert. Die Zahlen zu Anfang der Zeilen bedeuten die 555 Sütra's des Werkes, ihre Zusammen- fassungen die Adhikarana's oder Kapitel, deren wir nach der angehängten Adhikaranamälä 192 (nicht mit Colebrooke 191) zählen.
1,1.
Einleitung: über die Avidyä und die Yidyä.
1. Voraussetzungen des Ved&nta.
2. Das, woraus die Welt entsprungen ist, ist Brahman.
3. Verhältnis des Brahman zum Yeda.
4. Verhältnis des Ved&nta zur Mlm&nsä.
5—11. Das Prinzip der Welt ist erkennend, nicht, wie die Sdfikhya^s
lehren, erkenntnislos. 12—19. Der dnandamaya Taitt 2,5 ist Brahman. 20—21. Der antar dditye Ch&nd. 1,6,6 ist Brahman.
22. Der äkäga Chänd. 1,9,1 ist Brahman.
23. Der prdna Chänd. 1,11,5 ist Brahman.
24—27. Das paro divo jyoiis Chänd. 3,13,7 ist Brahman. 28-31. Der prdna Kaush. 3,2 ist Brahman.
1,2.
1—8. Der rnanomaya pr dnagar ira Chänd. 3,14,2 ist Brahman.
9- 10. Der attar Käth. 2,25 ist Brahman.
11—12. Die guhdtfi pravishtau Käth. 3,1 sind Brahman und Jiva.
13—17. Der atUara Chänd. 4,15,1 ist Brahman.
18—20. Der antarydmin Brih. 3,7,3 ist Brahman.
21—23. Das adregyam Mund. 1,1,6 ist Brahman.
24—32. Der dtman vatgvdnara Chänd. 5,11,6 ist Brahman.
1,3.
1—7. Das dyatanam Mund. 2,2,5 ist Brahman.
8—9. Der hhüman Chänd. 7,23 ist Brahman. 10—12. Das aksharam Brih. 3,8,8 ist Brahman.
13. Der Gegenstand des om Pra^na 5,5 ist Brahman. 14—18. Der dahara Chänd. 8,1,1 ist Brahman. 19—21. Der samprasdda Chänd. 8,12,3 bezieht sich auf Brahman. 22—23. Das na tatra suryo bhdti Mund. 2,2,10 bezieht sich auf Brahman. 24—25. Der afigushtha-rndtra Käth. 4,12 ist Brahman.
42 Einleitung.
26-33. Beruf der Götter zur Yidyä. Ewigkeit des Yeda. 34— H8. AuBSchliefsung der ^'üdra's von der YidylL 31). Der prdna K&th. 6,2 ist Brahman.
40. Das Jyotis Ch&nd. 8,12,3 ist Brahman.
41. Der dkä^-a Chänd. 8,14 ist Brahman. 42-43. Der ttjüdnanuiya Brih. 4,3,7 ist Brahman.
1,4.
1—7. Das avyaktam K&th. 3,11 ist nicht die Materie der Si&khjii (pradhmiam)^ sondern „der feine Leib** (sAkshmam fartroni;. K— 10. Die ajä C/vet. 4,5 ist nicht die S&nkhya-Materie, sondern die Natnr. 11—13. \)\% pahca panca-janah Brih. 4,4,17 sind nicht die 25 Primipieii
der Säfikhya's, sondern Odem, Auge, Ohr, Speise und Manas. 14—15. Widerspruchslosigkeit des Yed&nta. Das Nicbtseienda, aus dem
nach Taitt. 2,7 die ^Yelt entstanden, ist nur ein relatives. ir>— 18. Der kartar Kaush. 4,19 ist Brahman. li^22. Der dtman Brih. 2,4,5 ist Brahman.
2.*)— 27. Brahman ist die caussa effidens und caussa mattricHis dar Welt 28. Die Bekämpfung der S&ükhya-Materie gilt auch den Atomisten.
II, 1.
1—2. AVarum die Säiikhya's das Brahman nicht erw&hnen. 3. Dies auch auf den Yoga bezogen. 4-11. Brahman ist auch die ca\issa materialis der Natur. Einwürfe der ReHexion zurückgewiesen.
12. Diese Zurückweisung auch auf die Atomisten u. a. ausgedehnt
13. Subjekt (hhoktar) und Objekt (hhogyam) eins in Brahman. 14-2<>. Identität von Trsache und Wirkung, Brahman und Welt 21-23. Woher das Böse? Die Seele, obwohl nicht Schöpfer, trift alle
Schuld daran. Illusorischer Charakter des Saffisära, 24 -2.'). Brahman schafft olmc Werkzeuge, obwohl er reiner Geist ist. 26-21). Brahman wandelt sich in die Welt und bleibt doch gani und m-
f^Heilt. wie ein Träumender, ein Zauberer Gestalten tdiaflt
und doch einer bleibt. '<M\ 31. Brahman als Schöpfer hat viele Kräfte und ist doch ontersehiedsloi. .'(2--.'(3. Motiv der Schöpfung: Brahman« allgenugsam, schafft nur zomSpitle. :>4— 3<>. Brahman wiMler ungere<*ht noch graus^im; die rngleiehheit der
(u*i>rhöi»fe durch sie selbst in frühem Daseinsformen verscboldet
Anfanglosigkeit des Samsdra. 37. Rekapitulation über Brahman als Schöpfer.
II 2
1* 10. Widerlegung der Sdnkhya». Physikotheologischer Beweis. 11. Kin Kinwurf der Yaiveshika's beantwortet. 12—17. Widerlegung der Yaü:€$h%ka%, Unmöglichkeit der Atome.
I. Literarisches. 43
18—27. Widerlegung der Buddhisten realistisclter Richtung; Beharren
von Subjekt und Substanz. 28—32. Widerlegung der Buddhisten idealistischer Richtung ; die Realität
der Anfsenwelt erwiesen. 33—36. Widerlegung der Jaind*S] wie grofs die Seele zu denken? 37—41. Widerlegung der Pd^upatd*s. 42—45. Widerlegung der Pdncardlras.
11,3.
1—7. Der dkaga ist entstanden. Nicht so Brahman. Cogito, ergo sum,
8. Aus dem dkd^a entstand der vdyu; —
9. Brahman ist nicht entstanden; kosmologischer Beweis; —
10. Aus dem vdi/u entstand ngni,
11. Aus dem agni die dpaSy
12. Aus den dpas das annam d. i. die Erde.
13. Nicht die Elemente, sondern Brahman in ihnen ist das Schaffende.
14. Reabsorption der Welt in umgekehrter Ordnung.
15. Entstehung der Seelenorgane: indriya^s, manas, buddhi.
16. Nicht entstanden ist die individuelle Seele. Moralische Gründe.
17. Gegengründe erwogen. Identität der Seele mit Brahman. Nur
ihre upddhi^s entstehen und vergehen.
18. Die Seele ist wesentlich (wie die Sänkhya's) nicht akzidentell
(wie die Vai^eshika^s lehren) erkennend. 19—32. VerhSltnis der Seele zum Leibe; sie ist nicht anu, sondern vibhu. 33—39. über das kartritvam (Täter-sein) der Seele.
•40. Ihr kartritvam ist nicht svdhhdvikam, sondern upddhi-nimittam, 41-^2. Die Seele ist unfrei und wird beim Tun von Gott (i^vara) gemäfs
ihrem frühern Tun gelenkt. 4^—53. Die Seele mit Brahman identisch und nicht identisch. Illusorischer
Charakter aller individuellen Existenz und ihrer Schmerzen.
n,4.
1—4. Auch dieprdnd's (Organe der Relation) sind aus Brahman entstanden. 5—6. Ihrer sind elf: 5 buddhi -indriya^s, 5 karma-indriya^s^ 1 manas.
7. Über ihre räumliche Gröfse.
8. Auch der mukhya prdna (Organ der Nutrition) ist erschaffen. 9—12. Über sein Wesen und seine fünf Funktionen.
13. Über seine räumliche Gröfse. 1-1—16. Verbindung der prdnd's mit der Seele. Mitwirkung der Götter. 17—19. Verhältnis des mukhya prdna zu den übrigen prdna^s. 20—22. Verhältnis des Leibes und seiner Organe zu den Elementen.
III, 1.
1—7. Auswanderung der Seele mit ihren Organen beim Tode. 8—11. Warum sie wieder in einen neuen Leib eingehen mufs?
44 Kioleituog.
VJ J\. Iie»trmfuug der ( birlutirr; Tenchie<leoe ikhickMili» der Secte a^ch dfm Tod«*. l>ie vier Kl&i>en der (orgaowcheo) WeMO.
22. Knrkkfbr durch lika^a umt. VerbAltuu zu diesen dmi eine« iiAAt'«
23. t'ber die Zeitdauer des Weilcnt auf du*i*eo ZwttcheiuitmtioDeo.
24 -S7. Beseeltheit der THaiueD. Kuckkehr der Seele durch PriAAüem. S|»eiie. Same. MutterMhof« zur Yerk6r]>eruog.
III, 2.
1 «». Vom Wenen de» Trnumes; toUTichied tom Wachen. 7 >*. We^en den Tiefschlafes; er i>t eio Kingeheo io BrmhoMii. *J. Warum der Krw.icheitde uiit dem EotschUfenen ideotiich i»t> lo. I>ie Ohnmacht; Cntertchied von Tiefsrhiaf und Tod. Sfeuph«- tiKche Bedeutung d«>f Todes. 11 21. Brahman ist ohue alle l'uterM^hiede. Befttimmungen and AtUilNife 22 Mk Br.ihm.iu i>t uie Objekt weil ewig Subjekt (utikshm). IM :iT. t ber einige bildliche, von Brahman gebrauchte AosdrOcke. :> tl. IHe Frucht der Werke kommt von <iott. der dabei die frtUhers Werke berürkfirhtigt. I'ber da« n;mrraiN.
in, x
1-1. Auch iu den .vi/^mhci Vuiit'ih ist Ktnheit der Erkenntnis. Wider- i]>nirhiloHigkeit der Vedänta-Teste. .V l>aher /uMimmenfafHung der verschiedenen l'ijmtnnB erfordertKk *) ^. \ ber IhfTereozen beim prann-tarfirdtla Chäud. lA Brih. 1.3. *.*. VerhAltni» /aiüchcu om und uä^»tha (bäud. 1.1. l. lo. Die rsralleUtellen Brih. «;.1.14. (bind. .M.K'i. Kanib. 2.14 Ober
»
den prfina-mttmrtitia ^iud /u verbinden. 11 -13. Qualitateu des Brahmsn vou allgemeiner und solche von »telioi*
weiM»r <fultiffkeit. erläutert an Taitt. 2. II !.'>. Iu Kätb. 3.ir 11 i«t keine Mufenfolge der Vermögen. Mmdera nnr
Trimat dt*«« Vuru^fta beabMcht'gt. 1*; 17. Auf Brahman gebt Ait 1.1 |od. Brih. 4.3.7- 1.25 u. ChAnd. <UI-U;
1^. t'hknil r>.2. Brib.ti.l wird rn^ortJHi'mam, nicht ricdmafitfiN befohlen
r.t. l»ie (yin'ititi'trtthä Tat. Br. 1(m;.3 i«tt mit Brih. 5.«9 so TerMa^ea 2«^ A'. lliogt-gen Brtb. .'>..S «ind 'iA«ir und 'i/i<im aufeinander in haltem.
2^1 Kbeuio die t'ihhutt't in den BAn&yanlya-KhiU*i nnd CbAad. S.li.
21 Kb«*ns«> der fyrußhayitjHtt der T&tii)in'^ Taingin^ü und Taittirtfaka't.
2'* lM«en>e Kitii{ang«fttellfn von t |Miii^had'o. die nicht zurVidjA gehöre».
2»>. (bind. ^13. Mund. :i.l.3 u^n. durch Kaush. 1.4 zu erglnsea. 27 2^. iMe .\bicbuttelung der guten uud bi>!»en Werke beim SterbeiL 2*.* .lO^ Der tlfr^it/tinu i«t nur lu den /^ngunä rtWytJA gültig.
31 In die>»*>n abvr allfffniein. Tber die DifTereuz von salynai iBnk
»'.2.15' uuil t'tjni9 (bind. f>.BMi in der /'uficcifiiii-riiM.
32 Mi^irlichkeit eines neuen I«elbe^ bei Krlosten. zum Z^
Mi*»ion. — Tnmittelbare <ie«it»beit der Krlösang.
I. Literarisches. 45
33. Die Stellen über das aksharam (Brih. 3,8,8, Mun(}. 1,1,6) ergänzen
sich gegenseitig.
34. Die Stellen ritam pibantau (Käth. 3,1) und doä auparnd (Mund. 3,1)
gehören zusammen. 35—36. Ebenso Brih. 3,4 und 3,5. Brahman 1) kausalitätlos, 2) leidlos.
37. Brahman und der Verehrer zum Zwecke der Meditation getrennt.
38. Brih. ft,4 u. 5,5 [nicht Brih. 5,4.5 u. Chänd. 1,6.7] sind eine Vidyä. 3y. Einheit und Unterschied von Chänd. 8,1,1.5 und Brih. 4,4,22.
40—41. Rituelle Fragen betreffend die Vaigvdnara-vidyä Chänd. 5,11—24.
42. Verhältnis der Vorstellungen wie Chänd. 1,1,1 zu den Werken.
43. Brih. 1,5,21—23 und Chänd. 4,3 sind adhyätmam und adhidaivam
zum Zwecke der Verehrung zu trennen.
44—52. Im Agnirahasyam gehört ^at. Br. 10,5 managcit usw. zur Vidyä.
53—54. Episode über die Unsterblichkeit der Seele.
55— ."36. Mit Werken verknüpfte Vorstellungen wie Chänd. 1,1,1. 2,2,1. Ait. är. 2,1,2,1. ^ät. Br. 10,5,4,1 gelten nicht nur fttr die eigene Q'äkhä, sondern, wie auch die Mantra^s u. a., allgemein.
57. Chänd. 5,1 1—24 ist der samasta, nicht der vyasta zu verehren.
58. Stellen, wo Einheit des zu Lehrenden, Verschiedenheit der Lehre
59. Bei letzterer findet Wahl, nicht Zusammenfassung statt.
60. Nur auf Wünsche bezügliche Lehren können zusammengefafst werden. 61—66. Bei den 55—56 erwähnten ist Zusammenfassung oder Wahl.
III, 4.
1—17. Die Upanishad-Lehre ohne Werktätigkeit führt den Menschen zum Ziele. Stellung des Wissenden zu den Werken. 1^—20. Kontroverse zwischen Jaimiui und Bädaräyana über die Agrama's, 21-22. Stellen wie Chänd. 1,1,3. 1,6,1. ^aUp. Br. 10,1,2,2. Ait är. 2,1,2,1
sind nicht blofs stuti^ sondern Teil des upäsanam. 2:3—24. Beschränkte Gültigkeit d. Legenden Brih. 4,5, Kaush. 3,1, Chänd. 4,1.
25. Resum6 von 1—17: Wissen ohne Werke führt zum Ziel. 26—27. Yc^haj dananty tapas usw. als Mittel zur Wissenschaft. 28—31. In Lebensgefahr ist Vernachlässigung der Speisegesetze statthaft. 32—35. Auch wer nicht nach Wissen begehrt, mufs die ägratna-karmäni
betreiben, da sie das Wissen nur fördern, nicht erzeugen. 36—39. Auch die aus Armut A^rama-losen sind zur Vidyä berufen.
40. Char acter indelebilü des Ürddhcaretas-Gelilhdes. 41—12. Inwieweit für den gefallenen Brahmacärin Bufse möglich?
43. Ausschliefsung desselben bei mahäpdtaka's und upapdtaka^s, 44 — 16. Ob die updsana^s Sache des yajatndna oder ritvij sind? 47—19. Inwiefern Brih. 3,5,1 die Agrama's zu verstehen sind.
50. „^a* JAT) Y^vT)obe w; Tot Tratfita . . .*' — „Xaie ßwiaa?."
51. Das Wissen als Frucht dieser Mittel erfolgt hier, wenn keine
stärkere at'indriyd gaktih da ist, sonst im nächsten Leben.
52. Ein Mehr und Minder, zufolge der verschiedenen Kraft der sddliand'Sj
besteht nur bei den sagund vidydhy nicht in der nirgund vidyd.
46 * EinleituDg.
IV, 1.
1—2. Der pratyaya des dtman ist zu üben, bis lutuitton erreicht ist
3. Daun erfolgt Identität yon Ich und Brahinan; für den Erwecktes
gibt es kein Übel, keine Wahrnehmung, keinen Veda mehr.
4. „Du sollst dir kein Bildnis (prattkam) machen!'^
5. Ch&nd. 3,19,1 („adityo brahma'') wird brahman von dditya prftdiziert. f>. Hingegen Ch&ud. 1,3,1 wird aditya von udgUha pr&diziert
7—10. Das ujxUanam übe man sitzend, nicht liegend oder stehend.
11. Im übrigen ist Ort, Zeit und Himmelsrichtung gleichgültig, oar
völlige Ungestörtheit erforderlich.
12. Die upaaana^s bezwecken te\h samyagdarganam, teils abhywdaya;
erstere sind, bis der Zweck erreicht, letztere bis zum Tode zu Oben.
13. Hei erreichter Erkenntnis Veruichtung früherer, Uomöglichkeit
künftiger Sünden. (Die Kraft des karvMn ist paralysiert.)
14. Vernichtung auch der guten Werke. Warum?
15. Fortbestehen des Leibes trotz der Erlösung bis zur Tilgung der
angebrochenen Werkfrucht. Töpferscheibe; Doppelmond. D)— 17. Opfer usw. sind nicht mehr für den Brahmatid^ wohl aber noch
für den Sagunavid verbindlich. 18. Läuternde Wirkung von Opfer usw. mit, aber auch ohne Wissen. \\K Nach Abbüfsuug des karman: Tod und mit ihm Kaivalyam,
IV, 2.
1—2. (Apnravidyä,) Beim Tode gehen die indriya^s in das mana$ ein.
3. Dan matum in den puhta, 4—4). Der prana in den rijUäfuHman (jiva), dieser in die Elemente. 7. Von hier gelangt der Aridvnn zur Verköri>erung, der Vidvän sor rnsterblichkcit. Dieses aniritatram ist dpekMkam, H- 11. Fortdauer des ,. feinen Leibes'*. Sein Wesen beschrieben. 1*2—14. ( Pararidyd.) Für den Akfimnyamdna ( Parabrahmarid) gibt es keinen Auszug der Seele; er ist schon Brahman. 1.'). Seine prdtta^i gehen auf in Bnihman. das Grobe wird zu Erde usw. Ul Sein Aufgehen geschieht ohne Best, nicht, wie sonst, mit Rest 17. (Aparacidyd.) Der Vidcnn (exoterisch Wissende) geht aot durch die 101 •'^ Ader (die andern durch andere); IH- VJ, Von da durch einen Sonnenstrahl, der bei Tag und Nacht, 2<» 21. im Sommer wie im Winter vorhanden int (Anders 6ViAJtAya-Fo^.t
IV, :i
1. Mationeu de> Weges: ndti\ — ivfpMi, — arcis, —
2. tifmr, — tipitryawtitwpdkaftd, — ydn tthad ndaü eti^ — hamtmt"
iffira^ — rtiyH^ — tidityn^ —
3. rciwiirii, - ridyut. — rriri/»i(f/(>A'<i. — indra, — projdpaii.
