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Deutsche Schriften im Auftrag der Württembergischen Kommission .

Heinrich Seuse, Karl Bihlmeyer

HEINRICH SEUSE

Deutsche Schriften

im Auftrag der Württembergischen Kommission iiir Landesgeschichte

herausjjegeben von

Dr. Karl Bihlmeyer. ■» «■

STUTTGART. Drnelc und Vct]«8 von W. Kohlhunmer. 1907.

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Dem Gedächtnis

meines hochverehrten Lehrers

Professor D. Dr. K X. von Funk

in Dankbarkeit

gewidmet.

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Vorwort.

Eioe kritiaeb« Edition der dentoeben 8ehrifl^ SeoMS bedarf -tebwerlidi einer bemderen Rechtfeitigviig. Benifles Ausgabe, in ibrer Art eine trefflicbe Leistang, kann der witteneebaftlieben Forsebmig niebt genügen, weil de nnr eine neoboebdenteebe Über- tragonir des Originnllextee bietet, aif einer niebt TdUig anereiebenden bandeebriftlieben Omndlage berobt nnd indem nnyolktäudig geblieben ifli H5ge daber diene ente vollatandige Anigabe des Urtextes wobl- wollende Anfnabme finden! Rirelien«, Uteratnr-, Spnicb* and Knltur- gescbiehie interessieren sieb Ja, wenn aneb in TflnebiedenesD Masse, fiir den liebenswürdigen sebwäbiaeben Hysttket ^ der den Geist des dentseben Hittelaltars nneb seiner sebonsten 8eite repräsentiert nnd 4urcb seine gemütstiefen Scbriften noeh heeto wie ebeden su fesseln vermag.

Das liauptaugcnmerk hei vorliegender Ausgabe war darauf gerichtet, eine möglichst breite und sichere Basis für die Herstellung

des Textes zu schaÖeu. Zu diesem Zuecke wurden, von soribtigeu X ach torschlingen abgesehen, auf wiederliolten Stiulieureisen eine ffrössere Zahl von Bibliotheken Üeutselilands und der Schweiz nach Seuse- Handschriften durchsucht, so namentlich die Bibliotheken zu Berlin, Ein sied ein, Engelbcrg, Koluiar, Konstanz, M a i Ii i n ^ren . München, Nürnberg, St. Gallen, Stuttprart. Wolfeiibiittel. Zürich. Der Erfol«; war ein erünstiirer, iDsoterii eine stattliehe Anzahl wicblij^er, noch niclit bek;ni!ii' i Manuskripte aufgefunden \siit'ie. mit deren liilte es gelang, den Denifleschen Text an vieicu Ennkten erheblich 7^^ verbessern nud das (lross:e Briefbuch in gruter Ke/eu.'^ion vorzulegen. Zum erstenmal werden in dieser Ausgabe Jene elf Briefe, welche Sense gekürzt in das kleine Briefbuch aufnahm, in ihrer ursprünglichen Form bekannt gemacht. Ansdrüeklioh sei auch aaf das bis jetzt unbekannte interessante

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VI

Vorwort.

„Testament der Minne" (Brief XXVIU) aufmerksam gemacht, geg:eit dessen Echtheit freilich begründete Zweifel bestehen.

Der Kommentar ist im aligemeinen auf das Nötigste beschränkt worden. Wie viel ich für das Verständnis und die Kommentierung der schwierigeren mystischen Stellen Denifle verdanke, bekundet fast jede Seite der einschlägigen Partien. Mit ihm, dem ausgezeichneten Kenner der Mystik und Scholastik, konnte ich es auf diesem Gebiete nicht aufnehmen, und es war auch gar nicht meine Absicht, seine Ausgabe ganz überflüssig zu machen.

Die Einleitung versucht eine knappe, aber im wesentlichen ergehöpfcnde Orientierung über Leben und Werke Seuses zu geben, und insbesondere seine Stellung im Entwicklungsgang der deutschen Mystik und Literatur zu präzisieren. Am kürzesten glaubte ich mich in dem Abschnitt über die Lehre fassen zu dürfen, da dieser Gegen- stand schon genügend behandelt ist und Seuse hierin weniger original erscheint. Wenn ich in der Einleitung manchmal etwas warm ge- worden bin, so möge dies mit den Worten des edlen Linsen mann (in einer Besprechung von Denifles Seuse, Theol. Quartalschrift 1877. 13ö) Entschuldigung finden, die ich zu meinen eigenen inaclie: ^Dem Theologen ist das literargeschichtliche Interesse an den Scliiit/cii der grossen Literaturperiode der deutschen Theologie im Mittelalter nicht das höchste. Was die mittelalterliche Mvstik für ihre Zeit war, das könnte und sollte sie auch für unsere Zeit sein, eine Ergänzung der vorherrschend nominalistischen Scholastik, eine Lichtseite im religiösen NOlksk-l»-!), ein Saiiertei;;. welcher Giiniiig und ijcwe^ini.i;" in die erstarrten Massen des kirchlichen Ijcbens bringen könnte. Uns ist die Mystik eines Eckhart, Tanler und Seuse nicht bloss romantische Poesie, noch blosse Philosophie, sie ist dazu bestimmt, Leben zu werden und Gestalt anzunehmen . .

Unumgänglich schien es, der Ausgabe ein ausführliches Glossar beizugeben, da wir ein solches bis jetzt von keinem <ler bedeutenderen deutschen Mystiker besitzen und doch für philologische und literarhistorische Untersuchungen kaum entbehren können. Ich bin mir freilich bewusst, dass der vorgelegte Versuch etwas rocht Unvollkommenes darstellt. Allein Zeit und Raum verboten , ein melu'eres zu tun. Philologische Zwecke im eigentlichen Sinne lagen mir ferne; ich glaubte, die sprachgesehichtlich-lexikalischc Ausbeutung .Neuses den Germanisten von Fach überlassen zu sollen. Um auch solchen, welche mit dem Mittelhochdeutschen weniger vertraut sind, die Ausgal)e zugänglich zu machen, ist in zahlreichen Fällen die

Vorwort.

VII

neuhochdeutsche Bedeutung eines Wortes angegeben. Ich hoffe übrigens, in nicht zu langer Zeit eine Auswahl aus Seuse in Über- tragung für weitere Kreise vorlegen zu können, und behalte mir die Benützung der Ausgabe für solche Zwecke vor.

Ks ist mir eine angenehme PHicht, für die Unterstützung und Beihilfe zn danken . die mir von vielen St itcii /nteil L^eworden ist. .So insbesondere den BibliotheksverwHltunyen zu Berlin (Kgl. Bib- liittliek). Breslau (Dornk;t|^itel^'bil)l.), Cues (Hospitalljibl.), Darm- stadt, Einsiedeln. H n ^el r.i:-. Freibiirg (ünivensitiitsbihl. und Erzbischöfliches Archiv), Glessen, Götti ngen, Heidelberg, Kolmar, München (Staatsbibl.), iMuri-Grics, Nürnberg (Stadtbibl ), Paris (Bibl. nationale), Raigern, St. Gallen, Strass- burg (Univcrsitätsbibl.), Stuttgart, Überlingen, Wien (Hof- bililintlick). Wolfe nb Uttel umi Zürich (StadtbililiotlH-k) , welche mir teils Manuskripte zur Benützung hieher sandten, teils die Kol- lationiorung an Ort und Stelle ermöglichten, und der Universitäts- bibliothek zu Tübingen, welche die Entlrlinunt; zahlreielier Hand- schriften in liebenswürdiger Weise vermittelte. Eine grosse Zahl von Bibliotheken des In- und Auslands erteilte auf Anfragen nach Seuse- Manuskripten gütige Antwort.

Für wertvolle Auskünfte und Winke bin ich ganz besondere den Herren Professor Dr. Ph. Strauch in Halle, Professor Dr. H. von Fischer und K. Bohnenberger in Tübingen, Hochw. P. P. von Loe 0. Pr., Prior in Düsseldorf und Herrn Dr. J. Ries in St. Peter bei Freiburg zu Dank verpflichtet. Herr Professor Dr. F. Vetter in Bern hatte die Güte, mir eine Abschrift des Büchleins der Ewigen Weisheit nach der Einsiedler Handschrift 710 zur Verfügung zu stellen, und die Kgl. bayerische Akademie der Wissenschaften in München erlaubte, den schon von P reger 1896 edierten Text des .Minnebüchleins wieder abzudrucken.

Der Görresgesellschaft und ihrem verehrten Herrn Präsidenten Exzellenz Reichsrat Freiherr Dr. G. von Hcrtling sage ich für die Bewilligung eines Stipendiums für meine Bibliotheksstudienreisen geziemenden Dank. Ebenso der Wtirttembergischen Kommission für Landesgeschichte für die Aufnahme dieser Arbeit unter ihre Publi- kationen, und namentlich ihrem Geschäftsführer, Herrn Arehivdirektor Dr. E. von Schneider in Stuttgart für stetes liebenswürdiges Ent- gegenkommen.

Für opferwillige Beihilfe bei der Korrektur schulde ich meinem

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VIII

Vorwort.

Brnder P. Pins Bihlmeyer (). S. B. in Beuroii und Herru Dr, A. üauber in Tübingen ganz besonderen Dank.

Mein verehrter Lehrer, Professor Dr. F. X. von Funk, dessen Stellvertreter zu sein ich zarzeit die Ehre habe, hatte schon einige Zeit vor seinem allzufrühen Tode gütigst gestattet, dass das Werk ihm, dem Altmeister der kirchesbistorisehen Wisseoschafti gewidmet werde. Leider hat er die Vollendung desselben nicht mehr erlebt. So bleibt mir nnr übrig, es als sehwaehes Zeichen des Dankes fttr die stetige herzliche Anteilnahme und die Forderung meiner Stndien anf sein frisches Grab zu legen.

Tübingen, im April 1^07.

K. Bihlmeyer.

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InhalL

Seite

Kioleitong l*-16a*

Krater TeU. Uie Cberllcferong r 02*

A. IHv einxclnoii iriiiidspliriftyn 2^*

1. Handschriften <les Kxeini>lar8 3*— 9*

II. Handschnftcn di r \ ita ^^-U-^

III. Handschiittt» de:^ Büchb'iiia der ewijiifii \\\'i>licit .

IV. HandHohriften des BnchUMiiH drr Wahrhoit is*- 2U*

\'. H..nii>clnitt» ii ih's l>iirfhii( lilriiis . .. . . . . , .. äiÜ

\ [. H:iti(isrliiift>-ii ilra Gin.s«t-ri l^rie't Inn Iis 20*— 2<>^'

VU. Handschril'U ii der Hrediyt<-n. I'as Miiinebiichlein . . 27*— 2!>*

H. Obh HandHchrmonYerhältnN. Art mid Wfise (Honer

Ausgalif 29* 45*

T. Ihm T..>l»>n SoiisrH 29*—.%*

II. Die Übriyen Schriften d<s Exemplai's 36*— :i7"

III. Das gro<*fie Rrien)uch 37*— 43*

IV. Die rro(li{j:tfn nnd das Minnehiielilein 4.3* -44*

V. Remerkunyen zur (Orthographie drs Text« s .... 44* 45*

('» Bilder nnd Sprgfhe des Expiitplar* 45*— .">7*'

Seu>e.s Verhältuis zur Knu.sl 57' «i-'

^Wetter Teil. »I<>ime« f.eben und Werke .... 83* 103* ■i. .lutfend- nud Lernjahn' /n Konsta»/ und KTtln (ca>

1:>»5-I«27» 63*-

I. (ieburtsjnhr nnd -Ort. Ahstanuniinu; 03* 70*"

II. .Ingeiidxeit. Eintritt ins Kh^ster. Bekehrung .... 70*^ 7.3*

III. Der Dienst der e\\ iV< n \V. isht it 73* 70*

IV. Seuses Kasteinn^en 70*— 80*^

V. Visipni-ii Ulli] Kkstasrn . . , , , . , , 80* 85*

VI. Studienyang zu Konstanz nnd Ki>ln H5* 1>0*

VII. Da« mirhirin .1er Wahrl.oif 90'

n, Seuse als Lektor und Prior. ScliriftHtellerische und

seelsorgerUrhe Tätigkeit (ea. l;{2:-i:{4s) . . ^5 -130

I. Allyeineiiif Verhältnis:<c der I »iüy.i'se Kcnstan/ und

dfs I »nniinilvancrordfns U'y

X

Inlialt.

S.it»

Tl. StMisr ;i1h T.fktor in Konstanz . ._ ., , 100*— 101*

HI. Das Hiiehlein der owigen Weisheit, Horulo^iiun

Sapieutiae nml Minncbliclili^in 101* —III

}\'. ScMsrs Leiden und Ueimsuchungcn. Seine st-el-

8or{ferliclie Tätigkeit III* -117'

V. Senses Briefe und Predigten 117* 122*

Vi. Verkehr mit anderen Mystikern. Ebbeth Stagfl . 123*- -127* VII. Die Jahre des K\ih (13.'{9 46). Scuae als Prior . 127*— 130*

<'. S<'iis«' in l Im («•;!. 134s— |:{<M>), sein lod und \arhrnhiM.

i borMCfziiiiKen und An>uiil»< n >»>iner

IHO*

163»

I. .<ens( s Wirksamkeit in I'lni

130*-

-|.32*

II. Htidaktion des Kxetiiplurs

1

130*

III. Seu>«es Tod lind .Nadinihm. Ikonogiaphisc h

es .

136*-

140*

IV. rhnntkrm'^tik von StMif;<>s Prr>*<)n nir<! Work»-it,

Lthrc , . . . .

141*

-150*

V. Nachwirkung .Scuse.s in der Literatur . .

150^

-150*

VI. (/Iiei'setzungtn und Ausgaben von Sfuse.s W

Orken .

157*

1(13*

1

-.V>4

I

-401

Pndog

3

l<:rMt«M Rnr.li. Smih§^u t^f-Uv^n

Krslcr Tel!

7 «».T

1. Kui».

Von den vor**triten eins anvahendeu menschen .

8

- 10

II.

Kap.

Von dem iihernatiirlichen ahzug. der im do ward

10

-11

III.

Kap. Wie er kam in die geistlich»'« genuih(>lsohaft der

ewigen winheit

11

IV.

Kap. Wie er den namen Jesu« uf sin herz zeichente

15

-17

V.

Kap.

Von dem vorspil gütliches Irostes, mit dem got

t'tlirhii anvahendii menschen rciz/.et . . .

17

22

VI.

Kai>.

Von etlichen Visionen

-2

24

Ml. Kap.

In welt;r ordnung er ze tisch gir

24

-2ö

VUl.

Kap.

Wie f-r btgie d;iz ingcnd jor

2<i

-27

l.\.

Kap.

27

-2«

X.

Ka|).

■>n

-30

XI.

Kap.

Wie er licgji' die va.-nabt

32

XII.

ie er bcgif tb-n nn iycn

.32-

-33

XIII.

Kilp.

Von dem eilenden krnzgaiiir, den er mit Cristus

nani. do man in ns f'iirte in den tod . . .

.34

37

XIV.

K.ip.

Von tler nuzzen tuireiide. dii da Iu i>isel s\vii;eii

37

x\ .

Krlp.

-4<>

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Inhalt. XI

XVI. Kap. Vo» dorn scharpt'oii krü/.. da/ er tnig iif feinem

riiiro'H 41-44

XVII. Kap. Vi>ii sincm ir«-liuer 44 46

X\ III. Kap. Von ilem ablucchenf des tranko?< 46—

XIX. Kap. Wie er ward trt^wiset in die vt'iiiiiufti^en srliüle

zu der kuuht rc( lit< r gelahsenbeit .... 5.t 54

XX. Kap. Von mturideni und«T:^ein ^ö— 61

XXI. Kap. Von inrlichem lidcn ... 61 63

X.XIl. Kap. Von dem nskt-r ut' sinrs tu'lis(<Mi hrilsanicn b»*-

hnlfenbeit , , - 6:t-65

XXIII. Kap. Von menigvaltigoni lident 66 7U

XXIV. K»]). Von {rrossom lidonnc, d;i/ iim- 7.(1 viel von sincr

liplictien .N\voat<r 70 74

X. W". Kap. Von uwereni lidene, daz im eiiie.*^t x\\ viel von

eini sinein gesellen 74—78

XX\'l. Kap. Von <lem niord< r 78 81

XXVII. Kap. Von was^crnot 81-82

XXMlt. K:t}i. Von einem rihvlin, da/ im ;:i>t eiiM St li<-t)S werden 82 83 .\.\1X. Kap. Von einer minneklicben r< e|mnnt;, die er einest

mit tfot hate 84— H(>

.\XX. Kap. Wie er von lideiine eins males kam uf den tod 87—00 XXXI. Kap. Wie ein menscii sin liden in lobricber wi^^e sol

got wider uf trayen 90— S»2

XXXII. Kap. Wa mite got ergezzet in der zit einen lidenden

nien.seben siiies lideiis , . . , , , . . ^'^t— 05

Xneitfr iVil 96-19.5

X.XXIII. Kap. Von dez dieners geiselilichen tohter .... 96 99 XXXIV. Kap. Von dem ersten begin eins anvabendcn meni^chen 99 102 XXXV. Kap. Von <len ersten bildet! und lere eins anvabenden mcn8cli' ii. und wie siti Obunge son sin mit

besebeidenbfit . . . . . . . . . 108—109

XXXVI. Kap. Von kintlicbem andalit eins jtingen anvabenden

mensclien . , , , , , , , , , , , 109—114

X.XXVII. Ka]). Wieer npigii me[i.<cben zu gote zob und iidendii

niensrheii tröste . . . , . , , , . . 114—117

XXXVm. Kap. Von einem vil jemerli< b' 11 lid<'tu-. daz im bier

iiine begegente 117— l.'iO

XXXI.X. Kap. Von inrem lidenne . i:iO— 132

XI.. Ka^i. \\ rill liijrii ili-iii hf ri aW' V iin/i >l

und got aller loblieliest 132 l:t")

Xlil. Kap. Wie er etliebi'i minnemiü iierzen von zitlicber

minne zu g'"'tliolier niinne zoch IS.'j 141

XI. ir. K.i]i, Von etlielieii lideiideii meust licn. dii mit ."under-

lieber trinv dem dieiier /.ii geliuileii . . . 142 -144 XIJTI. Kap. W ir im Cbristua vor erseliein in ein.s .""'eratiu i

liibb- und in lerfe VuUn - . 1 t4-l4i>

Inhalt.

Salt«

XLIV. Kap. Wie vcstklich der mtisü striteii, dem tler gciscii-

lifli pris sdl utTiii'U 149 153

XLV. Kap. Von dem iiiinneklichen iiamen Jeaus .... 163— 15.'>

XLVI. Kftp. G8te undem-baid cuzwfi?iclieii warer und falscher

rernftntfkait in etiirhe'n menschen . . . . 15.^— 15H

XLVII. Kap. L'Dderscheidenzwisclien ordenlicber und floiereii-

der vpriin!iftik<-it . . . . InH -1B0

XLVIII. Kap. Gfitcr undcr^oliri<i ander warer lunl falscher

gelassenheit KW) 163

IL. Kap. Ein vorin'müi^i > inlriten dez ussii ii iii' riiolion

71*1 silier inrekeif . , , . . . , , , . 1 (>.^ - 1 70

L. Kap. Von den hohen fragen, die du wolgenptü tohter

fra{;:t<! iren geischliehen vat«r 170— 17<}

LT. Kap. Ein u^riltfunyre, wa got ist und wie ^ot ist . 176 Hl LIT. K.tp. Von düui aller hobsten ftherfluy eins gelept^'u

vernftüftigcn yemutcs 184 UK)

LITI. Kap. Dis8 bSchee iiitinunye ein Iteschliessen mit

kurzen cinvaltitfen werten 190 19")

Zweiten Bocli. Büchlein «1er Kwigen Weisheit . I96-3J5

Prolog 196—200

V.rHif^r TpII 200— -^78

1. Kap. Wie etlichü menschen von got unwis.sentlich

werdent gezogen 200— :304

II. Kap. Wie C8 vor dem kn'tzgenne crgie . . . . . 204 -207

III. Kap. Wie e.s an dem kn'iz umb in ^tnnd nah dem

iissi ! II mp^mr-luMi . ^ . . . . . . . . H >7

IV. Kap. Wie rebt getriiwlich sin liden waz .... 209—210 V. Kap. Wie du sele nnder dem krüz kunt ze einem

herzklieiien rfiweim« und ze einem niiltm

vergehenne 211 216

VI. Kap. Wie betrogen der weit minue ist und wie miu-

:)i'Klir|i ,it>er got i.-^t -l*» 'i J >

VII. Kap. Wie minnekliche got ist 223 229

A^III. Kap. Ein uwrihtunge drier dinge, du einem minner aller niei.st iiiohtin an got wideratan. Daz ein ist: wie er so zornlich miig geschinen

und doch ao iiiiiinklieh sin . . . . . . -^jO— 230

IX. Kap. Daz ander: war iinibe er sitli »inen vn'iuden dik n:ili herzlnste enziihet, und '■'.a l'i man sin waren geg<'in\ lutkeit erkennet . . . 230 235 X.Kap. Daz dritc: war uin)>c es got .sinen vninden

uls n lit ühfl in zit gr<tattet 236 -237

Xl. Kap. Von ieiiier weiviidt-m we d«'r lu lle .... 237 240

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hihuu. xiu

Seit«»

XII. Kap. Von »nnicssiger viode des himplriclia . . . 240 248

XIII. Kap. Von niiinessiger odli zitlicheti lidt'nnos . . . 248 '254

XIV, Kap. Von untingiichcr iruti dor bctrsliTiini;!. des irot-

liclu-ii li'l< n> . . . . . . . . . . . -j.')!- i.'Sft

XV. Kap. Von dem njinnckoson, daz dfi sei mit got hate gebebt unter dem kruzc, km't si Hi< Ii w Uier

zii sincui lidenne 259- 262

XVI. Kap. Von dem wirdigen lobe der reinen kflnigen von

bimrlrich 262— 26H

XVII. Kap. Von ire unsäglichem hcr/Jeide 26H-271

XVni. Kap. Wie es zc der M\uu\ nab dem inren menschen

nnib in stninl 272—274

XIX. Kap. Von der ablosungc 27.5—277

XX. Kap. Von der jeuierlicben schidungc von dem grabe 277 278

Zwi.ttpr Ti.il 278—314

XXI. Kap. Wie man sol lernen sterben und wie ein un-

ber(.'it*>r tot e^^chaff^'n 278—287

XXII. Kap, Wie muu iialich ivhcH sot 288 290

XXIII. Kap. Wie man got ininnekiich enpfahen boI . . . 290--S03

(iebftt m.

XXIV. Kiip. Wie man got gi-undioaklich alle Htunde loben aol !^04 814

Dritter Teil. I>ie linndert Betrachtnnc^ n nnd Begehrnngon :ü4— .322

Epilog 322-324

Register 324—325

»ritt«*« Buch. Büohleln der Wahrheit 326 -359

Prolog 326-328

I. Kap. Wit; ein g< lazener mensche beginnet und <!ndet

!■! einikoite .H28-.'}29

II. Kap. Ob in der hohsten einikeit krin anderbeit muge

bestan . . . 329—331

III. Kap. Wie sich der mensche und alle kreaturen fwklich

haben gehalten, und von irem gewordenlichen

iishni.h^ , .331 -33'2

IV. Kap. Von dem wart-n inkere. den ein gelazsener

nit-iirtthe durch d>-n einbomen snn nemcn sol 333—338

V. Kap. Von d< n hoben und nützen fragen, die ime dft warlieit lit-s werden von der glichnüsse eins

gelassen menschen 338 352

VI. Kap. I'ff wclen |)uncten dit-n menschen gebrintet. die

valschr triheit tnrent . . . . . , . . 3.V2- 357

VI!. K;<p. Wie adeilichen sich haltet ein reht gelazsener

nirM<cli in allen dineen 357- -.'i')!»

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XIV

Viftrteii Buch. Brief blichlein 360-393

VnAou ^

I. Briet. \"on eins anvubetid* ii iiu nscheii ledi^t-ii vunker von der weit ztl 'j;()t. Ki ymini mtmdi et omncm ornatiiiii saeciili eontemp^i propter aniorem do- iiiiiii mei .Tesii Ciisti . . , , ;U;il 'AUA

II. ttrief. Von einem dt nn'itigcn undeiyau^ ein?» tfotliclien

uu-nselien. Ilabitabit lupus cum n^no . . . 363 307

III. l'riet'. Wiesich ein menseli sol j^cWu Nvilloklicli in liden

nach dem bilde Cristi. Eisbeten der Sta'jlin

/e Tozz. Xitrra sum sed ftmnusa .... 3G7— H(>8

IV. Brief. Wie ein ungelebtcr mensch sich zn im selber

allein sol keren und cndrü menschen nnherichtet Kol lassen. Quomodo potest caecns ducere? . 3()J)— 37*J V.Brief. Von jubilierender frode. die die enyel und enuelschlichii menschen enpfabeut, su sich ein siinder bekeret. Exultet iam angelica turba

coelorun) . . .. . .. . . . . . . . . HIH - 3Ts

Kriei. W ie sirli .-ii] mnisi Ii li,Lh'-M uti> i.M/liink.'iiliclt- .so C8 ffat an fiti '•tt-jln ii. A li^-al<Mi. Uli. i|ui:> uiihi det. iit ego moriar pro te? 37h— 3.si

Vn. Brief. Wie sich ein nienscli in nstrayenden emptera »Iii halten. ( 'riatus factum est in<> nobis obediens

us(|uo ad mortem 381— 3H3

VIII. Brief. Wie sich ein gotlieher menscli in ^j^otlicher sfi/y.e- keit sol haben. El.sbetli Stn^lin. Aunnnciate dileet». quin anioi< Ijuliu' " :>80

IX. Brief. Wie ein mensch /e ruvve sines her/.cn in yot

s61 kommen. In oninibua reciniem (|uaesivi . 387 3Hf) X. Brief. Von etlichen stükeii, die ze ynlkomenheil horent.

Estote perfeeti HSU -3Ü1

XI, Brief. Wie .sich ein mensch zii dem yotliehen iianien

fesns so] iindplitklirb lialteil. P(Mie nie llt

sig-naciiliiUi ''ur liiii-' ! , . . . . 3!U- 393

Zusät/e ynni Brtefhtichh'hi ; Kr/iniluiig von der Verehrung

des Nanieus .lesii. Morgeugruss und S[iriielie .393 4nl

Zweite Abtoilnng. Dio tiiolit in «tnm Fxemplar mif-

icenommeneii deutttclicn »iehril'tew »»«»gäe» 4ii3— .öfi^

!♦ Da« groBwe Brief buch ti>5 4t^4

PiDln': 4<Vt-40<3

1. Krief. \ I>:ivid seiiiieiat . . . . . . . , , . 4('ti 41(1

II. ISriel. Riiriium mundi et oninem 'niiatuiii '.lecnli con-

letii]isi propler amcicni tinmiiii uiei .Jesu Cristi 410--4I7

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lulmlt XV

Seite

IlT. Brief. Snrrcxi, ut gperirem tlilecto inco 417—419

IV. Brief. Habitabit lupus cum ayiio 420 -423

V'. Brief. Sonct vox tua in auribua meis, vox enim tiia

riiilcia et facies tiia decora . . ^ . , 423 - 425

VT. Brief. Vincae florent^^s odorem dedenmt, et vox tur-

fnris andita pat in terra iinstra . . . . . 426—427

\'U. Brief. Trabe me. post tc curremiis in odorc ungiieu-

fnnifn tiinniiii ! . . , , . . . . . . . 427 429

MIT. Brief. Guntate et videtc, qudniam auavis est dominus 429—482

IX. Brief. (>imm dilecta tabernacula tna douiino virtutum! 432—434 X. Brief. Kevertere. rcTertere Sunamitia. revertcre, rever-

tere, ut intueamur te ! 434 -437

XL Brief. Audi, fili mi. disciplinam patris tui! .... 437 439 XTI. Brief. Nigra >jum. sed formosa, filiac Jenisalcm, aicut

tabernacula Cedar. nicut pellis Salonionis . . 439 444 XITT. Brief. Absalon, tili mi, fili mi Absalon, guis niihi det,

ut ego morinr pro te? 444 44H

XTV. Brief. Eiultet iam anyelica turba celorum! .... 44H— 4.öl XV. Brief. Surge aguilo et veni anstcr. pertla hortum meum,

et fiuant aroniata illiiis! . . . . . . . . 451—454

XVI. Brief. Tu exitu Tsrahel de Ejgypto etc 454 -457

XVII. Urief. Quomodo potest cecus oecum ducereV . . . 457 -46U

XVlIl. Brief. Nemo potest dnobus dominis »ervire .... 4GI XTX. Brief. Cbristus faetus est pro nobis obedicns usque ad

mortem 4G2— U>5

XX. Brief. Annunciate dilecto, «juia amore lanjfueo . . . 466 4«>h

XXI. Brief. In omnibus requiem quesivi 4(i8— 470

XXII. Brief. Estotc perfeeti! 471—472

XXITI. Briof. Exivi a patre et veni in mundum ; itemni ndinquo

uuunhuH et vado ad patreni 472 47'>

XXIV. Brief. Noa autem revelata facie yloriam domini spe- nilftnteH in eandcni iniaginem tranaformannir a

claritate in claritatem, tamguam a domini spiritu 475 477

XXV. Hriet. Mihi miteiii ndbaerere den boiiiiiii e>( . . . 477—479

XXVI. Brief. Pone me ut sit:naculum .super cor tnum! . . 479— 4H0

XX VIT. Brief. Cum essem parvulus. loquebar nt parvulux . . 4H0 4Hö

XXVni. Brief.') Testament der 3Iiunc oder Minnerei:el . . . 486—494

II. Predigten m rüu;

T. Predigt. T.ectulus noster floriduK 495— 5u8

II. Predigt.*) .Miscrunt .Tudaci ab Jerosolyniis aacerdotes et levitaa ad .lobannein, ut interroyarent

enm: Tu <)ni>i va? 509— 5IH

*i Der Asterisk bedeutet, da.sn die Kchtlieit des betre ttenden .Stiit kt s zweifelhaft ist.

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XVI

Iiiluilt.

ite

ni. Predigt.* I E\ivi a patrc vi vcni in mnndum, iterum

rolirnmo mtiTiduio 518--528

1\ . Pretlij^t. Iterum leiinquo mundnin et vado ad patrem 529— ö.JG

III. Patt Minnebnchleln*) 5H7 554

1. Kapitel ö.ST 543

II. Kapitel 544- 547

III. Kapitel 548—554

Rericliti^inj»en und \aolitrK>ri' 555 558

Glossar 55<)-<i28

Verzeichnis der Bilder.

1. Zur Yitju

.\l>h. 1 /F.rklHnmg S. 3> 2

.\hU. 2 (KrkUüuug S. 2(>| m

Abl>. '6 (Rrklftrung 8. 51) 52

Al>l). 4 (Krklitrung .S. B5) 65

Abb. 5 (Eiklarang S. IHiU - 129

Abb. H (Erklärung S. 140i 141

Abb. 7 lErkliiruiiir S. M^i' 147

Abb. 8 lErklarung S. 152. 150

Abb. 9 ( Erklärung 152 t 151

Abb. 10 ^Erklärung S. 155 154

Alf!.. J 1 Kikliirung S. 19öf 195

i, /um l{ii<'lilt iti drr l uiircii \> oi^iu it. Abb 12 (Erkliiniug S. 253) 255

* I>t r A^t<'^i^•k be It'iitf't , dass die Ecbtlit it dt s botrrffcjidcTi .^tüikt s /.ucifolhaft ist.

Teizeidmis der Abkttmmgen.

Viu = Leben Seoeea.

Bdeir = Bttdi]«in der ewigen Wenheit

Bdw = BfioUein der Wahrheit

1 r= Kleines Brief bttcbleia. Kl Bfbj

('<r Bfb = nrnsses Brief huch. Minaeb. Minn^bürhlrin. Uor. Horologiuiu Sapieutiae.

DW = Dpntsches Wörterbuch.

Haiuls<:hrifl(en). Jh. = JabrhunderL ÜB = Uikmdeiihiicfa.

Azehir oder ALKGM ArdÜT Ar Literatnr* und Kirehengeaehiehte de« IGttel-

alten.

Brga = Biu-Ii von ^'istlicher Armut, hrsg, Ton Denifle 1877.

Den. = Denifles Seascaug^be (1880).

|»iep. = Diepenbrocks Seascausi^abe ('18*^4).

Eokhart = Pfeiffer. Deutsche Mystiker des 14. Jh. Ii Meister Eckhart Greiüi = C. Greith, Die deutsche Mystik im Predigerorden (1861). Lexer = M. Leier, Mittelboehdentacbes Handwörterbuch, 8 Bde (1H72/78). ÜOPII = Monnmenta Ordinia Pnedieatoram Historica ed. Reichert (1885 ff.), rreger I— III = W. Prej^er, Geschichte der d^utachen Myatik im Mittelalter,

B Bde (187t 03). I'reger Briefe = Die Briefe H. Susos hrsy:. von Preger (1H67). Pn*ger Vorarbf^iten = Prejrer. Vorarhoift^ii zn einer Geschichte der deutschen

Mystik, Zeitschritt fiir hist. rheolo«,ne 1869, IfF. Seeberg = ii. vseeber:,^ Ein Kampt um jenseitiges Leben. Lebensbild eine«

mittelalterlichen tVommen (H. Seuee) 1888. Stranch, Ad. Langmann = Die OffenbaruDgen der Ad. hrag. Ton Strauch,

QF 26 (1878).

»^traiusb, Xarg. Ebner = Strauch, M. E. und Heinrich von Nördlingen (1R82). Thiriot = Oenvrea mysti(jues du bieuh. H. Siiijo. trad. par Th. I (1899). Vetter = Th. Vetter. Kin Mystikerp,, ii 1- < 14. Jh. (H. Seoae nnd B. Stagel) 1882. Zfda -- Z'ifsrbrili lur i|pirf'«rhe» .Mrcrtiini. Afda Au/.tiger der Zeit.-^chr. f, dtJ^cb. A. Zfdph = ZeiUchrift für «leutsche l*hilolo4fi( .

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Einleitung.

I>*at««be äcbrKtcn.

Erster Teil.

Die Oberlieferung.

A. Die einzelnen Handschriften.

Die deiOtekm SehrtfUn 8eum in Mkr zaUtei^m und weit zerstmOen H<md»chriftm überliefert. SaweU «cA ihn Pro- venienz feststellen lässt, stammen die meisteti derselben aus Nonnen^

klödern, besonders dss Dominikanerordens^ in Süddeutschland (Elsass, Baden, WüriUni/jenj , Bayern) und der Sc/itaiz, doch nicht wenige auch au6 Mitkl- und Xied^rdeutscMand- nach dem Osten (Osterreich) scheinen Seuses Werke trenitjer yedrunyen zu sein. Imhesondere dm Bdew ist im 14. und 15. Jh. so häu^q ah(i eschrieben worden, dms icofd fftst iedr (frössere Bibltuthtk at iu uischland und in der Schweiz eines oder nttkreic Exemplare daron entltä/t. Es kann sich daher hier weder bei der Aufzählung noch bei der Benützung der Hand- schriften um ahsolute Vollständigkeit handeln; namentlich ans Privat- hibliotltekcn u ird noch dies und jenes Manuskript nachf/etrfujen trerden kannen. Möglichste Lückenlosigkeit ist Jedoch angestrebt hei den. I Bilderhandschriften des sog. Exemplars (d. h. des von Seuse selbst " redigierten Sammelwerks, seine vier Hauptschriften: Vita, Bdew, Bdw und Kl Bfb umfassend), beim Leben Seuses und heim Gr Bfb. Die in dieser Ausgabe benützten Handschriften sind mit fettgedruckter Chiffre bezeichnet; von den übrigen sind die meisten wenigstens ein- geseken worden. Bei der grossen Zahl der zu erwähnenden Manu-' skr^e miMt^ die Beschreibung so kn<i^ als möglich gehalten werden,

L HaniMhrliton des £xiMnplar8.