\-^u Die^e siml Fuhrer der Seele, dereu Organe, weil sie einfepacfct sind, nicht funktionieren.
L LheniisclMSw 47
7—14. Endstation : Brakmum^ nicht djs aligegenvirtife p^trmm br^mA. sondern das «jMvaai. Mi^iniaBi brmkma^ wtichts als hkytnm Terg&nglicb ist. Kratmmmmtti^ 15—16. Die aber Br. unter einem pratit4Mm Tereliren. haben andern Lohn.
1—3. ( Parttvidifd) Identit&t der erlösten mit der in Unwissen. Lei- den, Yergtnglichkeit gebundenen Seele. 4. Umio w^tica. 5—7. (Äpararid^.) Charakteristik des «nnTollkomment Erlöst^L 8—9. Die „Wünsche** ^Chind. 8j2) des Erlösten. Freiheit desselben. 10-14. Ob der Erlöste Organe {mmmoM vesw,) besitze? 15—16. Wnnderkrifte desselben; Beseelung mehra^er Leiber zugleich. 17—22. Sein atfraryasi und dessen Schranken. Schilderung Ton J^roAjiKi- loka. Nachdem ihm dort das Sam^agdar^amam zuteil geworden, geht auch er in das eirige, vollkommene Nirränam ein.
II. Zweck des VHldnta: ZentSmng eines
anKebornen Irrtums.
1. I)<»r GrundpiMlanke d<»s Vodiknta und seine Vor- geschichte; Blick auf verwandte Theoreme de<i
Okzidente.
In der Kinleitun^. welche <,ankara (p. 5 2l^) feinem Kom- mt»ntare üImt die Iirahmasütru*H vorauss<*hickt, fuhrt er un* sofort auf die (frundans4*hauun^ des Systems, indem er «lle* empirisrhe, physische \Viss«Mi fiir ein Nichtwissen "Aridffi erklärt, welchem er die M(*(aphysik des V«Hii\nta ml» ia^ Wissen Viihjoj ent;ri»^enstellt. — Khe wir der Auffführunc die>es <tiHiank«*ns näher tn*t«*n, wollen wir an einige« erinnern« w<*l(*h(»s ^eeiijrnet ist, dit* philosophische li^nleutun^ dessribeo und damit die de< in ihm wurzelnden Vefh\nta8ysteme9 in« Lirht zu s»'tzen.
I)er <iedanke, daf< die empirische IMrachtunfi: der N nitht imstande i>t, un** zur letzten Kr^ündun^ de« \V der I>inire zu führen, tritt uns nicht nur b«»i den Indem, ähh dern auch in der Philosophie de*^ Okzidents in manni^acber Form eni^e;:i-n: Ja. ^etiau lH»ira<hlet, ist dieM»r (ledanke di^ eipMiiliche \\ ur/e| alN-r Metaphy>ik. sofern ohne ihn über- haupt k«nnt* Metaphysik entstehen oder h«»stehen kann. Dens w«»nn «lie «•mpiriM-h«» «mIit physisch«* Forschung imstande uär«\ uns das uahre und inn«*rste \\'es4*n der Natur zu cot* hüllen, «o uünh'ti uir nur auf diesem We^e fortxuscKniteB halH'ti. um zulet/t /um inhe^rritfe all«T Wahrheit zu geianieni;
II. Zweck des Ved&nta: Zerstörung eines angebornen Irrtums. 49
das Endresultat würde eine Physik (im weitern Sinne, als Lehre von der ^icjic) sein, und zu einer Metaphysik wäre weder Veranlassung noch Berechtigung. Wenn daher die Metaphysiker alter und neuer Zeit, von dem empirischen Wis- sen unbefriedigt, zu einer Metaphysik fortgegangen sind, so erklärt sich dieser Schritt nur aus dem mehr oder weniger deuthehen Bewufstsein, dafs alles empirische Forschen und Wissen zuletzt nur auf eine grofse, in der Natur unseres Erkenntnisvermögens begründete Täuschung hinauslaufe, über welche uns die Augen zu öffnen die Aufgabe der Meta- physik ist.
Dreimal, soviel wir wissen, ist diese Erkenntnis in der Menschheit zimi ursprünglichen Durchbruche gelangt, und jedesmal, wie es scheint, auf verscliiedenem, durch Zeitalter, Nation und Individualität bedingtem Wege; das eine Mal bei den Indern, von denen wir reden wollen, das andere Mal in der griechischen Philosophie durch Parmenides, das dritte Mal in der neuem Philosophie durch Kant.
Was zunächst den Eleatischen Weisen dazu trieb, über die Welt als „xi [jl-^ 5v" zu der Erforschung des „Seienden" hin- auszugehen, das scheint der von seinem Vorgänger Xenopha- nes geltend gemachte Begriff der Einheit des Seins, d. h. der Einheit der (von ihm ^ed<; benannten) Natur gewesen zu sein, dessen Konsequenzen Parmenides mit unvergleichlicher Energie der Abstraktion nachging, der Natur den Rücken kehrend, daher er sich auch den Rückzug zu derselben ab- schnitt.
Zu derselben Erkenntnis gelangte auf ganz anderm Wege Kant, indem er, mit deutscher Geduld und Gründlichkeit, das menschliche Erkenntnisvermögen einer kritischen Analysis unterzog, eigentlich oder angeblich nur, um zu prüfen, ob dasselbe zur Erforschung transfcendenter Dinge wohl das ge- eignete Instrument sei, wobei er jedoch die höchst merkwür- dige Entdeckung machte, dafs unter anderm drei wesentliche Bestandstücke der Welt, nämlich der Raum, die Zeit und die KausaUtät, nichts anderes als drei dem Subjekt anhaftende Formen des Erkennens, d. h., physiologisch gesprochen, an- gebome Funktionen des Gehirns sind; hieraus folgerte er, mit
Dbvmbv, Yedinta. 4
50 Einleitung.
unwtM^erlicIuT Kons4M|u<*n/, dafs die Welt, wie fue in Kaux& und Zi'it sich uusliriMlet und in allen ihren Krecheinunfrfn im <in>rst«*n wie im Kleinsten durch den kausalnexus verknu|ift ist, in (liest r Form nur fiir unser ErkenntnisvertnößfO vor- handen, weil durch dasselbe bedingt ist, dafs sie mithin nur „Erscheinungen**, nicht dad Wesen der „I> in f^e an «»ich** uns otfenbart. Was das letztere siü, das hielt er, den iUick nur auf di«* Uufsere Krfalirun^ als (Quelle des Erkennen«^ neb* tend, so lange wir auf Erkenntnisformen wie die unfern an- gewiesen seien, fiir unerkennlmr.
I)it»se Mt*thoden des griechischen und dtnj deutschen I>efk- kers, so 1>ewunderungswürdig sie sind, mögen iiufserlicb uod kalt erscheinen, wenn wir sie mit «lern Wege vtTgleichen, auf welchem, wit» wir schon nach dem jetzigen Stande der For- schung annehmen dürfen, die Inder zu dersellK^n lirund- anschauung gelangt sind. Ihr Vorrang wird begreiflich, wenu wir erwägen, dafs kein Volk der Erde es mit der Iteligiun ?•' ernst gen(»inm«*n hat, keines sich den Weg zum Heile so sauK hat werden IcL^isen, wie sie. Zum Lohne dafür ist ihnen, «enr. nicht der wissenschaftlichste, so doch der innigste und ud- mittelbarste Aufschlufs über das letzte (ieheimnis dei» >ei]i* gewonlen.
Wie dabei der Entwicklungsgang, der sie zu diesem Zi^-i* geflihrt hat, im ein/rlnen vorzustellen ist, können wir noil. nicht mit li«*stimmtlieit angeben: insl)e8ondere scheint un» fniglich, wie das hi>torische Verhältnis zwischen Brahman udü Att9viu^ den )>ei(lt*n Ilauptliegritfen, an denen die indisch-* Metaphysik erwuch>en i>t, und die schon in den Tpaniähad », sowtMt wir seh<»n, dunhaus als Synonyma gebraucht werdea. zu df*nken ist: <»)> d<*r Iit*gritr des AtmaH aus <iem des lirai- man durch ein»* blof^e Verschärfung «les subjektiven Momei- les, wrl( he»* m ihm liegt, sich entwickelt hat. oder ob air vielmehr /\%ei >cn»mungen zu unterscheiden hal>«*n, eine mehr priesterliche. u eiche das lirahmau^ und eine melir philosophi- sche, u«*l(he dtM) Atman /um Prinzip erhob, bis dann beidr. ihpT .Natur nach naht* verwandt, in ein uemeinsamea Beltr treleitet wurden. Von di<*>en und andt*rn bedenken für jetr: ab>eheiiil. Wollen wir durch t*inige ausgewülilte Beispiele ic
II. Zweck des Ved&nta: Zerstörung eines angebornen Irrtums. 51
der Kürze die mutmarslichen Stufen des Weges markieren, auf denen der indische Genius zu der von uns demnächst darzustellenden Weltanschauung sich erhoben hat.
1. Wir wiesen bereits daraufhin, wie die Inder, ausgehend von einem Kultus personifizierter Naturmächte, die Zentral- kraft aller Kräfte in der Natur, das schaffende und tragende Prinzip aller Götter und aller Welten in jener Erhebung des Gemüts über das Bewufstsein der individuellen Existenz hin- aus, welche beim Gebete stattfindet, d. h. in dem Brahman erkannten, ein Wort, welches noch im ganzen Rigveda nie etwas anderes, als die erhebende und begeisternde Kraft des Gebets bedeutet. (Man kann mit der Geschichte dieses Be- griffes die auf einer ähnlichen Abstraktion und Hypostase be- ruhende des Johanneischen Aiyoc vergleichen.) Von diesem Standpunkte der Auffassung des Brahman als einer im Sub- jekte ruhenden kosmischen Potenz aus nimmt z. B. das Taitti- riyd-Brähmanam (2,8,9,6) eine im Rigveda (10,81,4) gestellte Frage wieder auf und beantwortet sie wie folgt:
,Wo ist der Baum, wo ist das Holz gewesen, ,Aus dem sie £rd' und Himmel ausgehauen? ,,lm Geist erwägend fragt ihm nach, ihr Weisen, „Worauf gestützt sich hat der Welten Träger!" {Bigv, 10,81,4.)
„Das Brahman ist der Baum, das Holz gewesen, .,Ans dem sie Erd' und Himmel ausgehauen; „Im Geist erwägend meld' ich euch, ihr Weisen, „Auf Brahman stützte sich der Welten Träger!"
2. Hieran schliefst sich die Vorstellung, dafs das Brahman
das Innerste und das Edelste in allen Erscheinungen der Welt
ist; es ist, wie die Käthaka-Up. (5,1—3) es ausdrückt, indem
sie den Vers Bigv. 4,40,5 vertiefend imideutet, die Sonne am
Firmamente (hahsah ^ucishadj^ der Gott {vasu, der Gute) im
Lufträume, der Hotar am Altare, der Gast an der Schwelle
des Hauses, es weilt überall, wird überall geboren, — aber
der nur ist vom Leide befreit und seiner Erlösung gewifs,
welcher es, „das Ungebome, un wankbar Geistige" in „der
Stadt mit elf Toren" (dem Leibe) verehrt, in welcher es
wohnt, ringsum die Lebensorgane, —
„Und in der Mitte sitzt ein Zwerg, „Den beten alle Götter an."
4*
»» »^
52 EioleituDf.
3. Ili«*r, „in ih'T Lotosblume <if*s IIf*rzen$(*\ ist dan Brahnuin nun nirlits an«lon»s, als cIit Atman^ d. h. die Seele, wörthrh ,,das Si'lhst". Wir wählen als Heispiel Ckämlotjyn'Vp. .1.14:
,,<M*wirslirh <li«*ses WtOtall ist Hraliman: als TajjnUtH |ic „ilmi wiTd«»ntl, vertr«'lH*nd, atni«*nd) soll man «•« ehr*»n in d»-r „Stille. tM»is( ist sein Stoff, Leben sein I>*ib, Licht M^n^ ..^testalt: M»in Hatschlufs ist Wahrheit, sein Selbfst die In- „endlichkeit [wiVrtlieh: der AiherJ: allwirkend ist er, all- „uünseh«*nd, allrieehend, allschmeckend'^ das All um(a.<i<&«*nd. ,>rl»wt»iiren«L unbekümmert: — di<»ser ist meine Setde 'atman „im innern Harzen, kleiner als ein Reiskorn oder ^fer«t»-nkoni „od«T StMifkorn oder Hirsekorn, cnler eines Ilirsekomii« K^rrr. „ - dies«T ist meine Seeli» im innern Herzen, gröfs4»r b1* di* „Krde, «rrr»N«T als der Luftraum, ^n')fser als der Himmel, ,.irn'»fsf»r al< diese Welten. — Der All wirkende, Allm*üns<*hend^. ,.AIIrieeh«»nd»», Allschmrekende, das All l'mfassende, Sch»«^- ,.tr«*nd«', rnb«»kümmiTtf, <ii«»ser ist meine Seele im innern H»^- „/«•n. die*i«T i-^t das Hraliman. zu ihm werde ich, von hier a>»- „^«•li«-id»'nd. «intTt-hen. \\ em dieses ward, fiirwahr. der zwh- ..fi'lt hichi ! - Also spra<h randilya, Tandilya/*
4. ha** /ul«*t/t «Tuälmtr Kin^i'hen in das eigene S«»lh*t na<'h drm TihI»' ^**t/.{ «liis r»«*uuf'*t^fin eines rntersc'hi«*^!«-» \orau< /Hi<th«ii dnu «'mpirixlH'n Selbst, d.h. der I^ihlirh- kf ic , und d«'m h«'Mh'*t«*n S«*lbst fmranmimtwj ^ welche- dl»» S«M»|i«. d. h. tJott i*»(. iMi'«^«» rntfrseheidung ist dc^r Iteutri- •»laini ♦•in«T r»fl«'lirunir, w#»lrh«* (luimlotfiia»l'p, H,7-12 Prajäpati «ii'in Indru «Tt^Mlt, und in diT «t ihn von Stufe xu Stuft» tu iiiim**r ualir«T«T l!rk«i»ntiii< «rnporfiihrt. Auf die Fniiye: ,,\Va* i-c da^ Si-jb^tV" lau(«c <lii« närhst«» Antwort: 1) „iHu* S^IM i-^t «hT L«ib. ui#» «T in d«T Ab*.pi«»^«»lunir im Autji*, im Wa*- >**r, im Spi«'t;«»l '<i*-li dar^(«*llt.'* Auf die Knti;ei;nunir. daf« dtinn da- Si-U»-! aurh \oii d»*n tlrbnM'ht'n und d*»m Interipanir <!••< l.i'ib«*«* imtbftrotrfii wiTd»». rrfolLjc die zwi»it»» Krkläninc: IM ..I>a-» S»*|b««t !*.( dl»* .'^«'«•|«\ uir sir sieh im Tniume erjpotit.- Auf da- H«*dfnk«*ii, daf< di«» triuimt^ude S«M»le, wenn nicht
»' \i.l.r* M *! ü.r mu\ nlU-nU-D: Hri.|.l!.i«. S. :il.; tkI. jcdocli Hr;L
II. Zweck des Yed&nta: Zerstörung eines angebornen Irrtums. 53
leide, so doch zu leiden glaube, heifst es : 3) „Wenn einer so „eingeschlafen ist ganz und gar und völlig zur Buhe gekom- „men, dafs er kein Traumgesicht erschaut, — das ist das „Selbst, das ist das Unsterbliche, das Furchtlose, das Brah- „man." Auf die Einwendung, dafs in diesem Zustande das Bewufstsein aufhöre, dafs er somit ein Eingang in das Nichts sei, erwidert endlich Prajäpati: 4) „Sterblich, fiirwahr, o Mäch- „tiger, ist dieser Körper, vom Tode besessen ; er ist der Wohn- „platz für jenes unsterbliche, körperlose Selbst. Besessen wird „der Bekörperte von Lust und Schmerz; denn weil er bekör- „pert ist, ist keine Abwehr möglich der Lust und des Schmer- „zes. Den Körperlosen aber berühren Lust und Schmerz „nicht. — Körperlos ist der Wind; — die Wolke, der Blitz, „der Donner sind körperlos. Sowie nun diese aus dem Welt- „raume [in welchem sie wie die Seele im Leibe gebunden „sind] sich erheben, eingehen in das höchste Licht und da- „durch hervortreten in ihrer eigenen Gestalt, so auch erhebt „sich diese Vollberuhigung [d. h. die Seele, zunächst die im „tiefen Schlafe] aus diesem Leibe, gehet ein in das höchste „Licht und tritt hervor in eigener Gestalt; das ist der höchste „Geist." — -
In ähnlicher Weise gelangt die Taittiriya-Up. 2,1—7 von dem körperlichen Selbst, indem sie ihm eine Hülle nach der andern abstreift, zuletzt zu dem wahren Selbst. Sie unter- scheidet: 1) das aus Nahrung bestehende Selbst; in diesem steckt wie in einer Kapsel 2) das odem-artige Selbst, in die- sem 3j das manas-artige Selbst, in diesem 4) das erkenntnis- artige Selbst, in diesem endlich als innerstes 5) das wonne- artige Selbst. „Fürwahr, dieses ist die Essenz frasaj; denn „wer die Essenz erlangt, den erfüllt Wonne; denn wer möchte „atmen und wer leben, wenn in dem Weltenraum nicht diese „Wonne wäre? — Denn er ist es, der Wonne schaffet; denn „wenn einer in diesem Unsichtbaren, Unkörperlichen, Unaus- „sprechlichen , Unergründlichen den Frieden, den Standort „findet, dann ist er zum Frieden eingegangen; wenn er hin- „gegen in ihm [wie in den vier ersten, noch] eine Höhlung, „ein Anderes annimmt, dann hat er Unfrieden; es ist der Un- „friede des, der sich weise dünket."
r)4 F^ioleituog.
f). I>U'^ S<»n)st, in dH»s«'m Sinno, ist nach Chdmdopffa-I'p.^^^JA „flas Sei»»n<l*»*\ „das Kin«» oliiu» Zw«Mti*s", und dfment««pnTh#^.«i wird lirihndortnnjakn'Vp, 2,4,.') alle Forschun^c auf dttH SrIM vrrwies4»n und l)«»scliriinkt: „I>as S«dbsl fumahr. <• Maiir»'\i. „^oll man st»li«»n, hi»n»n, ülMTd«*nk<*n und erforschon: m»«r d** „Selbst sieht, hr»rt, ülMTd»»nkt und erforscht, der hat di»-*- „^anze Welt erkannt." „iMese Wehen, dioise ltf'»iter, di-- „\Ves«»n, dieses all«»s ist was dieses Selbst ist/* Es i*4t d-r Ven»ini«^in«rs|>unkt thiijnwini. für alles, wie der < he^'un f.r die <M»wäss«»r, <las Ohr für di«* Töne, «las Aujre fiir dit» «t-^ stalten, usw.: alh*s aufsiT ihm ist so wesenlos, wie der Sih^li. der v(m einem Musikinstrumente ausgeht ; wer das Instninit»;: er^itfen hat. der hat diunit die ihm entsprin^nden 'I**r.'- miter^rritlen |l. e. L\4,«'» 1 1 1. Ks ist, nach (htindi>ff%fa^Vp, ti,1.4. dasjenitre, au< d«»m die iranze Welt ijf'worden, dessen bK»f«^ Imwandlun^ sie ist: utT dieses Kine 4*rkannt hat. der ha: damit alles erkannt, „^leit'huie, o Teurer, durch einen Tirr- „klunifM'n alles, >Äa< aus Ton lH•^teht, erkannt ist: auf \Vort«T „b«»ruhend i^t die l mwandlun^;, ein blofser Name, Ton nur ist es in W ahrheit !*' -
♦ '». l>»'mir«'nKifs fordtTt un^ di«' Ad-(;>. l.ti auf, „di»» eamv W eil /u Nefseiiken iii <ioti*', d. h. in das Sellist:
..WtT tnr-oLt'iul alli* Wf'.rn im (-iuMi(*n S«»It»»tc fintlft,
..1 ur ilfti cntukrirltt iltT Irrtum, iitui alle« L«*i<lro irbwin<lrt "
und dl»- htiOnihn-f'/'. (4,h» 11 1 warnt davor, eine Vielhnt. • in \on d«T Se#'|e \ ersc'hiedent*s hähu anzunehmen:
.\V.i!> hiiT i«t. i)a- iiiwio •ImiIm'ii hein. «a^ drubeo i^t. Ut hier allri£ . Vom loil zu iiiMi4*rii TimIi' rennt, wer oio WrfrhieJ'oM hier erkraat' > ..Im (ffi-ti* -oUfu nit'ikon -ir. uhlit i-t lii«T Viclboit irgradvir. ..\(in 1<m1 in Tu«l «ini der \i'rMrickt. wer ein Ven»cbi«*d*Det lii«r *:
l.lickf"
T. \'.< uar dii* einfache Kons«*f|uen/ dieser Konz«*ptioneti. u«*nn d«T \**d.inta di«* em{»iri^i-he Anschauung« welche lani^ ♦•ine anf^»'r dem Sellist*» vorhandene Vielheit, eine unahhanjni! \om Sub|»'kt«* b»-sit'h»*nde Welt der t dijekt«» vorspi«»^dt. für tMn |{|*Mid\%*rk ntii»/.i , fiti«* aniTflNirtie Täuschung bkratma «•rklart, b«Tuh«*nd auf einer unberechtigten rberlragunic
II. Zweck des Ved&nta: Zerstörung eines angebomen Irrtums. 55
fadhyasaj^ vermöge deren wir diejenige Realität, welche allein dem Subjekte zukommt, auf die Welt der Objekte, und um- gekehrt die Bestimmungen der objektiven Welt, z. B. die Körperlichkeit, auf das Subjekt, das Selbst, die Seele über- tragen.
Hierüber wollen wir Qankara selbst hören.
2. Analysis der Einleitung des (^ankara (p. 5—23).
„Objekt fvishayaj und Subjekt (vishayinj^\ sagt er zu Eingang seines Werkes, „wie sie als ihren Bereich die Vor- „stellung des Du [Nicht -Ich] und des Ich haben 2®, sind so ,, entgegengesetzter Natur wie Finsternis und Licht. Steht es „nun fest, dafs das Sein des einen in dem andern nicht zü- „trifft, so folgt um so mehr, dafs auch die Qualitäten des einen „bei dem andern nicht statthaben. Hieraus ergibt sich, dafs „die Übertragung (adhyäsaj des als seinen Bereich die Vor- „stellung des Du habenden Objektes und seiner Qualitäten „auf das als seinen Bereich die Vorstellung des Ich habende, „rein geistige Subjekt, und umgekehrt, dafs die Übertragung „des Subjektes und seiner Qualitäten auf das Objekt folge- „richtigerweise falsch ist. — Und doch ist dem Menschen die- „ses, auf falscher Erkenntnis beruhende (mithyä'jnäna-nimittaj^ „Wahres und Unwahres [d. h. Subjektives und Objektives] „paarende Verfahren angeboren (naisargikaj ^ dafs sie die „Wesenheit und die Qualitäten des einen auf das andere „übertragen, Objekt und Subjekt, obgleich sie absolut ver- „schieden (atyanta-viviUaJ sind, nicht voneinander unter-
*• Yushmad'Osmat'pratyaya-gocara; Banerjea übersetzt: ^^indicated hy the second and first personal pronouns^*^ und so p. 15,2 asmat- pratyaya-vishayatvdt: „hecause ü (the soul) is the object of the first personal pronoun^^, was jedoch keinen guten Sinn gibt, denn nur Vor- stellungen, nicht Pronomina haben Objekte. ~ Die Seele ist also Subjekt (vishayin), jedoch nicht (empirisches) Subjekt des Erkennens, als welches der ahampratyayin (d. h. das manas^ zu unterscheiden von ahaff^- kartar) figuriert, welchem wiederum die Seele als Objekt (vishaya) gegen- übersteht; Tgl. die Stellen in Anm. 29 und 30 und weiteres im Verlaufe (Kap. XXVII, 3).
* •
«.s<*hoi(l<*n un<l so z. H. 8ap>n : «• das bin ich » « « da« i«t
W'i** man atirh iminiT di«*s«* l iHTtra^Df^ dHini«Teii nuM! (p. IlM 14J(), jiMirnfuIls läuft sie darauf hinaus», dafs ijuali- tiit«*ti (i«*s Kinrn an «*in<'m And«*rn «*rsoh<*in«*n, wi<* wt*nn mat lVrhnutt«T für SIUht hält, oder den einen Mond als z«f^ sieht (j). 14,^> .')!. Mr»;;hrli wird <lies<» irrige rbertra^un^ %on lMnp*n und Verhähniss«»n diT ol)jektiven Well auf die inn«T** Seeh», das Seihst im stnMi^sten Sinne dieses Wortes. dadurcL dafs au4*h die S^ide in p^wissem Sinne Objekt, nämlich <»l^ jekt der Vorstellung des l(*h, und, wie uns4*r Autor hier b^ hauf)tel, keinesw«»jijs etuas Transicendentes, jenseits des« \U^ reiches der Wahrnehmung Liep»ndes fparokshamj i^L**
'* Wi.bri nhj(>ktives. z. Ü. der I^ib. das oioe Mal all Sobjekt. d« andvri* Mml »U l^iiAlitAt di'MfIbi'n hetrarhtet wird. Zur KrliatenniK Ann* dl«* Stt-Ili* p. *Jo>: ..Wie dahiT jemand, wenn e« M*iDeiii Sohne, «eiatr ..<iattin II. d^l schlfcht oder gut grht. KU sagen ptlegt, -e« gebt bei ..««rhlerht (»der gut , und damit (^ualit;iten von Aufüendini^n anf dat ^et „dif Sri'lc. ^^^ln^H^ übertragt |vgl. p. t'»8t».:< fg.). ebeofo aurb utiertrift ^r ..i^)ualit«iti-n d»*H l.cibed. wt-nn rr >4gt: irh bin fett, ich bin Maffcr. vi ..bin «ciü. ich ^trbe. gehe, rpringc-. und ebenso <^ualiUten der Siano- ,,organf. wrun er bJirt [«mIit denkt] «ieh bin «tumm. entmannt, tanb. eis ..äUgig. blind . uiiil cbenh«* die (Qualitäten deü Inneoorgan« [amtäkkaf .. "» wiH'iM, Tgl i'.:t.:{'J|. Verlangen. Wunsch. Zweifel. F'.ntfchluft otw ..»o .il«o ubertrairt er den Vdr^telb-r de« Ich aham}tratitaf^n) aaf dte ..p*>niMiili< hrn TriMben leiliglich ab /u»rhauer ;««U>Ain; beiwohnende .."«•'elf. und unii;«-k*brt die allem zusrhauonde innere ^eele anf dn* lanoi ..«•ican uiül dt»* übrigen" |d. h. aut die Sinnesorgane, den l^ib nad d» <»eg«'n"t.ii»de d«r .\u'.'»eiiw»lt |.
'* p 1 t..'i ..Vratf«' »I*- i«t e4 aber m(»glich, auf die innere Seele, Ah ..•birb uir!.t objf-kt i«>t. (^ualititen diT Objekte 7U übertragen? I^anjrdf? ,.ubeitt.iu't i\**ch , nur , am\ nn \nr ihm «•tebeiide** <U»jekt ein andere» «>^ .jfkt; uml \on diT iiimTn ^«'ele erkläret du ja, dafs sie ?on der Vor- ..«teliiini; i)r« 1hi :.\iibt-I(h| .ibtri-kondert und nicht (Objekt (ich leM ..(ifi%ui<i.i ii«'iJi4ii/'i/' (iwt I ^v\'* Antwort sie ist doch nicht ia . "«inn«* Nicht-nbj* kt . d«'nn »i** i«t dat Objekt der Vontelliuif des Ich* i'ftm«!' -;.r •!.'«/. i»/>i • ri«/ifii/«i. üriiau gent^mmen und nach p. 7s,6, vgL «3üS «•72.1. i'^t mllt-rdinp« ni* bt d*'r .*fiil«/iiM. sondern nur der kartar, d. k dir l*reii<. mit tb!tkti\en («»•i.ilitaten .iUM:e?(Uttete individuelle Seele, aAi ;'iiiryi>/'i • ' i-''<JV'i . ..und du* |t;aii/e) .\nnahme einer innem Seele bcrmhs ..d.tr.iiit 1.1. • Mi> e.u Nicht -Tran«.« endeut«*^ fi/'nroijA«], ist. Aock Ht a uicbt d'^tchuui (;«>t»rndig. da;;» d.i^ obji'kt . auf weichet wir
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IL Zweck des Yed&nta: Zerstörung eines angebomen Irrtums. 57
„Diese so beschaffene Übertragung bezeichnen die Gelehr- „ten als das Nichtwissen favidyäj, und im Gegensatze dazu nennen sie die genaue Bestimmung der eigenen Natur der Dinge" [vasiu-svarüpam, des An-sich-seins der Dinge, wie lÄ-ir sagen würden] „das Wissen fvidyäj. Ist dem so, so ,/olgt, dafs dasjenige, worauf eine [derartige, falsche] Über- tragung stattfindet, von einem durch sie verursachten Mangel oder Vorzuge auch nicht im mindesten betroffen wird" (p. 16,1-^).
Das Objekt der Erkenntnis, die Seele, bleibt also, wie aus diesen Worten erhellt, völlig unverändert, gleichviel, ob wir dasselbe richtig erkennen, oder nicht. Hieraus müssen ^ir schliefsen, dafs der Grund der irrigen empirischen An- schauung lediglich im erkennenden Subjekte zu suchen ist; diesem ist die Avidyä, wie wiederholt (p. 10,1. 21,7. 807,12) versichert wird, angeboren fnaisargikaj; die Ursache derselben ist ein unrichtiges Erkennen (sie ist mithijä'jndna'nimitta, p. 9,3), ihr Wesen ein unrichtiges Vorstellen (mithyä'pratyaya- rupa^ p. 21,7); — alle diese Aufserungen weisen darauf hin, den letzten Grund der falschen empirischen Anschauung da zu suchen, wo ihn allerdings der Vedänta nicht gesucht hat, nämlich in der natürUchen Beschaffenheit unseres Erkenntnis- vermögens. Eine Analysis desselben, wie sie Kant unternahm, würde in der Tat den wahren wissenschaftlichen Unterbau des Vedäntasystemes liefern; und es steht zu hoffen, dafs die Inder, deren noch heute gültige orthodoxe Dogmatik wir hier darstellen, die Lehren der „Kritik der reinen Vernunft", wenn dieselben erst zu ihrer Kunde gelangen, mit dankbarer Ver- ehrung sich aneignen werden.'^
.«Objekt übertragen, vor uns stehe; wie denn z. B. Einfältige auf den ,, Weltraum (dkoQa)^ der nicht Gegenstand der Wahrnehmung ist, die „dunkle Farbe des Grundes u. dgl. übertragen. Ebenso ist es auch mög- „lich, auf die innere Seele zu übertragen was nicht Seele ist/^
'^ Auch der Grundsatz Kant's, dafs die transfcendentale Ideali-
ät der Welt deren empirische Realität nicht ausschliefse, findet
sein völliges Analogen in den Anschauungen (,'ankara's; vgl. p. 448,6:
,, Alles empirische Treiben ist wahr, solange die Erkenntnis der Seele als
^.Brahman nicht erreicht ist, ebenso wie das Treiben im Traume, bevor
:yH Kinleittioff.
Auf df»ni Ho<lf»n dieses natürlichen NichtwiMens sieht nun, nacli rankura, alles mensciüiche Erkennen, mit Aufcnahnif di*r Metapliysik des VinlAnta; also nicht nur da« empirische« d. h. durch Sinnesorgane vermitt4»lte I Hinken de« gewöhnlichen l>^ hens, sondern auch der ^nze ritu<'lle Kanon des Veda mit seinen <iebo(en und Verl)oten nehsl Verheifsung von Ijohn und Stnif«» in einer andern Welt (p. U),+- 17,1 1.
Der näcliste (irund, aus welchem beide, da« wellliche mi*» «las vedische Tn»ilM»n, in die Sphäre des Nichtm'issens vomie- st»n werd<»n müssen, lie<ft darin, daf« sie h4Mde von dem Wahn*» fahhimnna) \\\v\\i frei sind, in der Leihlichkeit dftA Ich ni S4>hen; denn weder ein Erkennen, n<K*h ein Handeln ist m«H;- lieh, ohne dafs man <lie Sinnesorgane und den 8ie tragenden I-eil) als zum Selljste ^ehiirig l)etrachtete '^ und auch d#T rituelle Teil des Veda kann nicht umhin, mancherlei Zustände der Aufsenwt»lt auf die S<»ele irrtümlich zu ü>)ertrajren.*'
. fla« Krwarhen eintritt. Solanftt* nAmlich die Krkeontutt der Kiiüiett mit ..dem wahrcu Selliste nicht eintritt, so Ituire i^t bei keinem ein lievi^tf* ..M'in Ton der (nwAhrheit de« tuf Krkcnntnisnonnen. KrkeDiiUiiH>bj«ki« ..und Werkfi^rht fftTichtctfn Vfrfmhn'ni vorhanden, i^ondern jede Kreaisr „nimmt unter dm Kc/iMchnuneen d<*4 .. Irh" und det „Mein" b!of«« la ..wandlun»r**n für d.i« S«>Ih>t und für Hv^^timmuniren des Selbttet, ond Ui*s ..dngeffen ihre ur^prün^Ürhe Krahman-^^elh^t-heit aufter acht; eb« dabfr ..da« Hewur»t!»ein von der Identitit mit Hrahman erwacht, beliebt alki ..weltliche und fodi^che Tr»*ihen lu K«»rhto.**
*' ]> 17.1' ...\ her wie i«>t ei« m<»K)ich. daf« die KrkenntjiinBitteK Wakr- ..nt'hmuni? n««w . und die | ritu«'Ih-n | Lehrhurher im liereicbe det Kicbt- ..wiotrn*» lieh hetimlen'' -- Antwort: weil man ohne den Waba, dafii ;t ..Leih. Sinni*«orir;ftn4U u<>w. da«i Ich* oder «iMein* hettehe. kein Krkemeadrr ..M'in kann, und (••lülirh «mu (M^hraurh der Krkenntnitroittel nicbl BAfiKi ..i»t. Pt*nn ohne di** Sinnci^orcane zur llüfe xu nehmen, findet eine TiUf- ..ki-it di>?* \Vmhri)i-hm«*tt4 nicht «*tatt. <lie Verrirhtunf; der SianevorfaM „aher i^t ntrht m*»fflirh <dine tin«*n Standort (den l«eih), and ketaerin ..Aktion i<*t m'»f;Ii<-h. «»hne dal<« man das Sein des Sellittet ider Scelr. „i\tm4tn auf diMi Leit» ul>«*rtnii:e. und ohne dafs dienet alles ftattftndet. brt ..der |v<»n dtT KeihÜrhkiMt | unahhani^ifftMi \m*nHtittH^n zu leteo | Se«le in „eine Krkenntni«t4tif{kcit nicht moghrh. ohne Krkenntnistitifkeh ..ffeht das Krkennen nicht \or ticli. Foljilich gehören die Erk« ..mittf*!. Wahrnehmuntr u»w., ^owie du- [erwähnten) LehrbOcber in dra ..lierejch de« Nichtwi«M*n^ **
•• \y 'J«»..'» ..l»rn« w»-nn e« / H. heif>t : her Hrmbmnne opfere«, lo ..fuften derartiite Vor«ebnfti*n darauf, daft sie Kasten, Acnuu^a«
II. Zweck des Vedänta: ZerstöruDg eines aDgebornen Irrtums. 59
Ein weiterer Grund für die Unzulänglichkeit alles empi- rischen Erkennens ist der, dafs dasselbe von dem tierischen Erkennen nur dem Grade nach durch höhere Entwicklung f^vyutpattij sich unterscheidet, seinem Wesen nach aber mit demselben gleichartig ist, sofern es, wie dieses, gänzlich im Dienste des Egoismus steht, welcher uns treibt. Erwünschtes aufzusuchen und Unerwünschtes zu fliehen, und es macht hier- bei keinen Unterschied, ob diese egoistischen Ziele, wie beim weltlichen Treiben, schon in diesem Leben, oder, wie bei den vom Veda vorgeschriebenen Werken, erst in einem jenseitigen Dasein zur Verwirklichung gelangen und somit dessen Er- kenntnis voraussetzen. Ganz anders der Vedänta, welcher im Widerspruche dagegen die ganze Sphäre des Begehrens hinter sich läfst, von allen Unterschieden in der äufsern Lebens- stellung (wenn auch, wie wir sehen werden, nicht ganz kon- sequent) Abstand nimmt und sich zu der Erkenntnis erhebt, dafs die Seele in Wahrheit in den Wanderungsumlauf ("sam- säraj gar nicht verflochten ist.'^ Denn alle jene Gesetze des
,.alter und sonstige Unterschiede auf die Seele übertragen; die Über- ,.tragnng aber ist, wie wir sagten, die Annahme, dafs etwas da sei, wo es „nicht ist."