A s Berlin, KgL BtVioihA Ms, germ, quarto 840 (aee, 9493), Perg. 160 BL (die Bl 84—87 sind an falsdter SielU gebunden, me gehßren zwisekm 68 und 69) 170 x 215 mm, Lagen von ge-

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4*

i&inldtiiuig; 1 Die ÜlMriiefemag'.

wö/mlich 12 BL, durch sc htUtÜich 33 Zeilen auf einer Srifr. ron $iner, sich aber nicht immer ganz gleichbleibenden Hand in der zweiten Hälfte des 14. Jh, m^rgfäUig getehriebe». Dieselbe Hand hat nachträglich Korrekturen vorgenommen, dann und wann, aber seUener, auch eine zweife, spätere Hand. Dialekt alemannisch, wohl nur ganz leicht vom ehäseiaeken beeinßuett, Inhalt: das Exemplar cüÜsiändig mit Prolog, Bildern und einigen gemalten Initialen (Ober die bildliche Äusetaihtng siehe genaueres unier C), Die Ke^tels- Überschriften und Anfangsbuchstaben sind rot, BLl^ oben am Monde steht 90H alter Band (rot): Pater noster et Ave Maria, darunter: Qelobt Tnd gebeDediet tj der werde iiamen Tneen herrea ieen zpi Tnd der hob gelobten jnnofiDiiwe Marien einer mtter eweoliehen an ende Amen. Darauf pon ßlngerer Hand ( 15, Jh», teilweise ver- wischt ): lESCTS MARIA sartar minneelieber berre Tnd firant . . . bertien Amen. Darunter sehwar» (14. Jh.): XI bade. Am SMtsse Bl ISO* steht (rot): Ezplieit. Finie adest vere sehriptor wn]t predom habere.

Die fllr die Seuseforschung äusserst unohüge Hs* sie ist die äUeete und bes^ Hs, des Exemplars und daher dieser Auegabe wur gründe geiegt hat merkwürdige Schicksale erlebt. Sie stammt aus der Bibliothek de» Johanniterhames zum Grünen Wörth in Strass» bürg, wurde, wie ihr ZuMand zeigt, von den dortigen mystisch ge- stimmten Kreisen viel gelesen und kam bei der Aufhebung des Klosters mit anderen iieiivoUen Hss. jener Sarnnilinn/ ') /// (fie .Sf/'c/.s-.v- burger Stadtbibliothek, wo sie wie vorher die Sii/iKftur B l-VJ frag. Hier wurde die Hs. ron K. Schmidt zu rincm Aufsatz lihrr Seuse in Theol. Studien und Kritiken Iö4o, öoö ff., der auch manche Auszüge da raus gibt, Itruiiizt, ferner in den vierziger Jahren des 19, Jh. von dem bekmintru (u rmanisten Franz F feiff er, der eine An^tffohe Seuses projcL f irrte -), in ziemlich mftnffelhafter und ungenauer Weise ieiis abgeschrieben^), teils kollationiert» Pfeiffers Manu-

'J Vgl. darüb$r J. J. Witt er ^ CatcUogus Cod. Mss. in bibUotheca sacri ordmie Hitrosolymikmi ArgenteraU asurvatortm, Stroeehurg 1746 (uueere Seutehe, JS, 19 vnter B li9, doch fäUdiUeh alt Papierhs, hadehuMi): J,Bath-

geber, Die hsl. Schätze der früheren Strassh. SkuUbibliothek 1876, 41 ff.; C. Schmidt, Zur Gesch. der ältesten Bibliotheken zu Straubuiy l&f* K, Hiedf i , D'T Cotfrsfrudid lum (fherJand 19ei5, 256 ff.

') l btr ätMr ^eine IHäm vt/L K. ü " ' / v c h in seimr Biograf/int I^/eiJ^n^ in fBrie/ivechsel swischen Jos. von Lassbery u. L, Uhland^ hrsg. von t\ Pfeiffer law, XXX f., XLVIL

■) ^1» 7«a der Jbeehrift iet aüerdinf» niehi van Ifeiftr eMei, emiem wm tmhdeannter SmuL

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Die eiiii&olDeu UanilM^hriflciu

Skripte ') kamen nach seinm Tode (f 29, Mai 1868) in die HoßÜdioihek SU Wien (—Suppl S778 [N. S. 208] enthaltend Vita% Bdw,

Kl Bfb, und Suiipl. 2779 [Nr. 15379; r;/L Tahidae codd. VITT, f.] enthaltend Bdeiv, Gr Bfb [s. unter Vif, Predigt I und LV [.<. initcr VIT], und einige Stücke von Eckhaii nach Abschrift von J. Haupt J, HO ^'te auch Ihniß« für seine Ausf/ahti benützte. Die Sii'nsshnrqrr Iis. selbst ;/(tt'f fdi* verloren, da (im 24. .ivgnaf 1870 hfi der Belagerung die Stadtbibliothek in Brand geschossen und zer- stört tnirdt. frrnstft trrrr daher die Überraschung, als Schreiber dieses im September 1903 das redoretie Manuskript in Berlin irleder ent^ deichte. Eingezogenen Erkundigungen zufolge ist ee im September 1868 aue dem Naehlass Pfeiffers käuflich erworben worden. Es Hegt die Vermutung nahe, dass der Qdehrte die Hs. zur Benützung enUiehen hatte, jedoch starb, ehe er sie smrUckgeben konnie, und dass sie darauf ais sein Eigentum angesehen und rerkauft wurde; dass man in Strassburg den Verlust nicht bemerkte, ist swar auffallend, über dem Krieg konnte die Sache aber wohl in Vergessenheit geraten. Ein Zweifd an der Identität der Hs, kann nicht bestehen: nicht nur wf die alte Signatnr B 139 auf dem Rücken des Einhandes iwch deutlich sichtbar, sie stimmt anch cnfs genaueste mit den Exzerpten Schmidts uiui den Abschriften Pfeiffers. Ilabent sua Jota UbeUi!

K = Einsiedeln, Stiftsbibliothek fls. AV. 710, Pap. 9-\-232 ron alter Hand numerierte Bl. fol. (208 x 302 mm)t dojfpeli^Uig in der zweiten^ Hälfte des 16, Jh. sehr sch9n geschrieben, reich mit Miniaturen ausgestattet (s, unUr C). Spraehe: alemannisch- nehwäbiseh. InhaU: BU 5^^7^ Begister; Bl. L—XXl (alte Be- zifferung) Gedicht von Christus und der minnenden Seele (mit Bildern ), das sich auch in der Donaueschinger Ss, Nr, 106 Bl. 1 40,

') iTher seinen bis jetjsi ganz ungenügmd ausgenützten und beachriehentn, für du Oeschiehle der deutschen Mystik wertrollen Xachlass vgl. jetzt Otto Simon, Überlif frntng und Ilandsckrißmvwli&Unis de* TroktoUs ,äiehwe9t€r Katret\ JjU^. Halle lim, 9 f.

J)ii frgte Hälfte äeiseiben ist nach der Stiittparier Hs. Cod. ascet. Jö, freüich nicht nelten nachlässig abgeschrirbm und nath der 6irassburger Hs. kaäatienin% was Denifle XX, eST und Z/da XXI, 137 MleAl erkeumi kalt, tn der ßumtem ifA$fle iti nur das Siraeeb. Manuskript kopiert,

>) Den^ XXVIU weiH die Ha. dem Anfang de» 15. Jh. eu, eher <ite ron derselben Hand ffesehrt'-bt ne Einsiedler Hg. Nr. :iS3 ist im Jahre 1482 rollendet (vgl. Catalogus Codd, nuo. in bibl, Monaet. EineUdL deeeript, a. F. Q. M*itT l IIS991 S60).

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6* Emleifciing. 1. Die Oberliefenmg.

911 KarUruhef Cod, 8U Qeorg, Pap, Germ. 91 Bl, 1—80 fehenfaüs mit Bildern), und Überlingen, Es, Nr, 22 (^V) BL 3^20 findeO); Bl. XXIII'^—CLXXXIUl^ das Exemplar vollmndiy mit Prolog; von da his Sehhm BL CCXXIX kleinere askeiieehe und miyeHeche Stücke (vom christliehen Lehen, vott einem geisHichen Kloster mch St. Bernhard, Brtuierschoft der cwUjen Weisheit im Auszug /Bl. (VI L CClll], von rollktninncner Demut, von dm Graden und Staj/'elu der Geduld, 'von einmi (infinu/enden, zunehmenden und voll- kommenen Lehen n. a.). l>,e Iis. stammt laut ultem Eintrag ßl. 4'' aus dem I hnihtikanninnenkloster Sf. J^eter zu Konstanz; ein Vergleich mit Hs. Nr. 283 und 752 ') legt die Vermutung nahe, dass sie wie diese con dem reichen und angesehenen Patrizieryeschlecht der Ehingcr ihr Wappen findet sieh in allen drei Hss. dort' hin geschenkt wurde. Auszüge aus den vier Schriften des Exemplars nach K bei F. Vetter, Lehrhafte Literatur des 14, und 16. Jh., 2, Teil: Geistliches (ssKOrsehners Deutsehe NaUonalUteraiur XI l, 2 [im]) 199—247,

R s= Hs, der DomkapitelsbibUothek in Breslau, ohne Sigttatur, Pap, 293 BL fol. (220x320 mm), mit Büdern, am Ende des 15, Jh. von Schwester Katharina Menftellmrgerin ( Bl. 220 •*> siem- lieh flüchtig geschrieben. Dialekt: bayerisch. Die Hs. stammt aus dem Dominihdiu riiDietiklosti V zum Iii. Kreuz in Ii v g c n s h \i r </, und nnrde von KurdiiKd Diepothrock der HiUiuthek d^'S Dom', ii /tels in Breslau vermacht. Inh<dt: Bl. i~ 244*^ das Exemplar t uliständig -^) mit Prnloij (vom Bdw fehlen aber die Kap. i, 6, 7, vom Kl Bfb Brief a und 7); Bl. 244''^^79'^ 23 Briefe dvs Gr Bfb (s. unter \ l ); Bl. 279 "'—82 Zusatz zum Bfb (393,8—96,5 ); BL 282 '^—93 «• Bruderscliaft der ewigen Wci>;heit.

}M=Wolfeni»üttel, HerzogL Biidiothek Cod. 78, 5, Aug, fol,, Pap. 322 BL, im 15, Jh. (Bd. 322 1 1473) in bayerischem Dialekt von mehreren Händen geschrieben und mit Miniaturen aus- gestattet. Die Hs. stammt vermutlich aus einem Nürnberger Kloster und enthält das ganze Exetni^tar mit Register, Prolog und den Nach' trägen zum Bfb, die Bruderschaft der ewigen Weisheit und das

*) Ein BruehsUkk ist in Monte Aneeiger VIII (1839) 334 ff. eibgeäruekt,

die Anftlnge und Ühergchnften aus ü hei F. Vetfr^ Das Lehm der Scfmettem

zu 7'>:ss 19(MJ, X f. Beschredmntf In i A. Peltzer, heuische Mystik und detUsdte Kumt (Sfuflien sur deutxch-n Kuns((j<srf,{<'hte H. 21) 1899, tSif.

") Heschreihuuii dieser Iis. bei Simon a. a. 0. "^J f.

') DcH{fles Angabf XX VIII f.. da.ss das Jidcw fehUy ist unrichtig.

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Die ewMlnen Handsduiftm.

7*

Seunfehenbuch ^frrsln'ils Betekrtiinrng in 0. fofi HBinemanns KaMtg 2. AU. IV (1900) 7.

f = IIa. der Freib arger UniversitätsbihUothrh Sr. 453, Pap. 213 BL fol. (220 x 290 mm) 15. Jh. (Bl. 212^ : 1440), in atmnoHmteh-whwäbkekm DiaMei, das Exemplar vollständig mit Re- giitfr, Vorrede, Naokirägm und A> Brudenckaft dtr mt» WM, entkahtnd; früher im BemUt des FranrntiMner^TerHarierinnenldaBterv mt Inzigkofen bei ßigmaringen, dann des Pra/estors F, JT. Griee' kaber t nadk deaeen Tod (1966) die Ha. nach Freümrg gelangte.

NasJET«, der StodibibUotkek in Nürnberg OenU VJI, 90, Ptq». 17$ Bl 4* (ISO X 210 mm) em 15. Jh., in bageriaOer Mundart; eehr fehlerhaft und ohne VeraiSndnie geeehri^en, früher dem Dominihaner Konrad FdireUr wn Anebaeh 9u Nürnberg go' hörig. Bnthm Bl. 2^6 Bdew poUetOndig; Bl. 67^123 VOa bis SeMuMs wm ITcp. 44, leiie eiark gekiUrzi, ieäe mit Audattmg eimehier Kapitü (z. B. 6, 30, 33, 34, 37 ume.), wofür dann andere ab- geteilt und mit neuen Überachriften veraehen werden*); BL 124 39 Bdw; BL 140—73 25 Briefe, eine Konfination aua Briefen dea Kl (11 Nr.) und Gr Bfb (14 resp. 15 Nr.) mit den Nachträgen zum Kl Bfb. Vgl. die Tabelle zu VI.

Hl = 7/>. der Münchner StcuUsbibliothek Ojm 819, Pap. 246 Bl. 8°, /ö. Jh., in bayerischem Dialekt. Der Inhalt i,Ht, von dem fchlendeit Bdew abgesehen, fjennu dcrstlbe wie in N mit ullen vhnroictrrixti.^chen I'Ji;/cnlu'if('H und Abweichungen, henonders in der Vitii und im Ih iefbuch; man tat zur Annahme ffenöfi^t, dass ent- weder heiiie //>•>. *>ine ijemeimame Vorlage hatkn, oder das^ ei/n von der anderen dierkt abhängt (wahri^eiu n firh m von N ). Jd >ehi e/buti;/ der IIa. in Sc/ntie/Jem Katalog 139. IJas iinejbach der Iis, m hat W. P reger 1667 unter dem Titel: „Die Briefe Ueinrich Suftoft nach einer Hnndf^chrift de^ XV. Jahrhunderts**' ediert in der irr- tümlichen Meinung, elarin das endgültige, von SSeuse redigierte Brief buch gefunden zu hohen (weiteres unter B ).

= Hs. der Kgl. Bibliothek in Berlin, Ms. germ. fol. 658, Pap. 232 BL, 15. Jh. (zweite Hälfte), in bayerischem Dialekt, mit Bildern, aus dem Dominikanerinnenkloster AUenliokenau bei Waeeer- bürg in Oberboffem, dann im Besitze Meuaebache. Beeteht aus zum

') Über diests vgL 6trauch m Z/dph 190:i, 2iki. ^ Der atkreiber htfrOmdH mA» Vmfeihreu em Sehlme» dee Prtficy« der F«l»; M Im M dM pait dtmvs g<laMi kwtooi wwten, umä Bl 139*: peemtam eit M p«r pton, qiuiA potaft M per peneion.

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8*

Eioleitttiig. L Die Überliefontiig.

leilen: U Bl. 1—86 HaUffenUben, Teil einea FassiomiU; 2. Bl. 1—147 Vita mit Prdog dis Exett^ars und Bdm, aUr oAn« di^ 100 Beiraehtungen, Text wpät itiM/ uwsuverläsaig,

Paris, BihUatUqm naüonale, M8,<aiem. 222, Pap. 313 Bl, ^^ 15, Jh„ in alemawniifch'dsässisehem Dialekt, aus dem Do» minikamrinnenkloster St. Nikolaus in undis zu Strassburg stammend. Inhalt: Bl. 1^—100' Vita; Bl. 100*— IIS"- KlBfh ohne Nr, 11 (Pone me); Bl. 118' 24' die Bilder des Exemplars in sehr roher AtmJührufUf mit den Sprüchen duzn. Über dm ucitcren Inhalt der interessanten mystischen Hammelhs., <iuj die zuerst F. Vetter^) aufmerksam gemacht hat, siehe die Beschreibung bei G. Hu et, Cataloque des mss. aliemands de la bibl. nationale, Paris 1895, 121 ; vollständiger und genauer bei Simon (s. o. S. 5* A. 1) a. a. 0. 27 ff.

S = Cod. ascet. 15 der Kgl. Handl/ibliothek in Stuttgart, Jetzt {seit 1901) in der Kgl. Landesbibliothek, Pap. 233 Bl. 4"" (145x210 mm), mm zwei Händen in der ersten Hälfte des 15* Jk, schön geschrieben; aiemannisehe Mundart. Inhalt: Bl. i*" Sprüche vom ersten Bilde; BL 2^—233' Exen^plar mit Prolog ohne Bdew. Die Bilder fehlen, aher der Platg dafür ist freigdassen, Die Hs, war früher im Besitz des Dominikanerinnenklosters Ötenbach bei Zürich laut Notiz auf der Rüdeseite des vorderen Decküs von einer Hand dess 15. Jh.: Dia bftch ist des convents an Atenba^h genta (= gebet es) dar got wider ; später kmn sie nach Weingarten ( Bl. 1 *" oben: Monasterii Weiii^ai Leiisis 1674). Bl. 233'^ steht (rot): Ge- denkent Johannes i^eyg (wohl VerunHaltung aus durch jrot,

d'irnnter: Gedenkent durch got Jangkher Diethelms von klingeu von dem haud wir dis bacb.

S ' Cod. theoL et j>hilo!i. fol. 281 der Kgl. Landesbibliothek in Stuttga rt, Pap. 228 Bl. 210x310 mm, alemannisch-schwäbi- scher Dialeii, zweite Hälfte des 15. Jh. fBl. 39'' : 1476, Bl. 228": 1475). Enthält Bl. 1*- —39' (las Leben der sei. Margareta »on Ungarn'), das sich auch in der St» Gaikr Hs. 003 (vgl, Vetter, Viten von Tos VIU), in Cgm 750, in der Hs, der Nürn- berger StadtbibHothek Cent VI, 63, und in ü (s. S. 9* und Vetter a. a. 0. XU) findet; Bl 42^—220* Exemplar mit

' ) Kin My$liko }>aar (s. S. 97) 57,60 An tu. 47 und 63.

Tochter Konig Btlas IV, i 1271 als Dominikanm^ionm. Ihre Vita

ist von dtm Dontirnkaner fiartnns 134f) rrrfasst, von ftet'nen Ordensgennsiien Jörg Vnlfin' und honrml (ltu(s< li bearbeitet trordrn. \'gl. tiariihcr Kntndl 4m Ärchtr Jitr Österreich. Gesch. 91 (1902) 53 ff.: Htst. Jahrbuch 19ift), 110.

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Register, Froloy inid Nachfrägm mm Bfl>, ((hw ohne BäMt; BL 220*^28" Bruderschaft der ew. Weüh. igt mU f nahe 9€rwanöi und hai dieselben zahlreichen Fehler; dem ersten Druck pm 14^ hg eine iSy'dAfilieA# Ms. Mugrunde (tgl. Denifle in ZJda XIX, 850

U^ßs. der Überlinger StadmUoMf Nr, 92, Pap. 321 Bi, /ol, (210x295 mm) in aUmanniseh^eehwä^her Mundart, am dem DminikanerinnenldoeUr Zojinyen m$ Kmektnz eUmmend. In^ kali: Bl. 3 ''^20'' Oedicki mm Ckrishu und der nUnnenden Seele (e. oben 8. 6*); BL 20'-^125'' Exemphr mit Prehg, doch ^ne Bdew'); Bl. lW'-25* 14 Briefe des Gr Bfb (s. unter VI); über den weiteren Inhalt der Hs, (Viten von Töss und Knthnrinental, Leben der sei. Margareta ron Ungarn und des hl. Ludu iy, Traktat ton den 40 Myrrheahüüchehi) vgl. die Beschreibung bei Vetter a. a, 0. X—XIU"),

TU Handselurmeii der Yita.

Äueeer den unier I nujyefükrten Hee,, welche tämtlich als treUs Buch dee Exea^ßare dm Leben Seusee enAalien, eind folgende noch heeondere zu nemwn, vn wdehen eich nur die VOa oder Bruch' .stücke derselben ßnden,

A ' = Hs. der Universitätsbibliothek in Stra> - '> >' r >/ L </< rm. 75, Pap. 142 BL (If5>f220 mm), 15. JL, cden'nji^n-^r/^^, f sassische Mi'>"i"rtf aus de/n IhnninikanefiiDuiikloxter V iiteriinden m Kolntftr fitdtinnvnd. Enthält Bl, 2'' 4*" den Prolog des Ji^xemplars, BL 4" bis 142" die Vita.

^ = He, der Münchner Staatsbibliothek Cgm 362, Pap, 116 BL, von denen zwei an falsch rv Stelle {das 25, nach dem 35., das 30. nach dem 38.) stehen, 4" ( 14ö y< 220 mm) vom Anfcmg des 15, Jh* oder eielleichi noch etwas früher, ziemlich flüchtig mit teil- teeiee sterrk verbhsster Tinte geechrieben, in alemanmech-echwäbischem Dialekt; enthält die Vita in ganz eigener, eon den übrigen See, ab*

') Die Schreiberin befandet BL öo*" die Auslassung damit, dass das Bdetc „sonst ah irnhl und y>i( (/t\sr?iriihtn** in ihrem Kloster vorhanden sei. In der Tat sind zwei K.icinjdarc des BüchkiHe (tus dem Z^finger Kloster noch trUolien <«. «m<^- III und F"^).

') Die ebet\faUs das Exemplar voraussttsende Kolmarer Hs. Nr. 200 (sie führt dee Bi» umd eHe 8, und 4, BmA ein) wird unten mter IV auf- g^uuFtm

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Einleitung. X. Die ÜberliefiNrung.

weichender Rezension, imrifher unter B fiu>fi(Jirlic/i zu lutudeln Ist. Bl. 1 steht oben : assit priDCipio saucta inaria meo. Item der wuder sfes; unten am Rande von späterer Hand: das bftch von dem'dieoer der ewigen wizhayt; BL 73 unten (bei Kap. 38): ich han den syssen lieb von bertzen. V^L auch die Besehreibung der Hs, durch Strauch in Afda IX (1883) 140.

VoUHämäigt aber in ziemUeh verderbter Form enthalten den Text der Vita auch Cgm 4S74 P<^, 4"" 15. Jh. BL 1^129 (wfi. Schmdkre Katalog 449) und die 1596 geeehriebene Hs. der Uni" tfereHätsbibliothek in München Nr. 146,

Nur im Auszug von Kap. 1 44 und zwar ganz in der Re- zension der oben angefahrten Hs», N und m findet sich das Leben Seuses in Jolf/endeii drei Bss.:

Ms. TheoL 123 der Gotting er Universitätsbibliothek, l'ap. 167 Bl. 15. Jh. in niiitelfränkischtm Dialekt {igl. W. Meyers Kataloy II, 303); Hs. der Stadihihliothek in Mainz, ohne Signatur, Pap. 15.116. Jh., ebenfalls in mtttclfriinkistchem Dialekt (Brsrhreihtthii von F. II'. E. Roth in Zfdph 26 fJ.Si)4J 67 J.); Wien, Kaiserl. HofbibUoihek Nr. 3022 Pap. 236 BL 4" 15. Jh., niederrheinisch (den weiteren Inhalt der Hs. in Tabulae codd. II, 18(f intd bei H of f m a n n von Fa lltrsl c b e n, Verzeichnis der altdeutschen Hss. der MofbibUothek zu Wien 1846, 346 ).

Eine Anzahl von Hss, endlich enthalten Bruchstücke der Vita: Berlin, Ms. germ. ocL 69 (s. unter VI) BL 135-^9, 264—73: Kap, 49 und teilweise 50, 11, 12, 8; Gottingen, Ms. Thea, 292 BL 55, 131—36: Kap, 49 und ieUweise 20 (W. Meyer, Kataloy II, 472 f.); Kolmar, StadtbibUoihek Nr. 268 BL 174—76: Kap. 9 (vgl, Bartsch, Beiträge zur Quellenkunde der altdeutschen Literatur 1886, 314): Manchen, Cym 455 BL 1—6; Cym 456 BL 64—70 und C<,m 457 BL 318—23: Kap. 13; Cym 531 fol. in. 116—24: Kap. 1—9; Muri-aries, Stiftsbibliothek Cod. 10. D'/i Nr. 104, Pap. 16. 17. Jh., enthaltend Kap. 1 33 loid itn Jm>- ::uy 40 49 ; Stutt</fi rf , Cod. theoL et phä. oct. 19 ( njl. laifrr VI) HL 61—64: Sprüche au.s Kap. 35; Cod. ascet. 203 BL 10 1, 176^82, 191 f.: Kap. 6, 49. 35.

Xach K. Schmidts Angabe in T/uoL Studien und Kritiken 1843f 866 Anm. befanden sich in der 1H70 verbrannten Hs. der Strasshurger StadtbibUothek B 14/6 Teile der Vita, Jsiine Hs.

') SämtHeh Pap, und wo nicht anders a^f*gd>en dm 15, Jh, angshSreni.

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Die efauMittMi HuididmftML

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in Priva&esite (Dr, Karl IVidmann), Perg, und Pap, Iii. Jh. (1420), ptrzmckna K, Both, DmOseke Predigtm de$ 12, und 13. Jk 1839, 3 Anm.

ni. HMMiMhriftott dat BMOalm der ewigM Weisheit.

iJie Zahl der Jhs. des zireih)i liurli€t< Satses />/ Letfion. Keine dein G ehret der deutschen Mystik fuiyehörit/e 6chrt/t winde ho oft kopiert und so viel gelesen. Bei diesem Buche ist man daher auch in der glücklichen Lage, eine Anzahl alter Pergament hss., die in die Zeit Seuses selbst zurückgehen oder ihr wenif/^teni^ nahe stehen, zur Verfügung zu habm. Von den unter I aufgeführten Uss, des Exemplars igt das Bdew in A K H W f X B ' enthaften, von denen ober nur A und K zur Reztntierung de» Textes verwendet worden sind. Ausserdem sind zu nennen:

E = der Stiftsbibliothek zn Engelberg Nr. 141, Perg. 113 BL 4 (118 X IS6 mm ), 14. Jh., alemamUseher Dialekt. Be- schreibung, bei B, öottwald, Caialogus codd. mte. in bibl. numast, ßnge&, 1691, 144. Die Kapitd&hereehHften und Initialen sind rot; die Es. ist von einer äUeren gleichseitigen und einer jüngeren Hand des 15. Jh, nachkorrigimrt worden, von lezterer ziemlieh wiü- küriieh. Leider fehlt etwa ein Drittel des Bdew: der $. 5. Sextem ist wdlständuf vetioren gegangen, von dem ersten sM nur zwei Blätter übrig. Inc. Bl. : enwoltost dr (202,12), Sehluss Bl. 2': kiAoegeo ergie (204^); Bl. 3' beginnt: gerent das dv Mmelieben (240^), Das Mmuderqtt stammt aus dem Bsnediktinerinnen' kloster 8t. Andreas zu Samen, das sieh bis 1615 in Eng^rg neben dem dortigen M9nehM>8ter brfand. Auf der letzten Seite stehen von zwei verschiedenen Händen eine Beihe von Einträgen, von denen die für die Geschichte der Hs, bedeutungsvollen aufgeführt seien: Lieben geigtHchen frowen gedenkent onch min Jo. frikers des alten Schribers von lucem der vob da half singen dur got. Datnm circa Veieiic (1. Sept. ) Addu domiui MCCCLXXVIH ". Weiter unten von älterer Haud, welche mit der ersten korrigieren f /tu identisch ist: Gedenkent dvr got. S. f= S wester) Elyzabeten staglin ze toz in dem kloster vnd ir vater Rüüolfes Margareten ir mftter vnd diier ir briuier. fridrihes. otten. vnd Kndojfes. Gedenkent och eines bruders hies brüder iobans von Kauenspurg von dem man vcb den mersteu ')

0 Gattstoild a. a. 0. Uti mensteu, u him9 ab» sicher mersteo, wonme diw spätere Hand me^fstm getnadu hat.

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JiSiiileitiiiig. I. Die Oberlieferang.

teil au difi BtLch gab« Aus tler letzteren Notiz (jeht hervor, dass die ffs\ ni(s dem Domimkanerintienkloster Töf^s stammt und in irgend- welcher Beziehung zu Seuses geistlicher Freundin, Elsheth Stagel, die eokhem Fleisse und götÜieheH Treuen beholfen wai*\ eeine Büchlein zu „veUhringen", d, h, abzusehreiben (Vita 109, 6 f.), gestanden hat, sei es nun, dass sie diesdbe selbst schrieb^), oder wenigstens durchkorrigierte. Die Notiz Über den „Bruder** d. h, offenbar Dominikanermönch Johann von Baven9burg wiU in ihrem zweiten Teile wohl besagen, dass aus einer von diesem nach Töss gemachten Stiftung die Kosten der fferstdltmg der Hs. zum grössten Teil bestritten wurden. Später kam dieselbe in den Besitz des Luzerner StadtHchreihers Johannes Friker^), der sie 1378 nach Engelberg schenkte. AI« älteste aller iSeusehss, hat sie auch Jetzt noch hohe Bedeutung.

E' = Ä derselben Bibliothek Nr. 1Ö3, Ferg. U7 Bl.

*) Dies ist IJmi/les Annahme (30ö A. 1).

*) JSv loMCH «»eA m€ftr»iv Johanne» von Ravensburg noikiKHisen, Der eine, Sohn des Sekuhmaehtrs H^imieh von Uaveni^nurg, war Notar oder HefMChreiber des Bie^fv Nikclaua Ivan Konetans (1B34—M), Laie, und starb

vor 1380 (vgl. Regesta episeoporum Conetantiensium II, 17Jf 193f PA. Bup' pert, Die Chroniken der Stadt Kotisfane 1691, 45 ff.). Ein anderer, aus dem Eavenshttrger Patrfei^rtj' y' hlerht <lt:r Hutifjns < Hnmpiss) .Hammend, Pritgter und Choi'hety am KnUeiiiatstifi Munster ( Iii romümter tm Kduion Luzerni, ist ur- kundlich ztvüichtn }34o und 13tiif su belegen (Geschichtsjreund XXXU, löO; XXXI \\ 3ö^: X, 90; V, 199: dominus Joh. de IL; lieg. ep. Convi. II, 333 n. SZer, vgl n. 5994), Doch handdt ee eieh umhreehemUch nm keilten von dieeen beiden, da die Beedehnung »Bruder^ doch leoM em/ einen Mdneht d. h* hier einen Dominiiemer hinweiet. Ke mI daher wahraeheinUeh Johann von Barenifmi;/, staußMcher MinisteriaU und Herr zu Löirental (bei Priedrichshafen) getmint, der li*f>o in das Dominikauerkloster Konstanz eintrat (Freib. iJiöe. Archiv 1901, 31, 47 fJ und :irisrhe>t V!r>0 und 12*'' t hri ]{rchtü(ji\<<rhi'ifteri um- liegender Xonnt/ikloiitcr öCi//^- < hdeuH ojt als Zeugt Ofichnnt (Jitg. tp. Comt. I, 201 n. 1704: Wirt. Urk.-hurh J , IHI, 21L*, :!15, Üöö, :J9b, 301, 360: VI, 132, 139: Züreh. Urk.-Bueh III, 218, 24G). Sein Name iet in dem Kalendarium eine« Dominikanerinnvnklotitr (in Konttane oder TItes?) aue dem 14, JK, in der Eineiedler He, Nr. 92$ BL 6*, am 20, Aprü eingäragen,

*) Joh. FHker de Bmgga (Brugg, Kanton Aar^u») iet als notariue von Lutem öfters bezeugt: er vcreichitte l'ltb auf sein Amt, nachdem er es 17 Jahre rrrvalti't und z*>p sich „in den II»»/ auf die Lnitnpfründe^ (wohl am Chor- hrrrnsfiff zu I.uzern) zurück, starb am 34. Februar unht'knrutfin .Tuhrrg {Ge- srhic/itsfn und II, 136: IV, 2S2 : X XII, löiK Kr schrieb au< h die Eugrl- berg«.r ils. Cod. metnl>r. 12:> und schenkte sie 136o lU tn J > aiunklostrr in Engrlbvrg (G ottwald, Catalogut 133 f.: 11'. Waekernagel, Altdeutsche Predigten und Gebete lh76, 290),

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Die einifthien Haadieliriftea.

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(BL 101 fMi) (62x120 mm) 14, Jh,, zweispaltig sehSn ge- schrieben in alemannisekem Dialekt , mit gemaUen Initialen, ebmfaUs aus dem FrauenlUostef Engelherg^Sarnen. Die Hs, ist wm Miniatar

und ausserdem von einer späteren Hand durehkorrigii rt irorden. Der Kpäoy (o'J.'), IS 28 J fehlt Vgl. auch Gottwald a. u. 0. liU.

f = Iis. der Freiluryer Universitätsbibliothek Sr. 474, l'inj. 228 BL 9" (77>^120 mm), 14. Jh. ah>nunHi.ch, aus Gries- infbcrs ]'ennachtnis. Zirischen 212 und 213 fehlt ein Blatt. Ent- hält BL J'—223' Bdew; 223*'~28'' Gebete zu Maria, die aber Seuses Stil nicht verraten^ vgl. Deniffe 500 A. 5. Die Hs. ist von Fratiz Pßiffer in Stuttgart 28. Dez. 1842—10. Jan. 1847 ab- geschrieben und mit der Strassb. He. B 139 kollationiert worden; d4e Kopie ist jetzt in Wien, Cod. Vindffb. SuffL 2779 BL 1—149 (s. oben S. S*),

=: Hs, des ErzbisMfliehen Archivs in Fr ei bürg t. B,, ohne Signatur, Pap. 136 BL 4^ (148x202 mm), Anfang des 15. Jh., akmanniseh'Sehwäbisch, aus dem Dominikanerinnenkloster Zofingen (s. oben 8. 9* A. 1). BL 1' —72' Bdew ohne Vermahnung an die Absehreiber'; BL 72*^73' mgst. Gedicht: Yon armflt des gaistes (dasselbe bei Tauler 1549 f 332% in Cgm 447 und 455, in Cod. Berol. germ. quart. 191 BL J7(}^71); BL75'—133'^ mgst. Trak- tate (Inc.: Es, ist ze wissent daz iu der sei ol>ro8ten vernuiilt . .; Bl. 83 von Interiu leben; BL 90'' 1o2'' deutsche Stücke unter lateinischen C fo rsrhriften : de resurrectione materie houaiiü?, de com- positione bomiuis, virgiuitj^«, novitas vite i'<fr.: BL loH'' Maister Egghart sprach Cristus mag alt eDpfaugea werden in des men* sdieo sei . .

= desselben Archivs, ohne Signatur, Pap. 191 BL 8" (100x148 mm), 15. Jh., aleinanmsch- schwäbisch, ohne dm Epilog an die Abschreiber, ebenfalls aus dem Zofinger Kloster.

H = Bs. der Universitätsbibliothek in Heidelberg, Cod. Pal. germ. 446, Perg. 110 BL 4^ (130x170 mm), 14.115. Jh., ale- manrnsch-schwäbisch, geschrieben von Cftorad Ton Wynsperg (BL IW). Beschreibung in K. Bartschs Katalog 1887, 139,

Z t= He. der StadO^ibUothek in Zürich C 172 (früher 726), Perg. 146 BL 8"" (90>' 125 mm), 14. Jh., alemmmisch; drei Bläfft i (zwischen 8 und 9, 19 und 20, 66 und 67) fhUn. Die Hs. hat sehr guten Tert und namentlich die Väterzitate am Bande am mllständigsten, eine sj>,Uefe Hand hat Korrekturen, die leicht er- kennbar und ohne besondere Bedeutung sind, angebracht. Auf der

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Binleitaaff. I. Die Überiieftrunsr.

Rückseite des vorderen Deckels steht: dia bftoh ist dos eooTenten in dttenbach. gebend ee daroh gott wider (vgl, oben 8. 8*),

Zu dm beaekienewerim tüten Hss, des Bdsw (sämtlich Perg.) gehören femer fclgemdis: Aar au, KantanshtbUothek B 98* 1, a 14, Jh., ohne die 100 Betraehtungen, aus dem Frauenkloster Hennetsch- ip^jl bei Muri; Maihingen, Fiirstl. Ott ingen- Waller stein. Biblio- thek III 1. 8^ 1. 151 ßl. von tiO'^j aus dem Kloster Kirchheim im liies; München, Otjm t74, 124 BL, IL Jh.; W olfcnhüttfl Cod. 67. 9. Aug., Jö4 Hi. Ii. Jh., Bl. 2^ 130" frgl. v. Heine- manns Knfalofj IX, 134); Zürich, Kautonshihliothck Cttd. 145*' 131 Seiten V " 14, Jh, aus Kloster liheinau, unvollständig (Kap, 1 bis 15 fehlen J.