'^ Die interessante Stelle, welche uns einen Einblick in die indische Anschauung von dem Unterschiede zwischen Mensch und Tier gewährt, lautet im Zusammenhange wie folgt (p. 18,4 fg.): „Auch des- ,.wegen" [gehört die weltliche und die vedische Erkenntnis in den Bereich des Nichtwissens], „weil [dabei] ein Unterschied von den Tieren nicht .^stattfindet. Denn so wie die Tiere, wenn z. B. ein Ton ihr Ohr berührt, „falls die Erkenntnis des Tones für sie unangenehm ist, sich davon weg- „wenden, und, falls sie angenehm ist, sich hinzuwenden, — wie sie, wenn „sie einen Menschen mit aufgehobenem Stocke in der Hand vor sich sehen, „in der Meinung: «der will mich schlagen n, zu fliehen versuchen, und „wenn sie ihn mit einer Handvoll frischen Grases sehen, sich zu ihm hin- „wenden [man sieht, dem Inder schwebt, wenn er vom Tiere spricht, die „Kuh vor, etwa wie uns der Hund]: ebenso pflegen auch die Menschen, „deren Erkenntnis entwickelt ist (vyutpanna-cittäh) ^ wenn sie Starke von „grausifj^em Ansehen mit gezückten Schwertern in den Händen wahrnehmen, ,,sich davon abzuwenden und zu den Entgegengesetzten sich hinzuwenden. ., — Sonach ist, in bezug auf Mittel und Gegenstände des Erkennens, das „Verfahren bei Tieren und Menschen gleich. Allerdings geht bei den „Tieren die Tätigkeit des Wahrnehmens usw. ohne vorheriges (!) Ur- „teilen (vxveka) vor sich; aber, wie mau an der Gleichheit damit ersieht,
fit I KiDleituD|{.
«'fiipirisrhrn Krk<»inions un<i IIaii(li*Ins sind für unn nur -> lanm» ^iilti^:, wi«» wir in «h»in auf ♦•ini»r fulsch«*n lIiertrumiDi! b('nilH>n<lt*iK von Natur uus anhant»ii(I(*n Nic*htwi(iS4*n l>efanir»^ «irul, von wrUliein »»s zum S<lilussf lu*ifst (p. 21 ,7 1: .,Si> «tfht „f's mit <lics«T anfan^los4»n. rmiloMMi, uni4elK)rnfn riM^rtrmmins. „Wfichf ihroni \\ i»s»»n na<h eine falsche Annahme ist, ä1^ „Zustände iU»> Tui»s und di*s (leniefsens (oder I^ideiifi) h»T- ,,v(>rhrin^t und di«* | natürliche! Anschauungsweise aller M«*q- „schrn l)ild«*t, Sit», welche di»' l'rsache des l'nheiU i^l, lu „hesriti<r«»n un<l das \\ isson von der Einheit der S«*ele lu „l«»hrt»n. — das ist der Zweck aller V«»di\ntatext«»." '*
|)i»»s»»n Zw«»ck erreicht der Vedanta dadurch, dafs «»r v*.« d«T Seelr (dem Selbst, tifmnn) alles absondert, was Xicht- Seele, Nicht-Sen)st ist, uml auf dieselbe nur fÜlsohlich iibrr- trap»n wird, also, mit einem Worte, alle CßHuIht^A inler indi- viduali^i«*r«*nde I{estimmun;^(*n. mit welchen anp»tan |n/^i- fiitttm l«*»:>,i». »iiH),;». T.*V.».7| das Hralnnan eben als individuell«» Se«»|#» «'rselHMnt. Solche l imdhfs sind: 1| alle IHn^ und Vi»rliältni'-s«' d»'r Aufsenwelt (vi:jl. Anm. 2tM, -I der aus den irr*dM»n KI»Mn»*i»ten b«»sl«»h»»n«le Leib, l\\ die Imlrii^t'si^ d. h. di«» aN besonder«» \V*»>«»nheiten vor^est«'llten fünf Sinnesor^cac«*
..i^t aut'h bri dfu (i;t•l^ti;^t'^i Kntwickhiui; tnllutt^D 'ryutpaUimatdm^ Mcm- ..«»chcn <li«- Tatik'ktMt d«-^ Wmhiuehnicni u<>w. für jene Zrit [der falackA ..F.rkiMintuio! fMit<*t-hir<lcu i\W uainilicl.e; und wenn hinfcegen zu der Weri- ..ttttitfk' it 114« h (lt>m "«« hriftkanoti nur «*in iolcher. der vorher die Lu- . «ticht f>ii,l,U,i rtworlH't) hat. und kcintT. dt*r nicht die Verbiaduaf ^ ..^•rlf mit drf iiuiirru Wtit «Tkiinut hat. zu$(elab«en wird, to tM ^k ..in dif^cr /uUoiuiik' nicht crfordfrlirh. dal» man die tom VedAalft ta . Icbrnidi'. den llun/or un<l dir übrigen | lV<'f(ienleo ) hinter nicb ..Ton den li.t« r«i hitdcn /\u»« hm Hrahuunen. Kriegern a»w. ..n<hmii;d*' Wahih^-it ubt-r du* \<>ni ><ii^j(/ir«i befreite Seele (erkAant luibf ..henn hi*- kommt Ivi der Itetrauun^ (mit dem npferwerkel nicht mu Am ..«euiliin;;. )A. «te »tt'ht mit «it-rMdhen in NVidrr>|>rut*h. Cnd iadea 4itf ..Kanon der V«>rM !iritten [ nur j ^^^r der Mitanen Hrkenutnu der Seele is ..NNirkuut; ütfht. ^o c*'ht er ub«-r den Kfreirh des Nichtwn»cafl nkh: ..binau«."
'^ M.in \t ri^lriche lur Lehre ton d**r A % idy i D«>ch folgende Scdlca
|. '.♦»'.»' ni».:i. i^j.vj \<k\j. i*.n«..'.. iio.u». MXi. :u-.o.5. rx\,\x iÄnif
4.v».i. tT'..iT j-.;.». :.*'T.i •.•^^l^^ •>i^^J. ^>l^:^ »isinl. »;iu:i,6sn»,U. •^T.l3^ S..I.I. -oT.u. KIT/.'. s*;o.i;.. luVi.i. \\:\2,Ui li:i:i.l2. ua3J&
II. Zweck des Ved&nta: Zerstörung eines angebomen Irrtums. 61
und fünf Tatorgane des Leibes, 4) das Manas^ auch Innen- organ faniafikaranamj genannt, das Zentralorgan sowohl für die Sinnesorgane, als auch für die Tatorgane, in ersterer Beziehung mit dem, was wir Verstand, in letzterer mit dem, was wir den bewufsten Willen nennen, nahezu sich deckend, das einheitliche Prinzip des bewufsten Lebens, sowie 5) der MuJihya präna mit seinen fünf Verzweigungen das einheitliche Prinzip des unbewufsten, der Nutrition dienenden Lebens ist. — Dieses alles, worüber das Nähere in unserem psychologischen Teile, sondert die Metaphysik ab, um die Seele, d. h. das eigentliche Selbst oder Ich, zurückzubehalten, welche als Zuschauer fsakshinj allem individuellen Treiben beiwohnt, selbst aber nur scheinbar durch die Upädhi's indi- vidualisiert, in Wahrheit hingegen mit der höchsten Gottheit identisch imd wie diese rein geistiger Natur, reines Er- kennen fcaiianyam) ist.
Und hiermit berühren wir den Grundfehler des Vedänta- systemes, welcher es unter anderm verschuldet, dafs dasselbe keine eigentliche Moral hat, so nahe eine solche in reinster Gestalt seinem Prinzipe auch lag.^^ Mit Recht erkennt der Vedanta als einzige Quelle, um zu einem wahren Wissen^ zu einem Ergreifen des An-sich-seienden zu gelangen, unser eigenes Ich, aber mit unrecht bleibt er bei der Form stehen, in w elcher sich dasselbe zunächst dem Bewufstsein darbietet, als ein Erkennendes, nachdem er doch schon den ganzen intellektuellen Apparat abgesondert und zum Nicht-Ich, zur Erscheinungswelt gezogen hatte, wie er denn auch, sehr richtig, als Wohnung der höchsten Seele nicht etwa in kartesiani scher Weise den Kopf (über welchen Brih. 2,2 han- delt) sondern das Herz bezeichnet. —
'• Das „ayaTit^aiic to'^ tiXtqoiov aou w; oeäutov" ist eine unmittelbare Folgerung aus der Grandanscbauung des Yed&nta, wie folgende Verse der Bhagavadgitä (13,27—28) zeigen mögen:
„Dieselbe böchste Gottbeit in allen Wesen stebend
,,Und lebend, wenn sie sterben, wer diese siebt, ist sebend.
,,DenD welcher allerorts den höcbsten Gott gefunden,
„Der Mann wird durch sieb selbst sieb selber nicbt verwunden."
02 Hioleituog.
Ind(*ssen ist das <ii*istige fiaiiantfumj^ wie wir ti44it& worden, in uns4»rni SysttMiie eine Potenz, welche uller Br- w<*^ng und Veränderung in der Natur zugrunde liegt, dab«^ auoli z. ]{. den Ptlan/en zugeschrielN*n wird, und üomil eher die allem Seifenden zukommende Fähigkeit der Reaktion gegen äufsere Einwirkungen htnleutet, eine f^ahigk^-iu welche allerdings in ihrer h(>chiiten Potenzierung al« meoMb- Hohes Krk(*nntnisvermögen, als Geist sich otTenbart.
IIL Wer ist zum Studium des Yedänta
berufen?
1. Die Conditio sine qua non.
Die Frage, wer zu der erlösenden Heilslehre des Vedänta zuzulassen, wer von ihr auszuschliersen sei, wird in einer Episode des ersten Adhyäya der Brahmasütra's mit grofser Ausführlichkeit (p. 280-323) diskutiert, und das Resultat ist, dafs alle diejenigen, welche durch das Sakrament des Upa- nayanam (der Einführung bei einem Lehrer unter feierUcher Umgürtung mit der Opferschnur) wiedergeboren fdvijaj sind, idso, falls sie diese Bedingung erfüllen, alle Brähmana's, Kshatriya's und Vaigya's, dafs femer auch die Götter und die (abgeschiedenen) Rishi's zur Vidyä berufen sind; dafs hin- gegen die (^^dra's (die Angehörigen der vierten, nicht-arischen Kaste) von derselben ausgeschlossen bleiben.
Beides, die Ausschliefsung der Qüdra's wie die Zu- lassung der Götter, gibt Veranlassung zu ausführlichen und interessanten Erörterungen.
2. Ausschliefsung der Qüdra's.
Zunächst mufs es, bei dem Prinzip des Vedänta, befrem- den, dafs den (^üdra's der Zugang zum Heile verwehrt wird. Allerdings ist ja das Geborensein in einer bestimmten Raste kein Zufall, sondern die notwendige Folge des Wandels und der Werke in einem frühem Dasein; aber wie der Vedänta
t>4 KiiilcituDf(.
zwischt*n <I«*n «ln*i h<»lit*rii Kust<'n k«*im*n l ntersc^hiiHi nuM ht. so hätt«' «»s in «Irr ««Tst vorn Huddlusmus p^zo^i^neni Kons«-- qiit*n/ srintT Aiisrhauunir»»!! ir« •!••;:*• n , auch den riidra zu/u- hiss«»n; «K»iin aiu*h «»r hat «mih» Scrh», auch iT int Hnüinuin. und c*< ist niclit al»/us«*hcn, warum nicht auch er t^ich i1<*«<><-d h«'wufst ucnh'n und somit an diT frlös4»ndcn Krk«*nntni«i t»-d- nchmcn kann; zumal an«*rkannt wird, daf*« er d«Tf«4db*»n li»^ dürftit: ist (p. .'nr>.M. .'>1T..'»k auch die vom ^tcj^ner ^dteod gemachte lirfahiLTun^ des t iidra zur Krkennlnis (p. :n.\lli in weltli<*her Hinsicht nicht l>estntt«*n wird (p. 317,41. «i«- denn auch s(*in«T von d*T Smriti ^'statteten Teilnahme am Ih*»ren d«*r Jtihnsns und /'iifviw/j's {d»T epischen und myih<>- lopschen titMli<hte| nichts im W'ep» st«*hl (p. 322.14»,
Ah«T diesrÜM» Akk(»m4»dation an die nationalen Vorurteil^, weh-hr die I*hilo«»phen des Vedanfa hestimnit, alle ihre Kr- kenntni^se, und wäre i»s in der irezu unirensten \Vei<c», au* dem Veda abzuleiten, macht es ihnen auch unm<*>^lieh« d*-D t/ndra zuzulasM»n; denn Vorbedingung fiir die Vedäntafur- schunir i*<t Studium des Veda und Kenntnis 8«>ines Inhaltr*» Ip. I)l»i.l*K fiir «lies«' \\i«M|«Tum das l'pnuntjiwtuH tKinfiihruDC iH'i «'in#»m L#dinTL zu w«dch«»m d«T < üdni nicht ^elani^^ kann ip. .JlT.J. .'»l^M»!. dalur auch das ttesetz smrtit \ef- birtft, den V«»da au<h nur in der tiep^nwart eines (.'lidra ra |f«i»*n fp. :»22.2.»*»l.
llhTan ^rhliefst «^ich di«» Kp»rterunir einiger im Veda ttelh^t vorli»'ir«'iid«T Füll«*, in u«'|i-hen rine L«'hre an!»chein«*nd etneiD t iidra od*r «nit-m Mann«* von zweifelhafter Kai(te mitgrietii wird.
l»rr «T'-t«' b«»tritn dw Sumvttrifti-vitlift'i, eine (an AnaiimeiK« «TiiUM-rndci 'lli*'<>ri<* \on \'tn/n iWindi und Prtima llklemi ai« d»'ii ..wi .'Vtiri/'t^r* (an *»irh liatf^Tiu ••in«Tseits der Elem«*nir. ah«i»T-«-ii-» d»T l.«'bfij<ori:aiH*, urK-li*» (liand. 4,1—^^ Kaikva dem .laiiavruti ini(t«*ilt. iia< hd«*n) rv ihn d(K*h vorher miedH*« h«»|t ••ifi«!! t, iidra :r»'nannt hat. ■
»* Ptr WortUiit »i;»»*«T L«srfn»lr. «»lehr m M»hr dnutitcher W< .-('ii;t. «>•• i'-r K«>nhtT |ir.i^nia(ro. und ».irt* vT tiorh fo elend, b6lMr tlt^ jiU ilrr Uftrhvtr uu>l \^*-i*\ «1«T i'» ni< lit kennt, i>t f<ili*rniler iChAad. 4*1~. .
III. Wer ist zum Studium des Yedänta berufen? 65
Dem gegenüber erinnert Qankara zunächst daran, dafs ein einzelner Fall noch keine Regel bilde (p. 317,9), und dafs, was vielleicht für die Samvarga-vidyä gelte, darum noch nicht
,,Jäna(ruti, der Enkelsohn [des Jana^ruta], war ein gläubiger Spen- ..der, viel schenkend, viel kochend. Er liefs allerwärts Herbergen bauen, ..damit sie von überallher bei ihm speiseten. Da flogen einst Gänse [oder: ..Flamingo's] in der Nacht vorüber. Da sprach die eine Gans zur andern: ..(He da! Blödängige, Blödäugige [siehst du nicht?], dem Himmel gleich ..ist Jäna^ruti's, des Enkelsohnes, Glanz ausgebreitet; den rühre nicht an, ..daran verbrenne dich nicht.» — Zu ihr sprach die andere: «Wer ist ..denn der, von dem du redest, als wäre er ein Raikva mit dem Zieh- .. karren!» — uWie ist denn das, mit Kaikva mit dem Ziehkarren?» — ..«Wie [beim Würfelspiele] dem, der mit dem Krita -Wurfe [dem höchsten] ..gesiegt hat [oder etwa vijitäya von vij, vgl. Rigv. 1,92,10 vijah], die nie- ..dem Würfe mit zugezählt werden, so kommt ihm [dem Raikva] alles „heim, was immer die Geschöpfe Gutes tun; und wer weifs, was er weifs, ,.voD dem gilt das auch.» — Dem hatte Jäna^ruti, der Enkelsohn, zuge- ..hört. Sobald er aufgestanden war, sprach er zu seinem Truchsefs [der ..ihn pries, in der Art, wie später die Vaitälikd's zu tun pflegen]: oDu ..redest ja [von mir], als wäre ich ein Raikva mit dem Ziehkarren.» — ., oWie ist denn das mit Raikva mit dem Ziehkarren?» — «Wie dem, der ..mit dem Krita -Wurfe gesiegt hat, die niedern Würfe mit zugezählt wer- .,den. so kommt ihm alles heim, was immer die Geschöpfe Gutes tun; ..und wer weifs, was er weifs, von dem gilt das auch.» — Da ging der ..Truchsefs aus, ihn zu suchen. Er kam zurück und sprach: «Ich habe ..ihn nicht gefunden.» — Jener [Jäna^ruti] sprach zu ihm: «Wo man einen „Brähmana [prägnant, wie Brih. 3,5,1. 3,8,10] zu suchen hat, dorthin ..gehe nach ihm» [in die Einsamkeit, in den Wald, auf eine Sandbank ..im Flusse, in eine abgelegene Gegend, — wie der Scholiast erläutert]. — ..Da safs einer unter seinem Karren und schabte sich den Aussatz. Zu .,dem setzte er sich nieder und sprach: «Bist du. Ehrwürdiger, Raikva ..mit dem Ziehkarren?» — «Freilich bin ich der», antwortete er. — Der ..Truchsefs kam zurück und sprach: wich habe ihn gefunden.» — Da ..nahm Jäna^ruti, der Enkelsohn, sechshundert Kühe, eine güldene Hals- „kette und einen Wagen mit Maultieren, ging zu ihm hin und sprach: ..«Raikva! da sind sechshundert Kühe, da ist eine güldene Halskette, da ..ist ein Wagen mit Maultieren ; belehre mich. Ehrwürdiger, über die Gott- ,,heit, die du verehrst» — Ihm erwiderte der andere: «Oho! für ein Ge- ..schmeide und Gefähr, du ^üdra! Behalte sie für dich, mitsamt den „Kühen.» — Da nahm hinwiederum Jäna^ruti, der Enkelsohn, tausend ,.Kühe, eine güldene Halskette, einen Wagen mit Maultieren und seine ,Tochter, die nahm er, ging hin zu ihm und sprach: «Raikva! da sind „tausend Kühe, da ist eine güldene Halskette, da ist ein Wagen mit ,.MaultiereD, da ist ein Weib, und da ist das Dorf, in dem du sitzest; — „belehre mich. Ehrwürdiger 1 » — Da richtete er ihr [schamhaft gesenktes]
Dxunniv, Vedint*. 5
|V4) Kinleituog.
auf alU» ancliTn zu ülMTtrairen a*'i {\k'M>^A\i »odann »Wr b»*- liau|M<'n Sutram und Scliolion (|>. :»1.\«;. :»I^.14>), daf« J.'üJr»* im vorlH'p»n<l«»n Fall«» nicht im üla'rli«-fi'rU'n Sinne ^rmdkarika . son<l*Tn im «»lymoloj^isrlien Sinne ^artiyiivt'irilat , aufzufai^Mi: sei: woil nämli(*h Janavruti aus Schmerz /tm-cö' üIi«t Ah* Iierahs(*t7.«*n(l(' U4*<ie der <«an8 zum Uaikva ^<>laufen M*i dn- (Ini-ra . d«»sw«»j;jrii urrde er von <lipsem Itit^hi, der durch übernatürlicli«' K4*nntnis von dem < tesc^hehenen unterrichtK p»wesen sei und dies4»s liahe an d«m Tag \vfiei\ wollen, ,.^»- tirtr" |!l genannt. — Kin hiemuf ip. .*Ml^-,i2t>> folgi^nder di- rekter H«*w«*is« (lafs Janavruti «*in Kshatriya gewesen i^ei« darf wohl als gänzlich mifslungen liezfMchnet werden, sofern der- sflh«» durch allerl«*i Künsti*leien walirscheinhch zu nuu-li^n >uchi. «lafs dfT in der SamvargavidyA (ditind. 4,l\^*\ erwähntf Abhipratärin ein K>hatriya gi»wes<»n w*i, — und also d<>ch wohl auch Janavruti, da er in dersellM*n Vidyä erwkhnt wfrdf|!l. Kh«T läf>t si<'h hören, was Taiikara bei diex^er^t«^ h*gf>nh«*it g«*lt4*nd macht, dafs «lanacruti ein Kshatriya gpm'r«m <»»in müss«», ucil er ein4'n Truchsefs (kahnUar) um sich habr Ip. 'L^^MM: — wi«' dem auch s«'i, fiir un« twweist die ganz»* mit Kif*T g«*führt«* rnt4Tsui>hung nur, dafs es fiir die Zeit de« t.'ankani un<l auch fiir die des Hadarayana keinetsweg» (ur s«dbstvt*rstän<llich galt, dafs t^in Mann von fürstlichem Reich-
. Aiiffr^icht in die* Hohe uml »prarh: »I^a ftchh*|>pt er jme da |die Kakf .tierIxM' <. i'itlra. «Itirch «lie;^«* AofTc'^iicht alltfio hättett da mirk wtm ..'^l*rrr)ifii iTflirarlit.» Pas nind die HnikTaparoA g«oanntea (iMrfrr' ..im Lande d«*r .Mah^^rioha's, wo «t ihm [auf teine VeraoUasuaf | «olwic - ..Tod VT sprach zu ihm *' -
Nun f«>lfft im Munde deii lUikva die Stt^^rargarid^, weirk« jtdad /ur «i»rh«*rir<'henden Kriahlunir Dicht die mindeste Heziehnsg bal, so dai« man ihr, eben*«) pA^»»>nd. bt-iuAht* jeden andern Al»«rhoitt aas d«a Vf% iii^hjid^ ouliMitiiirrrn konnte. Auch die SvAtematiaieniiiit in Aalaaf . Am Lefrnde «nn K^pt-vd nn*l AhhipratArin io der Mitte mit ihr^n Trialitakk Vvrnrn. und die VeihiMikunff «.yi' tram redn" am Srhlunae t; tur, d^i-* «ir fi hier, wie no oft in den rpaiii»had*s, mit xwct ahhftnk'itr**ii Mücken /u tun hahrn. die ur>pruoichcb, vieUeicbt aar. «tti in bt-iilrn der Krtta-Wurf vorkommt, nel»eDeinaDderKe»tellt, voa »patrni Hr<laktor unbeM>h«*n» terknupft und «on der Kolgeseh (s. B t jiikara p l<^*».7) au'^drurklich aU zu>ammenfreb«>riK aufriebt «urden.
III. Wer ist zum Studium des Ved&nta berufen? 67
tum und Gepränge, wie Jänapruti, kein Qüdra gewesen sein könne, was in kulturgeschichtlicher Hinsicht von Interesse ist.
Ein weiterer Fall ist der des Knaben Satyakäma, wel- chem seine Mutter Jabala erklärt, dafs sie ihm nicht angeben könne, aus welcher Familie fgotramj er stamme, da sie sich in ihrer Jugend mit zu vielen eingelassen habe. Mit kind- licher Naivität berichtet dies Satyakäma (dessen Name, wie M. Müller passend erinnert, ^Ckrtkifirfi bedeutet) dem ihn nach seiner Familie befragenden Lehrer, welcher findet, dafs nur ein Brahmane so aufrichtig sein könne, und ihn als solchen in die Lehre aufnimmt.'^
In dieser Geschichte finden Bädaräyana (p. 321,5) und (/ankara (p. 321,6) eine Bestätigung dafür, dafs der (,'üdra
»* Chandogya-Upanishad 4,4: ,,Satyak&ma, der Sohn der Jab&Iä .^sprach zu seiner Mutter: «Ich will, Verehrliche, als Brahmanenschüler „eintreten; sage mir, aus welcher Familie ich bin.» — Sie sprach zu ihm: „«Das weifs ich nicht, mein Junge, aus welcher Familie du bist; in meiner „Jugend kam ich viel herum als Magd; da habe ich dich bekommen; ..ich weifs es selbst nicht, aus welcher Familie du bist; ich heifse Jabäl& „und du heifsest Satyakäma; so nenne dich denn [statt nach dem Vater] „Satyakäma, Sohn der Jab&lä.« — Da ging er zu Häridrumata, dem ,,Gautamer, und sprach : « Ich möchte bei Ew. Ehr^'ürden als Brahmac&rin „eintreten, Ew. Ehrwürden wollen mich aufnehmen!» — Er sprach zu „ihm: «Aus welcher Familie bist du, mein Lieber?» — Er sprach: «Das „weifs ich nicht, Herr Lehrer, aus welcher Familie ich bin; ich habe die „Mutter gefragt; die hat mir geantwortet: ««in meiner Jugend kam ich „viel herum als Magd; da habe ich dich bekommen; ich weifs es selbst „nicht, aus welcher Familie du bist; ich heifse Jabälä und du heifsest „Satyakäma. » » So nenne ich mich denn Satyakäma, den Sohn der Jabälä, „Herr Lehrer.» — Er sprach zu ihm: «Nur ein Brahmane kann so offen „sprechen; hole das Brennholz herbei, mein Lieber [das zur Zeremonie „erforderlich ist], ich werde dich aufnehmen, weil du nicht von der Wahr- „heit abgegangen bist.«'^
Im weitern Verlaufe (Chänd. 4,5—9) wird Satyakäma zuerst beim Hüten der Kühe über die vier vierfachen Füfse des Brahman (4 Himmels- gegenden, 4 Teile der Welt, 4 Lichtquellen, 4 Lebensorgane) der Reihe nach von dem Stier, dem Feuer, der Gans und dem Tauchervogel belehrt, bis er dann auch die Lehre durch den Lehrer empfängt, welche „am weitesten bringt.'' — Im folgenden Abschnitte (Chänd. 4,10— 15) ist dann Satyakäma selbst Lehrer des Upakosala, bei welchem sich die übernatür- lichen Belehrungen (ähnlich wie die Wunder des Elias beim Elisa) wieder- holen.
5*
\\>< EiDlcituog.
auszuscliliffsen sfi, du ja SutyakAmu erst zu|felas»sen mer^-. «,iui('li<l(*m f(»<i«ri»<it»llt worden, dafs er kein rüdra ssein könr.^. w«»il VT di«» \Vahrli«Mt i^ospHnlion (I — satyn-racanena (Vtfiratry- nUif'in fürdtlhnntt |. - wir ah«»r mik-liten eher daraus schli«'f'i»*t. dafs man in üliortT Z»»it nocli fn»i<T ^«'darlit hab«». und ßen«*is:t ix«»w(»s«»n sfi, j^«»l»»t;entli('h di«? Frair«» nach dem Brahinan**ntum d<T <i(d)urt auf sicli htTuhen zu lassen, wo ein Hrahmant-ntum drs Herz«»ns und d«T ^ifsinnun^ic vorlianden war.*'
Wie dt»m auch ir^wesen sein map, fiir unsere Autoivn hl«»iht der rü<lra, so hin«re «t sich nidit auf dem WVffp d*T Si*«»|i»nwanderunir zu ein«T hrdi«Tn Kaste erhebt *\ vnn d«r Miltt»ihin«^ der Ileilslehre pänzhch ausgeschlossen. Ilineec**!: wird die (Jn'nz«* d»T Zula^<unjr, die nach unten zu so ♦•nc- her/i«: p4»z()«xen \^i. nach oben hin um so weitherzip«T «»nÄfi- t4Tt, sofern ni<hi nur alle M**ns('lien der drei arischen KaLM^n, sondern auch wi»ii«»rhin die<ir»iiiT nebst den abpi»sehie«l**n**r Ki-hi's zum Studium d«T ••rli'jsendi^n Hrahmavidvü I^Tuf^-t HJnd.
\\. Zulassunt: d«r <M'itt4»r. ihr«* Rolle im Vedanla-
sv>teme.
Man wiird«* irn*n, u»»nn nuin mit der streng moiiistis^htr. L«*hn» unsin»-» Sv«.r«'mfs von ICralmian als dem Herrn Vrarn . d«'ni Allir«*ir»*nwiirtii;«*n <nrvajntn , d»'m Kinen ohn«* Zwfil»-* flmn *v»i atlf ttfif'itfi' , da< I>a<4'in d»T <»iUter -'dtva, dernti für unv«»r»iiibiir liirlt««. \ irhnrlir >iinl dii*s«»nM»n ebenso rea!. \\i«' *\\i' iibriL'«* \\ »'It : ihr ><lii»iiH»xist«qiz, wtdche di»»se lelitrrr hat. koriiint am h il)n<*n /u. und di«* <tr»tter des indi^ch^r. \ nlk-iilaulM'ii«* fd»r«'ii ri--»tlialii'ii übrit:«*ns xdion durch di»-
\ .•' il.ir .1 1 r jM'i'f-Mii.lt r. .iii- lti Aii«jw»-til I»u|M*rr«»n 11. 37»' ^»TT •iiitiT «t* 11) Nam»'j ,. I -> hh li t ija« li **!iri.Iir"' Vt rmutiiii}; ^ #'AtijM/rv«j '.itur »• :/i«- ('i'^ni<':..i-l iit»l W «Im i \ Aiiil) •>>'> «IirM*Ilif-n In«! Stud. I\, I:.*- !•
•' i h n%i .'..1»».7. .\yt-ttimf'it 'iK-k> m-i*ütT>t •J..^.1 1.1«» ; .I/uhw 1»i.»V.* —
lii uif^'rtn Wtrk»- »ir.I -iii'ir iii./ ^•.- Ir«"*! tur i!» n so hart a)*i;rfentftr3 «.•»'*'* "• iT^itm»r»' ;'•• i.ir/fnl»" 'l.rrkt aii*tf»'-|»r« «lirii ; %mj*Ur\tf i>t «irr **'Ib' tii ■Um \\'\ \vun*r*u **tt II.« « Käu i .'•!<«. 7. ^. .%».#• auch m der j». 1»»4>.7 /iUi»rt«:i Mnritt H!. ii.' lltii;*. <> *\A'* fiithait* n
III. Wer ist zam Studium des Yed&nta berufen? 69
Anerkennung des Karma-kända und der Karma-mimänsä ge- boten war, vgl. oben S. 21 fg.) werden von dem Vedänta so wenig geleugnet, wie die des griechischen von Piaton oder Epikuros, wenn sie auch, wie bei diesen, keine besondere Rolle spielen, und die gelegentlich zutage tretenden Vorstel- lungen über dieselben nicht recht zusammenstimmen wollen. Im allgemeinen sind die Götter, an deren Spitze in der Regel Indra genannt wird**, auch für unsere Autoren noch das, was sie im Rigveda sind: Personifikationen von Natur- kräften und Naturerscheinungen, und ein Versuch, sie in die betreffenden Naturelemente zu verflüchtigen* 2, wird in folgen- der Weise zurückgewiesen (p. 309,11): „Die Göttemamen, ,,wie Aditya usw., wenn sie sich auch auf das Licht usw. „beziehen, nötigen nach der Schrift zu der Annahme geistiger, „mit aiqvaryam (Herrschermacht) begabter [den Elementen] „entsprechender Götterwesen; denn so werden sie in den Man- „tra's und Brälunana's gebraucht; und die Götter haben, kraft „ihres ai^varyam^ das Vermögen, als Selbst fätmapj des Lichtes „usw. zu verharren, oder nach Belieben diese und jene In- „dividualität fvigraha) anzunehmen; denn also sagt die Schrift
*» Jndra-ddayah p. 281,8-9. 282,5.7. 287,4 etc. — Einem andern Vor- stelluDgskreise entstammen die ganz sporadisch auftretenden Biranyagarhha- adayd' i^vardh, welche beim Weltuntergange nicht wie die Übrigen Götter und Wesen vergehen, sondern, wie es scheint, nur hinüberschlafen und bei der Neuschöpfung dem igvara behilflich sind; p. 300,3.4.9. 301,1. 303,9; vgl. Hiranyagarhha als prathamaja p. 339,3, als adhyaksha in der nie- dern Brahmawelt p. 1121,13; mahdn (Käth. 3,11) als Hairanyagarhhx buddhih p. 343,3; sarva-karana-dtmani Hiranyagarbhe brahma-loka-ni' rdsini p. 247,6; samashti-vyashti-rüpena Hairanyagarbhena prdndtmand 724,8; und die (raja-) Vaivasvata-ddayd' igvardh p. 397,8.
** (p. 307,4:) „Jene am Himmel befindliche Lichtscheibe, welche, Tag .,und Nacht mächtig schweifend, die Welt erleuchtet, auf diese [und die „entsprechenden andern Naturerscheinungen] beziehen sich die von Göt- „tem, wie Aditya [dem Sonnengott] usw., redenden Schriftworte, wie der ,,gewöhnliche Gebrauch der Worte, sowie auch der Zusammenhang der ,.Schriftstellen beweist; und es geht nicht an, der Lichtscheibe Individualität .Jtigraha) mit Herz usw.. Geistigkeit oder Bedürftigkeit usw. zuzuschreiben, „da es klar ist, dafs sie, ebenso wie die Erde usw., ohne Geist (celand) „sind. Dies gilt auch von Agni [Feuer und Gott des Feuers] und den „übrigen."
70 Kinlfituog.
..Iwi Krklärun^ der Sti?/r/iAmfiwvii-FürmeI [Shadvin^*s-I>r. 1,1 1 .,f/> ]yi(l(ifr (i*s Mulhdtifhr — niinihrh al$ Widder et^i,*- ,jnals rauhtv rr [Indni, wit* runkara zusftzt] Medhäldki, dm ..Kdnra-Spro/s : und di<? Sinriti erziüilt (Mahubh. l,4:ft«T) «.wi«* Aditya als Mann di«* Kunti In^suchte; auch d'w Krd<* u«v. ..luÜM'n nuc'li d«T Schrift h»lire geistige Vorsteher, denn es heiM .,|rata|K Hr. «»,L.'^,2.4| •//#> Krde sprarh* — fi/i> Wn^^er .^sprachni»: und wenn aiicli die Naturelemente« wie da» Ijcht. „in der Sonne usw. ohne <ieist sind, w> haben sie dttch. „nacli dem Vorkomm<*n in Mantra*H und KrdhmanaV, (tötter- „wewn als geistige Vorsteher.**
Als solche „Vorsteher* und „Lenker* fungieren die ItöUrr insb«»son<lere noch lH»i den I^dM*nsorganen fp. l^Mi^ii: drral^h' ätmn ifidriifasifa adhishthaia^ [). TlfH^ll: knranam'im mwo9>trv^m dnatasu), in welch«» sie, nach Ait. Ij?.4, Agni als Kede« Vaim als (Mem, Adittfn als .\uge usw.. eingegangen Kind tp. 42^i,14i; denn wenn auch die Organe zu ihrer Verrichtung an nch selbst tü(*htig '\nktaj sind, so doch nur, wie der \Vag»-n, der n<K'h von einem ()chs«*n gezogen w«Tden mufs (p. 72T,U; d«h nehmen die tiritt«*r da!»ei nicht teil am Iteniefsen tund Lei- den I, welches im KiirpT alh»in der individuellen Se<»le zu- kommt <i». 7i*7,K>: — die tüitter sind nur hfuHja-ujHitaramn' Wim/zi, die Se<*le allein ist bhoktar, ^tenief»er. p. I171MK indem nur sie, vtm <«utem und liiisem l)4*fl(*ckt, Lust und S^^hmen g«»niefst (|). 7'Jx,:W, während die ^iötter von allem l'bel befmt *«ind (p. 7*J>^,ti): wie sie denn auch beim Tode nicht mit den l^*)M*ns(>rgan**n und der Sind«» auswandern, sondern ihre HiUe- leistung zurü(*kziehen (p. 74.\xK um einerseits auf dem Monde mit d«*n (vorülHTgehendi Seligen Tmgang zu pflegen Ip. TaCXTtu anderM'it^ der in das Hrahman eingehenden Se<de durch di« vrrschi«'d«'nen Himmels-Kegiom^n hindurch den Weg zu «etM-c ip. 11 17,11).
Im iilirigen wohnen die tiiitter zwar im höchsten itefiUr «l«*r Hi»rrlichkeit purasmin airvunje jHtdv p. 72H,4), aber ihr tranzes at/^rnryam ist abhängig vom Paramt^ara |p. S17,7i, d«*m „hiH-hsten lifTrn**. d. h. dem Hrahman: diet^e« ist der AtfmiH (das Selb^^t) wie in all«*m übrigen, so auch in des t «Ottern (fi/iMfi dftattim ( händ. 4,^>,7|; es ist der AniMii
III. Wer ist zum Studium des Ved&nta berufen? 71
(innere Lenker), welcher nach Brih. 3,7 alle Wesen, alle Or- gane und so auch alle Götter innerlich regiert, ohne dafs sie selbst sich dessen bewufst werden, daher er, in diesem Sinne, von ihrem empirischen Selbst (devatätmanj verschieden ist fp. 196,3). Der fgvara (Herr), wie das Brahman bei diesen exoterischen Erörterungen mit Vorliebe genannt wird, ist es femer, welcher die Götter, Menschen und Tiere schafft, indem er dabei genau sich richtet nach Verdienst und Schuld der Seele in einem frühem Dasein (p. 492,12) und diesem ent- sprechend die Tiere zu unendlichem Leiden, die Menschen zu einem mittleren Zustande, die Götter zu unendlichem Genüsse bestimmt hat (p. 491,6). Aber dieser „unendliche Genufs'' hört, wie alles aufser Brahman, einmal auf, die UnsterbUchkeit der Götter ist (wie bei Empedokles) eine relative (äpekshikam p. 326,4. 241,14) und bedeutet nur Langlebigkeit (p. 193,12), auch sie sind verstrickt in den Samsära (Wanderungsum- lauf), sind blofse Produkte (vikära p. 195,13. 280,8) und als solche der Vergänglichkeit und der Not ausgesetzt; denn wie die Schrift (Brih. 3,4,2) sagt: „Was von ihm verschie- den, das ist leidvoll" (p. 241,15). Hierauf gründet sich die Berufung auch der Götter zur erlösenden Erkenntnis, die wir jetzt näher betrachten wollen.