Die Papierhss, d^s Bdew aus dein 15, Jh,, soweit bekannt, seien summariseh aufgezählt: Berlin, Ms, gsrm, quarto 173 Bl, 2—148; 194 Bl, 3--105*); 1121 Bl, 1-^121; 1135 Bl, l^-lOO (aus dem Kloster Buxheim); oct, 379 (unpoUständig), Angefügt sei Ms, germ. fol, 1155 BL 1 71 aus dem 16, Jh, Bern, StadOnhUothek (sgl, F, Vetter in Germania 1877, 357), Breslau, ünitfersitäi^ibliothek Hs, I 8^ 27 von 1402 (vgl. Anzeiger f. Kunde der dtsch. Vorzeit I [1832] 282). Eichstätt, Seminars- bibliothek (»ach gütiger Mitteilmig ron Prof. Dr. Schlecht in Freising). Eiiisiedeln Nr. (123 und 708 Bl. 122~G4. Engelberg Cod. 340 (Gottirald a. a. 0. 240). St. Florian, Stifts- bibliothek Cod. XI. 27(1 Hl. 57^14(i (rgl. Czerm/x Katalog 1871. 114). St. ir allen, Sti/'fshihliofhfk Xr. 961 und 99'». Cot ha, Herzogl. Bibliothek Cod. 138'' BL 127— -70 (am St. Klara in Xürn- herg). Heidelberg, Universitätsbibliothek Cod. Pal. germ. 28 Bl. 1—81; Cod. Pal. germ. 474 Hl. 1 77 und 570 Bl. 1—104 (vgl. K. Bartschs Katalog 9 jf., 144, 154). Kolmar, evangel, PfarrhibHathek Nr. 321 Bl. 11—123 (beschriehen im Jahr- buch für Geschichte, Sprache und Literatur Etsass-LoihHngens XIX [1903] 20 f,), Konstanz, Gymnasi<dbibUothsk Nr, 29 aus

^) Enihäh Bl 199^—2129 dae L^>en des saiffsn EUbeth oon Beute in älterer, suveriäeeigerer Versim (ahmanni«^), eis der wm Birlinger in Ais-' mannia IX, Stfäff, S^^Blff, 128 ff, nneh «imr Strusilbwrgm' und InmOirudur

Hs. *<liert€ Text. Ich gedenke es in Bälde nach diemr und der Maihinger Hi. III 1. 4" ti. Bl. :Ut4~301 mitzuteilen. In der Berliner Hm. steht Bl. 213— 33ö Mersrrins Bcnrht itung von Buyshroeks ,Zierde der geiHlichen Hocheeit'. Sttif'kc am dem Bdetc hat Bormann in v. d. Hägens Germania II, IT^i ff. ver- fjDintliclU.

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Die eiiueliiflD HmdadirifleB.

15*

dem KüiMianzer FVansManerkloHer. Maihingen III U 4^ 5, Bl, 193—304; 1. i** 25. am JÜaster Kirchheim. Mainz, SminarhMioihek zwei Hss., besehriehen von F. W. E. Roth in Oermania 1892, 283 f.; die oben 8. 10* erwähnU Hb. der Stadt- biMiothek in Mainz enthält m ersten Teil das ßdew (alemannisch) ron 1511. Melk, StifUbiblioihek Cod. 72 Hl. 1—174 und Cod. I7ö Bl. 1 281^ beide in bayerischer Miuuiai t ( vyl. Caialur/us codd.- ms, in bibl. nion, Mellicenais / [1889/ 143 f., 258), Die Staats- liibliothfk in München zählt ausaer dem oben an<jej ahrten Cgm 174 und (ibyesrhcn ron den kleineren Bruchstücken noch zwölf Jfss. des Büchleins: Vym 352 Bl. 1—OG; 4o3 Bl.106—71; 405 BL 1^106 aus Wesaobnnin; ff)ß Bl. 59—153; 746 Bl. 127—234 aus Tegern- see; 759 Bl. 1 102 aus St. Virich in Augsburg (vgl. Strauch in Zfdph 1902, 236 f.); 765 Bl. 114—240 aus Polling; 820 Bl. 1-^146; 3900 fol. BL 27—69,- 4276 unioUständig; 4308 aus dem 17. Jh.; Clm 15604 BL 218 ff. aus Kloster Bot am Inn. Nürnberg, StadlbibHothek Cent. VI, 43'' Bl. 122—85; Cent. VI, 81 Bl. 1 2i8 aus dem DominikanerinHenkloster St. Katharina in Nürnberg, alte Signatur Ir ( vgL den Bibliothekskatalog des Klosters bei Jost es, Meister Eekhart und seine Jünger [CoUectanea Fribur- qensia IV] 1895, 133); Cent VI, 85 BL 1—131. Paris, Bibliotheque nationale Ms. allem. 303 (vgl. Iluet a. a. U. IJ'S ). Pesth, Ungarische Landesbibliothek Cod. genn. 15 besw. 14 in 12^ (vgl. A. JI u r t ni(t u n, JJeutyche Meisterlieder Uss. i}i l'n;/(trn 1894, 2). Prag, Vnirersitüt^bibliothek Cod. XVI (r. 25 BL 225—343 (vgl. Sera]jenin I85il, 56 f.). Haigern bei Brünn, Stiftsbibliothek Ms. Theol. 36(1 Iii. 4 121 aua dem Kloster St. Katharina in Nürn- berg ( vgl. Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliotheksivissen- schaft 1877, 353 ff.). Stuttgart, KgL Landesbibliothek Cod. theol. et phHos. fol. 10 BL 1 47 mit eifiem gereimten Eingang in 14 Zeilen von dem Schreiber: aoh höster vatter Jbesii Crist . . . (vgl. K. Bartsch, Beiträge 366); 57 BL 1 ff.; 4* 98 BL28 bis 80, beschrieben von K. Helm in seiner Ausgabe des Evangelium Nieodemi, lAt. Verein 224 (1902) IX. Wien, BibUothOt des S^ottenstifts Nr. 57 BL 84—180 (pgL Hühl er, Cafalogus codd. 1899, 58 ff.); Uufbibliothek Nr. 2974, nicht vollständig (Tabulae cod. etc. Ilt 165). W ür zburg, ünirersitätsbibliotfiek M. ch. 9. 47 ( cgi. Archiv des hist. l'crrins für den Unternminkreis IV, 3, 158). Zürich, St^dthihliothek Cod. C 108'' lU. 1—122.

Xach der I orschrift Seuscs in seiner Schlussermahnung an die

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Binleitnng. L Die Überiiefenmg.

Alf.schreiber (325,22 f.) itolltin nur die hundrrl Betrachtumjen aus dem Bdew gesondert abgeschrieben werden dürfen. Trotz der d-em Zuwiderhandelnden angedrohten (füttlichen Rache finden sich doch in sehr rieten Hss.^) ß r uchstiU k e des Biichieins^), so in den fol- genden: Berlin, Ms.genn.4'' 12ü Bf. 25— 2(1; 8"" 42 Bl.43—(U>; 8 ' Bl. 194-200; 3(^4 BL lXÖ—28. Bildingen, FiirsU. Jsenburgsches Ar chic 4 BL Perg, 14. Jh. ( vgl. Zfda X [ 1866 J 290), Einsiedeln Nr. 645 Bl 16^9, 16, Jh. Engel- berg, Cod. membr. 94 Bl. 8 9. Frauenfeld , KantonS' arehiv Hs, Y 60 Ferg, 14, Jk, (ngl, KtUahg der Tkurgaum* Kantansbiblioihek 1887, 489), St. Gallen, SUflsbibliothek Nr, 955 S. 251; 962 Bl, 127—67; 966 S, 135^63; 1142 S. 490 bis 624. QdtUngen, Ma, Theol.292 Bl. 231^2. Heidel- berg, Cod. Pal. germ. 617 Bl. 273^65; Cod. Salemit. IX, 16 Bl. 36-^86. Karlsruhe, Cod. 8l Georg. Pap. Germ. 91 Bl. 30,

Klosterneuburg, Siiftsbibliothek Cod. 1226 Perg. 14, Jh. Bl. 26—29 (vgl. Anzeiger f. Kunde d. dtsch. Vorzeit 1861, 310 ff.).

Kalmar, Stadtbildiothek Nr. 268 Bl. 174— 76. Krems- münster, StiJti<bibliothck Cod. Vf. IS-j (n//. ./. Hoch im Theol. Literaturblatt 1868, 210). München Cgni 58 Perg. 14. Jh. Bl. 206 -8; 215 Bl. 166—97: 354 BL 139—16; 412 BL 1—29; 437 BL 101—6; 488 BL 1—28; 831 BL 56—63; 843 BL 125—30; 4880 BL 261—69. Muri-Gries Cod. 239 Nr. lo3 BL 1—6, 10—11. Nürnberg, German. Museum Nr. 18525 BL 98—136.

Stuttgart, Cod. theol. etphü. 19 Bl. 34—44; 24 Bl. 1 g.

Besonders häufig wurde das 21, Kapitel des Bdew: Wie man sol lersen sterben etc. s^arat abgeschrieben meist von 260,7 an und mit eigener Etnleitung als SfeiMUchlein verbreitet *) so z. B. in folgenden Hss.: Dresden, KgL öffenü, Bibliothek M 217 Bl. 89—106 (tql. Sehnorr von Carolsfeld, Katalog II, 516 f.). Heidelberg, Cod. PaL Germ. 105 BL 76—90. Karlsruhe, Cod. St. Georg. Pap. Germ. 97 BL 7 33 ( ron 1560).

}fa,bn<>/en III 1. 4'* 23. BL 284—96; 1. 4 ' 32. BL80—9O.

MüncheH Cgm 234 BL 177—22; 622 BL 156-62; 763 lU. 37—44; 835 BL 56-74; 841 BL 7^ sr>. Nürnberg, Stadtbibliothek Cent. IV, 36 BL Iü2^ö8; VI, 43''; VII, 88.

') Wo nuhl <ind<rs hrmcrkt sind es Pnpierhs*. des 15. Jh. •) Bcsondera haujiy Kaj». IJ über d<M Leiden. •) Vgl. die Anm. zu 218^).

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Di« euuebi«!! Hudacliriflen.

17*

Von der Erlaubnia, die hundert Betrachtungen, welche den dritten Teil des Bdeto bilden, separat ahzuschrethfii und zu ver- breiten (325 y23 ), wurde reichlich Gebrauch gemacht Sie finden sich info^idm Hss,: Bamberg, Kgl BMath^ N. 178 Ed. VUl 6 m, 50—100 (1ÖJ16. Jh.)' ~ Engelberg Nr. 155 Perg. 14, Jh, BL 9-^23. Freiburg, UnivereUäUbihliothtk, Peufeehes GebeP- buch 15, Jh. 8* BL 37 ff. Karlsruhe, Cod. 8t. Oeorg. Perg. Oerm. 41 Bl. 15 ff.; Cod. St. Pet. Pap. d; Cod. Licht. 37 vom 14. Jh. (nur der Anfang); Cod. Licht. 99; Cod. Wonnenth. 16 eom 16. Jh. Kalmar Nr. 271 Bl, 25—38 (aus Unterlinden). Maihinyen Hl 1. 4*» ö. HL l'J7 -43 ; 1. 4'' 4L HL 250—58; 1. 8"" 12. Bl. 155—88. München Cgm 455 BL 126— ib; 763 Bl. 09—75; 851 Bl. 1—17. ~ Nürnberg, SkidtötUiuthek Cent. V App. 81 Bl. 23'-39; Cent. VI, 86.

Die bisher angeführten Hss. des Bdew sind sämtHeh in hoch- deufsehem Dialekt gesehrieben. Das Erbauuungdnteh war aber auch in Mittel' und Niederdeutschland nicht weniger bliebt und verbreitet und wurde namentlich im 15. Jh. sehr oft ganz oder ttilweise abgeschrieben. Eine Hs. in mitteldeutscher (hessischer) Mu)i(hn t , I'rn/. von ca. 1400, aber nur frugmentarisch erhalten, Ji/kiei Mc/r //// FiirsfL 1 lohen zoHemschen Museum zu S i g nnr ringen, //>•. 18 (vgl. Lehn er, \'cr:eichirifi der Uss. Js72, 21 ferner zwei solche ZI' (ii( sseii, V/iirirstfäfsbibliothek, Cod. 77 >S HL 2 21b\ Perg. 14. Jh.; Cod. fi52 Bl. 22 94, und eine in der Bibliotheca Phiflippica zu Cheltenham \r. 647 BL 1—67 (vgl. U. Priebsch, Deutsche Hss. in England / [1896] 60 f.). Zahlreiche nieder- deutsche und niederländische fly^. des Bdew oder von Teilen desselben in Amsterdam, Ebstorf, Flensburg, Greifswalde, Haag, Hamburg, Hildesheim, Kopenhagen, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Rostock, Upsala, Wolfenbüttel besehreibt sehr sorgfältig Borchling in seinem 1. 3. ,Reiseberiehtf, Nachritten der GötHnger Gesellschaft der Wissenschaften, Beiheft 1898, 85, 103, 127, 178 ff'., 243, 254 ff., 289, 899, 3(f9, 315; 1900,

^) Ifies gesclmh besottäert unter dem 'J'Hel: ,Kwrs oder lageeitm (nd, geiiden) ven der evigm WeieheU^, mit Verteilung der Betrachtungen auf die tinsetnm Tage und Horm, wk auch bef IHepmhroek* 416 ff.

H. 8 n « , Dtnttek* S«brlfl«B. 8*

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18*

Einleitung. L Die überliefeiung.

26, 38, 40, 127, 158, 175, VJ4; 10O2, 44, 85, 214 '). Dazu kommm noch folgende: Herl in. Ms. yenn. fol. 76 ; qwrrto 172 Bl. 1 57; 553 BL 1—63; 1253 BL Iff.; ocL 346 BL 1—147 am (hr Anis- ivaldtschen Sammlung (vgL Jahrbuch des Vereins für nd. Sprach- forschung 1883, 132 f.); 349 BL 12-^16 (vgL Jahrbuch a. a. 0.); 380 BL 1—26; 393 BL Ö0—67, Bonn, Unüersimsbibliothek Cod, 390 vom 16, Jh. Brüssel, KgL BihUoihek Nr. 2846 ( vgL Jahrbuch a. o. 0. 132 Anm, 2; ebd» ist eine Leidener Hs^ des 16, Jh, notiert), Cues, HüspUalbibliathek M 115 Bl, 1—67 (Besehreibung unter V), Dormstadt, Gros^erzogL BiHiathek Cod. 1817 Bl, 71^105 (tfß, unter VI); öod, 1956 (vgL Germania 1887, 343). Greifswaldf Ms, thed. N. 8 BL 61^86 vom 14. Jh, Heidelberg, Cod, Trübner 44 BL 49 ff.; 1474 BL 74 ff. Sigmar ingen, FürsÜ. Museum Hs. 45, 48 und 49, alle drei I'erg. vom 15. Jh.

Zum Schlmse sei noch auf einige verlorene bezw. verschollene ffsf'. des Bdew hingeiciesen. Die verbrannte Stadtbibliothek in Stra.<!s- burg enthielt deren mehrere, vgl. Witter l. r. (s. oben S. 4* A. 1 ) f. unter B 139, 140, 147, 148; O. Hänel, Catalogi liborum mss. 183<}, 468 f. und K. Schmidt in TheoL StmL und Kritiken 1843, 851, Weitere Notizen im ZentralbhiH für Bibliothekswesen 1900, 421 und in Germania 1886, 836 f. Auf ,Catalogue ofthe librarg of J>r. Klose of Frmdffort a. MJ 1835 verweist Strauch, Aüg, deutsche Biogr, XXXVIJ, 179 (vgl. ders., Marg, Ebner XVIJ, A. 2).

IT. HandflckrlfleD des BaeUeins der Wahrheit

Die oben auj'gefü/nicu Hss. des Exemplars AKHWfNmSS^U enthalten auch das Bdtv ; sie sind alle ausser BW und ni Jür diese Ausgabe herangezogen norden. Abgesondert ßndet sich dieses Biich- leitt, dtis negen seinet! schtververständ/ichm Inhalts nicht so hanjtg abgeschrieben wurde wie dir ührigen Schriften Seuses, in folgendeti Hss.:

B = Berlin, KgL Bibliothek, Ms. germ. quarto 191, Pap, und Berg, 398 BL (150^220 mm), 14. und 15. Jh., aus Daniel Sudermanns*) Besitz, früher in einem Strassburger Kloster; in-

/fu beachten ist was B orchUtnj , 1. Rei»€l>ericht ISO ^upt : „Auszüge aus den Werken Semes sind wohl häi^igcTt als nuin annimuU, unUr den per' echiedensten Titeln versteckt.^

■) Sudtrmann ist geboren am 24, F^brtuir 16S0 mLfUUek, war Umge Jährt Hojmeiettr bei vers^titdmtn Chrqfm und Herren in DentsehUmd, seit 1688 in StraeBhurfft tro er nadk 1631 Btarh: SchttenItfMianer, gHsiHeher JAederdiehier

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% Die euuelneii HandsebriftoL 19*

tmstante, von mehreren Händen geschriebene myttieehe Sammelhs,, ierm emubie Stücke (I XL VIII rot numeriert) erst später zu' mmmenj^unden tmurdeu, Mundart: aiemannieeh-^häseieeh. H<ng^ Inhalt: Bl, l(f 115*' Predigten und Lehren von Bruder Hemru^, BeiMger zu Schäneneteinbaeh ( Dominikanerinnenkloster im Elsass); Bl, IIS^ 18^ von dem Sterben des Genannten ^ aufgezeichnet durch seinen Nachfolger Johann von Bfentze^) (Mainz) ; BL 132^ 202* Predigten und Traktate von TatUer, Eckhart, Ffpinrich von Löwen u. ff.*); Bl. 205 16 12 Penj.-Bl. Ii. Jh., myat. Traktai dt.s Bntder Konrad von WeiHgenhnrff, betitelt ,,Der Baumgarten**, teiltceiae (jidniclU in V. äef Uagena Genna II, 303 10 (vgl. dazu P reger II, 51 f. und Strauch in Afda IX, 121); Bl. 219"— 37^ Bdw mit <juiem Text; Bl. 237^ Iti*^ Legenden (von der seligen Scherer in, f 1409 zu Strassburg, und von der seligen Krnppelgreden , Klnumerin zu Konstantinopel, Bar laam und Josaphat, St. PetemeUe); Bl. '378'' bis H02^ von dm Baum göttlicher Lieb und Tugend; Bl. :i5:^'-—91'' Sprüche von MysHkem (darunter Gregor, Augustinus f Bernhard, Diongsius; die der deutschen sind bis auf wenige^ von Pfeifer in Germania III, 225 43 abgedruckt [vgl» dazu P reg er II, 110 f und Strauch a. a, 0. W Ä, IJ); Bl, 391'— W drei Predigtet von Bruder Konrad von Esslingen, Provinzial Wolfram und Lese' meister Nikolaus von Kdln (s=s von Strassburg), nach der Adelhauser Chronik im Frtib. Didz.-Archiv 1880, 189^93 verofefftlieht

C = Kol mar, Stadtbihliothel- Nr. '^fUl, Pap. 137 Bl. I"" (15(J^- mm) I.'). Jh., (ihnt(Uinisch-(i,<'i> i ,h, ans Unterltnden;

der Schreiber bis Bl. 00 scheint derselbe su sein wie bei

iPh. Wackirnagel, Das deutsche Kirchenlied I, 666 ff . V, 546-676). Die MoMreichen von ihm gesammelten !!ss. der dnttschtn Mystiker kamen in die Kgl. Bibliothek nach Bfrlin . Verzeichnis derselben und von Swietinanns Schri/ttn (M. a. Ausyabtn wn J aiiicr, liuiisi'iock, Eckkari, Seus*) bei A, i«' H.Sc hneid e r, Zur Literatur der Schwenkfddischm Liederdichter bis Daniel Sudermann, Programm Berti» 1867,i:iff. 17 f.

') Sin Brief vo» ihm (f li57) in der NUmherger He. Cent VII, 30. VgL auch K. Sehieler, Jeh. Nider 3886, »64 und Job. Meyr, Leben der Sehäneneteinbaeher Sekwestem (Tubinifen, Ütuvers.-Bibl He. Md 466).

*) El 303' unten etsht schwer kseriieh: diti bAch iat brfider . . iohanB leMBieister teuscliea ordons (?).

AuffaUtndertceisf sind gsradt die Sprüche des Johannes Fuierer (vgl. Vita 23,1 Anm.) übergangen. Ich werde sie bei anderer Gelegenheit mitteilen.

*) Wohl identisch tnit brüder Wolfram önner profincial. der in den [ Hen von Tit$» (ed. Vetter 67,1) genannt txt. Jn der Frethurger Nu. heissi er Wnljnrt.

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20*

JBiiüeitung. L Die Überlieftinmg. ,

(s. oben S. 9*), Enthält Bl. 2"— 24' Bdw; BL 25''— 49" Kl Bfb (U Briefe); Bl. 49'-—57' Predigt Lictulm: 57'— 60" drei Briefe aus dem Gr Bfb: Sutye aquilo, Quumodo puüat und Xono poiefit (XV, XV 11, XV III); Bl. 61"— 136" mn anderer, späterer llnnd geschriebene Brief« und Predigten ron dem Dominikanei' Johannes Nider ff 14o'Sl, Rötlicher kvuste meister, seinen yeisÜwlien Kindern (Nonmnj ^eschriben und gelert zft den ziten, als er lesznuis^U'r') waz. Es si.tii Stücke, meist wit hiteinisckem For^/frMcÄ (Egredere i\c teiia. KxHudiat dorainufi orationcs. Fylia confide, Adorna tba- iaoiUQi usir. ), eoli Sense beetnjimsi, ahvr ohm seinen (r'eist^).

Eine spätere, fehlcriiafte Ahschriff des Bdw enthält Cod. ascet. 203 (4^ 15. Jh., aus dem Kloster Ogyeli<l>enren} in Stutt- gart Bl. 153 75, in welchem neben anderem sich auch Stücke von Tauler, Eckhart, Merswin (Ruysbroeks ^Zierde der geistlichen Hoch- geü* bearbeitet, vgl. Strauch in Zfdph 19(f7, 124) und der Traktat wm dm drei Freigen finden. Ein kleines BrueheUiek ist in Ber^ Hn, Ms. fferm, ^ptario 125 BL 7 b 76,

y. Handschriften des Briefbfiehleins.

Von den bisher beschriebenen Hss. ist das vierte BücJUein des Eiemplctre in AKRWfNmPSS^ÜC, in Nm freilich in eigentümlichei' Verquickung mt< dem Gr Bfb, gegeben, Ahsrhriften einzelner Briefe finden sich dann und wann, do'h ohne Insonderen kritischen Weii, so in St. Gallen, Cod. 1067 Bl. 235— 41 Brief III, IV, VI, Vif; München, Cgm 456 Bl. 54—00 }hi,f VI; 843 Bl. 12(f" und 123' bis 125" Stücke aus Brief IX, III und fl; Muri-Gries, Cod. 239 Nn 103 BL $--10 Brief III und I; Xürnberg, Cent VU, 20 BL 197—201 Stücks aus Brief Ul und n\ In einigen anderen Hss, sind Briefe des Kl Bfb unier die des Or Bfb gemischt, s, unter VL

YL Handschriften des Orossen Briefbuehes.

Ist die Überlieferung der Schriften des Ejeemplars eine im grossen ganzen geschossene und einheithche, da sie von Seuss sslbst

Xider jrar 14M—ii7 Pro/e»9Qr an der Vniversüät und Lektor an der Orätnti»vhuic zu Wien.

^ Ber 11. Brief ist an Weihnaehte» en Ktkmba-g gesehneben (BL IM*); dme weiH anf 14117 oder im hin. Von obig«» Briden IMtre weite Sehieler in seiner umfangreichen Biographie (tgL iM«ft etinm Artikel im Kirchmlex. iX», 342 ff.) nichts. Briefe Kidere ßnden eich euch in Nürnberg Cent. VII, 20, wohl auch Cent. VI, 46'*, ein eimtHner in Cgm 372 BL 141—43; egLttueh Joste« a. a. 0. XXI A, 1.

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IHe dnnliiea HudMliiiflen.

91*

fegen End» mnee Lebern repidiert und zur Henmegabe bestimmt W9rtkn sind, so wird bM dm Sekrifkn (0r Bfb und Fredfgien}, dtren Art der Kopienmg uHd Verbreihmg mehr oder we»^ dem Xu/aS ankmm gegeben %8ar, das Büd ein viel mmmigfoÜigereB tmd das kriiieehe VerhMnie km^itzierter, Vcn den Briefen enlkaUen He einen Hea, nur einige Nummern, andmre ehva ein Dutgend, mehrere im eintünen ist grosee Variation, doeh läsH die Aufeinander^ folge und Textgeetattung der Brifß nnf ein einheitUehee Schema in der Anordnung und auf eine Urvoriage sehUeeeen, Zur ErMekUrung der Übersieht ist am Sehtusse dieses Absehm'Ues eine TabeUe bei- gegeben, durch u/elche der Inheit der Hss* des Gr Bfb und gu^ gimeh dessen VerhrnkfO» zum Kl Bfb statisch dargesidli wird.

Die einzelnen Ens., von denen bisher der Forsehtmff (Dettiflef P reger) nur der kleinere Teil bekannt war, sind folgende:

h^:. Berlin, Ms. ,/erm. od. 69, Pap, 308 Bl. 100x145 mm, von mehreren llänrbn am Ende den 14. und im 15. Jh. in alemun- nisch-elsässischeni DiuUkt geschrieben, aus Daniel Sndennanns Besitz, der die Bs, mit vielen Randglossen versehen hat. früiur einem Strass- buryer Nonnenkloster^) gehörig. Hauptinhalt: BL 2'' 35^ asketischer Traktat, Lehren einer ,erle.nchtMen, grofnien Gottesfreundin^, worin auch Her Taweler, der von herowc, von biele zitiert werden, mit quietlst/schem Einschlag ähnlich der Gottej<frenndliter(itn)- , unvoU-' ständig ii herlief erf ; Bf. HH'—IW Prolog zum Gr Bfb, 18 Briefe vnd Prcdiijt Lcctuiti^, meist unter drr Anfsichrift (rot): eine güte bredige; Brie/ XII ist nach derselben l 'orlage doppelt abyti^ch riehen (s. S. Xr. II und XX sind unvollstündifj ; Bl. //JT— 55*- Trakt(ü

com ,hohen Berge' (vgl. Denifle, Taulers Bekehrung 1^79^ 10); Bl. 135''— 49" und 264^—73" Auszüge aus Seuses Vita, Bl. 194' bis 200' aus dem Bdew ; Bf. 1f)3'~5ß*' Predigt des Lesemeisters bei den Harfiissern bömirlin ^); Bl. 166'''— 78^ Brief IV am dem Gr Bfb; BL IBUr^dr Traktat von der Messe; Bl, mr—^Od'^ Stücke aus

*) Der Umstund, das« b im Bri^ AucUßl» (4^9,1^ Katberiua siatt Anlese sdkeiU, mks woht mtf das DamUMmm^mKestsf' St, Xalherißa hht (vgl. meh die AmL, VUa liS,l), wes witdmm dh Vsmmhmß noik« Ufft, des» das nminh^Ml^MTuUmeiU dar Mime (BrUfXXVIlI) an daseOlf XleHsr $wmM voeeden igt.

«) Konrad ml in ,Br,mhUn). Franziskaner, gth. um 1.180, traf in Esglingen in den Orden. 14(i9 Lektor :n Schir(7b.-Hall, 1449 :ii Heilhroini //e- itorbm. yyl. tUicr tltn K. B r ehm im IHöe.-Archw /üt Schwtibm 1904, I2l^j^. I>mUehe Predig tm BAmIhi» ßndm eldi «ieft in B^Un, Me. germ. quarto 194,' JMffdk, Oed, SU Bkie. 79,

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22*

EiDleitung; L Die Überiieferang.

TauUvs Predigten; Bl. 218''— 29"^ mysliache Sprüche (Bl, Ü^V: der Ton beröwe); Bl, 23(^—43^ Leben der sei. Margareta von Ypern ff 1237), nach dem LaUiniachm des Bruders «ygerus 1391 geschrieben; BL 24Sr'^0' Testament der Minne oder Minneregei (neUeieht ro» Seuse),

Die Briefe Seuses nach b finden sieh in Ahschriß von Suder- manne Hand nebst der Predigt Leciuhts und vielen anderen Stücken aus Tauler, Eekhart und späteren MgsOkem in der Berliner Bs,

Ms. (jerm. quarfo 344; derselbe hat sie darnach in einem Sammele werk unter dem Titel: Gftldene sendtbrieff vieler Alten Gottseeligen Kirchen Lehrer : Als Jolianu Thaulerg, Heinrich Seiissen, Johan Creützers vnd mehr Anderer: In etliche Theil abgeteilt vnd den vhralten Schrifften durcbausz gemäsz gantz vnverfalscht an dasz Liecht ge- geben. D. S. Anno 1622 (34 Seiten 4**), herausgegeben^),

C = Kolmar Nr. 266, oben unter IV besehrieben , enthält drei Briefe, davon Nr, XVII untoHständig,

e^Cues, Ilüspitalbihliathek Ms. 115 (früher D 41), Pap. 118 BL fol.y 15. Jh., niederrhemischer Dialekt. Besehreibung (ungenau) bei J. Ma rx, Verzeichnis der Hss.-Sammlung des Hospiirth zu Cues 1905, III f. Inhalt: HL 1—67^'' Ih/ew; BL (i7^^öl'*' vom Leiden Christi, ine: Elegit suspendium auima niea . . . (ttilweist eine Nachahm inig des Bilew und der Vita Sei/srsj: />7. H3'^—113^ 26 Brief Jr.< (Jr Bfb mit Prolog und vorausyehendnu Register, in 26 Kap. eingeteilt, Br.XVll und XX unvollständig; BL ü-y«^— /ö"' Predigt Lectulus.

d ^ Darmstadt, Grossherzogliche Bibliothek Cod. 1847, Pap, 342 Bl, 8^ (100x145 mm), 15. Jh,, niederrheiniseh, Besehreibung von F. W. E. Roth in Germania 1887, 341 f Enthält Bl. 20^-^8* 24 Briefe, davon X, XVII, XX, XXI nicht pollständig.

g = 8t. Gallen, Stiftsbibliothek Nr. 970, Pap. 319 Seiten 4^

(135> 200 mm}, L't J//., alemannisch. Beschreibung in Schcrrers Katalog 363 J. S. 13—71 Traktat Audi Jilia über das hl. Sakrament,

Ihr TikU nack Ä. F. H. Üehneider a. a. 0. 16; vgL omehDtnifle m Z/da XIX, 347,370f dessen Ai^fohen dureh obigts tugfeieh ergflngt und he- riehUgt shuL Hin Exemplar de» DruAe» ist m We^eubUttel; er mthau «mr

den ersten Teil, eben Seuses Briefe (mehr scheint nicht ertehientn zu sein). Mir liegt ein Exemplar der Universitätsbibliothek Tübingen ror, mii folgendem Titel: Der Erste Theil. Tnhaltend Ktlich schone auszerlcsenc Brieff auch Knrfze PrrditrtPn. welcli' H- ir Uainrich iisse vor ohngpf*'hr dritthalbhuudert Juhrrn an (leistliciie Juitgimweu j?e«cbrieben vud geierti^et hat . . . abgeschrieben durch D. S. (ohne Ort und Jahr).

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Die dnadneii Haadachrifloi.

23*

4/tr in Mu, oft Ugegnti (w in B^rUn, Karlsruhe, Kolmar, Maihingw, Nürnberg, StnUgaH, Zürich); 8, Brief ffahitahit (IV);

127-^ und ISO der Prolog und weiiere 10 Briefe, von denen die meisten aber unvMtändig eind, ufie überhaupt g maneke Spuren einer gewiesen Überarheitiuiny (teils Kürzung, teils Verwdsserung) an sich trägt; S. 139 und 149 50 zwei Predigt^xzerpte^), ine: o) Jesuui queritis Nazarenura . . . disu wort sprach der engel . . . f*l Delicie mee . . . mir ist gar wuuneklicb . .; S. 140 49 Predigt L€ctulit.<, stark gekürzt.

h = Cod. Heidelberg. 358 , 38, Pap. H26 Bl., 16. Jh., in schwäbisclitr Mundart. Besehreibung in Bartschs Katalog 208. Bl. 3r^l4* Brud&schaft der ewigen Weisheit; Bl. 15''— 80' 26 Briefe mit dem Prolog (Bl. 21'), davon e^ XVIl, XX und XXVI in der Begension des Kl Bfb und zwisehenhatein Bl, 16»-— 19^ die Er* Zählung von der Verehrung des Namens Jesu und der Morgengruss (393,8-^96,5); BL SO^-Sd^ Voeatum est und Sprüche (396^ bis 401ß).

m = i'iiHi 819 und H = Nnrnberff Cent. VII, 90. Über bet'dt a. ah n S. 7*. U ir hahen m ihnen eine ziemitt h t < Ideriutfte, üon einend ttpäteren Äbschrciher herrührende Zusammen schweissung des Kl und Gr Bfb, in d^r Weise gearbeitet, dass auf Brief I /// des ersteren 14 Briefe des letzteren folgen, dann irieder sieben des ersteren (IV X), darauf als 25, Brief Voeatum est mit den Sprüchen, als Nr, 26 Ponc me (XI vom Kl Bfb) mit der Erzählung vom Namen Jesu und Morgengruss^, Die Inferiorität dieser Überlieferung gegenüber der in den anderen Hss, des Gr Bfb Hegt a^f der Hand und wird unter B (S, 39* ff.) ausführlicher nachgewiesen werden.

n SS Nürnberg Cent. VI, 55, Pap. 344 Bl, #• (160x205 mm), 15. Jh., (Bl. 219"" : 1447), bayrischer Dialekt, aus dem St. Katharinen- kloster in Nürnbery, <dte. Signatur E XXXVl (v(jl. .1 ostc s a.a.O. J?i f.). Mtfstischr Sammelhs., darin Hl. Augustins Hand-

iftn idftii dfifff.^ch : Bl. H?*" 66" inntrln iif Bede der Seele mit dem Herzen und des Herzens mit der Seele ; Iii. (>?'' 76*' Rede Richards von St. Viktor mit dem Herrn nach seiner gegenwärtigen euigen (Horie; BL 97''^20r Von dem Leben der geistlichen Schwestern;

') Dose sie von Seuse stammfn, wofür ihre Urngtbung sprechen kötinie, üt möglich, aber nicht sehr toahrscheinlich. An Auktcrit^m werden Augusiin, Bernhard. Chrysostomus, Oreffor und Amhr<>siun Bitieri.

*) Brief Mihi aut, ist mit einem 6'iück aus der ersten Fredigt verbunden.

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24*

Einleilung. I. Die Oberliefening.

BL 22S^-^9(t* 2(> Briefe des Gr Bfb, die aber sämtlich stark be- arheiUi, teils gekürzt, teHs erweOert, teile vmgestdlt eind; der zweite Teil Don Begnum mmdi steht nach Nr, XXVI, der erste nach X; in Nr. II, XI, XVIIfehli em grösseres Stück.

H = Breslau, Domkafntdsbfbliothek, s. oben S. ß*. Enthält HL 'J4r''—79'-'' Jh-ifje mit Proloy, davon aber XIV Exidtet in der Rezension des Kl ßjT>.

8 = Stuttyart Cod. fheol. et phil. qw/rto HT, Pap. 84 Bl. 145x2(^5 mm, 15 Jh^), in alenumuiHh-elmsifischtr Mundart. Vom ersten Blatt ist die untere Hälfte weygeris.*<cn und zwischen 10 und 11 fehlt ein Blatt. Inhalt: BL Prolofj und 25 Briefe,

in Abschrift^ von f. Pfeiffer in Cod. Viiuloh. Suppl. ?779 Bl. 158—244 (beendigt 24. März 1851 J, vgl. oben S, 5*; Bl.62'*—70'* Predigt Lecltdus, nach deren Schluf^s: Explicit Uber Deo grracias Amen; BL 77''— 84* van späterer Hand gesehrieben wid nachträglich angeheftet drei Predigten Taniers, Frankf. Ausg. II, 323 jf. 397 ff. III, 133 ff,

8* = Stuttgart Cod, theU. et phU. oct. 19, Pap. 176 Bl. 100x150 mm, 15. Jh., alemanniseh-schufäbisch. BL 17' 49^ und 136''-37'' sechs Briefe aus dem Gr Bfb; BL 92 ff. Meister Eekheu-ts {Virtsehaft zu Kein; BL 125 ff, van zwei Predigern und einer

MüUerin; Iii. 127 ff . von 12 Meistern zu Paris; Bl. 133'- -35'^ die

Klayi^priic/te des leidtiiden Menschen (iilH ,[) Jj'.f .

U = Überlingen Nr. '^:l,s.oben6,9*. BL 115' 25'' 14 Brief e, davon Nr. II nur zur Hälfte.

Zürich, SfadtbihHath^ Hs. G 96, Pap, 139 BL 4^ (145x210 mm), 14,115. Jh., alemanniseh- schwäbisch, Beschreibung der Hs. bei Vetter, Ein Mgstikerpaar 59 f. A,62; P reg er, in Zfda XX, 374 f. , vgl, seine Ausgabe des Minnebäehleins (s, S.537) 441 A. 1. Enthalt: BL P—41' 21 Briefe des Gr Bfb mit Prolog, davon Nr, XI und XV H unvollständig, II in zwei getrennten Half ten (die zweite erst nach XIX); BL 63*— 7S^ Minnebüchlein SeuseSf nach dieser (einzigen) Hs. von Preyer (zugleich mit den nicht von Sense stanunenden Gebeten Bl. 75^ bO*') und in dieser Ausgabe ab- fjedrm'lct. W eitere Stücke aus der Hs.: Hl. 1(^0* !of^ Brief eines Gottesfreundts, 11^ 21" ein gut lere des Thiers (scltu vrlich echt!), 12r—22'' Brief Taulers (r), 122r'-22* Sprüche sind bei P reger,

'j Dmijle Zfda XIX, .'iöl nimmt uo/ä nut iurec/U das 14. Jh. an. ') Wie du ikbriyru jUkhtig und ungetMu gema^.

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Die «metneii Haadtehriften.

25*

M^tUkJU, 411 ff, «üert. BL m^—S:!^ ist ein BrUf einer GoUee- freundin, in verderbter Form gedruckt bei Tauler 1543 f, 329*.

EtUBieh sind nach zu erwähnen einige Hee. von geringerer Bedeutung, tedehe nur den einen oder andern Brief aus dem Gr Bfb enthalten: Berlin, Ms.yerm. qunrto 125 Bl. 74—75, StOallen Nr. 965 S. 134— S 5 (mß. Simon a. a.O. 17) und Cgm U7 Bl ?7'' 27* haben ein Sti'tck <n(t< ßr.XI Audißli; U tri in, Ms. yerm. qunrto Bl. 75' 77*' Hr. XU Xtyia .sutfi (des süsen bredige), Ul. 125"—'^'' Hr. XXVI Font me; Ms. (jerni. quarto IS2 Bl. his 40 Br. XXVI, III und II (von allen aber nnr ein Stnck und mit (jrändeiirr Kinleitumj). St. Gallen Xr. 1014 (vgl. S cherrers Katalog 3tiÜ/.J S, 89 116 Br. X Berertere, aber nur den Anfang davon, dm' mit dem Traktat ,von rechter, wahrer, sicherer Andacht' ') zttsammengefii'jf ist. fi ö f t ingen. Ms, Theol. 292 (vgl. oben S. 10*) BL 137*-^47^ Br. XII Nigra sum in ziemUch fehlerhaftem Text (als g* hei der Edition 439^ f, benüiet), Die verbrannte Strass- burger Bs, F 128 ewthtelt 23 Briefe in der Seihet^olge von s, als vorletzten aber den Br. Exivi fXXIII), der in s fe^t (Preger in Zfda XX, 375).

Die folgende Tabelle soll die Überlieferung de^ Gr Bfb in de» wichtigeren flÜM^ namenüich aic Aufeinanderfolge der emeelnen Briefe veratutchaulichen. Die sughicli im Kl lifh enthaltenen .Hnd gesperrt gedruckt, die heifjigrhme Zahl (in rundtr Klammert -tigt ihn' lit-ihenfolge an. Kckige Klammer hedeuiet, iavx der betreffende Briif in der Hs. in der Heeension des Kl Bfb enthalten iet, der Asteriek, deus ein Jeil desselben fehlt. Brief XX V III (Testament der Mkm€) tM, weU tmr ^ b sich findend, weggelassen. Zu buMriMi ist noch, dass k Bl. 61* und e6' eme Netis hßt, wsnaeh Br. XXI (In emnUnis) und XX VI (Penel fetaeh eüigsrmht sind; ersttrer sotUs etgenOieh naeh XIX (Chri- 9tU9), Ulslsrer naek XXF (Mihi atOsm) stehen.

') Kommt häufig in Hks. mr, so in Berlin, Ms. genn. /" 77 f : Karls- ruhe, Cod. dt. Ph. !!> : Koliuiir .'6'.s . (Jgm 407: Xi'ri'herg Cent. VI, 43* /Bl. 274'' steht um Kunde: Eberhart Maiiach [ J iomimkancr intor tn Kürnberg l4ao—2b , vgl. Sc hieler a. a. O. 73 ff.] ) : VI, 100.

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26* ffijitoitiiiiff. L Die Überiieftning.

Übersifilit aber dto GlMrliefermig des Greaseu Briefbveh«.

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fite emielBMi ffindiiArifUin.

27*

TIL HwüMkiiltai ier Fn«UgtflB. Dm MiaMMeUoiii.

Nur die trtU Fndigi Sttuea ist in rmcJUieher Wtiae Hhtrlie/ert, was wohl mit d$r beatmäerm W0rtsehat0ung zußanmenhänffi, dären 8i€ fich bei ihm seihst (131,28 J.) und bei afideren Gottesfreunden

erfreute; sie begegnet öftera (eo in bCcgs) unter den Briefen und erscheint gleichsam als zu dieseft (jehöriij. An der \ ttbreitung der übrigen Predigten lag Seuse irohl wenig, und daher sind sie nur j mangelhaft erhalten. Dabei tritt die aujjallcnds Erscheinung zu-

tage, rffif^» für Predif/t 1-* i fast nur mittel- und niederdeutsche ' HßP. in Iji trfirht kommen. Es lässt sich dies wohl nur damit er-

kiär' Ii. rf i i ,irr>'rifs das N'f/i- und Abschreiben homdeti.' / er Er- zeugn>.^M der /n>/stischen L!i> rnlur im II. und 15. Jh. in Mitte/- und Niederdetdtsrhland (Nif dt n heuif ga/nz besonders nn iSchwungi unr, andererseits die liherrfKjende Kraft und Auktorität Taulers als I Prediger diejenige Scuses in den Hintergrund gedrängt hat. Schon

I frühzeitig wttrdttt die Homilien des letzteren - immer von der ersten abgesehen mit denen Taulers vermengt. Es ist wohl möglich, dass eine »gstenmtische Durchforschung und stilkriUsche Untersuchung der Tauler Überlieferung neue Predigten Seuses zutage fördert oder wenigstens eme bessere Basis für die Textesrmmnerung der be- kannten schafft ; diese Arbeit läset eich aber nur im Zutammenkang mit einer kritischen Taulerausgaibe unternehmen.

1. Die Predigt Leetulua ist in folgenden Hss. enthalten:

b = Berlin, Ms. genn. oct. 60 Bl 93^ 111* (s. oben

= Basel, Universitätsbibliothek Hs. B XI 23, Perg. 226 BL 16% 14. Jh, Beschreibung bei 1f. Wackernagel, AUdeuteehe Predigten 547/. EmhäH 8. 314—69 die Pr. Leetulus, welche nach dieser Vorlage bei Waehernagel a. a. 0. 652—61 abgedrudet ist, I Die 172 $14 vorangehenden Gebete zu den Tageeiien und eur Kommunion (bei Waeiemagel 561—83) verraten niehi 8euees 8tiL

C = Kolmar 266 BL 49^—57^ (t. oben S. 19^/).

0 = Cuse, Me. 115 BL 113^—18^ (e, oben 8, 22^.

g = St Gallen, Me. 970 8. 140—49 (e. oben 8. 22*/,).

m =s Cgm 819 md H s Nürnbt rg Cent. VII, 90 haben nur ein SfOtit aue der ersten Predigt (vgl. 8. 495 u. ob. 8. 23* A. 2).

Nürnberg CenL VI, 43; Pap. 298 BL 4\ 15. Jh., bageriteker DiMä, aue dem Kheler SL Kaitharim in Nürnberg. BL 1-^2 Traktat vom M. Sakrament (vgl. oben 8. 2SF); BL 53—136 Buch von wahren Tilgenden Alberts des Gr.; Bl. WO 67 Stücke aus dem Benner Hugos von Trimberg; Bl. 248 Pr. Lectulus.

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28*

Eiuiüitimg. I. Die Überlieferung.

8 t= Stuttgart, Cod. theol. et phil. quarto 67 Bl ß2'^-^76** (i), ober) 'S. 24^ >. Abschrift von Pfeiffer in Cod. Vind^tb. Suj;jj(\ PI.

H eiter ßndet ^ivh dir Predigt Lecttdids', »uiM mit minder- wertigem Test, in fuUjcmien Hsfi.: Bambery Nr. 178 Ed. VIII G (Katalog von Leit.tchuh 7, :i'iO f t BL 1 Berlin, Ms. <ß'rm. quarto 149 BL 77 "—64 " ; 174 Iii. 138* 4b'; 580 BL 1—8; Kf'H Ii f. 10'^ '' 10'' niederdeutsch (vgL Jahrbuch für nd. Sprachf. Iö84, ii(i). Milnriu n Cgm 447 BL sf;—92; 4:jfi BL 90—110. Munster, KgL Bibliothek Nr. 501 BL 7^28, moderne Abschrift einer älteren Vorlage {vgl, Katalog von Ständer llOJ, Nürnberg Cent VI, 43^ BL 135^ 45', im Verlaufe aber stark abweichend, Stuttgart, Cod. theoL et phiL foL 155 BL 264—72 (am dem Dommikanerkloster in BottweU; 9gL auch Denifle Bvga XI), Zürich, Stadtbibliotheh Bs. B 223/730 enthält ein Bruchstück der Pr, Lectulus (egl. Wackernag et a, a, 0, 259, 552, 558 f,), Üie Strassburger Hs, A 88, welche ebenfalls die Predigt hatte (vgL K. Schmidt in TheoL Stud. und Knt. 1843, 850 j, ist rerbrnnnt.

2. Vie zweite Prediijt ,MiservHt Judaei' ( Echtheit zweifelhaft !j ist handschriftlich fast mir mittel- und niederdeutsch erhalten:

b' - Berlin. Ms. gcrm. oct. 329, Pap. 348 HL, 15. Jh., nieder- deutsch, ifi(^ dint Klostrr der Fraiiztslianertertlorcn in Aachen. BL 114— 50 Collacien von Joh. Brinckerink^ Bl. 118 Jf, Stücke aus M. Eckhart; BL 274''— 8P Pr. Miserunt.

g^^ = Gi essen, Universitätsbibliothek Nr. 850, Pap. 239 BL foL, 15. Jh, (BL 239*": 1400), mittelfrank isch. Beschreibung in V. Adrians Katalog 251 f. BL 1—167 der Seelentrost; BL 194 ff. 229 ff, Predigten von Tauler; BL 205—29 Marcus tm Lindawe über die zehn Gebote; BL 235''— 39' Seuses 2. Predigt.

r = üs, der GymnasiaUriblioihek in Rostock, unsigniert 8 BL 4 ^ 15. Jh., niederdeutsch* Beschreibung und Abdruck im Jahr* buch f. nd. Sprachforschung II (1877) 11—18.

Dieselbe Predigt ist nd. auch in Brüssel, BibliotMqm royale Cod. 14088, Perg. 14. Jh. BL 93' IW; genaue Beschreibumf der 1I>. bei Horchling, 1. lUi-^il>eri<ht 208ff., und von Vrirhsch in Zfdph J',nj4, 58 ff. Ein Auszug aus der Predigt Ei n s ie dein Cod. 708 BL O"- 6'* ( airniaiiH/srh ).

3. l>ie dritte Predigt ,E.riri a patre' (ob echtY) war bisher nur in dem Taulerdruck von 1543 bekannt und ist darnach S. 51ö ff . abgedruckt. Nachträglich irnrde ich auf die TaiUerliS. Cod. Vindob. 2739, Perg. 14, Jh. niederrheinisch, aufmerksam, welche die Predigt

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D«8 HanMiTifteBTertiKltiiis. Art und Weise dieier Ausgabe. 29*

Exivi BL 79^^07"^ enthält; eine Kollation dieser Hs. fnlfit in dm Nachträgen. Jn derselben Hs, BL 67** 92^ findet sich unter Seuses Hamm die vierte Predigt Jterum relinquo'; benützt wurde eine Ab- fekrift vm J. Haupt in der Wiener üa. Svppl m9 ML 247^^60^ (wfl, obm 8, S*).

4, Dan Minnebüehlein iH allein in z He, der Züricher SiadOmolhek C 90 BL ß^^rS" OMiefert (s, obm 8. 24^).

B. Das Handschriftenverhältnis. Art und Weise dieser Ausgabe.

L Um Leben Seosea.

Für (Ich Prolog des Ejcemplura, der der Vita roraust/eht, sind haupti>üchlich AA'KS henützt, in zweiter Lniie auch UUW und a. ^ erste Druckausyabe >^f ti r^, Auqsbiirq 1482; die letztf/enannten lies, und der Druck weismi sämtlich sehr cerderitten Text auf.

Für die Ilersteliung eines guten Te-xtes der Vita^) »ind vor aüem AA'KMPS, subsidiär amh B'NRS^UWf zu benützen. Von Ä und M und die Variantm vollständig in den kritischm Apparat oufgenommm, um ein genaues Bild von dieem Has, zu geben, von K die meistm, von A^PS dk bedeuteamm», ffon den übrigim Hee, und von 9L, die eämUieh von FeMem und Verderbnieem wimmeln, konnten nur in eineänm wiehtigerm FäUm die Leeartm verteiehnet werden. Übrigens iei bei den eretm Kapiteln^ das gUi auch für die fo/gendm Schriften Seuees ein reichlicherer Variantenapparat beigegeben, der in der Folge auf das Nötigste beschränkt wird.

Weitaus dm bestm, wmn auch nicht fehlerfreim Text bietet Ay tcelche Hs. daher zugrunde gelegt ist. A zunächt stehen in bezug auf die Güte der Überlief rung K und S, dann fulyen A^MP mit schon sehr vielen Fehlei n und Lakunen. A zeigt rer/u'iUnismäs.v'q die nächste Verwandtschaft mit S, S mit P, ohne dass jedoch auj direkte Ab- hängigkeii zu schliessen wäre; APS bilden eine zusammen (/ehörige Grupj)€f wie eine Anzahl gtnuinsnmer Lesarten und auffüllender Auslassungen zeigm (z, B, 49^13, :i8; &ti£; 72,30; 63,14; 12ßJ};

') hiene Aungnbe söhlt nur 53 Kapitel, /fcniße ö6, Diepenhrock 57 und der trifte Druck 5^. Die besten Hss. markieren bei 8^4; 20,^4: 140,16 zwar «m«fi Abeatjs, aber kein neues Kapitel; ein solches wird sonst immer durch eigene Üheredurift yekennsetehnä.

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30»

Binloitaag. I. Die OberlieCems^.

14o,lS; 158,24 usw.). Ferner stehen vnter sich in gewisser Beziehunf/ die Hss. A und Ä', K und M, SP und M, besonders aber M und A\ die eine Reihe, allerdings meist minder icichtiger Lesarten gemeinem haben; in der Hauptsache gibt die Textgestnlt tum A wieder, wie es auch den Prolog des Exemplars enthält, der in M fehlt.

Wie man sieht, ist das Hs8.'VerhäUm8 ein kompUsderies und daher auch niehi möglieh, in allen Fällen eine sichere Entscheidung über eine bestimmte Lesart zu treffen; sine gewisse Bürgschaft ßkr die Zuverlässigkeit des Textes bieten die Cfrtg^ AA'K, AKP, KMP, besonders auch A^KMol gegenüber von APS, Jedenfalls ist es aber in dieser Ausgabe gelungen, den Text gegenüber Denifle an nicht wenigen Stellen zu verbessern.

Eine gesonderte Betrachtung fordert die Hs. M. Sie zeigt an zahlreichen Stellen tiefgreifende Atulerungen, Anslassiingm und Zusätze^), weleJte unnwijlich alle von blosser SchreÜM rict/Uxtir iter- rnhreti können und somit dazu nötigen, die EnffHcl-lnngsgenehichie des ]'itaiextes zu untersuchen, DieM ]'ersvhicdcn/t€it von M (jegett- über den übrigen Texteszengen ich nenne sie A-Oi'uppe nach dmt Hauptrepräsentanten haf Anlass zu einer heftigen Kontroverse zwischen Preger^ und Denifle^) gegeben. Erster er behauptete, A und seine Trabanten stellen die erste f M die Utate, für das Exemplar bestimmte Sedaktion der Vita dar, letzterer, dem sieh im wesentlichen auch Strauch*) anschtoee, trat mit Entschiedenheit für die Priorität von M ein*

Es kann nun aber, eottends auf Grund des durch diese AuS' gäbe erschlossenen reicheren Materials, kaum mehr einem Zweifel unterliegen, dass die Pregers^e Hypothese durchaus verfehÜ ist. Wenn zwei Redaktionen der Vita zu unterscheiden sind, so kann man in M nur die erste sehen; das hat Denifle, der überhaupt über eine f/ni iidh'rhere Kenntnis der Hss. verfügte, siegreich nuchgeiüiesen» Anssrhhitjf/eOend ist allein schon der f^nistand, dass sämilirhe Jlss. der \ itti, u eJciic (las Exeniphtr enthalten udt r wenigstens voraussttzen (im ganzen ca. 20), samt deti Drucken die Rezension ran A auf- weisen; es wäre aber doch ein merkwürdiger ,Zufaü^ zu nennen^ wenn gerade das für das Exemplar bestimmte Leben Ssuses ausser'

') J)ieselheti \ind in der hei Denifle noch bei F reg er (».folgend« Anm.) fyoUständig aufgefüiurt.

■■) Zfda XX (2676) 406 ff.; Gesch. d. d. Mysiik 11, 310 ff. ^ Zfda XXI (1877) 12ßff,: Seuee XYIU—XX, <) Afda IX, 138—40.

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81*

halb (hiiselhen gernten, tlos nicht für die VtrölfeniUchumi vorgef^ehene dagegen in das ,gerechie^ Exemplar ( Vita 4,6) gelangt wärß^), WmÜtr» Gründe werden im folgenden Erwähnung finden,

/<! ee mm aber mumgängUch noiwtnMg, mmmekmen, das$ Sente etme Biographie aueimai redigiert koBef Vor aUem iet sa tagen, daee der Text von M bieher aSeadid^ übersdUUat leurde; er iei weder ee aU noch eo gui, wie Denifte wnd Freger mänien% Mine Prüfung dee VaHmiiemtpparaUe aeigi, dose der Scht^er von M mdU Jfort und fort den grMen FUM'*) aufgewend^ hat, eondem deh zahUaee SaMMghnten ssu Schulden kommen Uese, Oft hat er bei eiterigeren mgetieehen Partien den Sinn ni^t mehr mt^ ekmden, wie diee bei späteren Abechrißen gewlOMich der FaU iet (eo z. B, 164,12; 165,17; 167,5; 168,15. 24; 170,12, 19; 174,23; 175,26 U9W.), hSufig maekt er Änderungen und Zueätsef um das Versiändnie mi erteiehtem (z, B, 8,3; 10,11 f.; 21,6; 46,5 f. 60,6; 6242 f. ; 67,6 /. 10; 70,7 usw.), wobei aber öfters etwas ganz Un- geschicktes*) und Sinnloses herauskommt (so 12,10; 16,9; 2!7,15; 31,17 ; 77,21; 83,20 ff.; 105,26; 108,9; 111,3 n^w.); iiherhaupt ist die Tendenz zur Erweiternnif d. h. \^erflachuny und Vcnvüsierung des Textes hervorstechend fz. B. 50, ö; 57,4; 59,23; 66,4 f.; 70,3; 72,18; 75,14f.; 77,25; 86,23 f,; 87,22 f. usw.). Mmi sieht sich auf (irund von alle dem zu der Amuihmt gtiin^lii/t, dn.'^s in M bezw. seiner Vorlüge nicht so fast die Hand eines Abschreibers, als die eines lienrheiters tätig war.

Daneben weiet aber M manche Sj^ren höheren Alters nuf in Zusätzen gegenüber der A-Gruppe, die nach Ausdruck und Inhalt 80 echt eueonisches Gepräge tragen, dass sie nicht als Interpolationen angesehen werden können ^). Bei 15,4 und 82,11 f Hesse sich der Ausfall eines Satzteils allenfalls durch Homoiotdeuton erklären, nidU aber hei 122,1 f. und 159,13 f. Es ist kein Grund abzueehen, warum hier Seuee bei einer zweiten Medaktion eeUte gestrichen haben;

0 Di» Vermutung Freger» Hf 842 f*, Seuee eei durth dm Ted gehfuäert wordeUf e^ vierteiliges Werk au einem Bande eu verekn^^ und elnSehreiber habe dann MufQüig die falsche Vitn tu iJn.'i Exemplar at^genommeHf igt diuA Mm gesucht und dam »ehon durch den Frolog hiur» r'ehmd widerlegt.

^ Vgl. dn<jigen das rorttichtifiere UrUil 6'trauche a. a, 0. 140.

*) Ueni/U, Zjda XXI, 131.

') Dmumter gthdrt audk S9f99 die AnsetMung einee neuen Kt^itde mit der unpaeeenden Übereehift: Wi« «r lidi ainig hielt ^ Ith halbe dieedkm m <> geeetst.

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Einleitung. I. Die (Tberlieferung.

mvuhHem ebenso ploustbtl i's'f die Amhihme, dctss schon im Arche- ttfpns der A Gruppe die Ausloöifuny durch ein Schreib^rverselien geschah.

An einer Anzahl von SUUen hat M Sonderlesarten von ^- ringerer Bedeutung, die zwar gegenüber wm A und sehun Anhängern nrsprüngUph sein können, aber keineswegs sein müssen und es meifies Erachtene auch nicht ttind, da sie sich ungezwungen aus der schon honsiatierten Art des Ahsehreiber'BearheUers erUären letesen (so 12,14; 50,27; 51,10; $2,15; 80,22; 86,25; 88fi; 99,3; lOOßO; 103,10 f,; 118,24; 126,20; 135,32; 143,32/.; 158,25; 168,3; 172,6; 177,23; 179,32; 180,1).

Van besonderer WiekHgkett ist die Lesart wm M 18,11/.: das (nämlich das Gebet Ankna mea) er do Bohretb an dem naeb* genden briefbAoMin (vgl. auch in den Varianten) und der Zu- satz 155,7 : als an dem nüwen briefbüch(l)in, daz hie ze hindrost och stet, aigenlich ist geschriben. Der M-Text kann an dirsen Stellen, wie auch Pre(jer^) sah, nicht von erster Reduktion her- rühren, denn er setzt ja das abgeschlossene Exemplar rovfus, aber auch nicht der zweiten, fndgi'dti(jen Redaktion hei V erijß cntlichung des Exemplars angehören, denn sonst wäre es unerklärlich, warum aile anderen Hss., von M und ieilw( (se ,V abgesehen, berichten, Seuse habe den Morgengruss nur an „etliche'' neue d. h. gekürzte Brief- büehuin '/eschrieben (18,12). Diese Nachrieht muss aber richtig sein, denn keim alte Hs, enthält den bemc, die Zusätze (vgl, Anm. 9u 393,6). So bleibt nur die Annahme einer Interpolation uhrig, die mich vm Denifle*) und Strauch') gemacht wurde und stu dem Charakter von M gut passt. Dies gibt uns aber das Bscht, auch den ungeschickten Zusatz in M 175,21 : als da vor gesait isl als eine spätere Einfügung zu betrachten.

Einem Sehreiber^Bearheiter, der sich solche Eingriffe in den Text erlaubt, wirdtnan auch Auslamunyen zumuteti dürfen. Vita 03,14 ist in M der Name Anna weggelassen und der Satz entsprechend geändert, 64, 1 65,8, enthaltend die zweite der Anna geicordcnt Offfnhnrunii samt der liosenvision, fehlt. Mit Sicherheit ist hieraus neder auf erste noch auf zweite Rf <//fkiiun zu sc/diessen: Seu^^e Iconnte ebenso gut nachtragen als tilgen % Jmtnerhin spricht mehr

•) Z/da XX, 407,409; Mystik II, 311 f.

*) Z/da XXXt t98,1Sr.

') A. a, O. 139.

*) So auch Strnueh a. e. 0.

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Dm HindiohrifteiiTfirlilltiiis. Art und Weite dieser Ausgabe. 33*

für Denißes Auffassuny, da es ja, wenn der SchriftuteUer <mf die noch lebende Anna HückaUM mhmn wolUe, ^i^t hätte, ihren Kamm wegzuiaseen; zudem iei K<g», 37 avch in M eine Anna genamii, welche wahr&eheinliek mit der in Kap. Si2 erwähnten idmiiech i$t. Aber auch Deniflce Annahme, M verrate hier die erste Sedaktion, Mf nicht zwingend, denn kirnnte auch der Schreiber tum M den Text an der ersten Stelle ändern und an der »weiten die beiden Er* zähhmffeH streicheti, ohne dass mr den Grund hiefur zu erkennen cermöchten ; vielleicht geschah das letztere deshalb, weil in Kap. 34 zwei ähnliche Erzühlunyen folgen. Ganz ähnlich liegt der idll auch in beziKj nuf dfn in M fehlenden Fa.ssu.s von dem ,neuen Büchlein' , dax tu den llhcin Jiel (öl,(i 13), und bei den kleinen Auslassungen Öl^—l und Hn,lH—VJ.

Am tiefsten einschneidend und für unsere Frage am wichtigsten sind die Abweichungen von M in Vita 130,1 ff. und 177,1 ff. Am ereteren Ort bringt die Hs. statt der allgemeinen Atideutung, dose Seutes so schwer perleumdete Unschuld sich herausgestellt habe, die ganz konkrete Sachricht, der Ordenegenerai und der Provinzial von Teutonia hätten die Sache genau untereucht und altes als böswillige Verleumdung erkannt uew,; ausserdem ist die fadgende, 10 Zeilen umfassende Erzählung von der Erscheinung eines Freundes, der Jenem fräher Unrecht getan, gestrichen. Auch hier stehen wir vor der Alter' natiesy Sireichung des interessanten Zusatzes in A, oder spätere Hin' zufügung in M anzunehmen. In der Tat möchten Denifle^) und Strauch*) den Zusatz der ersten, Preger^ der ztreiten Bedal^on zuweisen. Aber wahrscheinlich ist keine der beiden Annahmen richtig. JuHiHiil Jinden wir in jenen WOrtcn Seuses sonst •>o Uiclit cikennbarcn Stil nicht wieder, die Ausdruch:^irv/,-<c klingt fremdartig ') und sehr Huc/itcnt, sodann ist Pregtr zuzugeben, dass Sense, tvtnn er einmal Keine Ehrenrettung durch die höchs-tcn Instnmcn des- Ordrns in trockenen Worten niederschrieb, sie schwerlich in der zweiten Redaktion wieder geÜlgt hätte. Daher empfiehlt sich auch hier wieder die An- nahme, das$ ein Unbekannter die Inteiyolation gemacht und die Änderung vorgenommen hat. Sense selbst hat sich wohl in bescheidener Zurückhaltung mit allgemeinen Andeutungen begnügt, seine Un*

') Zfda XXI. 130 f, ») A n. ii. I3i* f.

•) Zjdd AA, ^AS.- Ml/st ik II, 314 Jl.

*) Auch ätraucit a. u. <K Jindel dk Lesart von A poetischer und für Qtechmack weit aneiehmärr,

B. 8«Bia, DwtaelM SchHIIm. 3*

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34*

Einl«itimg. I. Die Oberlieferang.

fichitld ist ja Voratuüetswtiff der ganzen Erzählung! nach meinem Tode aber hat ein mit den VerhältniHsen Vertrauter, vidUieht ein Ordensgenoese im Ülm^r oder Kanstanser Konvent, die Notiz ein' yefüyt. Anregung dazu mochte ihm die Bemerkung (126,13 /,) Über das Kommen der Ordentoberen (nach Konstanz) geben, die von selbst dem Leser die Frage nach dem Ausf/mif/ der Untermchung auf die Ztiuffc kjtc : die anschliessende Erzählung über die Erscheinung dts verstorbenen Freundes konnte dann als entbehrlich wef/fn/fen.

Wer den Text zu Beginn ron Kapitel 51. iro iiher die (r of ( e .^'t r he u n t II / s gehandelt wird, nach der A-druppe und M mit einander vergleicht, erkennt unschirer, dass hier eine einschneidende Änderung in ganz bestimmter Temienz vorgenommen worden tat. Während in M nach dem Vorgänge Bonaventuras, der hier als Qudlf dient (vgl. den M achweis in den Anmerkungen zu 176,11 ff'Jf und Meister Eekharts^) dargetan wird, dass Gott das primum cognitum sei und dieser Gedanke den ganzen Abschnitt beherrscM, wird in A der Frage nach dem Ersterkannten ausgewichen und der Gedanken' gang in recht gezwungener Weise dahm gewendet, dass Gott nickt in die zerteilten Wesen aufgehe, sondern der Enthalt aller Dinge sei*)* Kein Zweifelt dass der Text in M besser fliesst und den Ein- druck der Urspriingliehkeit macht. Daher meint Denifle% das Hervorgehen des Textes von M aus A lasse sich in keiner Weise hegreifen, nohl aber umgekehrt; anfangs habe sich Seuse fast sklavisch an das fünfte Kapitel des Ltinerariums gehalten, später aber, als er darangintf, dir Vitn zur l t rHj/'t'ntlichuug corzu/iereiten und rfir schwierigen ingstischm f^artien dem Prorinzial Jiurtholomävs vnrhgit' {Proloy fi,r,l Jl'.), habe er den Text „so gut es ging** geändert, weil

0 Vgl Denifli in swtm Archiv II, 619/.; 587^1,' 600,15; 606^.

«) VglDtnifU, Zfda XXI, 131 f. Der Versuch Prtgers II, 317 nachzutceisen, dass zivischm A und M kein wesentlicher Unterschied bestehe und dass die Utttrrr Hs. und Bnnnrentura Gott nicht für das Krsterkannif halfen, vcrrnt st> irnii;/ Kntntuis (U r scholastischen l'i ttninolofjic, dass t r als ganz rerfthU nicht tcrUrr -<* herüc/cstchtigen ist. Vgl. auch iJeni/lrn scharfe Zuriicktveisuny im Arcltiv II, ö2fi A. 1, ö87. Da9» die X«Ar< der dfferrn ^Vansis- kanersehute von der ,eogmtio in raUmibin» aeternie* mit der thamietisiAeH Lehre nidtt hartnenierty die Herausgeber des Itinerarium» (», Awm, »u 176 fi)^ Seholi&H p, 48Tff. suchen vergebens Bonaventura und Thomas in Einklang su bringen hat neu rdings lichtroll und iibergeuyend M. Grabmann, iHe philosophische itiid theolopi^i In: Krfiniiifiiish'f'r- ihs Matfhncus ron Aquaspar-fn i'= l'heol. st/tdien der Lennes, üsr/inft IL 14 > it*0t}y öö ß. gezeigt (6. 60/. Ub$r Bonaventura/, Vgl. auch Ki ti>.., Muster Dietrich (s. S. 3iiS) iHff. Z/da XXI, 131 J).

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Das Hondadirifteiiveriiiltaia. Axt und Weise dieser Ausgabe. 85

ßm Lehre der im Orden Streng vorgeschriebenen ') thonmtieohen Doktt /n tvidt rsji} ach .

Die Lösung des Problems ist sicher eine ansprechende, wenn' gleich nicfU (die RMsel schwinden. Auffallend bleibt dann imtnerkin, warum Sense bei seiner „äHjfStlichm Furcht" (DefiißeJ nicht beider d€{für sorgU, dass die Spuren d^r anstössigen Lehre verschwanekfif und wie er überiaupi dazu kam, in dieser mehUgm Frage von ThonMSy den er so hoch schätzt und dessen Gegner er so sehr tadelt (Vitu ISOflßf., Hör* 161 f,)^ abzuweiek$n*), Doch wird man die Möglichkeit nicht leugnen ketten, dose er trotzdem jene Theorie, die sich amtf die AndetorUät des groamn Jm^iis^hhis st/üttaU md von einer Beihs »Oft Theologen eeifm Zeit, vor aUmn von eeinm Lehrer Eck" hart, vertreten tvurde, adoptiertv und in mner mjfsOvehvn SpehUaiion emfltngMth am Äuedruek braehtv* Viel eehwervr wird man m der 'Anmhim gretfvn, und eie büehe o&m noch Obrijf dase vtwa emeh hier der Interpctator von M, der die Notiz 190,1 ff, vinfü^ eviuv Hand 8pi^ hatte, indvm er sieh angetrieben ßthlte, dm Text der Vita nach Bonaventuras Itinvrarium, von dorn Seuee eo pliUBlieh abweicht, eu ändern und uu ebnen.

Das ReeuUat dieser Untersuchung ist demnach folgendes: wohl nur in besug aurf den Anfang des 61. Kapiids kann man mit eiem^

h Auf ihm Cenfirolkapitd von 11^8 irurden die Dominikaner streng auf die Ldin des hi. Th<mias von Aquin Pfrjißiehdt und suglfu h t irjme Inquintoren aufgutdk^ durch weicht dit Aicht^Thomisten bestraft, atu ihrer ProviuM aus" gmteeem unijedm Amtee evthobm MsrAn soliMi (MOPH III, 199). Ähntiehe BesUmvmegm wutäm dfWre «MsHbolt» so emf den GeneredkigfiielH von 1379, um, 1309, 1313, 18», 13ig, 1344 u»w., ein Bewei«, da»» »i» nidU inmer genau eingehalten wurden und dase die anUihomistische Strömung auch im Prediger^ nrdm nicht unheditüfrnd war. Meister Eckhart und Dietrich von Freiberg, die tnttzdati hohe Ord* mstcüungen h(k}eidtten, sind Zeugm da für. Ober des letzteren ürkennlni^lehre , welche ebenfailn antilhomistisch ist und, wenn auch von anderen phHeeephitekm OrmMOegen au^gJiend, d«cA in der Hauptsaehe mit der der äUtrm FrtmWiAunmvdude sueammeutriß, »gl, Kreh» a.a.O. 193 ff^ lB6*jr^ ao3*; ebd, Sao* oodb ««r dm Trektm «s» der Mimne (het Freger II, 419 ff.).

*) Als Gegeilt ii.ttan: irird man wenipcr betonen di>rfen (vgl. Deniflf a. a. 0. 134 A. '.'), dass S>'use A«r? nn-hfr ( 17l>.ljf.) den drr GnttMerkenninüt per creatu/aa auf uristuielisch-thomtstische AH beschreibt, und dass auch das irsfßff. angefahrU Beitpiei vm LkU emd von den FUd«rmttuacugen der Lehre, da» gMKehe Weeen »ei da» primum eegnäumg «MU recht entepriehU Ein der- artiges Ineinanäerspiden avguHii^hsr und arietötdieeher Cfedanhm findet stcfr aiw4 dem System Bonaventura»^ hei Hatthdu» wm Aqvaaparta m. a. (vfß. Grab' mann a. a, 0, ßOff^ 60/^,

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36*

Einleitaiig. L Die Öberlieferuimr.

iicher WahracheinUchkeit von einer doppelten Redaktion der Vita reden} einen gri^eeeren Umfang hatte diese echwerlieh^}. Doch wird bei dieser Annahme der Ausdruck „DoppelredakÜtm'* besser ver* mieden*), denn auch die Rezension von M war von Anfang an für das Exemplar bestimmt^): Vita 18,11 f und 155,7 (s, oben 8. 32^} ist von dem Briefbüehlein die Rede, 96,2 wird das Leben als erstes Buch, nämlich des Exemplars, bexeiehnet, und es fehlt auch nicht der Hinweis auf dh Bilde rausHtatfuny de.^Helben {11)3,24:).

II. Die flbrigeu Schriften des Kxemplars.

/. l>fts Bdew hat eine verhältniffmässiy .s<7/r (litf, gute, aber (loch nl> ht <f(inz einiiettliche Überlieferung. Von den beniUzfeu Hss. (f. S. llhij ist der Konformität halber auch hier A zugrund*' gelegt, obwohl wir in EK^Z einen üUenn innl besseren Text vor umhaben; in rein sprachlicher Hinsicht stimmt Jedoch A mit diexen Hi^s. fast vollständig überein. Relativ den besten Text Iiat Z, da^ auch die Autoren Zitate am Rande am genauesten verzeicJmet, dann folgen E utid E\ Ih'ese beiden Ifss. weisen Korrekturen von einer älteren und jüngeren Hand auf, welche nicht immer mit voller Sicherheit zu unterscheiden sind, Z nur solche aus spaterer Zeit ; die sicher jüngeren und unrichtigen Korrekturen sind im Variantenapparat nicht berück' siehtigt In und F, welche miteinander verwandt sind, zeigt sich hmifuj ein willkürliches Eingreifen des Schreibers; E^ hat daneben aber auch oft sehr gute und alte Überlieferung. Verwandt sind ferner F und F*, E^F und F^, namentlich aber A und K, denen sieh noch manchmal ot anschiiesst. AKtl, welche das Bd^w in der Form repräsentieren, wie es in das Exemidar aufjt nonum n aarde, stehen durch zahlre/r/n Andernnffen , Auslassungen anU sonstige Korruptelen aUen übritjen ll>s., urlt-hi dus lifichlein sejmrai über- liefern, als eigene, mindern i rtnp (irupj>r i/i '/i uiibei-, wa.'i zu dem Schlüsse berechtigt, dass der l 'orlage von A /{eine sehr gute Abschrift C=s Xj des Bdeic, das Hchon ca. ii*~i Jahre ror der Redigierung des

') Hochatene wäre novh l'ty,is f. an ein Eingreifen Stupses setbet su deiden. > Auch Peni/le rtdtt mederhoH nur hypothetisch davon (Seme XX: Z/da XXJ, Jo7j.