Zunächst ist zu konstatieren, dafs die Götter nirgendwo in der Schrift von der Brahmavidyä ausgeschlossen werden (p. 281,1). Zwar haben sie nicht teil am Upanayanam (Ein- führung bei einem Lehrer), aber sie bedürfen dessen auch nicht; denn der Zweck dieser Zeremonie ist nur die Zulassung zum Studium des Veda, welcher den Göttern von selbst offen- bar fsvayam-pratibhätaj ist (p. 281,3). Übrigens kommen auch Beispiele vor, dafs Götter und Rishi's Brahmanenschüler wer- den, wie Indra beim Prajäpati (Chänd. 8,7—12) und Bhrigu beim Varuna (Taitt. 3,1). Auch den Göttern wohnt, zum Zwecke der Erkenntnis (nach Eäth. 4,12) der Purusha (Brah- man) „eines Daumens Breite hoch" im Herzen, — wobei natür- lich für die Götter die Breite eines göttlichen Daumens zu verstehen ist (p. 282,1).
Weiterhin sind aber die Götter der Erlösung fähig, weil sie nach dem Zeugnisse der Mantra's, Brähmana's, Itihäsa's,
72 Kialeitunir.
I^l^l\na's und (lt*r V(>lksni<*inun|i: Individualität ^tiffrahatnUram iM'sitzen jp. 2>^M»|, und sie sind derM»lben bedürftiic. '^«•d ihn* Marht vthhuti in d«'n HoHMch d<»H Wandelbaren $s«^irt und somit vtT^äntclich ist jp. 2>^),7).
<M»iri»n dit*s«» ))4*id<*n B4'stimmun^«*n erheben «ich nun 9l\w^x sehr srhw*»n* Hinlenken.
Krste Kinw«»ndun^: Die behauptete Individualität d^r <fütter, sapt der Op|)onent, ist weder wirklich noch mo^^hih. Sie ist nicht wirkli<'h, weil nmn die (lötter, die d<K*h zu* ^e^en sind, W4*nn nmn ihnen < )pfer bringt« dabei nicht wahr- nimmt Ip. 2^:1.1)^ und sie ist nicht möglich, weil Indi\i- duen zur selben Z(*it nicht an mehren^n irrten zugleich i«nn kimnen, di«* Knitter aber dies vermr>|(en, indem z. li. dem Indra oft ;:l«*i(*hzeiti^ an verschiedenen i>rten Opfer ee^pendrt werden <p. 2*^L\*<|.
Hierauf ist zu erwidern: ^Jesehen werden die Götter be«n Opfer deshalb nicht, W4*il sie die Macht hab^'n, 8ich unsicht- Imr zu ma<*h«*n ip. 2>^kr»K gleichzeitig alK*r können sie an ver- schi«Nl4»nen < >rtt»ii >ein, weil si«» es vermö^n, ihr Weisen ^attmamy in versf|ii«M|«»iif ttestalten zu z«TteiI«»n |p. 2>*4,4|: denn wenn schon d(T )'o'//N na<*h der Smriti { Mahabharatam 12«ll<*i2i sein«*n Leih verlaufend färben kann, um in den einen Ireslaltec die Sinnendin^e /u ^ri^niefsen, in den andern furchtbaren Kast<*iuntren obzulie^ren (|>. 2><;».'.»k wie viel mehr vemnipTi di«'«i die <M»tter. deren nach einer Ve<ia»telle (Ufih. IVAll n»* er^t :v<»:; und :v«n»:;, aUo 'XV^\. siMiann aber nur X\ leezählt w<-rd*ii. mit d*T Krklärunic, dafs jene |(röfs4*re Zahl nur ihr^ Kräfte fnmitimänns lM*zeichn4*, wie denn auch jene 'X\ wieder auf ein**n /.urü<'k<;«*führt werden, S4ifem ihrer aller We«efi IWthyi, da*^ L4*lH'n (d. h. hi4T: Hralmiani ist (p. 2K(|.
Zu.'it«» Kinw#*n4lunj;: Sin«l di4» Oötter, wie wir» IndiTi* «iuen. M» niü-'^fn -!•• aurh, ^*i«» wir, ^elM)r4»n werden und »ter- h«'n*^ itun \^{ d«»r Vt^la «'HJ^ (im (Jeiste des Schöpfer»» der
*- I* ?V>.7 . •Mit** iTAnx rKlitifff K«'lirfiuDK, di«* Aocb Yon ^'mAkan aicii I «-'tritr. it . «irlrnthr \ox\ ihm ^<•l^«>t an etm>r «ndern Stelle ip. TiSKll i/i'/rl Ai h'lr ffttti i'itrttchtnmnn ta.mtu //A(if«i-«i(/i. tüd ami'trad dnsk^am tt.nlrui klich Jiufcrotfllt «ml. im iwUu (iefuhle. daft, «u deai KavBc hAi )i tarier euft iM. et auch der Zeit nach »eio mors; wofoa 4te
III. Wer ist zum Studium des Yed&nta berufen? 73
ihn „ausgehaucht'^ hat, wie der Vedänta p. 48,6 nach Brih. 2,4,10 annimmt), und der Veda redet von den Göttern. Wie ist dies möghch, wenn die Götter nicht auch ewig sind (p. 285,8)? —
Diese Einwendung nötigt den Verfasser des Kommentares und vielleicht schon den der Sütra's (vgl. 1,3,30), zu einer höchst merkwürdigen Theorie, welche der Ideenlehre des Piaton sehr nahe kommt und, da wir keinen Grund haben, eine Abhängigkeit von der einen oder andern Seite zu ver- muten, Zeugnis dafür ablegt, dafs in der Natur der Dinge etwas liegt, was zu Platon's Lehre treibt, und zu welchem hinzuleiten die Lehre des Inders behilflich sein kann.
Allerdings, sagt er, sind die Götterindividuen vergänglich, und die Vedaworte, welche von ihnen reden, ewig; aber die Worte des Veda, z. B. das im Veda vorkommende Wort „Kuh", beziehen sich nicht auf Individuen (irgendeine ein- zelne Kuh), sondern auf „die Objekte der Worte: Kuh usw." {qahda-artha p. 286,6), d. h. auf die Spezies; und ebenso bedeutet das Wort „Indra" nicht ein Individuum, sondern eine bestimmte Stellung fsthäna-vigeshaj, etwa wie das Wort „General"; wer gerade die Stellung inne hat, der führt den Namen (p. 287,5).
Wir müssen also unterscheiden an den Dingen zwischen Individuen {vyakti p. 286,7 und ebenso noch p. 464,5, wört- lich: „Erscheinung*', „Manifestation"), welche vergänglich, und Spezies (äkritiy d.h. „Form", „Gestalt", „el8oc"), welche ewig sind; p. 286,7: „denn wenn auch die Individuen, wie „Kuh usw., entstehen, so entstehen darum doch nicht ihre „Spezies; denn bei Substanzen, Qualitäten und Tätigkeiten „entstehen die individuellen Erscheinungen fvyaMiJ^ nicht die „Formen der Gattung fakritij^ und nur mit den Spezies, nicht „mit den Individuen sind die [Veda-] Worte verbunden, da „mit letzteren, wegen der Ewigkeit [des Veda], eine Verbin-
Ausnahme vielleicht (nämlich, wenn ihr Quantum im Räume begrenzt ist, was wir nicht wissen) die Materie bildet, welche aber auch, als solche, eine Abstraktion ohne individuelle Existenz ist. — Unter den Griechen bat diesen Gedanken Melissos ausgesprochen, ap. Simplic. in Aristot Phys. fol. 23b: ov yap ««* ^^vat dv-jorbv, o,Tt \kx\ näv ^ort.
74 Kinleituuir.
.,(iunK si(*h iiiclit ann«*liiiu*ii lüfst. Wenn daher auch die In* .jlividu»»n i»iitst<»lH'ii, so sind diK-h die Sp<»zies b*n Worten ^i*^ ..Kuli u<w. i'uiu. und dulier kein Widers|iruch; und ebeii!Ni> ..ist lM»i (<iötiiT-|\amen ui*» Vasu usw. kein Widen^pruilu ..weil die SiH'zies der ^tiiUer eui^ sind, wenn nmn auch ein- ..Hntsteliun^ fiir ilire Individuen unnimmt/'
l>ifS4» rwim»n Spezit»s der l>inge, wie nie in dem Ved^ als di»in unv(>r^än^lich<Mi Ue[KTtoriuni aller Weii^htnt und Kr- k**nntnis nie<ieruele^t sind, sind aWr fiir unsern Autor niih; hiofs«» Formen \*'ikriti, elÄccK sondern der lie^lF dorselbrn spielt gerade so wie In^i Piaton (Soph. p. :?47Ilfg.| hinübt^ in den d«*r wirkenden Kräfte {ndii^ Sjivv^)^ aus denen di«* Welt nach ihrem l'nterpinp* immer wieder neu her%*or|?ehi: p. :Wi:(,l: ,.i>ifS4* Welt zwar ^eht zugrunde, aber so« imi* .,die Kräfte von ihr ühri|i; bleiben, und diese Kräfte sind die ..Wurzel, aus drr sie uitnier hervorgeht: denn sonst würden „wir eine Wirkung; ohnt» Irsache hatten. Nun kann man „nieht annehmen, dafs die Kräfte [aus dent^n die Welt neu „hrrvorjxehtj Vfrs<hie<lener Art [von denen, aus welchen Ne „früher hfrvoruin^l seien. Darum mufs man zugeben, dal« „trotz der imm«T wi«Mierholten rnterbrechung (des Weh- „uuilaufs] für dh* |nru| ei)t>teh<*nden Reihen der WeliriuiDe, „wii* Krde Usw., fiir die Keih<*n der iinip[M*n der lebendm „Wesen. <t«»tt«*r, Ti«Te und Mensehen, und fiir die verschie- „den«*n Zustände der Kasten, Acrama*s, Pflichten und Belob- ,.nuni;«*n in d<*m anfan^losen Sainsära eine notwendige Be- ..stinuntht>it nhntatiaw vorhanden ist, ähnlich der notvei^ „dii;«*n H4*>tinimtheit in d«T Verbindung der [fUnf] Sinnesorgac^ „mit dtMi |ninf| Kl«*m<*nt«*n : denn auch iK^i diesen läfsl sich ..nirht für <li«* j«*4l<*smali«:e Schöpfung die Möglichkeit einer .ViT>ehiiMb»nhfit, «»twa so. dafs es ein sechstes Sinneaorgafi „um! Kl«'m«*nt** ^äb«*. abs^^hm. Indem somit das Treiben ta
** p :w 1:1.1; ßhtn>hthii'tndri%ia-r%j^htiktiii fbeo^o alt Ileisptel d«r l't tn«»i;lir)ik«*it }i I1.\l »ha^hihnn^tn im tnc/nVi-drCAiuya. — Voa ^1 htin»eto|>i«-lrii. um iii(* I Dmi»Klic(ik(*tt zu lit^zncbDeo. kom Wf-rkt* «••r httmihyn-i'Utra • il«*r >M>)in der Infnirbtliareo I p. &i(l,l:t (•i^4l< r i«Ai«iii4im (da« IUH*Dhoni) |> .'»»il.l.l.S. f»#K\i. Vfl. p.
III. Wer ist zum Studium des Yedänta berufen? 75
., allen Weltperioden (kalpaj ein ähnliches ist und es verstat- ,,tet, sich [bei einer Neuschöpfung] nach dem Treiben in der •.frühern Weltperiode zu richten, so schweben bei der jedes- ,,ma]igen Schöpfung den Schöpfern [i^varäh^ vgl. Anmerk. 41] •,die Unterschiede der gleichen Namen und Gestalten vor, „und zufolge der Gleichheit von Namen und Gestalten ge- ,,schieht es, dafs, wenn man auch eine Wiederkehr der Welt „mittels eines Gesamtentstehens und Gesamtvergehens fest- ,Jiält, dennoch die Autorität usw. des Vedawortes keinen Ab- ..bruch erleidet."
Das Vedawort also, mit seinem ganzen Komplex von Vor- stellungen über die Welt und ihre Verhältnisse bildet eine ewige, allen Untergang überdauernde Richtschniu' für den Schöpfer. Derselbe „erinnert sich", indem er die Welten schafft, an die Worte des Veda (p. 297,10), und somit geht die Welt mit ihren konstanten Formen fmyata'äki'itij wie Göttern usw. aus dem Vedaworte hervor (p. 298,2). Natür- lich ist dieses Hervorgehen der Götter usw. aus dem Veda nicht, wie das Entstehen aus Brahman, im Sinne einer caussa materiüUs {upädäna-karanam) zu nehmen, sondern es bedeutet nur „ein Hervorgehen der Individuen der Dinge entsprechend dem Gebrauche der Schriftworte" (gabda'Vyavahära-yogya' ariha'Vyakti-nishpaiiih p. 287,9), welche vor der Welt da waren, nicht nur nach dem Zeugnisse von Schrift und Tradition (p. 288), sondern auch, weil sie die notwendige Voraussetzung des Schaffens sind : denn wenn man eine Sache machen will, so mufs man sich vorher an das Wort, welches sie bezeichnet, erinnern (p. 289,3), und so waren auch vor der Schöpfung die vedischen Worte im Geiste des Schöpfers offenbar, und ihnen gemäfs schuf er die Dinge (p. 289,5).
Aber was versteht man unter „Wort" in diesem welt- schöpferischen Sinne (p. 289,9)? — Wir würden vielleicht antworten: die Begriffe der Worte. Aber diese Antwort kann der Inder nicht geben, da er nicht bis zu einer bewufs- ten Trennung von Begriff und Anschauung durchgedrungen
prdcim api di^am prasthäpitah praticftn api di^am pratishtheta (für „bei dem ist alles möglich*'); dasselbe Bild wie Xenoph. Memorab. 4,2,21 .
7t) Kinlcituog.
ist. Kr aniuorlt't /uiiächst: unl«T Wort venslchl er** hKr iU*n Sphiff't (das AufplatziMi, das plötzliche Bowufstmerden d^r Vorstfllunir b«'im Anhiiren «irr l»urhstab4»n de« \Vort«^i; un*i dit»s«»r li«';;ritr führt zu t»imT Oiskussion, welche nicht ohr.^ lntiT4»sse ist, und die wir hi«T episo^liseh alt$ einen lieitr«:: zur Philos4)phie der Sprache möglichst getreu üb«»rseu»-L Wollen.
4. Kpisod«*: Sprachphilosophisches aus dem VtMlanta (übersfizl aus p. L*HlMO- 21»T,T>.
(I>«T negner. wHrhfr <Ii*d Sphotn TrritMiliKt »prirbt:) „Bei def Ab- ..nähme, dafn die ltiirhhtAlM*D |<iei Worti*« tlie TrAirer seiorr lt«<l««t«zi ..t4Meu|. ist. da (lie^e, |kaiini| futftUodeii. zer>tieb<fo. ein Kolstrbes dft ..iDtli^iilui'ti, wii* ifoUcT usw., aii^ den fwigcn [ Ved4-|Wortrii oicbt »«f ..lieh I>j/ii koDimt. daf« die kauinj «-nt^taodeo zer»lieliendeo fhtt ..fttati**u je nach der Aut^pracho au<l(*ri und wieder aoden Trrttoai»rm ..wrrden So i^t e?i z. It. inof^lich. einen bestimmten Meoftcbeo. anck oba« ..daU m^n ihn bifht, indem man ihn vorh^aeo hört, ao den Tooe aiu h*^ ..Mimmtheit zu i-rkeunen und zu »ugcn: . I>efadatta iieit oder «Yaj&adatt» ..li(*^t>. lud di«*9« rnt|r(>t;euKe»etxte Auffassung der [ nimlicbeo ] Itocb- ..stahen beruht dorh nicht auf Irrtum, indem keine AuffaMOOir Torbaftdei ..ist. welche sie widerlegte — Ihrrh^upt kann mau nicht aanebm^B. 4a-» ..der Sinn rinen Wort«**» aus «Im | blof^en | Ituchstahen erkannt fitrd« ..Denn |cr.«f/icA; Ur!>t t^ich nicht annahmen, dafs jeder einzelne Bttcb*lal« „für Mch den >inn kuml m;icht. weil «>ie «oneiuauder Tervcbieden sind ,.\:u-ftfeM.n] i?t auch (der \V<»rtiinn| k«*ine (hlofüe] Vorstellung der S ..der I{u< hstalx'U. weil dieselben der Id-ihe nach ftdgen (wob€t die ..schon /er>tob«*n sind, «rnn die andern ausgesprochen werden). ^Mebt t- ..uun \i«*llricht \iirtttrn^\ »«>. dafü der letzte Huchstabe, unteninttt t^s ..dem Kindrui k •nfft^kitm . den die iVr/eption der %'orberfebenden Bnck- ..•itaben <-r/Mtgt hat, dm ^inn kund nuicht? Auch dnt febt nkkt ..l>enu [uur| da» Wort selbst unter Voraastetzung der AnfTaMosf der .. Iiu«*h*taben {Verbindung, tut aufgefjfHt den Sinn kund, wie der R«ft(ä ...des»eu zerstiebende und immer neu sich erzeugende Teilrbea ftr sks ...klleiu dir Vor^tt-ltung d«*s Kaurhe^ nicht zu geben TermAgen). Ancb hi ..«•me Autia^>>untf d*« letzten Itiichstabens. unterstützt ton de« Eiadrwtk.
** Wer ' wird ni«-ht ge«af;t. Y'jk i»t der Opponent, ntcbt aber \lk- kara. «m* ('«'well in < olebr. M. K * p. :t7.'). Aum. 1. annimmt; wan tr ma- tf'ilt ist nur d*-r i*yrr,tf..d*h't, nicht der >tti*ihtiHttt, den nacbker i'p^ raf»hst vertritt; wahr<*cheinlich hat t.ankara die ganze f'iikmin« %m dessen Konimentar (tgl. Anm. 17i heru hergenommen.
III. Wer ist zum Studium des Ved&nta berufen? 77
..den die Perzeption der vorhergehenden Buchstaben erzeugt hat», nicht ..möglich, weil die Eindrücke nichts Wahrnehmbares [mehr] sind. — Ist ..es denn nun vielleicht [viertens] der letzte Buchstabe, unterstützt von ..den in ihrer Nachwirkung perzipierten Eindrücken [der vorhergehenden], ..welcher den Sinn kund macht? — Auch nicht; denn auch das Sich- „erinnern, wie es die Nachwirkung der Eindrücke ist, ist eine Reihe [von ..Vorstellungen in der Zeit, — was oben, zweitens, schon besprochen ..wurde]. — Sonach bleibt nur übrig, dafs das Wort [als Ganzes, d. h. sein ..Sinn] ein Sphota [ein Aufplatzen] ist, welcher dem Perzipierenden, ..nachdem dieser durch Perzeption der einzelnen Buchstaben den Samen ..der Eindrücke empfangen und denselben mittels der Perzeption des letz- ..teu Buchstabens zur Reife gebracht hat, in seiner Eigenschaft als eine ..einheitliche Vorstellung plötzlich einleuchtet. Und diese einheitliche ..Vorstellung ist keine Rückeriunerung, die sich auf die Buchstaben he- rzöge; denn die Buchstaben sind mehrere und können daher nicht das „Objekt der einheitlichen Vorstellung sein. Dieser [Sphota, die Wortseele, .,wie wir sagen könnten,] wird bei Gelegenheit der Aussprache [nur] .,wied ererkannt , [nicht erzengt] und ist daher ewig, [sowie auch einheit- ..lich,] indem die Vorstellung der Vielheit sich nur auf die Buchstaben ..bezieht. Somit ist das Wort [d. h. sein Sinn] in Gestalt des Sphota ..ewig, und aus ihm als Benennenden geht hervor als zu Benennendes die ..aus Tat, Täter und Früchten bestehende Welt."