*} {'nrichtiy sagt Jj e n i f 1 c . S'eiis' .V/.Y; »fehl fe<s(. dn^s das T.ehen in M von Seust' nivht für das tJremplar i^e^timmt irar." Uagegtn mit Rfcht Frcgtr, Mystik II, 3:nf.

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Das HaudschrifteuverhülUiis. Art und Weise dieser Ausgabe. 87*

Eumplars verfnssi Ufar^ zugrunth lo(f^); und zwar mvss X in

einiger Beziehwif/ zu der in 'Töss geschriebenen Hs. E f/estnnden haben, da^ zeigt dm öfters vorkommende Zi/s>i»i>n' iitrrjfoi von A vnd E, AK und E, AKx und E, neben rhm /tdoc/i "ut h die Ver- binflungen AF und AH bemetkcn.iwert ^nm'. In ZweiJ'el.'ifyfffen wird man sich hei ItezenMfning des Textes in der Hegel auf jene H^s.- (irupj/e zu stutzen haben, bei der Z vorkommt. Es gelingt auf diese M eise öfters einen zuverlässigeren Text zu erzielen, als ihn Denifle hat, der E und bevorzugte.

2. Da^ dritte Büchlein (Mdw), weniger kopiert und daher icemger verdorben, ist stiemUeh gut überliefert, Führtrin Ut A, und von dieser Hs, bezw. ihrer Vorlage scheinen alle Hbngen abzustammen; terteandi sind besonders A und B, A vnd K, A und S, AB und S, Die Varianten von CNSfin, welche voll Fehlem stecken, sind nur zum Ideinsieti Teil angeführt. Gegenüber Denifle, der geringeres Material henützte, ist der Text an manchen Punkten verbessert,

3. Beim Bfb giU so ziemlich dasselbe, wie heim Bdw. A über- ragt alle übrigen Hss., von denen CKPS manche, S UW f m«. sehr iiele Verderbnisse aufweisen y weit, und nur sehr selten niuss von ihr abgegangen werden. Verwandt sind unttreiminäer besonders A und S, C und S, AC und S, K und U, m und N.

4. Die Zusätze zum Bfb') sind in mangelhafter H ei.o i'ihcr- f'fj\ rt, und zwar weichen die Hss., welche das Exemplar enthalten {HS^H'fJ, und x öfters ab v<m denen, welche sie in Verbindung mit dm Gr Bfb bieten f Xhms^). Der letzteren Gruppe wird meistens, namentlich bei den Sprüchen, der Vorzug zu geben sein. Denifle hat, wie es seheint, nur « und m benutzt-. Zur Grundinge sind

und f genommen, weil diese Hss. die älteren Spraehformen und den alemannischen Dialekt am meisten bewahrt haben.

III. Das Grosse Briefbaeb.

Nach Seuses Zeugnis hat seine geistliche Tochter Elsbeth

Sf4ifffl aus „allen'* B rieft n, die er ihr und andern seinen geistlichen Kindern gesandt, ein Buch gemacht; er selbst nahm einen Teil der

*) Au/fallmdist dies allerdings, da Stute nach Prolog 4,1 ff, über Schreiber- verderhnisee, spesiell im Bdew, Uagt und von eeinen Bemähungen um ein ,gt- Tuhtuf Exemplar herichteL Man udrd aber von einem mütdaUerlichen Sehri/P' HeUer keine allzu grosse Akribie encarim dürfen.

*) Vgl die Anm. S. 393,

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BSnleitimg. L Dia Überinf erang.

Briefe j kürzte s/V und machte ein Mues Büchlein (373,22: diz klein ding) von elf Briefen daraus, dm er aU vierten Teil dem Exemplar eitmrieibU ; die Briefe, welche ihm zur Aufnahme nicht tauglich eehienen, vemiehieie er (Prolog »um Exen^r 4,18 ff,; Vita 18,12;

m 360,1 ff', m;t2ff,y

hi nvm wirkUeh das ure^prUngUehe, unffekQrMie Briefbueh dor Siagel wtwiderruflick verhren, oder iet ea in irgend einer Form er- haUm gebUehen? Über diete Frage it$ vor $0 Jokrt» moiaehen Denifle^) und Freger^ eine heftige Konirooeree tmegefoekUn worden, die mear kein vdlHg iicheree MeeulM herbeiftihrte, deren Veidauf ober doch unetoeideutig erkennen Ueee, at^ wdeher Seite eieh der grössere Scharfsinn und die untfaeeendere Kenntnie des hand' schriftliehen Materials befand'). In seinm ersten Aufsatz hatte Denifie ausgeführt, dass das ur^rüngliche Briefbueh ni<Ät, une man glaubte, verloren sei, sondern sieh im wesenUiehen in der Stuttgarter Hs. Codn theol, et phäos. 4^ 07 s, s. obm 8, 24*) erhalten finde, tvährend das von Prcgcr 1867 herausgegebene Briefbueh des Cgm 819 (s. oben S, 7*, 23*), dm dieser für die endgi'dtige, von Sense für das Exemplar bestimmte Hedaktion ansah, sich nur als ein uwfeschicktes Ku/iylomerat aus Br/efiu des ungekürzten und gekürztm Brief buches darstelle. Dem gegenüber ruckte Freger nachzuweisen, dass dJe Stagelsche Sannnluwj gar nicht erhalten sein könne, da Seust }uich seinen eigenen Worten CM 3,"^ ff.) sie vemichteie; derselbe Imbe iviedi rlndt eilte Auslese triis ihr ccruiistdltei : dif ersfr hisifzin wir nnrJi in s {das „alte" Brief burh), dif zurite in den IL Briefen des ersten Druckes (das „neue** Brief hürhlnn ), die driffr, für das rierteilige SittHtnelwerk /gestimmte, die aber durch eimn Zufall nicht in das Exemplar kam, in m.

Das neue Material, da^ in vorliegender Ausgabe der Forschung unterbreitet wird, ergibt mit Sicherheit, dass Denifie in aUm wesenP-

') „Zu ßetteee ursprüngjithem Briefbueh,'' Zfda XIX (1876) 346 71; „m» leiste» WoH übet Seute» Bri^fbOdm,'^ ebd, XXI (IST?) 89—188, VgL aucA mme XXVIL

*) ..Die Brief hücher Susos:' Zfda XX (1870) 373—4X5* Die Ahhand- Xung in G rsch. d. d. Mu'^fik IT, 3 11 tf. l-rintfi nichts Xriirs rpv Tfrilmtuii;/ hei, ebenaowemg die pcrsöniic/im Krl^iännKitu ,■ bt-iden Gt iinti in Afdo III. .'! 1 13.

*) Strauch, Afdn iA, 13a hai( JJenifles Änsickt für ylnubhafler, in AUg. dteeh, Biogr. 37,179 tchUutt er eich dereelbei^ rüekhallUt» an, V^iier o. o, 0. 59 f, meitae, et hohe nickt Hoee fw«* , sondern meknre BriefHdker vem abweiehender ^eihtnfeHge imd Äueumhl der SUkcke geff^en, die „KlIrMtmg' dmrek Seu8* MS nur iMteMtdigende FikHon tinee epüerm.

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Das Huidsohriilenveiiiiltiiw. Art und Weite dieser Ausgabe. 39*

Uchen Punkten d<$8 Richtige gesehen hat, P reger dagegen ir/e in hezug auf Vita so aifc4 hier sieh auf falscher Fährte befand. Wae zunSchei das kleme oder neue (gekürxie) Büchlein mit 11 Briefen anlangt, eo kann es keinem Zweifel mehr unterHegen, das» wir darin die Utgte, in gang bestimmter Tendenz^ bearbeitete und in das Exemplar aufgenommene Auswahl Seuses vor um haben. Gegenüber dem Zeugnis der Mss,, welche dasselbe sämtlich ausser m und N in einheitlicher Form bieten und als viertes Buch dem Bdw anfügen, sinken die Pregerschen Erklärungsversuche und Kombinationen *) in nichUi zmummeii. vi, loozu als DoppelyUugerin die fast idaiti^che Hs. X kovnnt ( s. oben S. 7'"'J, kann dagegen unmöglich als Schluss- redaklion Seuses gelten und ist f/berhaupt yar keine Origiwilarbeii '^), Difi Entstehung dieser Kompi/atioti If'isst sieb unschwer begreifen. Der Münchner bezw. Nürnberger Bearbeiter hatte eine Hs. ror sich^ in welcher auf das Kl Bfb da^ ungekürzte (und wohl aucli die Predigt Leetulus ) folgte, solche Hss, haben wir noch in R und II er nahm das erstere ganz auf, von dem letzteren aber nur die- jenigen Briefe (14), welche em abweichendes Motto trugen und fugte sie nach Er, III (Nigra sum) ein (rgl, oben S, 23*). Dieses Fer- fahten hatte notwendig Ungleichheiten in den Überschriften und eine Reihe unnützer Wiedei'holungen zur Folge*).

*) Die Vort'ede Hjjn'chf von einer lere, Jeder Brief ist mit einer eiginen Vbtrschrift rersehetK die Kurrnjv.i, Zusdmmcmetztmg und Ahfohfe der Briefe ist nach .sachlichrn Gesicht^junktm (*. .S. /".'* /l. J ) bewerkstdliiji. Aus Vita ISfll ff. geht iu^vur, dass Ahachrifien des Kl Bfb schon vor der 6'cfduss- redaJititm de» Exemplars im Umlauf waren*

*) Zfda XX, 4JÖ; MysUk II, 342 f. Vgl. dagegen namenUich Denifl e , Z/da XXI, m,

*) Die einselnm Argumente Pregers, der öfters ungeschickt operiert, brauchen hier nicht mehr triderlegt zu werden: Denifle hat dies fast in allen Stikken siegreich getan, vf/l. h>sond>r^ Xfdn- XTX, 3fir,f. XXI, 103 ff. 110 ff.

*) Dies schon die tmleuchtendi Erklärung iJcnifhs, Zfda XXI, 125. Hier einigr trnfere Notizen über (ii< Jttschnffenheit (hs Ti Jtt.s in m X. iJtr I*rolog ist derselbe wie im Kl Bfb. Die 11 Briefe des letzteren sind, icnin auch sehr verderbt^ der Meseneion von doch hat der Eoe^ator nicht veredkmdht, «Po ee ihm passend «dU^ eiusebM WOrter und ykrasen aus dem Gr B/b SU «(«mdbiM» besw* einseines autsulossen, weil es dort nicht stand: SMf einige Beiepiüe hat schon Denifle, Zfda XXI, Hoff, aufmerksam ge- machi. So ist 25,13 (ich zitiere Preger nach Seiten und Zeilen) in den ticr- gartcn = GrBfb 411,12: 2t). l steht bnscheidetiheit statt inrkeit ^ 4.10,S: 30,1 daz diaz = 437,10: 61,17 waz wilt leren - 467,17 : 62.10 an seinem frebet ^ 4^b,2l; 63.3 gotVichen = 469,27 : guten iremaliH /-/Sj .'s 70,lbi f hlt

ein Sütschen = 4ö<t,W. Am Schluss von Brief IJ, III, XXII, XXIV (nach

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£mleituug. I. Dk Überlieferung.

Dem gegenüber weisen s und die damit zmammenzmtellenden IIss. bCc dgg^hnRs^Uz untrügliche Merkmale auf, an d^fifn tvir noch die Stagelsche Sammlung erkennen können. I>er Proloy (405,1 ff,) redet nicht von einer Ausleae wie h>in\ Kl lUi> (Sfio/^ff ), sondern weist detttJich auf die Onginalhritfe hin '); t s f rJd( n die rtdaktionfUrn Zusätze, ire/che lirief 1 V , V. V 1 ( A)iJ(tn<i und Schlmii) im Kl Bf herhält* n haöen*), samt doch ausgenommen hU»^ ävr Et-zählung von der

Prcgir) ist ein lateinischer Spruch: hec iiobis concednt illc, qui passus egt pro iiobia cidtr 'ffinlirli ) (Tngrfiigf. Dir rf dal-finnelte fiftMf'kung 64.4—7 (Brief <*uomndo polest, vt/L ditat Aufgabe 3? 1,3:* ^ «»'•A welcher I' reger (Zjda XX, ; Mjftiik II, 339 f.) für §tim6 Effp^Otm Kt^ital §ehl9gt, hat Dsnifle, Zfda XXI, 119 ff, Ülh9r»9Uimi äU EiHteJtiebtd da KompUaior» n«tehgwie§tH,

*) Ml S^UM» Oew^hnMt, m d«m Vorrtdm und aonH bH (re- Ugenhtlt Meh üb^ die 3BnUUhufi0 mAmt Sdtr^Un autmhuim (9gL Denifle

0,0, 0, 100 f.) f wU das gekürete Bfh eu stände kam, erzählt er sogar dreimal, Iftcr nber keisst e,f rinfach : du- (hricfi') sfinte . . . Ist das nicht ein <fi u(h'chfr I^'ingoZfin, dnsft irir k' im von S> ust viianttnltetf Sammlung i nr uns halten ? Er pßegt steh sonst auch nicht ein, nQndr.rn Uei dieuer der ewigen wisheit nennen, Do$i «t» 8aü beiden Prologen fast identiseh ist, darf nkht sondert ouffoBw, denn StuH hot a«<^ FcrM der Stogitl einsehten Abeehrtftm dt» neuen B/b eugeeetett und einig* demen unter die §u BOd 1 und lagikMgen Sprüche aufgenommen. Vreger räumt dbrigtne edbei die MögUehkeU der Jämt' Innung ein (Zfda XX, 380).

'j Brief XVII {t^uomod" jtoicsl) d^s Gr Mfb n'f/l. Kl Bfb 1\ t erfordrrt guo$tderte BUrachtuny. Er zerfallt in swei deuHich geschiedene Teile, die nur «neunter eintm JTotto^ deeh durch rote Inititde undJbeoi» getrennt (4m,iOj, bei einander et^en, während Ctd nur den ereten, n § nur den emeUen Teii enÜuOten, Im El Bfb eind die eieei Stücke mit Br, XYIII (Neuut peteet) eu- eOMumengeschmolgen und haben eine historim he Einleitung erhalten, aus welcher hfm>rgehi, rfavs tdh drei 'l\ ih nn dic.tffhc A(l> t:ss(t{iii, trentt nuch nicht rtlh tu yh ichcr ZHf geschickt u!ord>n teuren. Lin luut i>n (ti Jifh rny der etreitett Ab- teilung ton Hr. XVII dieselbe Einleitung ste/U, wenn auch ausführlicher und mit charakttrietieehen Zügen bereichert (468,10—469,9), wie m Kl Bfb (370,1— Jl), eo eieht Preger (Zfda XX, SSO: Mgetik II, 333 f. J darin einen uMvügliehen Beweie der Bedigierung durd^ Beuee edbeL ItocA iH die ArgumenUOim nidU beW''->'l-r<'!ftig und »ch- ^ ? Denifle (Zfda XXI, f^d ff.) genügend iciderlegt worden. Warum soll jene l'.iuhitung nicht schon in Stagels Sairnnfung gmfanden haben f Es ist anzun< Inntn. </(/ -v .^fnir fh:n nreift-n '/'eil zuglrich mit dem ersten un diesclbi Nonne sendete : deshaii» hat jmer auch kKtn eigenes Motto, iras sonet bei aiien Briden Seuses der Fall ist, n oUein (», im Venantenapparot tu 46640) Irann dagegen nichts beweieen, da dieee He. überhaupt einen eehr eiork und oft tcauarüeh bearbeHeten Text enthlUt.- auch bei 421,1» eeteen n und d unmotii ieri^rirtinc den Beginn etnee neuen Briefes an. Eher noch könnte dne für sich unrfTsfnndliche Er om Beginne der Ersähiung (468,10j auffallen, aber vielleicht hat die i^tagd Idar geändert.

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Dm HttndiehnftenverlillUüa. Art und Weiae diaeer Autgthe* 41*

Verehrung de$ Namen« Jesu, Morgengrtm Ufid Sprüchen, ynd über^ ka^ trgihi sieh da9 Ot* B/h ') bei genauer Vergleiehung unmeei- deuiig «2» die Vorlage zu erkenneti, nach der die 11 Briefe dee Kl Bfb gekürzt und sfusammengesiM worden sind*). Ein BUek in die Taheüe S, 26* {vgl. auch die 8, 25* vorangehende Notiz) zeigt, daee He Aufeinanderfolge der Nmnmem des Gr Bfb in den ffss,, zu denen auch die ehemalige Strassburger Hs. F 128 {s. oben S, 25* ) zu stellen wäre^ die nur aenige Briefe enthaltenden Mana.skrijjte iiommeH uirht in Betracht im wesentlichen lonstant ist; nur gegen S</i/i(.<s macht isich ein leiehfes Schwanken yeittnd. Verhältnismassig am besten -«cheint die Abjo/f/e des Originnh in x repräsentiert. Ks ist eine interessante Beobachtung und zugleich eine Probe für die HiekUgkeit obiger Beweisführung, dass die Art, wie die Briefe des

') Ich fjebrauche diese Beteiehnung, nicht wie hmifle „ungekürztes"^ Brief* buch, weil tvir nicht sicher wissen, oh alle Briefe der Stagelschen Sammlimg erhalten sind. Zudem mag der f ine oder andere nach nachträglich dazu ffe- komme II .stin; m ist Nr. XXVJI nur in drei spateren Hss,^ XXVIII (die £chthttt prasumiertj nur in einer überlie/a t.

*) £s igt von Intcreese Seuses Vorgehen hierbei tu beobuchtsn. Er küret meki bhee, eottäsm «laeAl dann und wamu aneh ldkinere oder gröeeere Zuiätse (bei Brief IV—VI Müe&tmffett, «. 3, 4ff*), verdesdUeht dwreh YertaueAnng eines Ausdrucks durch einen anderen, bringt kleine stilistische VerbesserungeH an. Die Sprache im Qr Bfb ist öfters oriip'ntlhr, kräftiget^ weniger gefeilt^ im KI Bfb glatter, weniger personlich. Infolge der Kürzung wird der Gedanken' gang aber nicht immer k/nnr, z. B. ist 36ö,27 ff. ; 370,16: 1S3,J7 ohne dit V'or- lage kaum rerstunditch. Im einseinen entsj^echm sich die Hritje im Kl and Gr Bfb in folgenditr Weise (die betrtj/enden Farlten des Kl Bfb sind imnter terangeeteSU und die Briefe des Gr Bfb mit rämiedken Ziffern begeiehnet): L Segnum mmndi MeM etue II 1, TeÜ (360,12-^9,19 ^4iO;lO-'4U,n) und entern Stück mm III Snerexi (969,90—99 = 418^-419,16}; der 9. Tea von Hegnum mundi im Gr Bfb, der gsns spesielk Batsc/Uäge für eine Nonne häk, ist im KlBfb übergangen ^ ihn als eigenen Brief anzusehen (Preger in Zfda XX. 375), ist <tber kein genügender Grund. 2. Uahitabit ist oKft xechs verschiedenen Teilen susammengesetst : ai 363,4 364,15 JV' llabituhit h) 364,15—29 = V Honet 423,1H^4L>4,22 : c) 364,2i/— 300,2 = VI Vmeac 42ti,23~2b. d> 365,3—10= VIII Gustate 430,ö—12: e) 365,11— 366,6 ~ X Bmrteto 496,4—437,13 : f) 366,7—97 = XI Audi 437,91—489,7, 3. Nigra mim ist nne XII stark gekürst, 4, In Br. Qnwnodo potest entepHeht 969,4—371^9 im wuentUeken XVII und 371,38-^9,95 XVIII Nemo poteeU 6, ExuUet = XIV. 6. Absdon— XIII (Hemüch erweitert}. 7. (Christus), 9. (Atmun' tiaie) und 9. (In omnibusf geben die Vorlage Br. XIX XXI unwe^sentlich oeränderf tcieder. 10. Estote besteht aus zwei T>Urn: n) 389,J4 -3iMj,27 - XX II 47 1.2—472.11; bf 3^1,1— 10 = XXI V Nos autem 476,7-24. - IL i'one >ne X X VI am Schluss ertceitert.

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I

42* mMUuig, L Die ÜberUefemag.

Kl Bfh auj Vi minder folgen umi ivic die einzelnen komhhnert sind, deutlich (rken)i(/i If'hff, dasa 6euse eutc SnnnnhoKi vor sich hatte, welche die Briefe so ziemUch in gleicher Reihenfolge und Anzahl $ enthielt^).

Man irendp nicht mit 1' r c y c r ^) ein: Stiiyilf Suminliing ist ja von Sense vernichtet worden, wie kann sie dann erhalten sein ? Wir können dock nicht annehmen, d(m Klsbeth ohne sein Wissen und Wollen eine Briefaammlung veritf entlichte ! Darauf ist zu sage», dass die Absicht einer VeröffeniUehung in den IVorten des Prologs mdU notwendig gefunden werden nmss; sie haben einen guten Sinn, wenn Elsbeth die Bn'efe auch nur für ein Kloster bestimmte^ Übrigens int ein ngenUiekes Verbot, die Briefe anderen miismteilen, auch meht gegeben tmrden, die Bedenken Seuaes gegen em§ weitere Verbreihmg (7,9 jf'., 118^4 Jf.) bezogen mk tatnäckst nur auf da», was er von seinm eigenen Leben, seinen Übungen und Leiden eraäkU hatUf und davon enthält das Gr Bfh nicht viel, Dass sid^ Senss in seiner Meinung, das ursprün^iehe Briefbuek sei bis auf den ins Kl Bfb iibernmmenen Best vemiehiet, getäuscht hat, ist richtig und immerhin au fällig* Aber die Tatsachen verlangen die Annahme: SS muss nwh ein »weites Ejeemplar des Brief buehes, sei ss in der Hand der Stagd oder einer Oesinnungsgenossin (pgl, 113,24 ff. )^ existiert haben, das erhalten bUeb. VäUgs Äufhsüung des Bäfsds wird uns wohl nie gelingen.

') l'gl. die vorige Anw. Wat um »w Kl Bfb von Nr. IV VI eine cauic/ e Ordnung bäiebt üt, igt leicht ersichtlieh. Er war dem Lehraweek angttnetsm, gUlekeeiiges susammensueleam: Mr. I—Vbdkanddngeieiestmeesm dIeÄnfaag»' gründe des geiettiekm Lehens. JDns Wort ^alU^ iet Prakg (4,i9} ist »idu mu prsue»; etwäre auch kaum möglich getpeeen, dae§ JBlt^eih alle, mög^idieneeies weit ttrttreuteti Briefe Seuws in Abschriften summmenhrachtc. Dass uns ntir ein .^ßrttchstiirl - < I> e n r'f! e . Seme XXVIIlj d«r dammluiu/ » hohen sei, i.st daraus aber mcht zu folgern («gl. auch Prcgcr II, 333). l)ie m die l'da vcrarbeütten Briefe sind selbsiveratändlich nicht in die Stagelsche Sammiung ou/gmemmeH werden; dafür wutn «MmdU wm «AM» nidtt geeignet und se muef genügen, »i* aitfjene WeiM ver dem Veiientigthtn sn beemhrm, Base I$r, XX AnnuntieUe in oUm Hss. des Gr Bfh unvollständig ist, dürfte lediglidk Schuld der Abscfweibtr aetn, die den SekUtet, weU vüUig ^eichkmtend mU dem

Kl Bfb, if-ri-flirssm,

«) /fdn V.V, 37f>f. .97.9 .IMgstik II, 332 f.

*) So iJentjle, Zfda A'Ai, 93. Gans verkehrt ist ea tu sagen, di$ Enedhumg dee «neiMr Bfh setss roftnw, daes ein ^oHe»" MietürU und ftt- ktoMi war (Fregtr, Zfda XX, 889 A.lf Mfetik II, 833), y,N*tr heiest u doch nur mit Büektiekt auf teine Eutet^ung aus St^^s Saemiui^, iwi dtr iitnst dnimal «reähU.

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Dm Handiclirifteiiverhiltaifl. Art und Weiae dieser Aoigdbe. 43*

Wag da» HandsehrifienverhäUnis in hezug auf das Gr Bfh betrifftf 90 iH es nii^t Mcht, ein Idares Bild hiervm und eine sichere Grundlage für die Textgestnlttuuj zu gewinnen ^ und dies

insbesondere deshalb, weil fn^t bei Jedem Brief die Zahl der ihn üherlit'j 1 1 nden Hss. »ich änderte zusammensetzt und u cil es an einer eige/it/ich führenden Hs. fehlt. Samfliehe Te.rtfuzeugen sind vom Archrtgpu.-! ftchon ziemlich weit entfenit, und keiner dornelhen Ist frei coH zahlreichen Verderhnif^sen und Ansliisauni/en. ycrhällnissmässig am besten ist z, dann folgen b und s, hierauf chHUy Gds^; recht tehlechien Text haben mN, g zeigt viele starke Eingriffe des Schreibers, und n ist teegen ssinsr zahlreichen KrweUerung^n und Streichungen eher eine Umarbeitung als Abschrift zu nennen. Nach dem Gesagtin isi auch der kriHeehe Wert der einzelnen Hss, zu bemessen* Eme gewisse Sicherheit fOr richtige Lesart gibt das Zusammenireffen von 9 und b. Verwandt sind foigende Hss. : h und C, b und c, b und s, b und U; d und s; g und n; h und M, h und s; m und N, n und z; 8 und s^; V und z; bhs, bhBs, bmN, dmN, hmN, hRs, hBs^ hBss\ guz> Die Varianten sind bei Brief I und III fast vollständig an» gegeben f bei II die meisten, von IV an mueste mit Büeksiehi auf den Baum eine bedeutende Einschränkung einfrehn, indem nur mehr die teichtigeren, für die TextgesctUchte bedeutsamen Abweichungen notiert wurden.

In sprachlicher Hinsicht ist z zugrunde gelegt, weil diese Hs» vermöge ihres Alters und ihrer Mundart dem Original am nächsten stehen dürfte; doch sind nicht alle Inkonseguenzm der Schreibung sldavisch kopiert^ für das und dz ist stets Ösa gesehrieben und zwischen was (Belat) und was (Verb,) unterschieden. Bei den BriefeUf welche in z nicht stehen, ist s bevorzugt unter Berücksichtigung von b und U, bei Br, XXIIl b und bei XXVII sK

IT. Die Predigten nnd des MinnebfleUeio.

i. Die OberUrferung der ersten Predigt (Lectulus) ist keine besondere gute; auch die relativ beste Hs. b^, welche zur Grund- lage genommen ist, hat nicht wenig Fehler. AL^* zusammeut/t hörig enreisni sich namentlich b und h \ h ' und s, b und C, b und c, t und g und s, /»' und -s ferner bCc, b b^C, gn\9. g zeigt be- sonders gegen Sr/duss .sturkr Kürzung, Ko« den Varianten sind nur die wichtigsten verzeichnet.

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Eialeituug. I. Die ÜberU<jferuug.

2. Bei der Prcdiyt Mistnmt wie hei tle/i /meiden folgenden iM Weyen den unzulämflirlien Materiah nicht immer ein sicherer Text zu erzielen. Für die erstere ist in apraehlivUer Hinsicht die nuttei- fWinkischp ( hessische j IL<. heniitzi, die aher in sachlicher Beziehung wegen /Irrer zahlreichen InterpolaHonvu weniger Vertrauen verdient, Sie ist zu rerbessern durch b\ und namentlich durch die Gruppe Für die Predigt Exivi stand nur der schlechte Abdruck in der Tauler- ausgäbe von 1543 stur Verfügung, der hier mit einigen Konjekturen und mit Ausgleichung und Reduzierung der itdu^nfteguenien und ver- wilderten SchreiMingen wiedergegeben ist; vgl» jedoch o^S. Sd*f, Für die vierte Predigt haben wir eine ältere Hs, niederrheinisehen Dialekts, die aber das hochdeutsche Original noch etelletimise durMUeken läest, und den Taulerdruek, Über den Zusatz in Uteterem vgl. die Bemerkung 8, 536.

3, Das Minnebüehlein ist bis jetzt nur in z gefunden worden, womach es schon Preger 1896 edierte (s. S. 537 ). Für den miluiiter manydiiaften Text hat der erste Herausgeber wenig getaUf es ist hier durch vorsichtiqe Konjektur nn einigen Stellen eine /kssenni;/ versucht worden. Au^Hrdem i<l der Text nicht wie bei rregtr dij)lomatiseh genau abgedruckt, .sondern wie beim (rr Bfb leicht retouchierl. Oeiss die in Pregers Edition 4tiO 71 angehängUn Gebete mcht von Seme stammen f wird später gezeigt .werden,

y. Bemerkangen rar Orthographie ilas Textet^

Der Einheitlichkeit halber, und zugleich^ um diese Ausgabe für philologische Zwecke möglichst brauchbar zumachen, ist beim E.retnplar die Schreibart der vorzuglichen Hs, A, obwohl sie sich nicht immer konsequent bleibt % mdgliehst beibehalten worden* Wo geändert ist, sei es um das V)grständnis zu erleichtem^ oder weil ein offenbaret* Schreibfehler oder eine faische Lesart vorliegt, wird die Lesart ton A

') Dit' fohjeinh ii ftrundaatee .sind tttnlichtit mit den von der ..deutschen Kommiitsion" dtr KgL Prtussisclirn Äkadrmiv der Wi^>>ensv haften für die HtT' au.sgafif d< r ..deutsi hm T< i te dts Miit Inltt i s'" auf qt. stellten in Übertinsiimmuuij gehrar hl <rordtn \</l. Heft i der „le^tt": Friedrich von Schwaben, hr§g,Vim J eil int k hMii VI.

•) Xamvntlich in der Anwendung von zz hcn schl slarkm Schwanken.

Bein Ttxt des Bdev seigtn eich eowohl hei Vokalen (e. \ hx)^ als bef JCon* Bonanten { Mt^ffire Dopplung!) Abweichungen gegen früher.

") Aus diesem Grund ist in einigen wenigen KäHen waz ( Verb,) in was geändirtt wo m nahe mit wai {Helat.} MUsammenetehL

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fiOto und Sprilche 4u Cxenplan. SewM VeMtal» sur Knast 4ö^

«ffi VariatUent^iptNrpt vm-zeichmt, Kon dir B$gel 0m$r jfmwuen WkdBiyabe mn A ii4 jedoch ftrmr m foljf$iuleii FälUn abff$wiehmi worden: tUstt dtr Sekrtibung e, wHek$ dM üs. bU aitf emigtmal fuihißi, ist 9ltU 6 gtMlat; u und v, i undj mnd mmA dsm hmOv^ri verieiH; A^rtmaiwfm') $ind omfgtifM, ßigmumett grtm gmkriehtn und wiUküriieke Oro8täehr$ihungmi bei andnw Wdriem UmU0^ H^orUrmimmg und -Znmmmmitttmmg towk InUrpunkihn noch modtrmr IKiSis» geregdt, Bd der JntHmmg nemt Ahackniae habe ich mich mbglkihitt an dk §Z9iektn in A tftkttUm, jedoch ößert auch nach Denißcs VwfbUd bm länfform Autlanungon OnUrabMunffcn fftmockL Sn Sporrdruek gegeben, wa$ in der H$, rot gctehrMon oder unterstriehen iei. Zu bemerken ist tweh, daee meieehen d und A in A nicht immer mit Sicherheit unteredkieden werden kann; es ist in diesen FäUen die nach der Analogie teahrscheinlichere Lesart tjtwühU.

Vorstehende Grundsätze sind im weamtlichen auch hei dev nicht im Exemplar stehenden Schriften in Anwendung gebiacht iioitidi, jedoch mit etwa^ mehr Freiheit in hezutf auf Beseitigung inkomr- qmnter Schretbimgen. Dm einzelne ist schon unter Iii und IV gtmtgt*

Q Bilder und Sprüche des Exemplars. Seuses Verhältnis zur Kunst.

Aue Anlaee der Redaktion des JSxemplare hat SeuH daeedbe mit Bildem und SpHlehen auegeeiattei, %edehe den SSweek haben, jfVon dieser fatechen niederziehenden Wdt wieder a^f sm dem mennig- liehen Gott reisUeh au mehen" (4^f,), Sie sollen den Eindruck der Worte reretärken, das Un^eihthare und Unaussprechliche, soweit es möglich ist, der Anschauung und dem Verständnis naherüeken (rgl, 193,24)^ Nicht ale ob Seuse die mystische Üpekulation selbst in Linien nnd Farben hätte bannen wcUen »wie kann man bädioees bUden ?*' fragt er sähet ( J91,6), und erkUtrt seine „entworfenen Bilder* und „verbildeten Worte** der blossen Wahrheit ferner und ungleicher, (de ein schwarzer Mohr der schönen Sotine ist (193,32 f. ), sondern iie stellen ItiU die mgstischen L^rlebimse in symbolischer Weise dar,

') xps ist in Cristug, Jhs in Jesus auj'güöstf wie die Hs. auch manch- •Ml aueflihrlich eehrtüt.

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£iiüMtoiv. L Die ÜbufieHwiiiiir*

teils halten nie die in der Beschauung gezeigten F hantamehil dsi- fest. Eine Ausnahme macht nur das elfte Bild, welches, auf Bitten der ätagel wohl schon früher entworfen (190,:^ ff.), den Ausganff dsr wn^ünf tigern Kreatwm am Gott und ihren Wieäereimgmigi ''^f ''- aus sinnreicher Weise veranschaulicht, itmd mm Senat eeibet im 53, Kn^itel der Vitn rr klärt wird.

Der Entwurf der Bilder mtd allem nach auch die Aurfükrtmg stammt von dem Autor eelbet, denn sie sind von höchst origineUer Erfindung und gtnut orgameeh oue den Einmlheiien dee Textes, den sie iUnstrierm, hervmyewa^ksen, tragen aueh in aUem den Sten^ seiner reichen und edlen Phantast,

Bäderhandsehrifien des Exemplars sind uns in AKBWB\ tsUweiss aueh in P, erhalten^ watm noeh die DruAausgaben van 1482 und 1512 kommen. Die Äutführung der Bilder im einulnen seigt entsprechend der mehr oder minder grossen GeunrndtheU und SorgfitU dor lUuminaioren manche Unterschiede, umm au^ der Haupteharakter der Komposition gewahrt iMt; von dm heigegebenen Sprüchen fehlt in den Jungeren Hss, ein TeU (wim$ufKfh die UM^ nis^n ), noch mdir in den Druekenm /n der vorliegenden Ansgahe sind aus den oisr Haupthss, AKBW die bezeichnendsten Büder auo- gewählt und nachgebildet^); alle aus der ältesten Hs, A zu nehmen ging nicht an, weil hier verschiedene Bilder sehr roh ausgeführt und m(nu/e//t'ift trhalten sind. Die folgende Beschreibung und Gl ieder- gäbe dei Sprüche hczu ht s'ich Jedoch zunächst <iuf IJs. .1 'j, wo dasOri' ginnf Seuses icu/ä nu) ti ernsten wicdi r;fegeben ist; die wichtif/nm Afj'rcichnngen von K und <h:ii anderen Manushnpftn icfzeichnet, ebenso die bedeutsameren \' ori'inten zu den i^j.i ,(chen. Übrigens ist bei den letzteren in A der Text vorzüglich und nur an ganz wenigen Stellen zu rerhessn n.

1. Btlii (Ab/K 1 S. 2 nach K) in A Iii. l' vor dem Prohg. Oben steht: Di»6 biJd bewiseut der"'' £wigeD wisbeit mit der sele geiseh«

«J die K

Bmiße katu ' . J 'rnn nur K und Bf er gibt in seiner Auegeb* Jeu eils genaue Beschreibung der Bildtr und Sprüche ersierer Hs. Reproduziert sind hin jeirf rnn rhn Bildern der Hv.^. nur Xr. 11 nach K h> ! I) e u i/I e, Nr. J nach H bei 'S nl z er , Ge.schichtt- der diiataclun Lttitatur lyO^ff., Ihilage 62,

*) Durch ein Versehen ist bei einem Teü leider ein zu kleiner Mats^tab genommen wördeHt 90 daet die DetaHe tUeht alle leicht erkennbar sind.

") Die eiwelnen Bilder 9tnd iHderE»,wm älter Hand mit Süger 1-11 (B^ tt tHMf 9 sind als ein«» gereehnet) ntmerierl.

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Bilder und Sjirttcbe des fixemplats. Setuee Verhtttnis nur Kunst. 47*

titih gemaheleobaft*) (rot), Lanks David (i^er der betreffenden Penon sieht je ihr Name) mit folgenden Sprüchen: Inleimn sapiende timor domiiii (Ps, 110,10; Sir^ch 1,16; Bdew 287,7). Ein anvanc; der gediebn wisbeit ist got flisMbüeb dienen in yorebäieber bebftt-

keit; recht" Salomon: Der sunnen bild ist nit^) so (in, sin vbertriffet der sterneu schin (Weiah. 7,29; vgl. 400,8 f. ). Unter David Die ewige wisheit mit ilen Sprüchen: fili, concupiscis sapienciam etc.'') (Sirach 1,.vn Kind mins, begeret du der getlichen wisheit. po be- balt die tu^^ent der gerelitikeit : unter ."Solomon Der diener der K\vi(?en wisheit, tif/ten r/cm sttlif : hunc amavi. Diz hau ich geininnct vnd vsgesüchet von mioeD juogen tagen vnd han mir si Fserliom ze einer'') gemahel (Weish, 8^; vgL 200,14 J-)- Unten linka Job mit den Worten: Sapiencia non inoenitnr in terra snaniter ninentiam (Job 28,13/,), Wer sinee libee mit zartbeit wil pflegen, der endarf sieb der Ewigen wisbeil minn*) niemer angeaemen. Der weit mtnne mtm er lan, der die Ewigen wiebelt se einem liep wil ban; rechts Ariitotilez: Sapientie eat ordinäre (Aristat., Metaph. 982Ql7f.). Wer diaer witbeit wil pflegen, der eol ordnen dies ein leben (vgl, Herd. 210). Die einzelnen Personen tragen Spruchbänder, auf denen die deutschen (nicht die lateinischen) Sprüche stehen. Die ewige Weisheit (mit Königsmant^l und Krone, die Weltscfieibe mit Sonne, Mond und Sternen auf der Brust haltend, vgl. 103,17) und der J>nnrr (im iHminihn nr ,h ihit, den Namen IHS auf d^r Hrmi, inni- lus /so atets in A.'J, ohne den Krnnz von Hosen, den er in K und II trägt) sind in ganzer Figur, die vier übrigen Personen im Brust- hild; Darid und Salomon tragen die Knnigskrone, Job und Aristoteles «pitzige Mütze. In KB^ltWx steht die ewige Weisheit rechts, Seuse UnkSf die Spruchbänder fehlen zum Teil, im übrigen sind die Ab' weickungen mbedeutend,

2. Bild (Abb. 2 8. 19 nach W) in A Bl. 8*. Vorher steht: Dia nagend bilde bewieet eins wolannabenden menseben raizzliob geeflcbe nach getliebem tröste (rot); auf dem Büde selbst: Er bat micb Tnd

ich in minneklich ymbuangen, dez stan ich aller creaturen ledig vnd

bin uiit in vnbehangen. Das Bild, stellt Seuse dar über ihm steht: der diener der Ewigen wisheit in flitzender S/ellung, anf meinem Schosse mnannen sich die ewige Weisheit in kleiner Figur intd des Dieners Seele, die nacli mi ttehdter liehe r Art als nacktes Kind

o) geinahelschalft mit der sei geistlichen B'Ii f>) mt/ehU B* W ^ etc. JehU KU ^) ainem K meinem B* •) minn feMt KB

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BnleltDi«:. L Die tiUMenag,

aög$Md$t ist. ') Rechts ytni ii$Uu stehen zwei Engel (in \V nur einer rechte und fünf kleinere oben, s. ßild), die auf de$i IMeuer kuueif/in; in K »chmbeu sie m der Luft und holten einen Kraus van Basen um Seuses Hm^U

3, Bild (AIA. B H. 62 nadk W) in Ä Bl22r, Ohm sitki: Dut DAgend bild meinet eine woUftnenieDdeii memAtta f blges dirprnek (rot). Das Bild stelii dar, wie Maria, auf einsr Baak sUarnd, und das Kind Jesus dem kniesndsn Seuse (Uber ti^ der dleaer^, er §rä^ von jsist an den Bosstikranz, der sein Haupt wie ein HeUiffensekein rnngibt) au trinken geben. RechUf von den Figuren steht: wer sin viehliobk^t mit strengen wirigen*) fbungcn hat <la hin geleit, dem wird von p«>t erlobet sins libes pflegnüs in orden- lichcr messikeit. In K ist d^iK ßild durch eigene Zut/tten d^s Malern C gotischer Baldachin, prächtiger Thronsessel, reiche di u ander, aüeriet Hausgeräte mit realisli-acher Beobachtung dargesfsiU J verschömrt.

4. Btfd (Abb. 4 S. 65 nach .1 BL 28"), Doppelbild, vor drm sieht: Dis nagende bilde mit dorn reselohtem ringe betiitet mengerlai liden, in den ein warer ^rotesfründ mftfjs beweret werden / ritt }. Ohm Seuse (überschrieben: der diener) nnt dem Kranze ini</ mit dt n roten Malzeichen un den lländt n und Fih^icn ( tgl. zur Erklänmg 04,24 ff.) iinnitti n seiner O rdcnshrinh r ( link.< und rechts je drei Dominikaner ), ein Engel ihn umarmend; links ohcn eine aus den W olken reichende Hand mit Kreuztiimhus, die göttliche Vorsehung (dejcUra Dei) bedeutend^ Unten Anna in nonnenartiger Kleidung, knieend, mit einem Krenzehen in der Hand, von einem Engel nach oben auf den Diener hingewiesen* In K steht das Bitdehen mit Anna vor dem anderen.

Bild (Abb. 6 8, 129 nach Kj in A Bi. ö7 Ohm : fh% nageode erbermklicb bilde z^t den strengen ynderganf eüioher Teerwelter gotes fr&Dden") (rot). Auf dem Bild selbst stehen folgsnds Sprüche ( über deren Zuteilung zu den Figuren die Abbildung zu »ergleichen ist): Lipliohi ^bong df tftt we^ aber dnes geUnen meneeben ToUer Tndergwig toeentBtnDt me.

Wer in einem bitem liden ane bimelecben troet oob mftss ein, das ist growe jamer vor allem^ pin.

«) der diensr/rMf KBW wirdigen IM IT «) der gaase Verefrueh fM K ^ aUer KPBW

') V(/L Kr eh 9, Die Mgetik in Adiihmim {e.Atm. su 113,14) 82. ^ Vgl. F, X. Kraue, Qeeeh, d ekrietl Xunet I (1896) 117

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Bilder md flpfllolift dM &0BpIin. SeosM Yerhiltaii mit KmuL 49*

Gut Yon himel der bat mioh gdMsen, dos lid ieb twarlioli*)

ane alle masse.

Da bist wordan eiii aife vod ein tan, Tnd aa dflo.erea iwaner dflOD eia more.

Ein bter Hoger fmd ein lalaebar trieger ?od*) billidi Udea ml, was er bat Teiaebiddet wol*

Mit easlob vad mit') gaUea, welka wir in trenkea mit aebaUea'l,

Einen hingeworfenn Bebelmen aol nieman klagen, waa lol ia df ▼ntler laiaen gnagea.

Ein f&atfteb aol man bin werfen den banden ?f den mial, waa es eraloe vnd Tnanber iat; da fftsMeb sol sieb ail werea, es sol sieb fon blUieb lan mennlieb senenen.

In der Mitte links : frater eram leonum et socius gtrucioDum *), darunter .Job ßO^; vgl. Hör. 114): Min briidor waren mir grimm lövveo vud miüO gesellen yngehürf) strussen. Das liild stellt dar, wie Seuse von bösen Geistern und durch VerleHmduuy der Mt nschen gepnni^t wird. Er steht in der Mitte, die Kapuze bin über die Aoytn hvi iiiniezogen vnd die li'ni'ie über dem Kop f zmammenschlagend, böse (ieister in tillerlei bpHkyestalten (Ajfi. Iiube, Schirtin n,s,ir.) (jicssen und sjfeien Feuer und Schirefel "nj Jm, einrr bedroht liin mit einem Bohrer ( vgl. (iljl4 Jf.J, ein undtrer mit linem r/eile ( l '.i L2'J f. } ; rechtff obm befindet sich die perrie</elte Himmelstür, die Trnstlosi(jkeit bedeutend , links in der Mitte ein mit sftitzigen Nägeln heschlnyene.H Kreuz (lUfl. Kaj). 16), auf dem der Xame 1 II S eingegraben ist und von dem zwei Geissein mit Je drei Zacken herab- hängen (43,4 ff.); in K sitzt auf dem Kreuz noch eine Eule. Am Kleide des Dieners nagen und zerren allerlei Tiere: Hund, Likce, ütrausSf Schlange, Skorpion, Hechts beßndm sich mehrere Personen^): dfti Dominikanerinnm, von denen eine einm Kessel trägt und dem Diener mit einem Schwamm Essig reicht, ferner drei Männer (Domini' kanor, oder ein Mönch und zwei Laien? ); mehrere von den Pereonen deuten mit dem Finger auf Situe. Unterhalb denen zwoi Füehge, %9elehe ein ki&ims Tior und ein Hund mii dem Fumitueh

hn Maul (58 fi ff,)-

6. BUd (Ähb. 6 8, 141 nach B)inÄ BL 62'. Vorher lUH man:

•) ÜTmA iwariich iif Tnd eum gräeeten TeB h$ramradiert Ä >) tob

fehlt K c) mit fehlt A ^ sehal Ä schalle KP •) der kO, Spmehfim KFB 0 mia fehU A e) fttei gane wegradiert A

^ In KtUü u eAeiniy «wt» DomimOtmm wnd drei DeminOmmimeit,

B, »Wf BMlMh* S«»tffliK. 4*

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Einleitiiiicr* Die Übeitiefemiig.

Disv*) nagenden*) bild gebend ze yenten die troBtiicben rnderlibi^ die got einen lidern Tnderwilent Ist werden (rot), Maria mit Konigananiel und Krone at^f dem Haupte, das Kind at^ dem Arm, das eine Patenwster^cknur oder einen Bosenkranz in der Hand hält in B hat Maria eine Bose erseheintn Seuse ( Obersehrieben : der diener), der dakniet und die Arme ausbreitefid tu Jesus spricht: Ach sartee heTKentmt. Auch recht» herüber, teilweise noch über Maria steht IIEIiZTRUT. Linl.s ein Knyd stehend, in den Wolken ein weiterer lleim r ijyjeJ mit einer Harfe (in /l zwei Engel mit kleiner Orgel und Fsalterium ).

7. Bild (Ahh. 7 S. 147 nach K) in A Bl. 6^'>^• Christui^ er^rhnnt als gekreuztster Seraph dem luieendin Sense, i'iher dem der (lieiKT*") steht. Vorher die W orte: Diz nagend bild lert den menschen, wie er nuzzberlich sol liden (rot). Bei dem oberen der drei Flilgelpaare ist geschrieben: lern liden cristfdnnklich, beim mittleren: trag liden gedolteklich, beim untern : enpfah liden willeklich, zwischen Christus und Seuse: Aeh herr, ier mieh, das icb könne liden naeh dinem aller liebsten willen. Das Kreuz ist in W md x, wie in der spät- mittelaUet^ehe» Kunst häufig, ein Bosenstrauch mit ausgebreiieien Ästen ( vgl. auch Bild 12), Es ist nicht unmöglich, dass das Bild, weiches den Grundgedanken der MgsÜk: die Nachfolge Christi sym- bolisch znsammenfassty von der Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi^) beeinßu^st ist. Eine moderne Düsseldorfer Nachbildung (Stahlstich) s. bei Den ifle, Das geistliche Leben ^l&fsO, Titelblatt.

fi. V. .'>. Jhld ( Abb.fi S.jr)0 naeh \V, 9 S.151 nachK) in .1 H/n? ' , znei zmamnuiiujahöriyv Bilder: Seuse empfangt himmlische Trust nny und tcird eds f/eisfl/chrr Ritter inve^ffierf. Vorher die lf'o;7r; Diz ') nagenden bild bewiseot aller gotlidender menschen himelschen trost in zit vnd ir gross erc vnd löblich wirdekait, die su son besizen in in ewikait (rot). Auf dem oberen Bild Seuse (überschrieben: der diener*), neben einem Stuhle tttehend und von einem Engel umarmt , rechts ein Ueinerer Engel auf einer Leiter mit einer Harfe (K: Hand~ orgd), ferner ztrei weitere mit Buch und Geige, ganz oben die ewige

") die K ^) radieri A «> K fügt hinzu: der ewigen wisshiüt ««) die Ä •) fehU K

») Vgl. II. Thode, Fratiz von Assisi und die Anfänge der Kunst der Jienaiesafice in ItalUn ^904, 144 f., der 10 italienische Darbte Hungen des wunderhnnn Vorganges aus drm 13. Jh. aufjiihrt. Df> spätere Kunst bis löO(f häU den durch Qiotio (f 1337} gescluiffenen Typus fest.

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Bilder imd Spittohe d«t Bnmiilan. Sensee Verhiltnu sur Kunst, ^l*

Weisheit ( Christus j m/t Maria in lirustbUd. KWx umclun in un- bedeutendeu Kiitzellieiten ab. Avf dem Hilde die Sprüche: Der von der £w igen wisbeit ^nd von dem'') hailigen engeP) ist vmb?aDgeDy den mag cnkein Bohedlich vngelück aiemer erlangeo.

Mit himelsoher süzikeit, götiicher msheit vnd engelscbl icher sartiittt erg«7^et got sin diener aller iie widerwertikeit. Auf dem unteren Bild reicht Christus die ewige Weisheit (Brustbild; in 'S} und Ii* wird ein Engel daraus), von Wolkennimbus umgeben, dem knieendcii Seuse (über ihm steht uHeder: der diener <") einen Ring, drei Engel bringen Schuhe, liitierkkidf Gürtel und eine Krone, rechte oben blasen ewei Bngel die Posaune, ein dritter schlägt die Pauke. UnierhaXb ein Schild mU Tep/helm; das Feld ist weiss und füi und mit einem Krane eon Besen geeiert, dttri^r steht IHS^). Beehts hieven meei SOter auf "Pferden mit einem Fähnlein, das ebet^aUe mii IB8 geeeiehnet ist, hinier ihnen ein Knappe, Daeu geihSren die Sprüche: RitterlieliA klald ?nd ero soii i6 eweUioh nifiMeD, die rioli bie diir got lidm Tod inidens nit luid ^erdrieMen.

Wer sieh gitlielier ritteraehafk simet an, der eol in alleo liden eins maiUMS hecs in TnTemgtor wiee bea.

Um den Schäd herum steht: Ds wi« feld beMte^O liUeriLeity des rot gediltefceit

Gane unien am Baude iet in Ä notiert: dt obren bild bArend bemb. Damaeh hätte der JBkmnmter die Bilder falsch gruppiert; allein auch in den andern Ess» ist die Beihenfolge diesdhe. Zum Verständnis des zweiten Bildes vgl. Kap. 20 und 44. -

10. Bild (Abb. 10 S. 154 nach K) in A Bl. 68": Die Ewige wis- heit in königlicher Gestalt mit Szepter (in K auch Reichsapfeli hält unter dem weit ausgebreiteten Manld'^) eine Anzahl Personen: link» Sm.<e ^ nberf^ehrieben : der diener); rechts seine geistliche Tochter,

0 Phantagtisch ist es, tcenn i'. J. Mone auf Grund dieses Bildes Seuti als L'hrmehtit' und Aukiorität in der SerakUk ansiehi (JHäM.'Jrekh ven

Sckuabm X [1893] 54: XV [1897] 140).

■) Das Bild scheint heeinflusst von der Idee nvd JJargtellung der Sehutt- mnntelsihaft Maria itujl. 117,14. .'i4i,:J<'>ß'.i, die [/trade im 14. Jh. in Domini' ktimrkreism aufkam^ vgl. E. Kreit« in „I-'rciburi/er Münsterblutter^ I (1906)i Krnue, Oeteh, der dlrifti. Kw»H II, 1 (lb97) 432/./ Ptliger (g, 9,8,9*) mf, Owt im Sinkkmff dtmit eteht, da» in A au/BOd $ uitä 10 die ewige WeieheU in weiblicher J'orm, hartlos imd wtü geSbem Saar dargteteHH tff; In Jt wird aiaf Büd lO dmOieh Maria damnu.

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Eiiüflitiiag. L Di» Überii«f(Bniiig.

i't her der EU^nhet'*) (rot) steht, im I hihiinfkmtet'innenhaöit, dnem ThrüHi >i(:(H(l und von einem lJn(/d gekrönt ; neben ihr ein Jiuch^). Seufze und Ehinth halten einen Kram von Roaenf tnmrhalb dtssen IH8*) steht f rechts von ihnen sind ein Mönch und eine Nonne des i )ominikan€r ordern , unterhalb eine bürgerlich gekleidete Frau mit zwei Mädchen ( diese beiden fe/Ue» in K ) und drei Männer, welche Hämtlich nach den von der Stagel auigeteilten Namen I H S die Hände ausstrecken. Links oben ein kleiner Engel mit einem Buch % in K noch einer rechts den Mantel haltend. In B^EIV«, f eklen verschiedene Einzelheiten (Thron der £äebelh, Kram u. s. w.). Vor dem BUd$ stehen die\Worte: Dis nagend bUd zeiget, wie ein (kbernoües hers 'gotes das selb oeh gem gemainrameti vU andren mensoben (rot); auf denuelhen: In minen gediehen eebinn^ wil lob nemen, die mtnen namen Jeans in !r beg^d wen tragen.

11. Bild (Abb. 11 8. m nach Ä Bl. 82% da^ wiekti^eU von eHm^ den mystischen Weg darsieUend* EinleiUnd die Worte: DisA nagende bild beieiebnent der blossen gotbeit iewesentbeit') in ^rsdnlicber dribeit vnd aUer ereataren os irnd wideringeflossenbeit md ilgent den ersten begin eins annähenden meosehen vnd sinea ordenlicben durpruch dez zünemens vnd den allerbihsten ^berswank fberweslicher volkoraenheit (rot). Links oben drei einander umsch liessende Ringe (vyl. 191,25 f.) und eine^Art Triptt^chon mit der Überschrift : Üiz ist der ewi^ren i^otheit wisloses ab^jründc, daz weder anvan^' hat noch kein ende. Aus der Einheit des gottlichen \\ Utaus gehen die drei yütt/ic/irn Personen hervor, in ganzer Gestalt dargestellt, links Gntf \ utrr härtifj, in der }fitte der hl. Geist mit der Tauf^f, die andcrrn 1'eryniieu um (nssenii itls die Lir/h , dir (tns beiden ohm' gehtj rechU der So/m ij< senkten lili( k> >, nornit dus Lt idm nniji drulet ist. Dazu die W oiie: Diz ist der j)eiö4nicii dribeit in wesenlicher einikeit^ von dem cristanr gelob seit, .l^- er^tfes f/isrhöpfUches MVsvH folgt der Engel: Disü figur ist der ussflnzz engclschlicber uatur; daneben ein Dämon, abwärts schiessend, welcher den Engels- Sturz symbolisiert* Darauf als zweites Geschöpf der Metuch in

«-*) fehlt K gehl in .1 <*) getrennt getchntbin K, ie fehlt B^H

') Bedeutet offetUnur 4U von ihr gemacMt SamnUw^ dw Tdeeer Yiten; vgl. 97r2ff.

'•) Bedeutet tcohl Seuses Schriften; vgl 394fS3, ') ÄbbOduHg nach K tm Dmifle 302.

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Bilder uud Sprüche des Exeiuplarä. Seuae» Verhültuis zur^Kuust. o3*

Fmntmjetitalt^) : Diz ist menHcblicbüi geschaflTenheit gebildet nach der gotheit. Jetzt scheiden sich (//'( " W rge: die einejt wenden sich :u der Lust der Weif und geJicn mit ihr zugrunde, daher rechts indni ein tanzendes Liches/nntr (ein Ritter mit dem Schwert um- ijüftet hält eine modisch (jcklcidete Fron an der ffnnd: in K Jüng- Hh'j vnd Mädchen), über tnlchem steht: Diz**) i8t der weit minrie, dv nimt mit jaroer ein ende, und hinter ihnen der Tod in teuf- lischer Fraise mit dtr Seme*) (über ihm steht: Diz ist der töt*), die anderen kehren sich zu Gott und gelangen auf dem Wege der Reinigung, Erleuchtung und Einigung zur höchsten Folikomnten' kmU Deekalb die mit einer Kette ' gefeeedte (verantthUdet Bezähmung der Leidenaeka/ienJ, knieende Nonne mit dem Spruch: Minen*) ker wil ich zw got nemen^ wan diz ist gar ein kartzeB leben, und die daneben eisende in grosser Figur, die von Pfeilen und Schwertern verumndei, 9on SchHamge und Skorpion (in K auch von einem Hunde) bedrängt, nick der Betrachtung des Leidens Christi hingibt; sie hält mit der rechten Hand ein grosse» Kruzifixhild und spricht: Ach lüg, wie ich müz sterben vnd mit Cristus gecriitzget werden! Durch Meiden und Leiden kommt die Seele zur rechten Gelassenheit, dari/estellt diirth eine weibliche Gestalt, irclvhe mit hernlxje^nnh' )uin ILiK^ite, gt{>chio.s,s(ncn Augen und schlaffen binnen in '^hitm liolttn Lehnsf/dd sitzt^) und zu der die Wortr gehören: Gelassenheit micb berubeu iril, wa min'') ie waz ze vil. Der Weg führt weiter über das schon erwähnte Kruzifixbild zu einer Halbfigur, ebenfalls ui< ><hlafend undnUt herabhd/if/otden Armen dargestellt, welche den Zustand der Beschauung versinn bildet: Die sinne sint mir entwürcket, die hohen kreft sint fberwürket Die folgenden Bildehen stellen die mgstisehe Vereinigung dar: u) die Sede im Schosse der Gottheit: Hie ist der geiat in geawnngen Tiid wirt in der dribeit der personen fanden; bj in der höchsten Beschauung, in deu Abgrund des göttlichen Wesens starrend und doch une in einem „Ausschlagt* {vgl, 199,10, 189,13): loh bin

•) des K ») bloss der tod B^KBW «) Binea B^R ^ minae 2' mjnn B* Hob H faiin üt Geiut,ssde» Mektigm)

*) Bezw. als Nonne dargestellt, wohl deshalb, weil das Büd cutf Bitten der Slogdf also sunä^st für Nmnen, eniwrfen wurde.

^ Die DarsMlung ist vidMeht wm einem Bilde der Totsntanxsgklen an^ gengtf deren Sntstelmng man gsttöknUeh mit der groeatu Peet des 14. Jh» (1348 '6a) «M Zusammenhang bringt; vgl. Kraus IT, J, 44^ ff,

*) Bei dienet uiui dtr folgenden Figur ist in K und noch mehr in anderen H$g, die Pointe siemlieh verwiichtf vgl das Bild 'bei Denijfe.

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fiiuleitiiiig. L Die überlieferang.

in got vergangien, meman kao mich hie') erlangen (ütfl. Gr Bfb 478/tB); e) ah iHsies ZiH: „des OeisUs Üherfahrt** (19B,lh}, wo in Gatt der Beginn und das Ende eine wird: In dem inscblag han ich aller ding vergessen, wan es ist grandloas vnd vngemessen.

Das ganze figurenreiche Bild, dessen kurze Erklärung Seuse

selbst gibt (191,30 ff.), verani^chnuficht somit geschickt den W'enlt- gdiuj der Mi/stik im einzelnen liidnnhimn ; d^r Wey ist durch eine kniftifje rot( Jjinif , n-ch hc die Fitfufcn rerbindef mid jeweilig in der (iegeitd de-i Herzens in ein liinyitin {der „^eelenyrnnd'' , njl. 192,4 f.) einmündet f bezeichnet. Aber nvr in A i^f der Entnnrf noch klar und scharf erhalten, schon K und noch mehr spätere Hss. haben Uesen tliche Bestandteile ueggelnssen in den Holzschnitten der beiden Drucke ist die Bedeutung der Figuren und Sprüche kaum mehr zu enträtseln.

12, Bild (Ähb, 12 8, 255 nach A BU 109*), Einziges zum Bdete gMriges Bild, eigentlich eine Verbindung zweier Bilder, die in K denn auch getrennt sind» Einleitend die Worte: Dis nagenden bilde meinent ein sfisses trfisten mit himelschen werten aller trnrigea hensen (rot). Oben Christus am Kreuz, dessen Fuss ein Rosenbaum eni- spriesst; oberhalb des linken Querbalkens ein gcjlii gelter bärtiger Ko/)/, irohl Gott Vater darstellend (in K deutlich ein Engdskoyf), Links- unten steht (in K kniet) Seuse (überschrieben: der diener*); rechts auf dem Baum das Kind Jesus, Hosen auf den Diener werjtnd (vgl. 102,18 ff.). Vnzn die Verse:

Alles liden wen den tut, der Jesus Ueit in sinem inät

Rosen wil ich bieiheii, vud vf m liden trcclien.

Jesus min berz verwundet bat, gezeicbcnt ) da min Jesus stat^).

Zum unteren Bild zwei Engel mit Spruchband : Wer sunder lieb von got wil ban, der sol in lait von billich stan. fvidens sol er tragen tU, der Rottes früntsebaft haben wil. Es ist Christus als Hchmerzenamann^ dargestellt, neben der Geisselsäule stehend (vgl, 198,24 jf, und Anm. ebd,); Seuse (überschrieben: der diener'')» auf einer Bank sitzend, berührt mit der Mechten die Wunden Christi

«) hie fehlt KW ») <^ fehU K O bendchnet K

>) So fthU in W der Engebfiturz, die Figuren etrhm atkr 4tcftl am/-

einander, die Linie i«l verwirrt und seihet utUwbrochen : ähnlich auch in J9' und ü* *) Jjiese den Wrsf hat Stuee wohl au9 den Sprüchen der Siegel ^ber-

notnmen, vgl 3!K'y,U/. >/. 401,3 f.

F.in in (Itr miifflaUerlichm Kunti hu4{ßg€« Motiv, vgl. Kraus IT, 1, imj.; iUltzer 16:i ff.

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Büdor nad Sprüche de* SMmplan. Seiuea Volilltius nr Kmut 55*

( cgi. W{),ö ) und greift mit der Linken in ein Pmlkiium (vgl. 25<),18 Anm.), das ihm ein Engel übergeben. V* rh ts sitzen zwei weihliche Personen ( eine davon Nonne ), über denen »teht . Daz sint zwei lidendn meDSchen (v^L 25a,19. mar /. ). Das obere Bild ist m W und in den beiden Drtfrl en etwas abgeämkrt schon beim 8cklu88 WM Kap, 34 der Vita, Olm bei der daaugekdrigen Era&l^ung gegeben,

Aueeer den hieher beaekriebenen gwöff grdeeeren Bildern finden meh m mehreren Hee^ nmnenUk^ tu den äiieren und teiUeeiee auch m den Drucken, nach ' einige Jdeinere, mm'et aU Initialeneersierungen. Be iei mu eermuten, daee auch dieee auf Seueee Hand eurückgehen. Bei Beginn dee Prologe snm Exemjptar (3,2) eine eeh9ne gemalte IniUaielund in dieeer zwei Engel mit Wappenechüd, auf dem lES etehi (AKB^WoL), ähnUeh wie auf dem 9. Bild; beim Anfang der Vita (7,2) eine Initiale E mit BruetÜld Seneee, betend und um dae Hempt de» Soeenkramf (AK, in W einfacher); zu 17,5 der Name IHS mit Goldfarbe gemalt (AB^KR); 96,5 Initiale C mit Pelikan die Jungen nährend (AK), v;//. 90,2 f.; 155,14 bei liafinn def^' spekulativen 'Teils der Vita ein Adler mit ausgespannten Flügeln in der Initiale S (AKyj; l'Jfi,2 bei Anfang des Bdeir der Name IHS und linisthihl Seiiscs (nie oben) in der Initiale hl (AKW ; in a I >'n:<fe/hui;/ der Verkündigung Mmiii); 200,14 Initinle II mU cintr iidckteii meuachlichen Figur dit Sce/e (A ); H2(l,i (Bdw) Initifde E rot und blau (AW; in K trie hei I9fi,2, in \\ und ol Bihl der \ er- kündiyung Maria); 360, und 10 ( Bfb ) j( cinf farhiiit Initiale (AKW; in R und y. Bihl des Dienrrs mit Jiur/i und Aht^stab (!) ). Ausserdem haben W und die beiden iJrucke zum K>chluss de» 34. KapiteU der Vita ein kleinee BUd: Anna in der Burg betend (vgl, Anm, SU IQU^ij,

Wae das Technische und Künellerieehe der Bilder anlangt, so eind sie in AB^PBW m der bei der deuiechen Buchmalerei des am- gehenden Mittelaltere eo beliebten laoietien Federzeichnung^) auegeführt, oft roh und nnbeko^en, eehr mangelhafl in Perepelttim und Anatomie, aber doeh ßott im Vortrag, naiv und ireuherxig, von bemerhenewerter

•i Vffh darüher J anitsc Utk , Geschiilitt der deuisfhni Malerei Jt>90, Jo:,tf. : Ii. Kuutifsch, Einleitende \ErörUrung9n zu einrr Geachichit der ätutschen Hnndtchriftmülustration im späteren MUtetaUer 1994; Klein- eehmidt, Zur eMddeUteeken Bmeketalerm dsa ßpiUermZMmdaitere, in der MemtOHehfift: ^Die chri$aiehe Kunef II (imfß) mg. M69f.

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Einleitung. 1. Die Übeilief<Nniiig.

Gewandtheit im Amdruck der Heelensiimmunyen und in der Charakieri- si0n/nr/ (Irr Personen- Zur richtigen Beurteilung ist wichtig^ im Aup zu hehaUeiij d€m die BUder nicht Selbstzweck sind, sondern nur dem Bestrehen dienen , zum Wort die Illustration zu liefern. Im einzelnen sind manehe Untersehiede zwieehen den venehtedenen See. Am nächsten steht dem Original A, in welcher He, die Bäder noch am meisten archaieOech sind; die Farbe iet sehr matt und unsehlin, Tt^ der Zeichnung sind mitunter selbst unkdoriert gelassen, SiHkritisch betrachtet stellen si^ die J)arsteilvn<jpn wohl am nä^steu mi der um 1350 9H Konstanz entstandenen „Armenbibel" B und W ver- einfachen das Detail, geben den Gestalten mehr Rundung und Falle und wiikcn kräftiyer durch lebhafte Kolorierung. Ahnlich ist es auch bei den bemalten Holzschnitten den ersten Druckes^) (Augxburg, Anton Sorg 1482) ; die des zweiten Druckes (ÄurjshurQ, Hans Oihmar 1512) ^itid zwar sachlich dieselben^ hohen aber künHitnsch viel ge- wonnen: sie find in den mittlerweile (lujyekomnienoi neuen Stil um- gearbeitet und könneti daher der Benialuntj enthtfiren. Ii. Muther^ meint, es lasse sich fast mit Sicherheit sagen, dass der Künstler, welcher die Umarbeitung vornahm, Hans Burgkmair war.

Eine besondere Stellung nimmt K ein (vgl, oben 8. 5*f.). IHe wohl von einem Berufsschreiber und -Illuminator*) hergestellte Prachths» bringt die Bilder noch mehr miniaturenartig und unier Benützung der älteren Manier der Deckmalerei, in ki'äßigeti, leuchtenden Farben (viel Oold), Hier allein macht sich auch die realistische Bichttmg, die in der ersten Hälfte des 15. Jh, in der Buchmalerei Oberdeutsch" lands sich regt und zum Durchbruch gelane/t, in etwa geltend, so :. Ii. beim dritten Bild {s. o. S. 48* j, ferner in dem zierlichen Rankenwerk

'> Hr^ff. fion L a i l> und Schwarz ist//, -]692. Zur richtiffeu hatie- rupg vgl. Schreiber« Einletluuy su P. Heiiz, Btbiia patiperum 190o,

*) Vgl B. Muther y Die deutsehe BücheriUmtration der Gothik und J^ührenaiseance 1887 31 Nr, 168: II Te^el TO und 71 (Beproduktion de» 1. und Kr. Büdee),

*) A.a. O. /. 165 Nr. fßdS.

*) Vermutlich igt ».v dersdbet der auch an der Ausschmückuni/ dtr Ein' Siedler H^y ?s.H und 75? fäti'rj vnr. Au f Jil. 60 der crsferen sieht: Anno salutis 1182 Jnliannc'' Satler jirrsbiter inr tVcit, auf dtni ersten Blatt dtr hi-t'rtn: 148a licubli Die ti'cit. \ ulUicUt iai dtr im Konstaneer ttntshuch 14~, i unter anderen Malern und Goläscitmieden eingetragent maieit«r Haus (PA. Kupiert, K^mtanur geschieha. Beiträge II [18901 102). Sin btechöfUeher Neier nament Gebhard Sattler ist 1469 beteugt (J. Eigelein, Ouehicht« vmä Behreibung vw Konstant 1851, 266h

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BQdflr und SpiOche dM RiMiplin. Seuai Verlitttiiii zur Knast 57*

der übm eninhntpn Initialen, besonders aber auf (Irm zugegehtntii Widmungsbiifie Bl. 4 (ein Engel, zwei Wappenschilder haUmd, unim 0in R$h und Hirtehf in den Banken hükeeke Dröleriee),

Die lUustrienmg von Semes Sammelwerk eröffnet uns einen Ausblick auf ein interessantes, noch nicht genügend erforschtes Gebiet: die Beziehungen zwischen deutscher Mfetik mtd deutscher Knnet^)^ Wenn Mpetik und Kunet verwmdt sind, und sie eind 08 dem beide riekien eieh varzugeweiee an daeee^ SethnvermÖgen, die Phantasie, kUneÜeriaehe Konzeption und vieionäre Behauung seiaen gkiehmäseig intiere. Geetaiiung^qft und eine ausgeprägte Ifidi9i^litä$ eorau», eo wird eme gegeneeiHge Beemßueeung twt^ wendig die Folge sein und auch hei Seuse^ wird sich diea urgemdme aufzogen lassen. Vnd in der Tat, tcenn bei irgend einem der elauitehen MgeHher, so bei ihm, dem phantasieeeUsten und poetischesten

') Dit muegU SpeeiaUii€ratur : A. Felizer , Deutsche Myultk und deut- aehe Kunst IBM», und E, Eintse, Der KkißuM der MpeUker wtf die Ütere KSImr MeieretMe, BreOauer Biet, 190t; den, in WetldeidedU ZeOeOer^

91^63 ff» (Besprechung von Scheibler-Aldenhoven, Getchichie der Kölner MaUr-

schulc 1!t05), befriedigt wenig: ihre Verfasser lassen riesiges Verständnis der .Myvfih, wie überhaupt historinehe Sehuhtnr/ itehr rermissen (luß. über Peltzer das scharfe Urteii iHukes in Alevmnnxa llHil. 129. l!Hi3j 27(lß.K Immer noch lesenswert ist das schöne Kapitel bei iSchnaase, GeschicJtit dir bildenden Ktnete Iw MittdaUer VI (im) JIT—OO, Im der umetnUensn Frage, die Getieefremd» (etMeih 8mse!) auf die Xeher Malertehide (WUhdm «o» Herls, Hermann Wynrük «. a.1 Ml der Wende des 14. Jh. einen Einfluss ausgeht, dürften die Bemerkangen von Kraus II, ],:i60f. wohl das richtige treffen ( hei Ht'nt^'' 36 ff. ist die f>ache f(ehr übertrieben}. TTiV alle rjro.ffim Krseheinuffffn auf dem (relnett dis rtUrfinsen Lthinf< hat siehtr auch die miitchilterlirhe Mi/.siik, icdche gerade die edelsten in ihren Hann eng und ihrt FmpMidungswelt be- sHmmte, der bildenden Kumet Anregungen gegeben, die eMerdings oft ««Ar nad^ Muemgfinden alt ttatieHedk anfeasähUn sind, ^Vtr MaUhtas QrOnemedd^ hat den JEinftuss der m^ftüseihsn Idem jSietgst in mustwheifUr Wsise Fr. Schneider in Beü. Sur AUgem. Zeitimg ISOi Nr. 334 und 235 nachgewiesen (die knieende IHiTdrhenfj^yttalt atif dem I.senhfimi^ Alfntfr''rl- » v/ »ieht Maria in Juxfaposdtion, wie auch l'tiiser (14,174 noch annimmt, xonätrn Fcrsonyfikation der „minnetuien iSeele^ als Braut Christi).

•) 6ic/ie die eingehendm, aber nicht immer übergeugenden Ausführungen kei Feit »er 92 ff., Hintse 16 ff. 28 f. Vgl. auch Kraus II, 4S$: „Wae hnm man alles fSr die Ansehammiß der SeU wsd der XOneUer aas Seinridi Saea lernen?'