„Hingegen erklärt der ehrwürdige Upavarsha [ein alter Mlm&nsä- und Vedänta-Lehrer, vgl. oben, Anm. 17, und Colebrooke Mise. Ess.* I, 332]: ..Nur die Buchstaben sind das Wort.'*
[Gegner:] „Aber ich habe doch gesagt, dafs die Buchstaben, sowie ..sie entstehen, zerstieben."
[Upavarsha:] .,Dem ist nicht so, denn man erkennt sie wieder als ..die nämlichen."
[Gegner:] „Dafs man sie wiedererkennt, beruht bei ihnen darauf, ..dafs sie [den frühem] ähnlich sind, etwa so wie bei den Haaren (vgl. ad „Brih. 743,2)."
[Upavarsha:] „0 nein! Denn dafs es ein Wiedererkennen [der ..nämlichen, nicht blofs ähnlicher] ist, wird durch keine andere Erkenntnis ..widerlegt."
[Gegner:] „Das Wiedererkennen hat in den Gattungen (äkriti) sei- ..nen Grund.** [Wenn ich wiederholt a spreche, so ist es nicht das Indi- viduum o, sondern die Gattung a, welche in den verschiedenen Individuen wiederkehrt.]
[Upavarsha:] „Nein, sondern es ist ein Wiedererkennen der Indi- ..viduen. Ja, wenn man beim Sprechen, wie sonst bei Individuen, z. B. bei ..Kühen, immer andere und andere Buchstaben -Individuen vernähme, so .würde das Wiedererkennen in den Gattungen seinen Grund haben; dem ..aber ist nicht so; denn nur die Individuen der Buchstaben werden beim , Sprechen wiedererkannt, und [wenn einer das nämliche Wort, z. B. «Kuh»^
7^ KiiiU*ittiu){.
..«H'flt iliuit. Sit] uiiiiiiit iit.-iii an. lUu er xw« imal «lat Wort Knb . a. . r „alirr. tUiH er /wfi Wurtv Kuh au^(re«pri»cht*n habe."
{(iftrntT I ..Al'tT ilie Kurh^tAtioii werden «litrh [«ie olien ff*'lt^l ..({rniarht ! j«* nach iKt Vi*r8rhti*d«*iihrit il(*r Aussprache all «<'r«Nrhtr4«^c« .,v<*rn«iiiim«'n ; <l<Min «nin man (la.s Vorlcicn ^on I>e«Ailatta unJ Yaj&a4a:*A ..am 'I«>n<*. ilurch «la^ hlofho lli»ri*u iinttT<rh«'iili'n kitOD. »o kummt ixi ..dahrr. «I;if* man cinru Intrc^chied vrrMimmi." | I>a« Wir^lerrrk'ti-^ eine** Iliirh^t.it'iMit mtiü aUo i'in Milrhi*«» ilrr Sp(*2i«*!i, uirht «In je aa . il«*r Aii'»»prarh»' ver-rhi«Mli«n«*n Inilt^iiliium!« n*iii |
|I pa«ar»ha I ..rnht*scha(l«t üvr fr**nauiMi Uebtimoitkrit dt% a«f O' ..Um'h<«tal>f*n «ich lM*/i«*henili'n Krk*'nnen>. la!*M*n lirh d^Kh dir Itachtfta.'«': „Imehi'i ti-rhunilen otler |mehr| »retrcniil aus>prfrh«*o ; ood »ouarb hat : ..ver^chiidrnf Aiift'a*>fcunK <ler Huchdtahfn in «l«*r Venrhictlruheit dr» As* .>pnTh«'nilt*n ihren (irtnul. nicht ahfr in der Natur der HurhOaU? „KfriitT aurh drr. wrirher die Verschiedenheit in die Indnido«*« ^'^' .l(tich«taht*n |ttati in die Art ihrer Au»»pnirbe| verleict, muft, «ena er- ..Krk«Mintnt?« tinttflirh werden soll, [/^iinAchM] (iattuniren für die HiBrbftUi<e% ,.anüe(/«'ii und dann »nuehmm. dah dic^e |<iattungen| durch fremde Ka ..tl'iAM* vt■l^clileden aut'i;efal>t «erden, und da t«>t doeb die AnaahBe ajt ..iMufarher \iirzu/ifhrn. dal» hei den Indifidiien der Hurhitabeo durr^ ..frtMhlf Kintliioof die Autt'ii^fiinK d<T Venchietlenbeit . durch ihre eicv^ ..Natur hinf(<'((>-ii da^ W|fd<*rt*rkruucu drrkelben Itedin^t ist. l>eoD dadvri ,.eli*-n wird du* Annahme, als lai^e eine Vtrrtohtcdenheit in deo Hochstar««': ..wid»Tlei!t. tlaM riu Wi«'d«Tcrki*nn«*u dertrlhfn stattfindet."
|(if*irner | ..Aht-r wii» k.inn *•* i^nchchen. daft der Ijiiit ^, weSct— ..dot'h eintT i!*t. /u:;it'it'h ein venchiedi-nartitriT ikt, wenn xur »ritcs /' ' ..nii'hrrn* ihn au^spr«-« hin, und | ehenv» | wi*nu er mit dem Akut, 4«s ..(•r.in«. dim /irkumtltx , mit tlmi Na«a1, uhne Na^al ausfvsprwfc«^
,.»ird ' ■
I pavjir<*ha:| ..Nun. dif^f V«T>rhie<lenheit der Anffma*aaf « n . n:t hl durcli ihr liuchotahcu. »ondrrn durch den Ti»n ,'dAe«iiii; vcTmala.M
■ ••e(»uer I ..Was int d«'nn da*, drr Ton>"
.rpa\arsha ] ..I)a»)fniire. «rlchrn. w^nn man aus der Fme ^^ ..und dtMi 1 httrschieil drr liu< h^tahfn nicht auffaf»t, an dm» Uhr ..iin<l wflrht <• fiD«*n nahi* "^it/cnden vfranlaftt, die [in ihm aelbtt lii ..1 nt«T»rhii-df «if ""trinipfMun un^l ><'harfsinn den liuchttabeii |dic ..auf/uhanu'*'n. 1 n>l an dii->f<. jdi'U 'loh| knüpfen sich die l' ..•ler lM-ti>nrin(; mit •itiri .\kut u*».. iitcht an die fit^cne Natur der hmtk- ..•talM n. iMi* l{itch«tat*fu 4her «t'rd*'n [ unahhauKig vom Too|, tovw wr ..au*Ki*«prochru «••rd''n. wit-dert-rkaunt. Nimmt man die* ab. m hafcn ..die \\ahrn«*hniun;r«*n dtM Ak/fniuatii»n «in«* Kasii, im aodeni Fallt sack: ..«Irnn «a^ «iir Idn hoia)M*n iMMrifft. ^i» «erden »ie nur ..»md t-iu jfd«T \> n sich nirht %cr»<'hu*<len: man muftte ,.da»9 die (ntfrachir i(* tlrr Ak/entuatiuu lu ihrer Verbiadaag asJ Tn»-
III. Wer ist zam Studium des Yedänta berufen? 79
..nuDg lägen; Verbindung und Trennung aber sind nichts Wahmebmbares, ..und man kann sich nicht auf sie stützen, um zur Erklärung der Unter- ..schiede bei den Buchstaben stehen zu bleiben ; folglich würden die Wahr- ..nehmnngen der Akzentuation usw. keine Basis haben [ohne Annahme ..des Tones]. — Auch darein darf man sich nicht verrennen, dafs, weil ..die Akzentuation verschieden ist, auch die zu erkennenden Buchstaben ..verschieden seien. Denn weil die eine Sache Spaltungen zeigt, darum ..braucht sie eine andere, nicht mitgespaltene, nicht auch zu zeigen; wie ..man denn z. B. deswegen, weil die Individuen unter sich verschieden ..sind, noch nicht annimmt, dafs auch die Gattung verschieden sei. Und ..da es somit möglich ist, aus den Buchstaben den Sinn zu erkennen, so ..ist die Hypothese des Sphoia unnötig.^'
[Gegner:] „Aber der Sphota ist gar keine Hypothese, sondern ein ..Gegenstand der Wahrnehmung. Denn in der Erkenntnis (buddhi), nach- ..dem sie [verschiedene] Eindrücke durch Auffassen der einzelnen Buch- ..st&beu empfangen hat, leuchtet urplötzlich [der Sinn des Wortes] auf.^'
[Upavarsha:] „Dem ist nicht so: denn auch diese Erkenntnis [des ..Sinnes des Wortes] bezieht sich auf die Buchstaben. Nachdem nämlich ..die Auffassung der einzelnen Buchstaben [z. B. des Wortes «Kuh»] der ..Zeit nach vorhergegangen ist, so folgt ihnen diese einheitliche Erkenntnis „(buddhi) — «Kuh», deren Gegenstand die Gesamtheit der Buchstaben ..und sonst nichts weiter ist.^*
[Gegner:] ,. Womit beweisest du das?"
[Upavarsha:] „Damit, dafs auch der so entstandenen Erkenntnis ..[«Kuh»] die Buchstaben K usw., nicht aber die Buchstaben T usw. an- ..haftcn; denn wenn der Gegenstand dieser Erkenntnis ein Sphota, ein ..von den Buchstaben K usw. verschiedenes Ding wäre, so würden ebenso- ..wenig wie die Buchstaben T usw. auch die Buchstaben K usw. mit ihm ..etwas zu tun haben; dem aber ist nicht so; und danim ist diese eiu- ..heitliche Erkenntnis [des Begriffes nicht ein Sphota, sondern] nur eine ..auf die Buchstaben sich bezieJicnde Erinnerung.'^
[Gegner:] „Aber wie ist es möglich, dafs die verschiedenen Buch- ..staben der Gegenstand einer einheitlichen Erkenntnis sind?"
[Upavarsha:] „Darauf erwidern wir: Auch ein Nicht -Einheitliches ,.kann Gegenstand einer einheitlichen Erkenntnis sein, wie man ersieht au ,. Beispielen wie: eine Reihe, ein Wald, ein Heer, zehn, hundert, tausend ..usw. Denn die Erkenntnis des Wortes «Kuh» als einer Eiuheit ist, in- ..dem sie bedingt wird durch die Aussonderung des einen Sinnes in den ..vielen Buchstaben, eine metaphorische (aupacäriki), sowie die Erkenntnis „von Wald, Heer usw. es ist."
[Gegner:] „Aber wenn die blofsen Buchstaben dadurch, dafs sie iu ..ihrer Gesamtheit in die Sphäre einer einheitlichen Erkenntnis eintreten, „das Wort ausmachten, so würde zwischen Worten wie jd-rd (die Lieb- „haber) und rä-jd (der König), ka-pi (der Affe) und pi-ka (der Kuckuck)
80 Einleitung.
,.cin Unterscliied niclit gemacht werden, denn es sind dieselben Bnchst«beL „und docli geben sie in anderer Verbindung einen andern Sinn."
irpavarsha:] .J)arauf antworten wir: auch wenn eine Betastaoz „sfimtlicher Iiuchstaben stattfindet, so können doch, so wie Ameisen nn: f.dann. wenn sie ihre Aufeinanderfolge einhalten, zur Vorstellung einer ..Kc'ihe werden, auch die Buchstaben nur dann, wenn sie ihre Aufeinander- ..folge (Mu)ialtcn, zur Vorstellung des Wortes werden, [womit dem Lin- ..waude des (irgners aber nur ausgewichen ist,] und darin, dafs, auch M ,.Nicht -Verschiedenheit der Buchstaben, zufolge der Verschiedenheit ihrer ..Reihenfolge eine Verschiedenheit der Worte aufgefafst wird, liegt kein „Widerspruch. Indem also bestimmte Buchstaben, in ihrer Reihenfolfe ..usw. aufgefafst, nach dem überlieferten Sprach gebrauche mit einem br- „stimmten, (durch sie) aufgcfafsten Sinne verbunden sind, ao kommeo „sie, wiewohl in ihrem eigenen (lebrauche [Funktion] als einzelne Bocli- ..Stäben aufgefafst. sofort in der das (ranze umtastenden Erkenntnia geraile „als die und die zum Hewufstsein und übermitteln dadurch ohne Fehl den „und den bestimmten Sinn. - Somit ist die Annahme, dafs die Bnchstabea ..[die Trüg(>r des Sinnes sind), die einfachere, wohingegen die AnnaliBe ..des Sphota das Sinnfällige verläfst und ein l'bersinnliches hypostasiert ..wobei angenommen wird, dafs diese bestimmten Buchstaben, der Keihe „nach aufgefal'bt, den Sp?i<tta offenbaren, und dieser Sphota den Sinn ,.of)Vnbart, was docIi ziemlich schwierig ist. Zugegeben also, dafs die „Hurbstabeii. je nachdem man sie ausspricht, andere und wieder andere ,yuu\. >o iimi's man doch unweigerlich annehmen, dafs als das, worauf ..>irh das Wiedererkennen >tützt. ein Identisches in den Buchstaben Tor* „banden ist. und dai's bei den liuchbtaben die vorgesetzte Absicht, den ..Sinn mitzuteilen, in diesem Identischen iibermittelt wird."
Schi ufhbe merkung. I)ie Wahrheit dürfte bei dieser Kontrovers in der Mitie liciirn. Per (tegnt^r bat Recht, sotern die Philosophie die Aiinahmi* der Regriffe i denn die.se h'uu\ vernünftigerweise unter de« Sf.hntu /M verstehen niclit entbehren kann, und l'pavarsha hat Rccbu Mdern die Regri tTe ihre Kxi^tenz nur in der Existenz der Ivom (redicbt- nis-e festgehaltenen I Worte haben. Auch ist die Rezichung zwischen Be- ^'ritT uihl Wort ge^if'« keine bloiV äii ['serliche, konventionelle, sondern W' ^ltnlll«.;l:ell eine iimere. organische: warum aber gerade die?«e Laute gerade <lie<«en lte«jritf aii>ilriirken. das i^t ein Problem, an welchem sich Philosophie, Spr.ic}i\erirlei('hung und Thysiologie bis jet/t vergebens abgearbeitet habcB. uinl de-st'ii Losung d^'ch die ^^ iNHfn>eliaft nimmermehr aufgeben n>irh uird.
Anforderangen an den zum Stadium des Yedänta Berufenen.
1. Das Studium des Veda.
unerläfsliche Voraussetzung unserer Wissenschaft, deren liiillbarkeit durch den Qüdra diesen, wie wir sahen fg.), von der Heilslehre ausschliefst, gilt das Studium eda, und man scheint diese Anforderung, oder den : derselben, mit der Zeit immer mehr überspannt zu So heifst es im Vedäntasära des Sadänanda^ einem a Kompendium der Vedän talehre, § 5: „Der Berufene
den Veda und die Vedänga's (d. h. die sechs Hilfs- schaften zum Veda: Lautlehre, Grammatik, Etymologie, :, Ritual und Astronomie, wie sie schon Mund. 1,1,5 ählt werden) regelrecht durchstudiert haben, so dafs er ide sei, den vollen Sinn des Veda ex tempore fapätcUahJ stehen," — eine Anforderung, welche, bei dem Umfange jda*^ und bei der grofsen Schwierigkeit vieler vedischen
im strengen Sinne des Wortes wohl nie jemand aufser län allein erfüllt haben dürfte, während die Menschen begnügen mochten, bei jedem Hymnus z. B. Metrum, jr, Gottheit und rituellen Zweck genau dem Gedächt- einzuprägen und nebenbei wohl auch etwas von dem
zu verstehen.*^
Von eiuer Beschränkung auf die eigene Qäkhä ist dabei nicht die rgl. p. 979,4: 8amasta-vtda-artha-vijndnavatah\ auch würde eine ja nicht alle vom Ved&nta vorausgesetzten Upanishadtexte befassen. Vgl. Colebrooke, Mise. Ess.^ p. 20, und in unserm Werke (p. 301,8) at aus dem Ärsheya-brähtnanatn p. 3: „Denn wer einen Hymnus, dafs er Rishi, Metrum, Gottheit und rituellen Gebrauch desselben zum Opfer oder Studium anwenden läfst, der stöfst an einen Baum- f oder ftllt in eine Grube."