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I

I I

6S* ' Eiolsitniig. I. Die Oberiiefemnir.

unter ihnen. Seuse war eine künstUrisch empfindende Ntftur. Sein reichbegabter, für alles Schone so empfün^icher Geifit begnügt »ich nicht mit nebelhaJUn Phantasiegebilden , er stdlt sowohl das in der Verzückung Oeschaute wie (h'c innig meditierten Begebenheit«^ der Mmkg€9chichte, besonder» de» Leiden» Vhtisti, plaMisc/i greifbar wr uneere Augen; münMter ff^aubt man geradezu Beschreibungen van Gemälden zu Uten' Ebenso spricht eieh »eine malerieeke Begabung m der Freude an bildlichen Darstellungen aus. Seiner Andacht wUl er ^in büdreieher Wem*' (103^5) genugiun: »ektm ifi der Jugend Um er die ewige Weieheit in minnigWeher OeetaU^ Pergament malen und nimmi da» Bild mit auf die hohe Sehulef um ee iäglieh anzusehen (103,16 ffj, eeranlaset die Auestathtng »einer KapeUe wei Büdem und Sprüßhan der ÄUcäier (ß0,12,ff., 104,1 ff.) und anderen andäekUgeH Materien (Name Je^, Botenbaum de» geitÜehen Leidens und Baum der aoMiehen und gSttUcken Minne, vgl 396,21 f.), und »endet eine Kopie der erstgentmnten an Etebeth Siagel (107,1 f.). Er Jcennt genau die Eineelheiten der kftngäerie^n Technik und redet gerne davon (60,16. 64,11 f. 323,17 Hör. 60, 150), schildert die Hinmeiewonne mit dem Brunnen de» Leben»^ und den einzelnen (nOren der Heiligen (242,3 f., 243,24 ff.), den BngeUtanz (21,6 ff.), die Madonna mit dem Kinde (267 M ff , 'gl- 15,10 ff.; Hör. 142) in so lebhaften Farben und ntit soviel Anmut und Holdseligkeit, dass man meinen kniuite, tr habe Bilder da- alten Kölner oder ßümiselum Malerschule oder der Sienesen und Florentiner des 14. und 15. Jh., nameatheh seines Ordrti.^genosmn Fra Angelieo da Fiesole % uor Augen gehabt. Dax Liid<n Christi ste fit fr, Kapitf Ismal, Kreitzgamj und Chor der hirr/te hiualers zur etu dn((n ih-<(i niavhcud und

die ri/t:f liieit iStationm des Leidensweges in HetraclUung miterlebend, in ■<() d nimatischer Lebendigkeit sich nnd uns ror, da.'i.H man mit Fug bei ihm die Idee der Kreunwegef deren Darstellung doch erst

^y^trauth m Ally. dt.si U. Hu'i/r. 37,176.

'} Wohl ffnns ähnlich wie nul liüd 1 i.-i. ". S. 47*).

^} Vgl. dazd auch di< Visinn der lUJi von Lief-cnfuni zu J'öss, Viten il.lftf.

*) Der Vn-fjUich Aii(ieUc<>s wii Srn.^-fj h'f;jt na/u. vgl. Jfenijlt XJV,413. Uber den ..^myatuichcn Maler" par »xctümct hutuieU ausyeeeichtiet Schrörg *»» Ztäechri/t fetr ehHeO. Kunet 1896, 198 f, «. ö. Vgl de» üruü M^eehlert in StimMen mt» Mnria Laach 1897 1, 409: »Anffdieoe Wmriie eind di$ hOekek m^etleehe Peteie der Farbif §o wie tUe Sehr^en Sueoe und andertr die MyeHk dee Gemülee eindr

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BOder und Sprlldw dM JEumplin. SeuMi VeriaUknii sor Kmut.

im 15» JA. a«/%iNfeA<^ fmrgtbUdtl tAtn darf*). Endlich hat mmm J^tuUeriBchen Drange folgend nach dem Vw^lde früherer MffeUkir^ mm Schriften c^hd mit Bitdem aucffccMIHf die, warn de tmch in vielem mit dem Apparat heMmmUeher Anechauuntjen arbeiten und eich mihmier wohl auch direkt an Varhilder milehnen% doch «de Gmees für eritfineile Schöpfungen gelten dürfen.

hin persötäivJtes Verhältnis Seuses zvr Kumt ist somit im- be streitbar. Nicht ebenso leicht ist die Frage zu beantworten, ob er in iiycud einer Weise auf die Kunstübung seiner und der folgenden Zeit eingewirkt hat. Es ist herdis zu den Sprüchen 398 ^ 10 f. darauf hingewiesen worden, daee zahlreiche in der ehetnaligen Dominikaner^ kirche zu Konstanz, dem jetzigen Inselhotel, aufgefundene Fresken dee 14. Jh,, Martyrien darstellend und die Hand dnee tüchtigen Meieten ver>-"*- neuerdings in Beziehung zu Seute gebracht

worden sind. Vielleicht mit einigem Hecht; aber beweisen lässt sich hier freilich nichte, und Jedenfalle ist Seuse nicht eelbet dabei ale aueübender Künttler tätig sm denken, wie P eitzer*) aemekmenn^te, Ebeneowenig werden wir etwas darüber ausmachen kännen, ob sein Wart oder Beispiel für die Kunelpfiegs in den mgstisehen Domim- kanerinnenklöstsm Alemanniens, wie sie für VwterUnden^ Klingental,

*) Peltser M/1, im iinsdiun woki su «mA gtkmuL DU erste Mt' wäkmmg des Xretunttge sMnt bei dm DeminUuater Metnte von Cord&va

(f 1420 oder 1430?) zu sein (vgl Katholik Jy>^ /, 326; Thurston, The

^{■atioHM of the Cro<)y. Ijunlon l'JOO). Sehr irahritclnsinUch sind die Krtustrfge aus einer V (^hindung von hiblischen Pitssiomifzenen VoruHtrfen der mysti- schen Kontempiation entstandm {Kraus II, 1,3(>8).

*) So figcn namentlich zwei Wicsbadmer und Heidelberger Hss. m. XII hezw. XIII) des Liber Scivias der AI. Hildegard zahlreiche Miniaiurm, meist Vieienen der Mjfitlkerim darettUend» An^ÜhiUehe Bteehreibmiig bei wen Oehelhäueer, Die ITMoterm der VmoereitäUbitUothek su Heidelberg I (tS87) 75 ff. . Pfiff tr Siß, (ebd, 41 f. tAer eine BOderhe, der Werke MOteabelhe von Schönau).

*) Bei mehreren Bildern ist olen schon darauf hingnnesen worden (Manlt U tchaft Mari^. der Tod und da.t taneende Pnn'\ Christus als gekreusigter Seraph

t$nä als Schnerzensmann, das Krmz aU Kost itimum i.

*) Über wettert 6'purcn ron Wandgemälden in der Kirvhe (Kreutiijunijs- gruppe an dt-r nördlichen Leilncrui^che, teilweise er/ialUtnj und *m Kremyang

itgL M, Wingenroth in Ze^eehriß für QeeddeHe dee ObenMu N. F. 30 (1905) 489S,

^ JUq,0, 101,

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60*

AtMkemm w$d namenUick Töu b$0euft ist% non Bedeutimg war. Da^m wird man dm AnM SeuBu am der Anngtmg und fiw^kmß, welche die miHehUeHieke Kwtti durch die ^ttMitchem VorsMlunffe» der Jtfyetäi^ ^fin^» mmUch hoch etmchO^ dürfen, denrn geraderer hat eie im eo umgemeim earkr umd poeeieoetter Art oH^febUdei umd angewendet: ea die Voreteümg vom der ewigem Weie^ heit, die Md auf Ckrietm» haHd auf Gott Vater, in gewissem 8wme aueh auf Maria*) besagen wird, eon der mimnendem Seele als Braut (^riiU, die Symbolik der Farben (besondere rot, grün, weiss, gelb, vgl. ß4,7. 199,2. 244,2 uew,), Blumen (Bosen*), Lilien, Veilchen, cyL :J3.Wf., 59,8 ff,, 64,7 f., 25 ff, 102,19 ff., 224,21 ff.) und Edel- steine (242,8 f. 252,25. 271,20); audk die Übertragung hoßsdker Anschauungen in das Beligiöse, 2. B. bei Schilderung des Hinunds (242,8 ff. 432,26 f. 457,1 f.), und die sinnige Naturbeirachtung des Mystikers ist in diesem Zusammenhang zu enrähnen. Ganz besondef'.'* aber dürfte das biblisch benrümlt ti liild t an da' geisüichen liiiter- schdft. das hei Sense LiiblinysmoUv (tyi. 55, 19 ff., 149,4 (f., 2<K>,/ ff.. 252,14 ff., 370,22 [)'., Ihr. 29, 81, 122), durch ihn senw V olL-tumlk h- keii trie seine Kitiführung in die Kunst (jt fanden haben. Anfdiu/s trurde t s in Literatur und Kunst uir hei Seuse noch mehv im Sinuc einer sf^ezielhn Ihriifinaj tnifi/cjassf , .spatn' aber nuj Jrdes Christenlehi II ühci t nnjcn. ^ \ on der d< ufschcn Mt^attk Uis^t sich t im direkte V erbindimyslniic ziehen bis auf Dürer (cgi. dessen Ki(jifvr- stich von 1513: Hilter, Tod und Teufel) und Krasmus (vgl* sein

') Vgl. Prileer 70 ff., der (U>er auch hier wie öfters zu weit gehl. Über Töss siehe beeondsn die MmographSe ven J. B, ^ahn, BsMtsn ümA Wamd- gmme Töa» MUteihmgen der onKfiMr. OeeeUeeJü^ß in ZOrieh XXVI,

H. 9) 1906, Der Kreuzgang war mit biblüichen Fresken aus dem End» dee 15. und Ai^ang des ifh Jh., zum Teil aber auch aus früherer Zeit, auegeetattet. Völlig a»» der Luft gegriffen iet w, trenn F. J. Mone im Diös.-Archir ron Srfttf^ahm XVJ f l^fis) J'fs m^inf, ärnn einige plmtiffvhe Figuren nd>m dem Hüdporial dee Übcrlmyer Munster« (Johannen der Täufer und Sebastian [nicht Judae/]) nadi den Angeben Seueee gemadkt werden eein,

^ Vgl. Felteer IdSff, I^tßieh iet nida tu vergeeeen, daee wum^ dereelben ihren eigenükhen Nährboden in der kirchlichen Liturgie haben. Dodk iet die Poe/tie der Farben' und Blumemprache durch die Schriften der d>nlHrhen Mystiker, befftudera S nse-^. nufs hnclofenusgehddft worden (vgl. Kraue 11, 1,444).

') Vid. oltrn >. .'W .inm. L'. />/.'vf.v l ni i iinndersjtirlen f.tt der nllegwrieehen Auslegung des W eisheitsbuche-t und der Ltlurgie der Ktrelm gduujig.

*y Peltier SI02 wogt die Vemmtwng, dette Seuee eneret dae XMk» der Seee alt BamkÜd dee Leidene und dee Soeenbanme oZr Symbei dee Kreime m die detOeehe Kunei etng«iflAei habe.

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Bilder uid SprOehe de» Eieinplin. Seoeee VerMItaüi sur Kumt 61*

fEmhiridion milf'tfs rhristiani* 1502, deuiseh und UUn-trivrt von Un Graf 1520 und fügen wir hinzu ackon zu der Darstellung der ^Htreiter ChHeti" auf dem Kölner Dombild und Genter Altar. VtelMcht ist Seuse überhaupt der ersfej der das MoUv künetlerüch perweriei hat (in sunem 9, Bild).

Anng¥ng kai 8ium lüuitriermtjf d$8 Exm^^kttn mi^ d$r d$uUAm Bolgsehneidthunsi des 15, und 16, Jh, gegehen, wie schon bei Besprechung der aUen Driieke ausgeführt wwrde, Äuseer diesen Bildern finden sieh mehrfach gu Devotionesweehen hergestelUe EnMaUdruehe, wäehe sich an Seusee Werk anMnen*), 8o stOli ein hemaUer Holgschmtt, um 1^0 m Augsburg oder Niemberg eni- standen, das Christkind dar, in einem Korbe Rosen tragend und mii SfntMandf auf dem pAfiencift nteht; unterhalb eine fünf zeilige TInierstkriftf die mit geringer Änderung den Sprächen heim 12. Bild Seuses^ von dem die Komposition ja !<ic/>tfich beeinßmsi ist, entspricht (Ich wil rösen brechen . . . Wer sunder lieb . . . Liden sol er haben vil . . . vgl. 3'Jd,4—9) ; ein Exemplar davon im K;/L Kttpferstich- kabinet zu Berlin. Leicht variierte Kopien diesen Holzschnittes mit fienMelben Versen befinden mch zu München und Numherrf fOn'- m<mi.'<ches MnseinnJ; cun letzterer ist mn li der Uolzstoi k, Jrnln i linn Klcrissenklofder Snfltuf/e/i hei Ilm ii(liöri<j, vorhttnden^). Noch nüher berührt aich mit dem 12, liilil um 14/(f/80 in Schwaben, imhr- scheinlirh in Ulm bezto, Snjiinfjen, enhiartdemr hemnlter Holzsehnitt, in zwei Exemplaren zu StHtti/nrt (Landeshibliothek) und Nürtthertj (Gcrmaniselus Museum *J erhalten: Sikst kn/ecnd mit dem Kranz von Hosen und dem Monogramm lUS, rechts oben Maria (bezw. die ,eimge Weisheit') mit Krone, Szepter und Reichsapfel, unten der Jiund mit dem Fusstuch, linke das Jesuskind am^f e%nem Boeenbaum,

') P. Weber, Beitrage zu Dürers Weltanschauung rStudkn sur deut- lichen KungUjrnchiehte H. 23} 1900.30. Ehd. 18 ff. eimielunUt fiternriftche und kunsthisiorische Naelmeievmgm, Eine iHterte«anie ätelte aut TatUer bei JPeliMer 186 f.

*) Genaue Beschreib ung dar /oigeadtH fünf Hoigschnitte bei W. L.iSchrei- her, Manuel de Vamateur de la gravure »ur boi» «i sur wUtal au XV* eikie I (1891) 334 f. Nr, aSl-^M; II (1892) 176 f. Nr, 1698, 1699.

*) Fpl Kak^ der (htm, Mneeem eu Nürnberg verhemieitm Böle* etödte I (1899) 16; JbbOdmig 18 md bet (Esesnwin), die SelesehniUe des 14, mid 16,Jh.im Oerm, Musmm 1874, T^fd 86^

*) Dieses Exemplar wie der ebm engöhUe HsieeUek Wir fiiUter im Be^ sMee «Oft Frefeeeor Massler m Olm.

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E&üdtnBg. I. . Die Oberiiefenmii:.

Uof^en au f Seusc u erfend, unten das Wappen von Ulm, AU UnUr- mkf^i trägt dm ÜetHtttimulniU die Verse:

Der selig hainrieb fäs ze costento geborn am bodmeraee

Kam die ewig wyssbait a&m gmahel gaiatliober ee

Sein gespoDB tet im den namen yerwannden

Amandaa hieaz ay in nennen in allen laonden

Sein leben wz er in im dienat rertiefen

Dea tMt aicb vlm die aein grab vnd bailtom halt in eren. AhhUäung nach dem Nürnberger Exemplar hei Eseenwem (s, S. 62^ Anm. 3) Tafd 92 und darnach m verkleinertem Masssiah bei Demfle (TiMhild), Derselbe HohsehniU, aber mit lateinieeken Versen (Qie eat beinricus constancia quem generanit Snsz etc.), ist in Berlin

U eiUret: .soll .^j^tater, wo von der lkoiiogr(q)liie Seuses gehandelt loird, Erwähnung finden,

') ygl' Schreiber a. a. O. II, 176. Nach Kärcher (Freih. Itioz.- Arehiv 18(i8, 215) , der »ich avf eine brirflieke Mitteilung SigltarU beruft, b^and «icft im DaminikaaterinnenkMer AtUnhokenau d&riher wttmmi auA die H». BS «. eben 8*7* ein fünf Fun hehee Bild Seneest wie er in einer Vieion den Bund mit dem Fueeluehe eHdieiL Bei Murer, HeivHia «meto 314 ein Höh schnitt mit ähtilichem Bild wie das eben enletzt gencmiue, do^ wM emderen S^prOehm mtd m Hintergrund da» KmuUmeer J^redtgerkheter,

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Zweiter Teil.

Seuses Leben und Werke

A. Jugend- und Lemjahre zu Konstanz und Köln

(ca 1295— 1327).

L Ctobnrtiilihr und •OH, Abstämmling.

Nur weniges int uns über den äusseren hehensgang Seuses, insbesondere i^r seine Gelturis- und AbstammungsverhäUnisse über-

*) Versei^nit der LiUraim' (Dekdkmterme^uvtffm veräm tutr^endm Ort» angegtbrn): L Biographien bm». Monographien: F, Brieka, Eewi Mir In vie, he ierits «t ia doeirine de Henri Sueo, ThU«, StraeüHmrg 18S4, 48 p. (imMmiend): W. Volk mannt Dnr MgeUker H,Sueo, Programm DuiS'

bürg J 869 j 63 S.: F. Vetter, Ein Blyetikerjjoar (s. Anm, eu 96^ 7; heachtene* irtrie Anmerkungml : Sethe rg ^ Ein Kampf um jenseitig Leben, Lthemt- btUi eine« mitte laUrrlichm Frommm {Svu»f) in prote-'ftantiseher Tirhnclitnng, Üorpat 18S9, 146 .V. (im literarhistorischen Teil gut, in der BewtcHung vor- eingenommen), gekürst unter dem Titel: „U. ^ttur, Der Gottes/r mnd' auf- genoetmen in S. Steher g , AnsHdigion tmd Gteekiehle, OseemumUe AitfeiUte nnd Vorlräge, I (1906} 188—046: Th, Jäger, Eihtrieh Stuee ant Sekwabon, Bned 1893, 190 S* (populdr-erbnuM). ^ Grüeeere Ahhnndlnngen in Samwiehoerken, Aufsätze und enzj/klopädieehe Artikol; Ada 8aneterum 26. Jan, II (Anttcerjten 1643) 662 89 (gang nach Surius, daher ohne selb' ttändig^^rr Wfrt): U. Murer^ Ffehetia sanctn, Lucent 1046, 315—46 f ebenfalls nach iSuf lus, doch mit »igmrn, nicht immef zurerlilnsigtn Zuiatini; i-'r. S fei Ii, Ephenuride,s Dnminicano-mcrae I (Dilingen 1691) 14ä—64 (mit Vortticht zu beatäMon.'); Quetif ti Echard, Scriptoren (Jrdinis Fraedicatorum J (Farm 1719) 0ÖS—B9, II (ebd. 1791) 821 (wertvoll, meitt kr^h und guOUnmäeeig); A, Tonren, Hietoiro des hemmt» ^ut^tee Vordre de & Dominike II (Farie 1745) 486-^ (erbaulieh); A, Wepermann, Nat^riehien eon Ge- lehrten u»tc. au» Ulm, Ulm 1798, 499—608; JT. Schmidt, Da- ^rmtiker 11. Su»o, TheoL Studien und Kritiken 1643, 836—92; ders. in Mimoires de l'Aeadimie rogaU des edenee» moralw polüiguee de l'Inetüut de France,

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Eiidfdtanfl;. U. SeuiM Leb«» tmd Werke.

liefert, und nun dem wenigen können wir nur mit Mühe d<ts zu^ verlässiye herauslenen, Ei» ^iirfaekes Mönchlebm ifUsU eben die Federn der Oesehiehtsschreiber weit weniger in Bewiyiing als die Taten derer, die auf der Höhe der Menschheit wandeln. Kein seiner Zeit angek&riger oder ihr naheeUkemdmr Chronist^) nennt eetnen ^otnen^

ft. IX eevanie Mremgtre tSäß, 896-^486 (mU 4m» ilfuteeAdN AnfteAe betneike idmtUeeh),' 8t» Stirmann, Über den Mystiker U. 8uso, v. d Bßfme Ö«r- MOfNa II, 172— : Fr. Böhringer, Die deui»chen Mystiker de* 14. und 15. Jh. (Die Kirchr Christi und Uwe Zeugen II, Zarich 1866 (2. Auß. Stuitaurt 1877) 297-^441 tsehr hruuchhare, wanne DursteUnng) ; K, Greith in Kaih. ScfmeißerblätUr II (lößO) tiöff., 137 ß., 399g.; dere.^ Die deuiech* MyeUk Fredigerorden mt, 71 ff., 219 ff. 303 ff,; J. Back, Meieler Aon» mU, JM—fO/ Böhmer ht Oieeebreekte Ihmürie 1695, »1^337,- 1$, Käreher, K Ai*e» AbhamdLtmg fld«r Ort md ZeU eekier O^ntH, Freih. DiöM.-Arch. 111(1868) 187—220: W.Preger, Vorarbeiten tu einer Geschichte der deutschen ^ft/fttik, /^itschr. f. historische 'Ihef>Io(/ie ISiiO, 119 37 (kritische Untermchioti/ d<r Lthensdatmj : drrs., Gmch. der deutschen MystVc II (1881) ii09 416 {viel imrtvolUs Material neben manchem Anfichtbaren, vgl. die Krittken eOf» Btrnneh, Afda IX (188$) 18$-^ und Deni/le, Demteche iAt^Zlf, 18ft9, MOlffJi Fr, Bevan, Tkree frienäe ef Gei (Taukr, Nikolmu eem Baek, AtMt^i Leetdm 301—68 (wiseeneek^llieh werUoe und tendeneüSe)/ Sch. (Schurerf), B. Suso, m Originalbild dieses grossen schwäbischen Mystikern, Diöz -Arrh vnn Schwahrn III ilSSü) ft, 49 u. ö. (erbaulich, knti.'^ch wertlos).- A. Baumgartner im Kirchen ka-ikon V- tlS^i 1721 L'y ; Ph. Strauch in Ailg. deutsche Biographie 37 (1694J 169-79 (ireffiiche Zusammenfassung); E. Sueo tke Mfstic, im The ChnnA Qmm^ JMw 81 (1906) 184-81 (mir wutuff8n^id0; Göhr Bin BMdene^ldop, /. pret, Theel XIX* (tm) m—fS (manffeiheft). Zn wrfßeiehen etnd oiiek 4te EMet^mgßm in den Anegeiben ton Denifle und Thiriot (s. u.) und die (aber nicht veihtändige und wu- rerf'lssige) Aufführung der Literatur bei U. Ch e ralier , Tt^pfrlofre di's sottrre.v hist. du moyen-dge, I Bio-Bibliogr., 2. id. Iuris 1906, 2101 f. Auf einem Irrtum beruht es, wenn Kob er siein , Deutsche Nationallitsratur V*, 44 1 Anm. 35 und Strauch o, a. 0. 179 eine populäre Darstellung des Lebens Seuees ven Den^ in ^AUe und Nene WeUf^ Eineiedeln 1883/4» Heft 10 «. 11 emgebm; et hemdeti eieh um eine iwrge Siogn^phie H^nrtdk Senee Denifiee*

') Der Dondmknner Joh, Meper mt» Zürt^ (1489'^)^ eifriger SemmUr

und ßcissiijir Chronist seines Ordens Über ihn Jstit zusammenfassend P. Alhert in Zeitschr.f. Gesch. des Ohn rJuin.i 1898, 256- 63; 1906, 504—10; vgl Bieder in Freih. Diöz.-Arch. 1!>06, ■.'91 f. treisH an vfrschiedmen Stdh» >ro er von Seuse spricht, so im ,Ühronicon de l'ratdicuioribus'' iMaHt, (^utlitn.sammlung I, 221), im yLiber de ülustribus viris ordinis fr. Praedicat. (ebd. II, 167), im fLdnn der 32 ertten Meiater de» Fredigereerden^ (Jdelhemeer Sa»meibmiä im Fretburger Stttdiarehio BL 803, neteh gültiger Mitteilung ven Herrn Arekteren Dr, P. Albert), und in der Vorrede der Tösser Viten (ed. Vetter 4 ff.), so gt^ ude niehta nt berichten, wa» er nicM am Seuee» Schr0»n g»»ehöpfi hdben konnte.

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öebnit^ahr and -Or(| Abttomman^.

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unti die Urkunden und BücherachäUe der Klöster % in denen er <jeirirkf, s/'nd durch die Ungunst der Zeit fönt (/an/8 verloren ycgancfen. ÜQ sind uir zur Mruierung der Lebensiiaten Seuses in der Haupt- mchf fiuf »eine eigenen Schriften angewiesen, die aber teeit mehr doit innere Seelenleben ale die äuseeren Umsfande herUdctfichtigenf und zudem bei dem Mangel einer streng chronologischen Ordnung nur venige sichere Anhaltspunkte bieten. Da und dort, namentlich in der Vorrede zur Druckauttgabe von 1512 und bei den nur mit Vor» .tieht zu benätzenden Hogioyraphen Murer und Steil l, ßnden sich einzelne ergänzende Notizen.

Seuse erzählt selbst (Vita 44^4 f.), drts.^ er am St. Benediktus- twj (21. März) in .diese elende \i dt' gehören worden sei; das Jahr ii fuhren nur »licht. Ih'i Ansichten der Saueren, um von alteren^ unhtltbareH Mf/fiitfigf n -) f^hzcst ht n, schiia ithen zwischen 1295 '} mid l^ioO*), lnidi Zahlt H rund (jenommen. Der ersterc Ansatz hat nuhr U'fihrscheinlichl.eit für sich, das ergibt sich aus livcksiddüssen aus anderen datierbaren Ereignissen in Seuses Leben '). Wenn er, nie .<fdfer gezeigt uenlea stdlj utn 1324 nach Köln übersiedelte und um dieselbi Zeit durch Eckhart von seinen quälenden Zau ifcln, die nach seiner Bekehrung (im Id. Jahre, vgl, 8,4 f,) gegen Kf Jahre gedauert hatten (63,2), befmt wurde, so werden mr ungefähr 1295 als (re- burUgahr anzunehmen haben] doch sind 1 2 Jahre Spielraum zu

*) Das Arehh des Kmtstanser Predigerklotitre ist 4n den Keformations- unruhen (ea, 1627) vetioren gegangen (vgl Mone, QaeUeuMmmlung IV, 39),' ton der Bibitothek findsn sieh Spuren noch in d:n ztratuign- Jahren des 19. Jh» irgl. E. von Zep/ie^ ! n in Schriften dt.s Virciun f. (i*ftth. den liodensees VI, ii4). In Lim ist nur das h'^fanfhurf, des I'rediip rf, !nsters (rhuUi ii {im Sladiart hir), «lat nhfr Seui^x Xani ii zu >"ini-u Lehzeilm nicht m'nut in/l. Kornheck in MttuUutigtn des ycreim j. Kunift u. Altertum in Ulm und (ßherschwahm lö91, Ueft 2, 11).

*) Literarhistonker wie Alt am ura, Bellarmin, Dup in, Cavetf. o. setzen Seuses 2'od teüs um 1306 an und lassen ihn schon 1323 mit Themas wm Aqnm sur Kanonisalion vorgeschlagen werden, teüs r&eken sie ihn Ober t369 hiiuiKs: Nach einer handeehrifUitJun NoHe von lölö in einer Ausgabe, die DispeMbrodt (vgl* sein 8mo Jb A 1) Jteaass, loüre er schon lSti() geboren.

So Wet/crinann, Volk mann, Prearr, Denifle tSeuse XIII: ,jswi»chen l:»U5 und 1H(,0": JJas (j*ifitl. Leben XXI: ..um l^'Dö"). Sethtrg.

I, Mt(,-( r\ Stcill, (ffuetif und Kchard, Sc hmidi , liohringrr, Greith, K n rch*r, Vetter, S f r a m r h.

^) Die Virsuche V r e g e r s , Vorarbeit» n l'J4j^., aus der Ab/oMSuayszeit tinsüner Sehriften auf das Geburtsjahr Seuses su schtiessen^ sind hinfällig, da sieh jene Datierungen als unrichtig tnoeisen,

II. Sf«ie, Il«nttcta« Solirillra. 6*

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EinleiUing. U, Seoses Leben und Werke.

lausen (wohl 1293 95). Damit stimmt dann auch, trenn Murer ') ihn 1365 (richUyer ISti(i) im Alter von 70 Jahren, Joh. Meyer^ ,(fnr alt an den Jahren^ sterben läantf und eine Notiz aus dem 75. Jh. in Olm 15312 BL8i^ besagt: decrepiti» obiit aniio domiDi 1366.

Die Frage nach Senues Geburtsort*) hängt enge mit der nach seiner Ahstammmg zusammen. In der Vorrede der Drueh' ausgäbe van 1512 f, i* ist berichtet, er habe eigentlich Heinrich von Bery yeheissen, sein Vater sei ein adeliger Herr von Berg im Hegau gewesen, seine Mutter, deren Namen er selbst am Verehrung für sie annahm^ hiess Seüsserin. Murer*) und Steill^ wissen sm erzählen: um das Jahr 1295 vermählte sich ein Herr von Bery aiUr Beryer ans Konstanz mit einem Fn'iuUin von Haussen n/i^ I herlinyen, beide aus altem und vornehimni Geschleehi; um 1H(H/ uurde ihr berühmt er S^dm yeboren , der in der Taufe den Namen Heinrich erhielt. Uarilher hinaus erfahren wir bei späteren tSchriftsteliern'^) nichts weiteres von Behtny.

Obwohl die angeführten Xa eh richten ziemlich spät mid, so darf doch u ohl die übereimtimmend*- Angabe, dass Seuse aus einem adeliyen Geschlecht von Bery stimme und dass seine Mutter eine gebürtige Stts oder Süs (so die ältere alemanniiche Samensform) war, für glaub- vOrdig gelten. Zweifelhaft aber bleibt, ob der Wohnsitz der Eltern und Geburtsort des Sohnes Konstanz oder Überlingen ist. Von den zahlreichen addigen Geschlechtem von Berg, die im 13, und 14, Jh, in Schwaben und in der Schweiz ansässig waren\ ist am ehesten

0 BüveUa s. 346. Di* Zaht 70 ist Jedoek mit Rüekgieht attf Ps, 89, W nicht Sit preasm. J^*« lajisus memoHae ist fs, wenn Murfr :>ir> s.a^^,- do>h um J'^fX) geboren sein Iffant. Frey er, Vorarbrifen JJdS mei$U, er habe die Zahl J:J96 als Geburtsjahr in einer ahm Quflh ycfnndm.

') Kurze Chrouih des I'n di;ft i orciens, Tiihinptr l'nirersit&tshibliiAhtk^ llü. Md 4ÖH des lö. Jh. laus Inztgkofeni .v. oben A'. lU^ A. Ji.

*) Ich habe über Seuses Abstammung und Geburtsort ausführ^h mek-pfd. matter m (1902 II) iß—öS, 106—17 gehandat; hier eine hurst Zusammmfaitsvia^ mit einigen Naektrügen, Hihrtia s. 316.

') Ephemerides I, 14H. Steill fügt am Schlüsse hinzu: Haec ex M.'^. Antiq. Adclhus., was sich tcaJirfcheinlich auf eitu (jetst verlorene if^ Schrift dee ./oh. Mei/*r. der tn Adelhnw^m lebte he::ieht.

") Sn het tS u r tu in dtr Vnifede a»tm'r laltini.sc/ien f ficrseteuti;/ s :

Ji i( (■ ci in US , Cothstnntiu Ji/ienaua 1007, 2bfJ : (^ue l if tt K chard /, Oito ium*-.

So m Württemberg tu Berg OA. Ehingen, Ravensburg, Tettnang, in d*r Sehveie «« Berg am IrehH, bei Athen und hei Weinfüäen. Im Hfga« ^ COM den Grafm von Ueäigenherg, die Sevin, Xaieer Retbarte Frenhof

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Oebortiijahr «od -Orl, Abatammifiig'. 67*

an dos l\ o H s tanzer P nt rizi e t'y e-ic /i /c <■ /i ( roti /irty zu dinhn, Diesi ll< rrtu mn Berg ttussen, wie ex seht tut, urspyiuuidvh ah Muii- sti rKihii (l's liturhnfft m>/i Kttiistunz zn lh r<) hei W cin/tiden im Kdtitnii rillt r<i'iii . wnli (hr Milte des 13. Jh. alier zog Ulrich von Berg wie manche andere Jjandedeileute in die Stadt, Angehörige des Geschlechtes spielen in der groaeen Ztmf'tbeteeffung dee 14, Jh,

fiberlingen 1900^ 71 ohne Gnttid mit Sewe in Beziehung bringt, wird oftfW' 0then sein und in Überlingen Ifl^st «icfi ein luMiffca Gtsrhlechf von Berg nicht nachwei^rn. Nach ewti Brrichtm aus dtm iJominihancrordenmrchiv in Rom, Welche def Jiegenxfmrger Frtdiyn-koHVttU im lö. Jh. (den einen 1764j dm emhm wenig früher) an dm (hrdettagmurnl heew. an iae GenmMapUd memdte (MtßßutOieki in AmiUetm Ordkde Praeiteatentm VIII [1900] 091, 096: .Ausjeug in ZcHsekr,/, halh. TImL 1903, 006ff.J, mtrde Seitee von einem Oritfem* ^«schlecht von Berg und Sauscnhetg abstammen. Es wird n/lmlich darin getagt, da/f^ der Vater Seuses (Henriciis cmnc^ de Montf et Saueenberj^, quibosdain Siisn diriua) im Jahre 1df,0 am Tage dfs Apmtels J'/mwiift (2t. Des.) gestorhcn und im Krmsgang drs Hegensburger Klosters begraben, dte Überreste aber JOyo in ^ eegen, MbtfinekapHle HbtrUrttge» und in elneet (Trnte edt dem b$knmUen Demin&umet Jeh. Herek (f 1466) heeUMH Verden eetn. An wkiet beiJkeMtartm Säule habe man eine Inschrift (nicht mehr erheben) mU einer NeOa Ober die beiden Toten angebracht. Ich glaube nicht, dass mit diesem sehr spfiten Zeugnis irgend etwas amufnngin i/it. Ks ^f'ht mit dem Prolog der Äuiftjnhr mn /.ö?i' ttnd anderen Bn-ichtm durchauH tm Widrrsjirueh. Schon das Datum UiOO »rwecki Missiraum, denn damals war i^euse, dem der Vater nach seinem Tode rreehimen sein eeU (VUa HB, iUfO, eret ein paar Jahre alt. Seine FtmUie ffehSrts asteh eehwevUeh dem Beehndd on. Et» gab fmm ffar lein Oretfsn- gfeedUsekt ,ven Berg und SnueeiUferg^ : die Burg Samenberg (2*/t Std. eOdwesäich von MiiUheim im Breisgau) war im Besitei da M/irkgrafen von Baden- Hach- h^rg und er.<:( 1306 nannte sieh l in Zv eirj des Gest /(U chtes fnfulge Ttiluii;/ des Besitzt .\ H'irhhirg'Sati^enhr/;/ min- Hathl'trii-Jiottehi is. di*- Itegisten der Mark' grajen von Baden und Machberg, I bearbeitet von B. T ester IIMJO, h 60 ff. Kindter Knobteeht Obetbadie^ GeeMet^Oerbneh I (ISOej 5o4Jf.j. JSe eeheim gane, ale eb Seite Na^rieht dnreh ein»n ßndigen Qdehrim ane dem Ifamen Semeenberg (Snesnberg = Berg des Suso, vgl. A. So ein, Mhd. Namsnr- buch 1903, 196: Krieger, Tepogrnph. Wtbch, von Bnden H*t 799} heraus Jriimhiiiierf irordeii irdre. .^^at1 mag auch di> \\i*mH*Kng wagen, dtt.9s Murkgraf Heinrich 11 lon Hut-Ithtrg, der um 1Q9S in diu I /eutschorden trat und 1300, uHbtUannt wo, tturb (tgl. Fester u.a. 0. h 11, i^4f tm Begensburger Jjomintkamr- Uostfr besiaUet wurde und dass sein Grab später Aidaee en jener Legende gab. Hier eei angefügt, daee das neue MatsHeit, das Dsnifle nach einer MHteßimg S traue he in ßenteehe Lit-Zlg, li/6i, Si: Afda IX, 143; AUg. dieeK Biogr. 37\ 179 emfgefundai hahtn solftt, sich, uri« er mir srlbst 1901 sagte, auf die obengenannten, in ihrer Bedeutung a$^ang» #Mr überechdtsten Berichte beechrünkt.

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G8*

£iDleitang. ii. Seuse» Leben und Werke.

eu Kanstam ttisdeiiM eim Soü^^). Konraä dictu* Tuchsdurw de Berge, 1286 bezeugt*), war vieUeickt Hernes Vater , fiumeht Patrixier verschmähten ett nicht, ein vornehmeres Hrmdwerkf wie da»

der Tuchmacher, hezw. Tuchhandel zu betreiben. In Virich von lierg, Chorherr bei St. Johann in Komtanz, der 1298, ISiH und 13ü7 urhiindet ), diirfm tmr wohl einen Oheim des Mgatikers sehen *).

Darnit ist moi dur/i mit zit mlicher W ahrtschtinlichkeit gegeben, dass Seuse selbst m Komlanz geboren ist. Das älteste Zeugnis, dfts wir besitzen, die Unterschrift des oben S. beschriebenen Ulmer Holzschnfffs von ca. 1470 besagt deutlich: liaimich füs ze costentz gebort) am Ittidmersee. Im Ernste kann wohl imr Üherrnigen Komtanz div Eln-i\ f i rburts'orf Sennes zu sein, ^fr^ft';/ machen, intd in der Tat htihei^ nicht wniigr, nachdem früher hoHsinnz in der Vorderhand geivesen imr, dm ciH'jrhcndrn Darlegungen h ä rchers ') folgend, uyenn auch iti/irfi.sc mit Reserve , sich für erstere Stadt cutschieden Doch sind die lieueise schwerlich stichhaltig. Kdrcher legt mangels älterer Nachrichten das Hauptgewicht auf das negative, bereits als unhaltbar nai^gewieiiene Moment, dass sich in Ko7tsfan£ kein Geschlecht von Berg nachweisen loitse, ferner auf drei in V&et'^ Ihiffoi rrufbeu ahrte S( xsejwrtrdts, welche die Aufschrift fragen, da.-^s der Dargestellte eöendort (um 1300) geboren sei, und auf die Lokal^

') Seit 1276 öfters in Kotutamt utkundHeh bezeugt; vgl, di4 Zu»ammen- stelluny in Hi.st.-pol. Bl. a. a. O. 51J}'., 56 ff. und dagu lieg. ep. Cotul. II n. 5S14, 603:i ( 13f!'! tnid I3f!7 Knnrad ron Rrrrj) n. 6317 (Johann rm» B^^fj fd« MonfeJ, Klf'nk'', •>ii. nflichir kaistrUclur Aotart, n. 644(), 0441 Bruder Huhert von Bett/ (de Montej, ep. Hoseetuis, WeütbiacJiof Heinricfis III vm Xongtatw), Nicht JW«Ä«v wtrdin gehären : frater Jehatmss dt Berg eoHctreu» (181$) MMd P. Thormae de Bergen (1S61), btidt im Neereloßimn des Freiburgtr Dominikantrihster* verzeichnet (Frelb* Diäs.-Arek. X VI, 43).

>) Wnntemb. UB IX, 79; Fürgienb. ÜB V, 196: K. Beiert«, Die

Konntaneer Haislisten 1898, 63 f Dns Haus derer ron Berif laij (1360) in der Pauhigassr und /r^w .zur Taschen*, vgl. K. B ey er f e . frrmuh ifinitutnsvcvhält- »?fw tiuü' ("lierl . K'ueiianz II {lHu^j 87öf.; Marmor, (J cschichtl. l'upo» graphte von Konstanz ItiOO, iW.

■) Cod. diphm. 8eUm. II, 598; III, 139; Btg. Const, II 3309,3313. IHäM^Ar^v 1903, 137 f. In der Urkunde ven 1301 wmtlm Min wr> eterbnur Vater Margnard, eeine Mieter MeehtkStd wid «eh« SMiwetet Mar» gareta genannt.

*'' Dies ist auch die Ans-irJtf B r >/ e >' I c s . Freib. I)iö:.'Arrltii l'fO :. t."'. ■'} S. den oben S. <i3^ Attm. i ulit-rien Au/sats: vorher schon dhtilich -m Freiif. kath. KirchcMatt löOfJ. 36l\(.. 371f., .ist/.

*) So nameniUeh Denifle, Brcgcr, Strauch.

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G«biiitqfalir und -Ort, Abatuainiiiitr« 69*

iraditionf welche dae Haue Nr. 492 m der mt i889 so genannten Sueoganee ah etm Oe^rUham beetiehne, AUeiu J$ne Bilder gekörm dem t8*, frÜketteuB 17» JK an und haben somit ganz geringe Anüp- foritäi, die J^vditiim aber für dag angebUehe 8«§ohaue das eeir einigen Jahren Hiife der badieehen Regierung pieUUoeU reeUmriert wurde und immerhin eine ßehenswürdigkeii der Siadt bildet, ist mit Sicherheit knim über 100 Jahre emrück 9U eerf eigen, ja ihr Vor- handweeiit irird von S'evin*) ganz in Abrede gestellt

Ee bleibt aber, wenn auch Seme selbst allem nach zu Konstanz geboren isf, doch die Möglichkeit offen, dasn Seuses Mutter aus Ülnr- linfjen stammte, wie auch M urer und St etil berichttn. Dann würde sich am unyezwunyendsten rrk/ünn, n ie man dazu kam, Ül/erf/'tit/en <ils Heimat Seuses, dtr sich nicht m/rh <li ui Vater, sondern navh der Mutti r iunniir, zu bezeichnen. Zuar lasi^i sich der Familiennmne Suf, Süs^^) im qmtei'en MittekUter in den Gegenden am Bodemce und

Xa/iurfi Hiüt.-pol. Jil. a. a. <K 11 'ff. tm ältesten letit ri'Dliinji ,ifi

ßeirtfertf Haus kann nach dem Urteil i^achver»tändiger teinetn Kerne nach uoftl 9M daa 14. JK tuhicMeA«»; vgl. K H, Kraue, Kwutdenkmäler d** Gros»- hersoghme Baden I (im) 666 f. f H, Seein, ÜberUnger HOneerbneh 1690, 90,

>) Kaietr Btiiharte Vrenhftf 72.

*) 2H9 nUeren Bee^ mtehe dem tdemannieeken Sprachg^iet emgdkSrtn, mehttütm tturehweg Ste, Sttae, oder auch SaB(e)| Heinrieh von KörMagen : der Siuse t Strauch, M. Khner XX XI, SS) utid der HUs*.e (Ll.Stif.). Dem Sü$e enffiprirht in schy''iln'se}*-ha »irischer Munflart Seutie. dem Sus Sautt. Ersten- J'\n Iii >.*/ hcsnn<lf>s (iurcli du; Auffsburfftr Arcfiffahr rntt 14S'J r> rl>rntcf worden ttnd durch ißtniße leieder in Aufnahme ^«AowiHW« . .">««r> ist il<i\ tatininierte Jim* und kommt schon im 14. Jh. vor (su in dem Mpdter eu ertcahnenden HpUegh eee 19^), Der Pereenenname 8ue (eue) eeheint naeh Företemanu, Altdenteehee Namenbu^ /* (1900) 1979 eu dem oAtf. eAedn, «iSj^ott, mhd. eAeen, eiaeem, nhd. ganzen gu f/ehr>ren; du Suso ßndd »ich zuerst im 9. Jh. (Tradi' Hönes Corheimses ed. Wigand isiP,, 244). Khcngo pflegte aucli Seuae selbst s^in»^ Xamm ahmleiten: nach dem Proloy von 1612 die Änvkdott «rheiht yiaitbhajl überliefert munterte er bei seinen Predigten sttne Zuhörer und ntch eelbet auf den Worten: Merckt auff, waoii der geili» will seiUsen, oder: Na wolu lellfB, da aftit lefiaen/ wem» er das Veik e^t^en leeUte, epraeh er: Dft mfln Um mUm Mfiaeii, das ettcb die eren lellaen; oder, uenn er sieh nieht gciraute, etwas su sagen: Der seüsz getar da nit seüsei). VtMeieht iivgl «iu7» in Vita :i'i\21 : säseiit uf in die bohi eine derartige Anspielung ror. Ohne (irund hrinqen iSteill, Weyermann und Kärrher den Snmtn müdem mhd. i^tifge (duicisj BHsammat {vgl. auch du l'bcrsclmit dtr V Un 7,1 nach M : der wndcr sue«). Auf einer Verwechätung von 6 und ^ scheint <a zu bemhen, wenn in der He. 8(e. oben 8,3^) geje, und bei Zittard* Kurse Chroniea dee iiomini- hemererdene, IHUngen lo96, 47,63 (doch vergleiche am «VcAiiri«« Errata und

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Bioleitun^. II. Seosea Leben und Werke.

Oberrhein verschiedentlich nachwei»en% doch scheint auch in Vhev- lingen eine FamiUe dieses Namens extsUeii zu hohen, da sivh in einem Anniwrmrienvergeichnis des dortigen Pfarrarehivs 1523 ein Jahniag für Sasanoa Sflserin, ihre Verfahren und Naehkwmenr notiert findet*)* Knwn wird man, wie Sevin (s, oben S* 66* Anm, 7 ) wUl, die eine halbe Stunde metlitk von Überlingen yelegene Süssen- bezifi, SiessenmShle hier hereineiehen dürfen, da die Ableitung dieses Namens ganz unsicher ist^,

II. Jngendieity Eintritt ins Kloster^ Bekehrung.

J}if Eltern fies Junten Heinrich ') von liery iraren, wie er seihst erzählt ( 2:i,^J Jf ., 142,17 ß'. ), sehr unyleichen Charakters; schroffe Gegensätze standen einaud-er gegenüber, wie teir es im Mittelalter

Strauch, M. Ebner 964) Qtim (jeechriehmiett es ist aber auch tniiißnh, thuu eine Konfundier umi mit dem Wi^er Professor und Dr. theol. Johannes (Jeusit (Geiz), r 1440. rorUegi, der vcrschiedmf nxkefisrhc S' hrifteu rt rfa^.'ffe rdie Hss. iL'i und 7&Ö in Uitssen etUhaltm Collaliones saper Art Maria und Üermones von thtn).

') 6u m W'il hei öt. üalUn OaUer ÜB III, 3ü0j:ji, llö2t> deu 8n«fn Hiiili/.- IV, f)63}, in Strasshurg (vgl. Ahm. £U 74^) und Basti iSuser, l'Ji III, 142 f.; IV, 173^61); vgl. auch So ein a, O. 443, Über die in einem Briefe Heinrichs von Nördlingen (Straueh XXIX, 37 f,) vorkommende Suuin te M6cl»' Stetten -rjr/. die Anm, su 74^.

^ Genaueres Hut^polL Bl a. a. 0. 109 Anm* 2.

*

*) Von einem Pereonennam^ S&e, oder von ahd. eioeea, Weidepiatsf Vgl Buch ^ Oberdts^, Flurnamen IBM, 269 f ders. m Schriften d, Ver. f. Gesch. d. Bodenseee XI, 113; Krieger a.o, O. 1132.

*) Sehwerlich echt ist der Xame Johannee, der sich in manchen Hse.

des H»i\ {SO in Chn ISfKAs, lf)737: (\>d. Mcllic. JOd usw.) und vamrutluh in den IIss. drr nlffranziisty h> » Vhersctzunij dt'ser Schrift (\h4etif H I'lclmrd I, tiö3: Thff'tf. St (id. und Knt, JS43. si'>:ji, dagegen ni<r finnz reroff^lt in dfUtsthxti llsü. (>f. oben A'. .s*^ rffl. S. 6.9* Anm. .Hl tittdrt. Ihr Aamr

Amandus, ,LiehstrauV «»tief ,Herznitr<tut^ (vgl. 140,7), ist nicht, une vielfach gr^chiehi (Käreher SO$; Vetter 27; Strauch 199 usw.) als Khefemame aufeufassen die Dominikaner pflegten damals bei der Prof ms dm Namen nicht su ändern, ^ sondern gewisaermaasen als Seuses nam de guerrr als MgstihtT, dm » nach seiner ErsOhlung in dn Jugend von der ewigen Weisheit seihst trhidt i Hör, ^if,: in p\ vi>*ioiiis gratia qnodaiu novo et mjstico iinmiTie ;ih ips;i [Sapiontiu] vnrufii-. tr.t r Ainatidu«: vgl. thd. /T. 1'??-. frihf fioiiil nicht £u erkläre n. « lU r .\amr wcdrr in eimr dt utnchro H.s.. im, /, hei Heinrich v>m N^rdiingen odtr Joh. .Meyer odtr in Sensts Kpitaph vorkommt, »andern nur in suhlreichm llss. des Hör. (vgl. 6'trange ö: tjuelif ri Kthnrd /, 653, 666 f.: Olm 7619. 14604 usvf.i: diese schöpften ihn eben einfach ans

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Jogendzeitt Eintritt Ina Kloster, Bekehrang. 71«

nicht selten antreffen Der Vaier war durehaus weltlich geeinnt, die Mutter doffegen eine fettige* F^au, ^mit deren Herz und Leib Gott Wunder^ mtkte bei ihrem Leben*; m war ,v<dl Göltet und hätte gerne darnach ,häUg*, d. h, ihren Übungen der Frömmigkeit und Askese gelebt, allein des Mannes rauhe Gemütsart war denh abfjeMi'fff, und 80 fid ihr manches Leiden zu; sie war ^alle ihre Tage eine grosse Leiden'. Beide Eltern starben tcohl^ ehe der Sohn, neben dem nur noch coii einer Tuchkr '), die Klosterfrau tcary die Rede ist (70,17 Jf.}, das volle Mannesnlter erreicht hatte. Auf seinen Geist und Charakter hat die Mutter f/i" stjtix nden ßJinjinss au.syeiiht ; das ühermüi Ittlnt rt Jiiiiöse Gefühl, das die edle Frau einst ,minne8iech' *) wachte und (im Karfreitag vor 'l'dhtnh'me an den l^eiden des Ge- lireuziyien sterben Hess, das liehesuarme, weiche und sinnige Getnut mit dem Zug ins Elegische i»t qU ihr Erbteil auf ihn iibergegangen, W ohl glaublich ist es daher, wenn beric/ifet wird '), er habe sich später nach der Mutter Geschlecht genannt; schon 13S8 l/ezw, 1M7 nennt ihn Heinrich von N&rdlingen^ schlechtweg ,den Süssen*, und unter dem Stichwort ,der Säse* ging später die Vita (ogl, 7,1) bezir. das Exemplar in die Wüt,

Den von Jugend auf krSnMiehen (56,16 f., 280,1 /., Uor. 83, 156) Knaben, der wohl für einen weltlichen Beruf nicht recht taugen utochte ( Vfil. 146,17 ), bestimmten die Eltern fiir das f/ei><tffrhe Leben UHff lirac/iten ihn im Alter ron Li Jahren dtn iJouittuk ain rii in Konstanz als Novizen. Das idyllisch am Aitsßuss des Rheins aus

/. // c. 7 des Hör., wie auch z. B. Notizen am Schlueae des Buche» in Clm 7SJ9 und 15312 deutlich zeit/tn. Vnzutiefi'md ist rg, wenn der Prolog von 151J sagt, Stust hah* den Namm Amandus hd Lehciifen g>'hetm fjfhalten, dtr- gt'lbf stcf irst nnc/i sfinem Tode in seinen (ftf'cnfxirKiii/iti f/e/i(mlen icrdcn. Aher tr ttlaud Ja ui dou Io34 publizierlen hli>rtd*>!/u4m .' Kin Dominikaner Aiitandua tH 1296 (Baskr ÜB III, löli u. 1303 (aU Provinaial von Tcutoniu, V(jl. Präger, Vorarbeiten S9) beetugt.

^) Ein intet tsaantts Beüpid $rtilhtt Seu9e Hör, 116.

^ Das Wort wuiiUur (24,4) ist nicht buchatäblich zu fassen, sondtrn hstkhl eieh auf da» 142,26 ff, erßählU Vorkemmnie (vgi. atteh 97,4. lo3,4).

f) Murer 315 spricht von mshrenn Küidsmf schwerlich als znurlässiger BfTiehtersiiMer,

Oans tUuwlbe wird ftwt BeU von Sure in Tos* (VÜen ed* Vetter 43^2 ff.) und «o» EUsobeih von Essüngen gu Wüer erzählt,

Prolog des Druckes wm 1622,

*) Belege oben S. Anm. J.

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Einleitung. II. Seuses Leben und Werke.

dem Bodensee gelegene Insel Uo>>f er ^) (njl. fSß f.) u nr fnrtfiu dit längste Zeit sehiep Lehens seine Heimat, und die Hainhchvfftcn de» Hör. ^) bezeichnen ihn mit drni ofßztellen Titel als frater HenricuB Sttso (bezw, fr. Amandus) ordiois praedicatorom conventas (oder domns) Coostantieosis. Der Predigerorden stand damaU in Dentfch' land Ott/ dem fföhepmhi »tines AfutehetM und seiner ExpanHthrafi^ und übte als der vornehmere, die Wimnsckaft ex- profesfo, pflegende Zweig der Bettelorden auf die Söhne addiger Familien immer luteh eine nicht geringe Anziehung aue^; im Innern des Ordens freilich begann die ursprüngliche Zucht, welche fast das ganze 13, Jh, stand' gehalten hatte, sieh 2u lockern, und es zeigten sich manche bedenkliehe Spuren des Nicdenjangs. Das Konstanzer Kloster machte hierin keine Ansnahnw *). Ks hat Sense s/n'itt r bittere Seelen/n'in m ursarht, als ihm (/esa'jt inirde, seine KUcrn hütttn lio di leyt nheit seiner Anf- nuhme ins K /«)■•<( rr, die sonst nicht vor dun 15. Jahre f/fst hehen durfte, ein (jrösseres Geschenk gemacht i62,'.^3ß\, f<jL die Anm. d<(zu). Wir irisscn nicht, oh dabei wirklich ein»' Unordnung rorkom der Kontert spricht schwerlich dafür t jedenfalls aber spiegelte seine aufgeregte Sech ihm ror, es- st^i Simonie gewesen, und er h'ff gegen zehn Jahre schwer darunter, bi» ihn Mrisfcr Kckhart durch rer- nimftigc Belehrung von seinen Skrupeln befreite.

Die ersten fünf Jahre des Klosferlebens verflossen ohne etwa» Aussergewöhnliches ; wie der rückwärtsschaueude Asket in strenger, wohl allzti strenger Selbstbeurteilung erzählt ( Vita 8,4 Jf \ ; Hdew Kap, 1 ; Hör. 15 Jf. 5f}), trug er zwar ,geistliehen Schein*, d. h, das Orelens- geivaud, das nach alter Ansehauung , rechtlich betrachtet . an .'•ich schon den MaHcli^i lim alder verlieh '), aber sein (t'emiit blieb ,nn- '/< sai/niic/f . ir n i'nitc sich mit dem Gcuoli n! irhen , ohne sich licsond' i f sitf liehe AnstitnyuiKjpn zuzumuten. Doch .stme ideal <in;/tltf/tt .\n/jir fand bei dieser Uailtheit auf die l)aner kein deniiif/e; er aar in seinem Innern iftet^ unruhig und unbefriedigt, ein unbtsUunntcs

^) 12S6 gegründet, Jttfö von Kaiser Joseph JJ aufgehoben, seil 3t(t4

■-) V;/l. nben iS. 70* AmiK 4

^1 ^''»'"^■'', I ngetirm-ktt J/oituuiKaneffirtffc dr.s 13, J Ii. ]SOL JO.

*) Vgl. l ila U^iijl. Jlö,:i'3Jf. Mach Hör. ifingcn manche Monclit »ach der Aon in die Stndif um Bekannte tu besuchen,' dir discnrsus inutilert evaußelisantinm tttdeti Seme svhwf (h c. 174). Weitemt äiter die Zvetünde im Vredigernrdm uttter B L

^) Vtjt, Ii. sicherer, Kirehtnrteht II Ob91)

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Der Dienst der ewigen Weisheit

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Hiknm und Dürsten nach etwas Qrassem, das die ganze Seele auS" ftäUf bewegte ihn ttnablässig Dte innere Umwanälungf psychologisch sehen lange vorbereitet, verdichtete sich in seinem 18» Lebensjahre, idse um 1H13*), zn dem dnrcht/reifenden Enfsehluss (der geswinde

ker 8,14 ), sein Leben fortan ohne HüchJudt in den Dienst Gottes

2n Mellen. Durch einen ,vn boi (jenen lichtreicht n Zitt/ von (ioW fühlte er sich mächtifj f/esfür/. f. durch Kftnijif nml Askese hiinUm h mich (/er Jiuvh^ien Knnst rechter Gelassenheit' ^ !'>:ijlf. ir> ) zu rimjcn. l ud er führte scinoi Idrsut: <ntSy obwohl <hrn Anfänger Ztceifel über dfu< (''efiii;/' II mvl fremde Einreden, seihst Spott, nicht ersjtetrt Nieben (ü,2fjf. Hör. ifif.) nnd er unter seinen Kle/sterf/cnossen keinen (ßeichgestininitcn Freunel fand, der sein Streben hätte unfcryfi'fzcn können (9,2(J/,)» Mit der Ablegung einer Lebensbeichtc (13, Li f. 99^5 f.) beejeum er seine ,Vita nuovei\ die er in all ihren l^hnsen mit rückhaltloser Offenheit und unnachahmlicher Zartheit schildert,

III. Der DIeDSt der ewigen Weisheft.

Die Religiosität Seuse9 nach seiner Bekehrung nahm eine ganz charakteristische, ihm eigentümliche Ausfiräyung nn. Wir sehen in

Ihr ron Anfang an zwei verschiedene, scheinhur sich widersprechende Hichtungen neben tintinder herlaufen: die gefühlsmässig-scJtwärnien.sche und die ni>ketisch'selbsti]uälcri>'rhr.

,Er hatte von Jugend uuj ein niinnen i( h( s iierz\ bciLt imt t r ron sich selbst (11,27, vgl. 12,14 f., Hör. Ui ). Seiner lebhaften l'hiiiitd^ie genügte es aber nicht, (Jott nur im allgemeinen als dtis Ideal d> r (ifd^ und Schönlteit sich vorzuMellen, es verlangte ihn nach einem Symbol, oder besser einer Personifikation dfc göttlichen Vnll- kommenheiten , die ihm greifbar nahetreten und mit der er in Verkehr treten konnte* Er fand diese in der ^eirigen Weisheit*'. In seiner Viia (Kap, B) und noch -deutlicher im Hör, (15 ff.) berichtet er, wie er 8U dieser Vorstellung ktim uwl welche Entwicklungsstufen sie bei ihm durchmachte. Angeregt von den ,Lihri Sapientiafesl' des alten Testamentes, besonders dem Buch der Weisheit, den Sffritehen Salomos und Jesus Siraeh, deren Aussprüche Uber die „ewige Weisheit* seit

0 Die Ersähiung tt^iff, nrinnert an diejenige der M, Oerirud im Lttfatu» divinae jnrtafir, Uevtlat. Gertrud, ac Mtrhthild. 1 (lb7ö> JOSß.

-) Viuichtiif Sfffi'i rj l'i5: ...VC»//«' ftrkrhrmuf (ffscliati atu .SV. Aijucsinff,

iihf> fti.' .JniK l'itS'. Af'f' haiulflt xj'rh hier ' l'rfn W. I ! f. niw

iittnn. (Ur ^in scincm Anfaiui\ d. h> in d<r treten Zeit nach der ßiktiirung .»tch creiyiH'tt,

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Kmicitung. IL Sexma LcUeu und Werke.

alters von der theologischen Si)ekulution nirld Horn auf die Eitjm' 'Schäften Gottes, sondern mtf eine e'Hjfm' ;/nftJ/(/if llifpostasef (/tu Loqos, (jedrutet lind in (hr kiichli<:hi)t tiyniioUic itnd Lituryie tirs Mäieüiiter^ vielfältig in dtc^cm iSiime verwendet >i \n deu vifl. <A» n 'S. ö/' A, 2 w. .S. 6*0* Ä. 3)y fauste er sie znmh /isf t/am allgemein als den ItilnifHjj (dies. Schönen und Lit /'cnsinirdigen^ identißzierte sie aber dann fortschreitend mit dem ,'itisquellenden Urspritn;/ der hfosseri Goffheit^ ( 14ß() f.), d. h. mit dem göttlichen Wesen an und Jür stchy dnrnuf konkret mit der persönlichen, memchgewordenen etrigen Weis- heit: Christus, ohne jedoch die allgemeinere Auffassung ganz aufzu- geben, und laust auch, wie es in der Liturgie geschah beew, geschieh^ die Bezugttahine auf Maria dann und wann mitetnßieeeen»

Seine Seele rang nach bUdUektm Anedrwsk seiner inneren An^ sehauung und begehrie die Geliebte mi sehen; m teigU sieh auch wiridieh seinen ^inneren* Augen in bedeuiungsiudleUf der hl, Schrift entnommenen BUdem: sie Lntditete wie der Margenelem und strahlte tüie die aufgehende Sanne, btdd erschien sie ihm als schöne Jungfrau, bald als edler Jüngling, bald als weise Meisterin, bald als stattliche Minnerin, tmd sprach stu ihm gütlich: „Sohn, gib mir dein Berzf^^ (14,10 /. Hör. SO f. 57> Die Worte Pauli POn Christus als ,Gottes Kraft und Weisheiif Kor. 1,24 ), ,in dem alle Schätee der Heis- heit und Wissensehaflt verborge» sin^ (Kol, 2,H), wiesen ihn weiter auf die zweite göttliche Person hin, durch deren leidende Menschheit er zur Gottheit vordringen solle (Hör. 21,25; Bdew 203,8 f.). Als Sinnbild dmr ewigen Weisheit in tetsterem Sinne erschien ihm der Nmne Jesus ( 400,20 ß\ ), und ihm widmete er einen bis ins kleinste gir€(jiUen Kult, der in der ,Hntderschaft d^r ewigen Weisheit^ in weitere Kreise verbreitet ward» t Kap. 45; 393,8 f.). Daneben führte er iil'Cf' doch stets die Jdev der ewigen WUshcit auf ihren Ursprung und i^Hr.Uji linkt, das Il V.ve« Gottes als den ,arundlosen Abgrund aller Zartheit. ^<iiorih'tL Ihrzaihst und LirhIirJdmt' (14,2ffß\ lhn\22) zurück. Khi'ii uttanslifschliviien ilHulrtick iiinrlite ts auf ihn. 'lU tr am <S<, Agnesiag ersttmU in einer Verzückung t orübergehend Jenen

') Aus iiiit itnic/tiiyen iS< hii^hrtmy der V'ifn hol Herder den Voru uif seinem schönen G'cdic/ite „JJic t uigf Weisheit" (uOtftdruekt bti genommen. Eingehenden queUennaehiwie JM B.Köhler geliefert ,Benehte der Kgt, eueha. GteeOecht^ß der Wiee* 1887 j 106^24 (der Aufeate tnoeiUrt in Köhlers KUinertn Schriften III flfiOO] 107—21) und festgesielU, dass Herda- nicht den Urtext, 9o»d«m Murer, EOeetia «. 316 ff, benOU* und da» Gedieht irsa verfasst haU

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Der Dienst der ewigen Weiiheit.

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ZuKkind des SiehselMferUerett» und der m^stUchm Einhjmig mit OoU erlebte (Kap. 2, Hör. 22), auf den alle Mystik hinzieU, Wta er da sah, kann er nieht beschreiben: es war formlos und

tr<eiseloe^ die Vision war also mehr eine intellektuelle als eine bild- liche^) (vgl. Hör. 22: in hoc fontali principio nec forma erat nec

niatf'ria) - und doch trur es alles Kittzilrhen:^ rnff : er konnte nur sich adösf rergessend eiHsfarrcti in den <ii(tiiZi t u ht n \\ idtr schein der (totiheit. Als die Krscin mung zu Ende aar, sank er erscJil'/pft nie ohnmächtig zu Boden, seine Seele und Gemüt aber waren voll Jiimm- lisihm Wunders^, und lange Zeit bUeb ihnen der fühlbare Eindruck daeon '^).

Die Liebe zur ewigen Weisheit tat fortan die überirdische AtmO'- Sphäre, in der Seuse schwebt, „Diener der ewigen Weisheit^ die siehende Be^iehnung, die er sich gibt. Was nur je irdische Minne au Lobsprächen erdenken kann, häuft er auf dieselbe: sie ist sein Hersentmut (27,4, 140,7), seines Herzens Kaiserin (15,17), sein fröhlicher Osteriag, des Herzens Sommerwonne, seine liebe Stunde (27,1 f., Bdew 223,23 f., Hör, 58 fj, mit ihr glaubt er sich vermählt wie Frans tton Assisi mit der Armut (vgl. Hör, 217), und strümt den Jubel seines Herzens über diese Gnade in Worten voll stürmischer lie(jeisierunq aus ( Kap. H; Ihr. 21') f., vgl. Prcger II, 362 f.). Kr widmet ihr, hesundet s in den Tagen seiner Mlühendtn Juijt nd. (110,4), da sein Antlitz noch ron frisviier, blillnnder Farbe nur fllOJi), tint n lh> n>t voll rührender Zarilit liki it ''). n ie es ijanz actnci- jxtetisrh- rninantisrhcn Anlage, seiner riiU rlich-odi lnn n Krzichvng ( n(s/ir</cii, und Jühlte »ich darin unaua.HjjrecJdic/i selige .*<eine tägliche Lc/n ns- ordnung, seine ,kindlichen Andfichten' ( J 10,3), seine Naturbeirachtung *ind unter diesen Geiichtapunkt eingestellt. So wenn er ein neues Oewand anlegt, oder sich zu Ader läifst oder die Tonsur erneuert i 110,4 25), wenn er Lieder singen oder Saitenspiel erklingen hört (15,3 f,), unterlässt er nicht sie zu ,meinen* und um ihren Segen SU bitten; das Weltall mit allen Geschöpfen rttfl er zu ihrem Ijobe (vv/ (Soreom oordat Kap, 9). Zu Ehren der ewigen Weisheit verfasst er ein eigenes Gebetlein latmnisch und deutsch als ,Morgengruss* (18,12 f,, 395,18 ff.), dessen Verbreitung er nich angelegen sein Ui»st,

•> Vjß, Änm. SU 342,S6ff.

*) Zum Vergleiche ist sein- lehrreich die dichierisvh-symholisrhe Schilde- rung der Ekttaite bei liichard von ,st. Viktor, Bm fatnin Maior IV, (angt' führt bei Krebs, Meüster JHttrich f/t. Anw. in 3L>HJ7j 133 4},

*) Hübuc/te Seküd&'ung bei tirhiger äOi ö.

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BinldtnnsT' n. Seusw Leben nnd Werke.

setzt sie in holder Spieierei ais Tieehgenosnen por eich hm, das/t sie ihm Spei» und Trank segne (Kap, 7), erbiUet 6on ihr am Neujahr wie die Jünglinge in Schwaben ein Krämiein (Kap, 8), und setzt am ereten Mm als eeinen geiaüiehtn Maibaum das Krem mit allerlei

Blumenstier geschmückt ( Kap. 12), Er läset sich auch die ewige

Weisheit in minniglicher Gestalt, wie sie Himmel und Erde in ihrer Geiralt hat, auf Pergament malen, niunnt da-s Bild mit auf die höh StJinle /iiii /i Köln and bringt es wieder zurück in ,seiHe Kapi Jh' in di'i' I^redigerk'irche ::u Konstant, in d^r er geaöhniirh seiner An- dacht pflegte (103,14 ff-)- Wie er in einem eigenen prächtigen Au- dachtsbuche, dem BücJUein der ewigen Weisheit, das Lob seiner (ieiiebten verkündetet soll 8j)äter Erwähnung ßnden. Seine Liebes- infjrunet ging sogar so weit, dass er einmal in seiner Anfaftgsztit mit einem eisernen Griffel sich den Namen Jesus als bleibende» Mal' zeichen in die Brust eingrub^), ,gleiehwie weltliche Liebhaber den Namen ihrer Dame am Kleide tragen*; unverOlgbar blieb er da bis zu seinem Tode, nur zwei vertrauten Freunden und Elsbeth Stagel offenbarte er das aeheimnis(Ka2\i; 143,32 ff. 393,12/.; ffor.7ti,221 ; Minneb, ö38,ü f.),

IV. Seuses Kasteian^en.

,Ziir Mimxe gehört von altem Meeht Leiden*, Jeder Minner ist auch ein Märtgrer* (13, 15 f.), das war Seuses Überzeugung, der auch hierin die Idee des mittelalterlichen Frauendienstes ins Religiöse über* ' trägt ^). Der etcigen Weisheit zu Heb ist er daher bereit, alles, auch das schwerste zu leiden (34,13 ff., Hör. 18,63). Und. er wartet mcÄ^, bis Leiden von selbst Lotnwf, sondern beginnt bald nach seiner He- kihruiuf damiif seinen ,wildcn Mui% den ,verwöhnlen, widerspenstigen

'} Ähnitchee mrd ereählt wm der hl. Radfgwidi» (f 587) und Editha ifyttdj, vgl ZöeUltr, Atkese und Moachtum II* (1897) 4ä9: dere., Das Kreue Christi 1676, 247.- von Christina Einer, vgl, Lochner, Leben uud GtHtehU der Chr. E. 1872, 11; ferner von Veronika Giuliani 1737), rgH- Stimmrri aus Maria-Ltuich IffO.'i 11,384.

■> Viil. Hör. 81 : militiae speciV» aiiior est; /. c. Vt f.: litore quot conchae. trit sunt in amore <)"!or»'s . . . f?i^vnlvn intniniera et stiiiK-nda, qua<^ 1 ü i s t i *\ aiulivisti. (juue i)roii|»i;'ii'i liniu> TiuniUi aiuatorcs px ani<»rf' vanissimn su-.tinu'iiiht. NoniK' in<^».'iiii.s<-elin."<, lum hI ii"tin:un lujiin perveuit luvtiitiu tiut'udain til'i ii<»tiiiii iu tuutum l'uiase luscinatuin, nl t»b amoreui uuiu:» puellac fermm quuiiiium carin suae infixum portaret? Man fühU eich unwiUk^/Uch an die Liebeet&tlheite» L'lriehH vtm LiehiemfUin erinnert, dtr eich um seiner Dame wÜlen einen Fingtr abhacktt:

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SeoMi Kaateinngflü.

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'Lrib% ifeim , lebendige Natur', mit der er tfiJi überladen fühlte (9,19, ii9,S f., l<m,18f., Bdew 200^J, durch ein erßntkiiiehfis SyaUm von Abiotungen und Kaskiungen zu hezwingen und zu unterstehen. Die Kimfrabuntj (Ich Xamens Jesu in die BruM iet schon eneähni worden. Seine Zunyt hielt er in strengster Hut, so dn^s er inner' kalb 30 Jahren bei Tische nie das SUUschweigen brach (Kap. 14); Mehn Jahre bUeb er in eeinem Kheler abgeschieden von aller H eU fS9^f^ lüB^jf,), trug lang ein härenes Hemd md eine eiserne Kette nm den Leib, sekUefdee Nacht» wohl 16 Jahre in einem engen, mit Kdgdn heseteien Unierldeid, die Arme in Schlingen gespannt oder die Bände in lederne Handtehuhe gesteckt, die mit fpitnigen Meeeingstiften versehen waren (Kap, 16), Acht Jahre tmg er ein mit ieharfen Nägrin und Nadeh beschlagenes hSlaemee Kreum 'unter tUm Ekide auf dem Mücken, und nahm mit demselben wie auch mit einer eigene präparierten Geisssl häufig Diegiptinen ( Kap, 16), Un^ gefähr acht Jahre »Mief er a^f einer aüe» Tilre oder in einem engen Stuhle eitaend, ohne hinreichende Bedeckung im Winter, wärmte sieh gegen 25- Jahre nie am Konventsofen und mied alle» Bad, ose innge Zeit nur einmal des Tagee und brach sieh nicht nur, wie im Orden zu geunseen Zeiten SUich, da» Fleisch, sondern auch Fisch und Eier ab (Kap. 1 7j, enthielt sich zwei Jahre des Obstes (25,8 f.), trank viele Zeit keinen Wein auseer am Ostertag (46,19 f.) und er- laubte sich nur ein ganz kleines Mass Wasser ( Kap. 18 ). Nach der Mette^ die sehr früh am Morgen stattfand wachte er, auf blossetn Stein im Chore stthcnd bis zu Tage (47,8 f.). Vom 18. bis 4ü. Lthens- Jnhre trieb tieuse diese ^mrterlichm Cb(mgen*% an deren Gbudi-

*) Dtts ,0/ßeium neehtmum* ward« iiieM überall sur gMehm Znt a6- gtholUn (um MitternncfU oder Stunden später, vgJ. Mortier, Hiatoirc ff*!* mailr^s gni>'rii'i r d, Vordi i den friris prechtura I [Parin HHJSj bhlf.i. In Jb^onstüHZ viiriierle itinh "j*' ts yduint fif/l. 47.3 fJ, tfarh der Jnhrt^zfit.

*) En HHfd kaum yettngttt, tri« V r t 'j > r . I urm betten J^4J/., 1-iOff., Itiltcfist virsuchl hal^ jetw KtmUiungen in ö'eimtH Ltben chronologisch zit ß^irnm. Dasu sind ' die ZeiUmgabm eu mibeHimmt; etwas Schematisieren mag dabei weM mitmtteHa^^ Jus 69^90/, dOrfie su feigem eek^