nrnHy Ved&nta. G
S2 KiulrituiifC-
Viih «jolclirn i htTtrtMhuiip^n lfs«»n wir In*! 1,'aiikur» nu ht- «T h«'<;iiii^t sich, i'infarli auf das Stuiiiuin fl«*s Vt-da un«i •: - kt'iintnis sciiifs Inlialt«*s als un«*rlärsliclit* VorlNtlininint: h::.- zuw«Msi»n (|>. lM,l. iiI«»,'.M: ^as w davon tatMu-hliih voniu— S4*t/t, das ist. Villi d«*n p*l«*i;«'ntli<-hi*ii Zitalen soni«ti^t*r V«^. t»»xir iv^l. üh«M». S. »\4) ahtj«*st'h«*ii, kaum mehr als eni#- jr«- iiaii«' kt'imtnis <lrr flt'äh«*riK <>d«T. wi«* ^ir fast sa^cn m*M-htf-r. d«T fcht«*n r|»aiiishud*s Aitnmjfi und Knushiiali ; ^'AmmJ'i^j und Kniii: 'i'uittir'Ufi* "Knfhnhn, i\'»iät vuiara und Drtka:-
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t'ntintf'thti in'hsi Itit: Mufh/tik*! und l'rnifiti , — mit derrn 7^- (at(*n «T iiht>rall auf das friM^ftdii^str um sich wirft; ^e«i»ht- l;i li /iti«Tt rrdahfi nur dii* Anfan^>wort<* mit d<*m in inihMhr- T<*xii*n IfidtT sn ühli(*hfn „und so Wfiier\ wtdch#*s ihm m:r- untiT au<li i'iit^ih lüpft, wo nichts wt*it«*r m«*hr nac-hzufole^r hat u. H. |). *J«*»'*.4k und d«T Prii/isiim diT I>arstenun^ jrrof---: \hhrui-h tut. ha Mir t*in<* Kenntnis tlt*r r|Mini>luidti"Xte >» un'^«T'. L«*-«'rh ni<lit in di'in Mafsi* Mir der Ind«'r Jiei J-r H»'inii:»*n vorau<«««'t/.fn dürf«*n. m) M«*nli'n Mir ein Hiihh^tnur. dtT-i*lhfn un^iiTtT !»ar*»t«*lluii;; ♦•intl«*chtcn, wid«-h«»s i-ine K»ih- dff -«Ihiii-ii-n un«l Mi<hii*X"*i«*n Stellen der l |>anisluMi's >•- fa--»'n wird, mimiii Mir au<h di«* Au^Mahl diTM-UH-n hier nur: iiarii fiiffiifui l!rinfs»«*ii. sondiTit narli MafsuailN* der %• : iiadan'ixaiia und < ankam hfranp*/o^**ii«>n Schrifttexte zu tr»-!- U'U iiaitcn.*'
i.id'iiiioi '• I !•:<•!/ I'..' \i>!t 'ft \ iLthi^liAir** .tu« lirni reritiirbea. m «t - 1-1 i-4 •!• r ^•..{.1'. !•.! ! .1 • • l.uk fli !'• •• p (. ilii'^ellifn hatte ubrnrar^i l.i--ir. < iiV i.* Viil. I. |< l.'i l ^- fiffi in'i"uk. '.«•* iirfhiinram^, :?*»1 Jfi:- ■.7'- yi it.'ifi '. y i.. ,rf •^4.h !•■• ^..r'' \ ol. II. p. 1 «Ynrd'R. .'» T^dat |*J .If/. ' • .1 j7 //• • «m.! i . :'i >./i'...ir. #.*« A'il'A^Mi-, \»i Sat'.$tf IJ- /'■• • '. . ; ' J J".'i M ' if,i. \:,1 M'th'i tntjnek'hnt. |ii*J jfraM fi Kift.ir), \t . /vi ., I,; ^,^i• i..ii,/,i. i'.i; yi/iii; .••mi'Aii. :>•• /fh«fC. •^••l - /i. . «fii ij j.»T .!/...<' .if/.f/. ...lilA.j. 'Ji:i .Ifaia. :fl7 Ar,*» ' !•/ ' .Jl .!•'• jf ' 1/ /. '. ■.•.'.« /i/' /..iii'iVA. i'.ij h'trhhth. 'J4\ Is*j^^ 2t'.' .V lA I ». ; ■»♦ :••■ .V<r r .lii .71 Vmkl. i'T t I'^hehnmrka. Sil> />«» /•rn» J-. .1. II •■ .'•; A r. .■■'.« A. ■".»!. .'ij** .I»i.iii/Mi. :i:i»* Bkart^ ,*\ iiv'^.K*!, ■ -. ..1 // ff. •'.,!. ....;. .Viur /ijiiitm/. :i.')iK ^n6r«to«£
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ly. Anforderaugen an den Berufenen. 83
2. Die vier Erfordernisse.
Als weitere Vorbedingungen zum Studium des Vedänta erwähnt (^ankara (p. 28,3) in Übereinstimmung mit dem Ve- däntasära die vier Erfordernisse, die wir jetzt näher be- trachten wollen.
rank, 412 Nersing^heh atma; die entsprechenden SanskritDamen siehe unten. Eine deutsche Übersetzung dieser Übersetzung einer Übersetzung von Dr. med. F. Mischel erschien Dresden 1882. — Ram Mohun Roy, Translation of several principal books, passages and texts of the Veds, ed. II, London 1832 (enthält 5fui}daka, Kena, Käthaka, Igd). — Cole- brooke, MiscEss.» I, p. 47-54. 62-71. 76-79. 83-88. 91-98. 110-113. — F. W. Windischmann, Sancara, Bonnae 1833, p. 49— 186. — Derselbe in seines Vaters „Philosophie im Fortgange der Weltgeschichte ^S Bonn 1832-34, S. 1388-90. 144^-49. 1540. 1585-91. 1595-98. 1613-23. 1655-60. 1673-76. 1689-1719. 1737-40. — Poley, i«fÄaA:rt-Oupanichat (nebst JUundaka) traduit en fran^ais, Paris 1837. — Roer, the Taütiriyüf Aitareya, ^retägvatara. Kenn, Iqä, Katha, Pragna, Mundaka and Mandükya Upa- nishads, translated, Bibl. Ind., Calcutta 1853. — Ders., the Brihadäranyaka Up., transl. Calc. 1856. — R&jeudral&la Mitra, the Chändogya-Vf)., iransl. Calc. 1862. — Co well, the Xau/^^ i7aÄ;i-br&hmana-upanishad, ed. with an Engl. Transl., Calc. 1861. — Ders., the Maitri Up., Calc. 1870. — A. Weber, Analyse der in Anquetil du Perron^s Obersetzung enthaltenen Upanishad, Ind. Stud. I, S. 247-302.380-456. H, 1-111. 170-236. IX, 1-173, Berl. 1849. 1853. Leipz. 1865; die einzige bis jetzt ▼orhandene Durcharbeitung des Materials. Zum bequemeren Nachschlagen stehe hier ein (in den Ind. Stud. fehlendes) Verzeichnis: Band I, S. 254 Cfidndogya, 273 Brihadäranyaka, 273 Maiträyani, 279 Mundaka, 298 Igä, 3Ul Sarvopanishatsära, 380 Ndräyana, 381 Tadeva, 382 Ätharvagiras, 385 Hahsandda, 387 Sarvasdra (Aitareya-Up.), 392 Kaushitaki, 420 Q'vetd- ^atara, 439 Pragna; Band II, S. 1 Dhydnavindu, 5 Mahd, 8 Ättnapra- bodha, 9 Kaivaiya, 14 Qatarudriyam , 47 Yogagikshd, 49 Yogatattva, .51 (Jitasamkalpa, bS Ätharvagikhd, bS Ätma, 57 Brahmavidyd, bd Amrita- vindu, 62 T^ovindu, 65 Garbha, 71 Jdhdla, 7S Mahdndrdyana, 100 Man- dukya, 110 (Jdkalya (?), 110 Kshurikd, 173 Paramahahsa, llß Ärunika, isiKena, Idb Kdthe^a, 201 ÄnandavalH (=Taitt. 2), 2^0 BhriguvalU (^ Taitt 3); Baad IX, S. 1 Purushasukta, 10 Culikd, 21 Mrityuläkgüla (?), 23 Amritanäda, 38 Vdshkala, 42 Chdgaleya (?), 46 Tdrako, 48 Ärsheya (?), 49 Pranava, 52 ^auwaÄra (?), 53 Nrisinha. — Ders., Die Vajrasüci des A^vaghosha, Berl. 1860. — Ders., Die Bdmatdpaniya Up., Berl. 1864. — Ders., Ind. Lit.«, S. 54-57. 77-81. 103. 106-109. 139-154. 170-190. — A. E. Gough, The philosophy of the Upanishads, Calcutta Review, CXXXI, 1878—80. -- P. Regnaud, Mat^riaux pour servir ä Thistoire de la Philo- sophie de rinde, Paris 1876—78; vgl. Weber's Rezension des ersten Teiles, Jenaer Liter.-Z. 1878, Nr. 6, S. 81 fg. — F. Max Müller, The Upanishads, translated, part I, Oxford 1879 (Sacred Books of the East, vol. I); der erste
6»
h4 KiDlvituiig.
1| I)a< »Tstt» ist: ..1' iit(*rschiMdunß der «**iir«'n u:.i «i»»r nifhl«*wim»ii Sub>iunz" {intyn'ainti$a'ta^iu'* tv*ln . »•- )>«*i uiit«T <l«*r (*\\i<:t*n r^iilistanz dus liruhmun« unter der nuht- «'witr«'ii allrs iihrijri» zu ver>(rhfn ist. [>u diese l iiterMi.»i- duiii: im vollfn Sinne di*s \V<»rtes ersl dus let2te K»-^u!ta; uii*»«'n'r W i'i'iensrhal'i ist. m> kann unter ders^'IU-n hi»-r. » >i»' als Vtirausseiziinjr d<Ts<*n>en auftritt, nur die allp'Uit-ir/' m<'taph\>*iM*lie Anla^re v«*rstanden werden, vermöp» der»'n oul «»in Hewufstsein hat vdn ein<*ni unMandelhanm i?ein im «M^ct-ti- >alze zu der Wandelharkt'it aller wi'ltüehen I>injre und \»-r- liältnissi*: in diesem Sinn«* stinunt <iie p*nannte Vurbedin^u:. j <les VtMiantu p*nau zu der Fra^e, mit welcher Platon ^^iVt*- Ihir^tellunir der Mt'taphvsik anheht. und welche das IU>«uNt- >«»in eben jen»'s rnters<'hii*di*s auch schim vorauss«'t7t : „ri t:
:jģn:Ti" iTini. ]k 1^7 1>).
-I Kin*-n hohen Keixritr v(»n d<*ni Krnste indisiluMi Ikt.- k«*n< iriht un< <la«» Krforderni«*. welcln^s t/ankara und lU-^^w-r. \*«'il oinn» iirthii) Sadananda an zweiter Stelle nennten: ..N fr- /irhtun;; aiit' <M*nurs d(*s Lolin<*s hier und im «Irr.- seil<*'* thn'timii*ni' furtliti-' ftlinhi-Ut*t*fti'i4niiiaj. Nur Mi^ti: wir l*hiloso|ihi«* tr«-ih«*n «ihn«* das ht'wufstMMn. muteneK«
/..«i. i|t I zwntf ^ol \V. 1-**| KttOtitka. Muudaka, Jattltrifta. link i 4 tirtiuifii: I. t/fittirr§ttaiit. l*rti\t *». M*ittrntt'i»'i liöhllioff k, K'li&ll44*ff7A- I |iaiu»h.i<i. I.«1I»/. |SV». - lU'T* , Ur\hA*\kTAtl\MkÄ-\'\l, M. |*CUT-t 1"*^
\ irl «l«**'!'!'!! Kriti-ilif Kfirraftt* iiml I*lM*f>«'(/iinfrrn in den Sitjiisp«-lWr i
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rtH>ii.i 1 **'•'! «o Alf h Ni'ii'iriicki' drr alirrii ('|i. «•rscliieovo »iod'. I^cutkri '**'• li/iL* riiJi»i*li.i«l'* dl'* Vrda. I.r!|i/ |*»'.*7 - (ioufrb. The rhilofrofik« ef thf I |> . l.>>n<i"[i l'^^'J ' hcu^^rn. Ihr rtiiloMtpiiic d«T r|4Uii*»bB4*t I.:fd^ AlliT <ii>«rii d l'i.il. . l.«M|>£ l"*»'.*. l»«r«. iMr Sätra't d. VrdkaU Bü i.aa karV* « .iiiiii . iib«r»i't/t. I.np/ I-«*;. Prr». Ihr l'hiloM>pliT of tbe \^- daiita in i(- ri-Utiuii^ t» OrrfirntAl M«-tti')i\tici&. |{oinba\ 1>«*.<1.~M. Mullfr. Ihrrr I.trtiirr- un thi> VtMinta rhiloMipti). I.ond«»o istM. — TbibaaC Tk« \«djii;tA '»mr.i» »ith il.i- f-.mm. I.y ^bankurt-arkryA, :* toI-, Otford l»^* iHii; it,.r. . ir*- \ . -UiitA Mitru« «ith thc romni. of ItkmlDnja. 4»mfor4 r>>t M Mtilii-r. Iht' hix ^>Hfrin« «»f Indun rhiloiopliv, Ijoodoa 1*'.':^ '-■ lu/u /ahlnirl.t' ai.dirrt* l'ublikAtioneD lo Indien und Karop^
IV. Anforderungen an den Berufenen. 85
Zwecke mit ihr zu verfolgen, nur so weit treiben wir sie würdig und recht, — und nur der darf hoffen, über die höch- sten Fragen des Daseins einen Aufschlufs zu gewinnen, der auch über alles Hoffen und Sehnen des Herzens zu reiner Objektivität des Geistes sich zu erheben gelernt hat.
3) Bedenklicher steht es mit dem dritten Erfordernis, als welches Q^nkara „die Erlangung der [sechs] Mittel, Ruhe, Bezähmung usw." (^ama-dama-adi-sädhana-sampaclj bezeichnet. Dasselbe gründet sich auf eine Stelle in der Brih. Up., wo es in einer wunderbar herrlichen Schilderung des Akämayamäna^ d. h. des Menschen, der schon in diesem Leben zur Befreiung von allem Begehren kraft der Erkennt- nis durchgedrungen ist, zum Schlüsse (Brih. 4,4,23) heifst: „Darum wer solches weifs, der ist beruhigt, bezähmt, ent- „sagend, geduldig und gesammelt; nur in dem Selbste sieht ..er das Selbst, alles sieht er an als das Selbst (die Seele, .Mmiu)), nicht überwindet ihn das Böse, er überwindet alles ..Böse; nicht verbrennet ihn das Böse, er verbrennet alles Böse; ..frei von Leidenschaft und frei von Zweifel wird er ein Bräh- .,mana, er, dessen Welt das Brahman ist." — So passend die- ses alles von dem Heiligen gesagt wird, der die Welt über- wunden hat, so seltsam erscheint es, wenn die Vedäntisten, auf diese Stelle gestützt, als Vorbedingung für die Erkenntnis die Erlangung folgender sechs Mittel aufstellen : 1 . gama Gemüts- ruhe, 2. dama Bezähmung, 3. uparali Entsagung, 4. tiiikshä geduldiges Ertragen, 5. samädhi Sammlung, 6. graddhä Glaube.
Die Erklärung dieser Begriffe bei Qankara (ad Brih. 1. c), Govindänanda und Sadänanda läuft, bei mehrfachen Verschie- denheiten im einzelnen, darauf hinaus, dafs sie sämtlich unter Xr. 4 eine Apathie gegen Gegensätze, wie Hitze, Kälte usw., im Sinne der Stoiker, unter Nr. 1. 2. 3. 5 hingegen eine innere Konzentration unter völliger Zurückziehung der Sinne von den Gegenständen der Aufsenwelt verstehen. Beides will zu dem Bilde, wie wir es uns heute von dem wahren Philo- sophen machen, nicht passen. Im Gegensatze zu dem stoischen Weisen (dessen Urbild sicherlich nicht Herakleitos, der eigent- liche Vater der stoischen Lehre, war) denken wir uns den philosophischen Genius eher als eine tief erregbare, ja
84> Kinlcituof.
Ifidenschaftliclu' Nutiir; und bei aller Konzentration and M^ (titation v<*rlan^en wir doch von ihm, ebenso m*ie vom etnpi* rischen Fc>rs(h«*r, volle IIinKal>e an die anHchauliche Well ood ihn* wundersamen Phänomene, nur daf» er sie mit andern Aup*n als der Kmpiriker anschaut, nämlich, um einen Ao^ druck Piatons zu gebrauchen ( Scholia in Ar. ed. Bnund^ |). i>*»H 4x1, nicht nur mit dem Au^, welches den irrcc* ^"oii- dern auch mit demjenigen, welches die iTnrdrr.c sieht. — Tnd e}M»nsowenig will uns die unter Xr. t» an den Schüler fsr^ stellte Anforderung einleuchten, M*itdem wir von (*«n<*#ruf gelernt hafM»n, dafs der Anfang der Weisheit darin beisteht« tfr omniftus duhitare,
4| Als viert(*s und letztes Erfordernis zum Studium d^ Wnliinta nennen rankara und Sadananda Murnuktth^irnm, ^da« Verlangen nach Kriiisung**. — l'nd wohl mit Recht. l>eiin wer mit kin<lli(*her. mit hellenischer Heiterkeit de« \.^ }H»ns Tag g«»niefst, der wini, und nähme im übrigen sein <trtrt (»inen noch so h<»h<>n Flug. do<h an die letzten und hr»rh<tm Probleme des Ihiseins, so wie die (iric<'hen, nur vorübergeheod ^(reifen: um sie pmz und d(*utlich ins Auge zu fassen, daxu gehiirt ein ticfi-s KrTülltseiii vtm der Hinfälligkeit und Xicb- tigkeit dieses ganzen I>aseins und ein dementsprechend«^ Verlangen, „/im.v ihm Si(h(sritfnltti lum Srfchdttt^ auß dtr ,.l'hi>trr9ns zum Luid*, ans dt m Tode zur Vti st erblickkeif /u g«»langen (Hrih. 1,.'^.2X|, ein Verlangen, von dem, mie die aiigefiihrti* Stelle vermuten läfst, die Inder schon in alter Zeit durchdrungen waren, und welches das eigentliche treiHeod^ Prinzip alles ihres Pliil«isophitTens geblieben ist, so dafs« bi« auf dl«* Ausnahm«*n. die Frage nach der Erlösung den Anir^l« punkt sämtlicher pliiloso|ihischen Systeme der Inder Iwldr«.
.1. Stellung dt»s Sysiemes zu dem der Werk-
g»'rechligkeit.
Im** bisher aufi;e/iihlten Anforderungen an den Berufroec sind nach t.'aiikara die <*inzigen, welche unerläfslich sind. S<^ f«»rt munttarnm , nach<lem sie erfüllt sind, kann die •Jtrahmaii-
IV. AnforderoDgen an den Berufenen. 87
Forschung** beginnen (p. 29,4) ; und es ist nicht erforderiich, dafs die „Pflicht-Forschung", d. h. das Studium der Mimänsä des Jainiini (vgl. oben S. 21 fg.) , ihr vorhergehe (p. 28,4), vielmehr kann sie ebensowohl vor wie nach dieser stattfinden (p. 25,1), indem beide nach Inhalt und Zweck voneinander unabhängig sind; die Pflichtforschung fordert, wie p. 27 aus- geführt wird, Observanz, bezieht sich auf ein Zukünftiges, vom Tun des Menschen Abhängendes und hat als Frucht abhyudaya (Aufschwung, Glück, sowohl vorübergehendes himm- lisches als auch irdisches in einer spätem Geburt), die Brah- manforschung hingegen hat als Frucht nihgreyasam (wörtlich : quo nihil meliuSj summum bonumy, d. h. die Erlösung; sie be- zieht sich auf ein immer Gewesenes, vom menschlichen Tun nicht Abhängendes; sie befiehlt nicht, wie jene, sondern sie belehrt nur, „ähnlich wie bei Belehrung über eine Sache da- „durch, dafs man sie dem Auge nahe bringt" (p. 28,1, vgl. Hl 8,7); darum werden alle Imperative, auch wenn sie aus der Schrift herrühren, auf die Erkenntnis des Brahman angewen- det, ebenso stumpf, wie ein Messer, mit dem man Steine schneiden will (p. 76,3) ; daher auch alle Aufforderungen der Schrift, das Brahman zu erforschen, nur die Bedeutung haben, dafs sie die Gedanken von ihrer natürlichen Richtung auf die Aufsendinge (p. 76,6) und die mit ihr verbundenen egoisti- schen Zwecke (p. 76,7), durch die das ewige Ziel des Men- schen nicht erreicht wird (p. 76,8), ablenken und sie, ihrer Strömung nach, auf die innere Seele hinlenken, um sodann über die Wesenheit der Seele zu belehren (p. 77); wie denn auch weiterhin für den, welcher Brahman erkannt hat, alles Gebot und Verbot nicht mehr in Kraft steht: „denn das ist „unser Schmuck und Stolz falamläraj, dafs nach Erkenntnis „der Seele als Brahman alles Tun -sollen aufhört, und Er- füllung des Zweckes ßrita-l'riiyaiaj eintritt" (p. 77,7).
So frei sich, wie aus diesen Anführungen ersichtlich ist, unsere Wissenschaft über das ganze Satzungswesen erhebt, in <